Ulrich IV.                                     Graf von Helfenstein (1315-1326)
--------------                                  Vogt des Klosters Anhausen
   
Ende 1326  

Jüngerer (3.) Sohn des Grafen Ulrich III. von Helfenstein ( nach 1315) aus seiner 1. Ehe mit der Adelheid von Graisbach, Tochter von Graf Berthold III. ( um 1308) aus dem Hause LECHSGEMÜND und der Elisabeth von Hirschberg
Bruder
von Ludwig von Helfenstein ( 1292/94 erstochen), Herzogin Agnes von Teck-Hayningen ( nach 7.8.1334) und Graf Johann I. von Helfenstein ( 1.6.1340),
Stief-Bruder von Schenkin Anna von Weinsberg (
nach 15.10.1361)
Neffe von Gräfin
Agnes von Montfort, Gräfin Willibirg von Plain-Hardegg (27.8.1314), Graf Eberhard von Helfenstein ( nach 1303), Graf  Berthold III. von Graisbach (8.10.1324), Bischof Gebhard von Eichstätt (14.9. 1327), Domherrn Heinrich zu Salzburg (17.4. 1324), Gräfin Elisabeth von Marstetten-Neuffen ( 1306)
Groß-Neffe von Graf Hartmann V. von Dillingen (
4.7.1286), Friedrich vonn Dillingen ( nach 1227), Ludwig von Dillingen ( 4.7. 1251), Graf Adalbert IV. von Dillingen ( 1257 vor 20.5.), Herrin Agnes von Gundelfingen-Hellenstein ( nach 1258), Gräfin Udilhild von Zollern ( 12.5.nach 1289), Pfalzgräfin N.N. von Tübingen
Enkel von
Graf Ulrich II. von Helfenstein-Sigmaringen ( nach 17.5.1294) und der Willibirg von Dillingen

Schwennicke Detlev: Tafel 57,60
******************

"Europäische Stammtafeln. Neue Folge Band XII"

ULRICH IV.
-----------------
   Ende 1326

1305 VOGT von KLOSTER ANHAUSEN

 1318
  oo AGNES VON WÜRTTEMBERG
      * 1294
12.II.1373

Tochter von Graf Ulrich
(II. oo nach 20.X.1331 Konrad von Schlüsselberg gefallen 14.IX.1347)


DAS HAUS WÜRTTEMBERG. EIN BIOGRAPHISCHES LEXIKON: Seite 33
**********************************************************
2.0.20. AGNES Gräfin von Helfenstein, Gräfin von Schlüsselberg
* vor 1315
21.1.1371
Begraben: Klosterkirche Blaubeuren

Tochter von Graf Ulrich von Württemberg (2.0.11.) und Mechthild (2.0.12.), geborene Gräfin von Hohenberg

Das Geburtsdatum von Agnes muß vor 1315/16 gelegen haben. In diesem Jahr verstarben nämlich Ulrich und Mechthild, deren Elternschaft allein Gabelkover anzuzweifeln scheint. Das von Gabelkover genannte und von Teilen der Forschung diskutierte Geburtsjahr 1294 muß wohl als Fehlinterpretatuion einer Angaben in den Annales Sindelfingenses angesehen werden. Agnes wäre dann nämlich bei ihrer ersten Hochzeit mindestens sechsundzwanzig Jahre alt gewesen - ein für damalige Verrhältniss recht spätes Heiratsalter! Diese Hochzeit mit Graf Ulrich von Helfenstein wird gegen 1320 stattgefunden haben. Die Meldung, daß Agnes zuvor mit Graf Eberhard von Werdenberg verheiratet gewesen sei, ist wohl auf eine Verwechslung mit der vor 1350 verstorbenen Trägerin des gleichen Vornamens zurückzuführen. Aus der Ehe mit Ulrich von Helfenstein ging ein Sohn Ulrich hervor. 1326 verstarb Agnes' Ehemann. Nach dem 20. Oktober 1330, an dem sie noch als Witwe in einer Urkunde Kaiser LUDWIGS DES BAYERN erscheint, wurde sie die Frau von Graf Konrad von Schlüsselberg. Dessen Tochter aus erster Ehe, Beatrix, war mit Ulrich, dem Sohn von Agnes vermählt worden. Die Ehe der Agnes mit Konrad blieb kinderlos, und mit Konrads Ableben erlosch das Haus SCHLÜSSELBERG. Agnes scheint dann wieder an den Hof ihres Sohnes zurückgekehrt sein, mit dem sie auch gemeinsam in der Laienkirche des Klosters Blaubeuren bestattet wurde. Als Agnes' Todestag nennt das Blaubeurener Nekrologium den 21. Janaur, Gabelkover gibt als Todesjahr 1373 an. Der heute noch erhaltene Grabstein von Ulrich und seiner Mutter Agnes gilt als eine der "besten Arbeiten der Ulmer Steinplastik der achtziger Jahre des 15. Jahrhunderts" (Baum). Er zeigt die vier Wappen von Helfenstein, Württemberg, Toggenburg und Hohenberg. Die gut einhundert Jahre nach dem Ableben von Ulrich (
1361) und Agnes angefertigte Steinmetzarbeit könnte auf einen Auftrag des Grafen Eberhard im Bart (3.0.13.) zurückzuführen sein, der mit dem Blaubeurener Abt Johannes Fabri in enger Beziehung stand. Eberhards Vater Graf Ludwig I. (3.9.4.) hatte 1347 Amt und Klostervogtei von Blaubeuren erworben.
Oliver Auge

B
ühler Heinz: Seite
404,928,933,1185
************
"Adel, Klöster und Burgherren im alten Herzogtum Schwaben"

Es scheint, die Söhne Ulrichs III., die Grafen Johann und Ulrich IV., hätten aus den Erfahrungen ihres Vaters und Großvaters gelernt; sie betrieben eine wendigere Politik. Hatten sie im Thronstreit zwischen FRIEDRICH DEM SCHÖNEN und LUDWIG DEM BAYERN zunächst auf der Seite des ersteren gestanden, so schwenkten sie wenige Wochen nach LUDWIGS Sieg bei Mühldorf 1322 in dessen lager über und gelobten, ihm gegen jedermann zu dienen. LUDWIG verpfändete ihne im selben Jahr um 9.000 Pfund Heller die Herrschaften Höchstädt und Hageln. Diese Summe war offenbar als Entgelt für ihre Dienste ausgesetzt worden. Graf Johann wirkte infolgedessen 1323 als Landrichter des Landgerichts Höchstädt auf der Landschranne zu Demmungen.
Dem Kloster Anhausen, das ihrer Vogtherrschaft unterstand, schenkte die Grafen 1326 das Dorf Gussenstadt samt Kirchenpatronat, um wieder gutzumachen, was sie und ihre Vorfahren sich an Klostergut angeeignet hatten. Graf Ulrich II. war mit den Klöstern nicht gerade sanft verfahren.
Graf Johann tauschte 1328 von den Grafen von Oettingen die Eigentumsrechte der Feste Güssenberg bei Hermaringen ein; dafür gab er die Eigenschaft der halben Feste (Burg-)Berg, die ihm gehört hatte, und der Burgen Schnaitheim und Aufhausen, die ihm der Chorherr Friedrich von Schnaitheim und Ulrich der Schacher zu Lehen aufgetragen hatten. Güssenberg wurde zwar wieder als Lehen ausgegeben, doch hatte der HELFENSTEINER als Lehensherr damit einen wichtigen Stützpunkt im unteren Brenztal. Um die gleiche Zeit muß die Feste Kaltenburg aus den Händen der Ritter von Kaltenburg an Helfenstein gelangt sein; im Jahre 1349 saß dort ein helfensteinischer Vogt.
Im Jahre 1331 übergab ein gewisser Wörtwin den Kirchensatz mit der Vogtei zu Flenheim dem Grafen Johann und gelobte, jährlich vier Malter Hafer zu Vogtrecht zu entrichten.
Graf Johann starb im Jahre 1332. Nun übernahmen die beiden Vettern Ulrich der Ältere, Sohn Johanns, unnd Ulrich der Jüngere, Sohn Ulrichs IV. (
1326) die Verwaltung der Hausbesitzungen.
Nach längerer Pause erscheint Rudolf Fetzer im November 1320 im Gefolge der Grafen Johann und Ulrich IV. von Helfenstein, welche zugegen waren, als der Abt von Lorsch das Dorf Bolheim an Kloster Anhausen verkaufte.
Höchstädt war damals im Pfandbesitz der Grafen Johann und Ulrich IV. von Helfenstein. Ulrich Fetzer stand somit in ihren Diensten.
Gussenstadt mit allen Rechten einschließlich Kirchensatz wurde dem Kloster 1326 von den Grafen Johann und Ulrich IV. von Helfenstein geschenkt.





 
1318
  oo 1. Agnes von Württemberg, Tochter des Grafen Ulrich
           1294
12.2.1373

      nach 1331
     2. oo Konrad Graf von Schlüsselberg
                  
14.9.1347
 
 
 
 

Kinder:

  Ulrich VI. der Jüngere Graf von Helfenstein-Blaubeuren
  um 1320/25
13.5.1361
 
  Adelheid von Helfenstein
       
um 1383

  oo Simunt von Lichtenberg Vogt von Straßburg
           
23.4.1380 
 
 


Literatur:
------------

Bühler Heinz: Adel, Klöster und Burgherren im alten Herzogtum Schwaben Anton H. Konrad Verlag 1997 Seite 404,432/433,564,928, 933,1185 - DAS HAUS WÜRTTEMBERG. EIN BIOGRAPHISCHES LEXIKON: Seite 28,33 - Schwennicke, Detlef: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band XII, Schwaben Tafel 57,60 -