Illegitime Tochter des Königs
Hugo von Italien aus seiner Verbindung mit der Rotruda
Brandenburg Erich: Tafel 4 Seite 8
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"Die Nachkommen Karls des Großen"
VII. 22 h. ROTLINDE
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Gemahl:
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a) vor 945 29. III.
Graf Elisiard
+ vor 948 IX.
b) Bernhard Graf von Pavia
Anmerkungen: Seite 121
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VII. 22. Rotlinde
Liudprand 4,14. Gemahl: Elisiard,
Urkunde von 945 29. III., Schiaparelli n. 79; tot 948 IX., Hist. patr.
mon. 13, 982; Bernhard, M. I. Ö. G. 17, 45f. [VIIe 30]
ROTLINDE (unehelich)
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+
oo BERNHARD GRAF VON PAVIA
+ um 990
Im März 945 intervenierte Aledram in Pavia bei Hugo
und Lothar
für die Schenkung einiger in der Grafschaft Tortona gelegener
Besitzungen an den Grafen Elisiard und dessen Gemahlin Rotlind
mit ihrer Mutter Rotrud.
Mit einer Urkunde vom 29. März schenken Hugo
und
Lothar
der
Rotruda comitissa,
que Roza vocatur, et Elisiardo
comiti atque Rotlinde, uxori sue
et filie nostre, Besitzungen aus Königsgut in Garbangigo, Petra
Nigra und Besemuntio in comitatu Terdonensi sowie drei Mühlen bei
Pavia. Elisiard hatte also die illegitime Tochter König
Hugos mit Rotruda (der Tochter des Königsrichters
Walpert und Witwe des Pfalzgrafen Giselbert I.) zur Frau genommen.
Brunhofer, Ursula: Seite 54,58,87,370-373
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"Arduin von Ivrea. Untersuchungen zum letzten italienischen
Königtum des Mittelalters."
Zwar scheint es auf den ersten Blick bemerkenswert, daß
- bis auf die Rehabilitierung des Grafen Bernhard von Pavia [64
DO II 130. Bernhard und seine Frau
Rotlinda werden comites genannt. Bernhard, der
Sohn des Grafen Manfred von Parma, hatte wohl an Adalberts
letztem Aufstand teilgenommen und war deshalb von OTTO
I. seiner Ämter und Besitzungen enthoben worden, vgl.
BSSS 46,2. Bei einem Placitum OTTOS I. in
Ravenna 967 (DOI 340) ist er mit seinen Brüdern Wido und Hugo
anwesend, keiner der Brüder führt jedoch den Grafentitel. Sie
sind also zu dem damaligen Zeitpunkt als abgesetzt zu betrachten. Vgl.
Pauler, Regnum Italiae, Seite 46,112 und 120.] und einer Besitzbestätigung
für die Söhne des Grafen Raimbald von Treviso - alle kaiserlichen
Diplome dieser Zeit für geistliche Empfänger ausgestellt sind.
Giselbert II. [84 Zu diesem Hlawitschka, Franken,
Seite 188.] hatte sich 962 sofort auf die Seite OTTOS
DES GROSSEN gestellt und 965 Güter des mit ihm verschwägerten
[85 Bernhard war mit Rotlinda,
einer Halbschwester von Giselberts Vater Lanfrank verheiratet. Die an die
GISELBERTINER gelangten Besitzungen Bernhards könnten von Rotrud
(Geliebte König Hugos und Mutter
Rotlindas) herstammen, die sie ihrer
Tochter Rotlinda übergeben haben
konnte,. Giselbert II. hätte dann Güter erhalten, die sich einst
im Besitz seiner Großmutter befunden hatten.], der Rebellion bezichtigen
Grafen Bernhard von Pavia erhalten.
Da bald nach diesem Ereignis der giselbetinische Pfalzgraf
Arduin I. und Graf Bernhard II. von Pavia [50 Als Bernhards
Mutter, Gräfin Rotlinda, im Jahre
1001 Ansprüchen auf das Kloster S. Salvator della Regina di Pavia
entsagen mußte, wurde sie nur von ihrem Sohn Hubert diaconus
begleitet, ihr Sohn Bernhard ist nicht erwähnt.] ihrer
Ämter enthoben wurden liegt es nahe, in diesen Ardicins
Fluchthelfer zu sehen.
Zu erwägen ist der Weg über Rotruda-Rozza,
deren mutmaßliche Enkelin Berta f.q.Bernardi comitis,
wie unten dazulegen sein wird, in die Familie der GANDULFINGER eingeheiratet
hat [148 Hierfür könnte etwa sprechen, daß Vigalone,
welches unter den zum Erbe Liutfreds von Tortona zählenden Gütern
genannt ist, Pertinenz von Zenevredo war, das wiederum zum umstrittenen
Besitz zwischen Boso und Berta f.q. Bernardi gehörte. Ebenso,
daß bei einem Placitum im Oktober 1001 die sehr betagte Gräfin
Rotlinda, Rotruda-Rozas Tochter, gemeinsam mit ihrem
Sohn, dem Diakon Hubert, allen Rechten über das Kloster S.
Felice und S. Salvatore della Regina, dem das Liutfred-Erbe übergeben
worden war, abschwören mußte. MP, Nr. 266 (Pavia 14.10.1001.].
Rotruda-Roza hatte aus einer Verbindung mit König
Hugo eine Tochter Rotlinda,
die in erster Ehe mit einem Grafen Elisard [151CdL 575 (23.3.945):
Graf Lanfrank von Bergamo interveniert bei Hugo
und Lothar für die Gräfin
Rotrud, den Grafen Elisardus und dessen Frau Rotlinda,
die Tochter Hugos.], in zweiter Ehe
mit dem Grafen Bernhard von Pavia verheiratet war [152 Vgl.
Pauler, Regnum Italiae Seite 112f., 120 und 136: Bernhard war der
Sohn des Grafen Manfred von Parma. Bernhard war wegen einer
angeblichen Verschwörung in Ungnade gefallen, er wurde seines Amtes
enthoben, seine Güter eingezogen. Spätestens am 30. Juni 976
war er jedoch wieder rehabilitiert. Vgl. DO II 130: Rückgabe der Güter
seiner Frau Rotlinda. CAP I, Nr. 85
(Pavia 17.11.996): Bernhards Witwe Rotlinda
f.b.m. Hugonis regis, verfügt
über castrum Corviaco.]. Als Tochter des Grafen Bernhard
I. - und somit, da keine zweite Ehe Bernhards bekannt ist, auch
als Tochter der Rotlinda - ist eine
Frau namens Berta belegt.
29.3.945
1. oo Elisiardus Graf
- 948
950
2.oo Bernhard Graf von Pavia
- nach 30.6.976
Kinder:
Berta
-
oo GANDULFINGER
-
Bernhard Graf von Sospiro
-
Hubert Diakon
- nach
1001
Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen
Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 4 Seite 8,121
- Brunhofer, Ursula: Arduin von Ivrea. Untersuchungen zum letzten
italienischen Königtum des Mittelalters. Arethousa Verlag Augsburg
1999 Seite 54,58,87,235,237, 370-373,377,382 - Hlawitschka, Eduard:
Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962), in Forschungen
zur Oberrheinischen Landesgeschichte Band VIII Eberhard Albert Verlag Freiburg
im Breisgau 1960 Seite 118,127,175,217,232 - Liudprands von Cremona:
Werke in: Quellen zur Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Band
VIII Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1977 Seite 418 - Thiele,
Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und
Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer
Verlag 1994 Tafel 390 - Werner Karl Ferdinand:
Die Nachkommen Karls des Großen bis um das Jahr 1000 (1.-8. Generation)
Band IV in: Braunfels Wolfgang: Karl der Große Lebenswerk und
Nachleben. Verlag L. Schwann Düsseldorf Seite 465 -