Renn, Heinz: Seite 133-135
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"Das erste Luxemburger Grafenhaus"

Als weiteren Bruder möchte ich Heinrich von Laach einreihen, der als Nachfolger Hermanns das rheinische Pfalzgrafenamt 1085-1095 innegehabt hat. Erinnern wir uns, daß Herzog Heinrich seine Brüder Hermann und Theoderich ermächtigt hatte, den verpfändeten Ort Kreglingen wieder einzulösen. Wenn nun später Heinrich von Laach als Besitzer von Kreglingen auftritt [116 Wirt. Urkb. I, Seite 394. Pfalzgraf Heinrich schenkt dem Kloster Comburg bei Schwäbisch-Hall drei Teile seiner Besitzungen in Kreglingen, während den vierten Teil Heinrich von Limburg besitzt, der Enkel des LUXEMBURGERS Friedrich, des Herzogs von Nieder-Lothringen.], liegt es doch nahe, ihn als Nachkommen eines dieser beiden Brüder anzunehmen. Aufgrund der Urkunde von Bendorf halte ich ihn für einen Sohn Hermanns, in dessen Besitz wir Bendorf finden, während es später Heinrich von Laach gehört, wie sich aus dem eben angeführten Königsdiplom von 1138 ergibt.
Zur Luxemburger Sippe gehört Heinrich von Laach auf jeden Fall. Eine Reihe Belege fordern diese Eingliederung. In der 1093 ausgestellten Stiftungsurkunde von Maria Laach nennt der Pfalzgraf Heinrich den derzeitigen Grafen Wilhelm von Luxemburg und dessen Halbvetter Heinrich von Limburg "cognatui". Bei unserem Vorschlag sind die Großväter beider Fürsten und der Vater des Laachers Brüder.
In der erneuten Stiftungsurkunde des Klosters Laach vom Jahre 1112 werden als künftige Vögte nur Heinrichs Erben zugelassen. Tatsächlich haben später Otto von Rheineck, der Sohn des Gegen-Königs HERMANN, und dessen Verwandter Gerhard von Are, die Vogtei des Eifelklosters inne. Die Witwe des Pfalzgrafen Sigfrid, des Adoptivsohnes Heinrich von Laach, erscheint 1129 in einer Urkunde, in der sie neben den luxemburgischen Gleibergern Anteil am Wiesecker Walde hat. Dieser Mitbesitz ist nur durch Pfalzgraf Heinrich zu erklären.
Für die Einreihung des Stifters von Laach in die luxemburgische Sippe, für die auch der Name Heinrich spricht, gibt es noch einen wichtigen schriftlichen Beleg. Marianus Scottus nennt Heinrich 1081 den väterlichen Oheim des Gegen-Königs HERMANN, der ein Sohn Giselberts von Luxemburg ist. Demnach wären Heinrich von Laach und Giselbert Brüder. Nun hat zwar Giselbert einen Bruder Heinrich, aber ihn haben wir als Herzog von Bayern kennengelernt. Dem Grafen Friedrich von Luxemburg einen weiteren Sohn gleichen Namens zuzuschreiben, ist als unwahrscheinlich abzulehnen. Dem Ausweg findiger Genealogen, Giselbert Vater und Sohn, und den Pfalzgrafen Heinrich als Bruder Giselberts II. anzunehmen, also ein nirgendwo bezeugtes Zwischenglied einzuschieben, vermag ich nicht zu folgen. Alterserwägungen befürworten diese Lösung auch nicht. Heinrich muß als Bruder Giselberts II. um 1015-1020 geboren sein, da wir die Geburt von Giselberts Sohn Konrad kaum nach 1040 ansetzen können. Heinrich von Laach, der 1085 zuerst urkundlich auftritt und erst nach 1085 heiratet, war offensichtlich jünger. Wenn Marianus auch die Familienverhältnisse im einzelnen nicht so genau kennt, ist doch die Aussage des gleichzeitig schreibenden Mönches (+ 1082), der in Mainz lebt und vorher auch in Köln gewesen ist, ein sicherer Beweis für die Zugehörigkeit Heinrichs von Laach zum Hause LUXEMBURG.
Als Sohn Friedrichs vom Moselgau können wir Heinrich wegen des dann gleichnamigen Bruders und besonders aus zeitlichen Bedenken nicht eingliedern. Aber nichts hindert uns, ihn als seinen Enkel anzusehen. Die Herzöge Heinrich und Friedrich haben keine männlichen Nachkommen hinterlassen, die Kinder Giselberts kennen wir, und auch die Tochter Friedrichs kommen als Mütter des Stifters von Laach nicht in Frage. So bleiben nur Hermann und Theoderich übrig, auf die auch die Urkunde von Kreglingen hinweist. Die Besitznahme des Gutes Bendorf durch Heinrich und der Anteil an dem Gleiberger Besitztum des Wiesecker Waldes, der für die Familie seines Erben und Stiefsohnes bezeugt ist, befürworten unsere Ansicht, den Pfalzgrafen Heinrich II. als Sohn Hermanns von Luxemburg-Gleiberg anzusehen [123 Eine Quelle aus dem Jahre 1092 berichtet: Metensis vero Dom. Herimanno viduati elegerunt quendam clericum nomine Popponem, fratrem Henrici comitis Palatini". (Hugonis chron. zu 1092 = SS. VIII, Seite 473.) Ob dieser Poppo von Metz als Bruder Heinrichs von Laach anzunehmen ist, kann mit Sicherheit nicht beantwortet werden. Meyer von Knonau, Jahrbücher IV, Seite 288, Anmerkung 30, stellt es in Abrede.].