Jüngerer Sohn des Fürsten
Bohemund I. von Antiochia und der Konstanze
von Frankreich, Tochter von König
Philipp I.
Andreas Thiele:
************
"Erzählende genealogische Stammtafeln"
Bohemund II. folgte unter der Regentschaft
der Mutter und eines Neffen des Fürsten
Tankred von Tiberias. Er gewann
Antiochia-Stadt zurück, mußte die italienischen Besitzungen
an die dortigen Vettern aufgeben und setzte die üblen Traditionen
der Kreuzfahrer fort, Plünderungsfeldzüge zu unternehmen und
fiel dabei.
Bohemund II. stand bis 1126 unter der Regentschaft Rogers von Salerno und fiel in einer Schlacht gegen den Sultan von Aleppo.
Hans Eberhard Mayer: Seite 79,80
*****************
"Geschichte der Kreuzzüge"
Im Jahre 1126 wurde König Balduin II.
endlich seiner antiochenischen Regierungsgeschäfte ledig,
denn Bohemund II., der Sohn des Gründers
des Fürstentums Antiochia, kam aus Apulien, um seine Erbschaft anzutreten.
Seine Aufgabe hätte in der Eroberung von Aleppo bestehen müssen,
dessen Atabeg eben damals ums Leben kam, worauf das Emirat in einem unvorstellbaren
Chaos von Diadochenkämpfen versank. Es war die letzte Gelegenheit
zur Bezwingung Aleppos, aber Bohemund II.,
der mit Joscelin von Edessa in einen der nun bereits üblichen Bruderkriege
geriet, ließ die Chance ungenutzt verstreichen. Ein Versuch Balduins
II., Damaskus nach dem Tode des mächtigen Tugtakin
(+ 1128) zu erobern, scheiterte. Zwei Jahre später fiel
Bohemund II. kämpfend in Kilikien.
Da er nur eine minderjährige Tochter Konstanze
hinterließ, mußte der König erneut die Mühen der
Regentschaft auf sich nehmen, nachdem ein Versuch seiner eigenen Tochter
Alice,
als Bohemunds Witwe die Herrschaft
an sich zu reißen, unter beschämenden Umständen gescheitert
war.
Regine Pernoud: Seite 60
*************
"Frauen zur Zeit der Kreuzzüge"
Bohemund hatte seine Kindheit in
Italien verbracht und war 1126 in Antiochia eingetroffen. König
Balduin II. hatte ihm unverzüglich seinen Besitz überlassen,
der ihm aus dem väterlichen Erbe zustand. Die Chroniken jener Zeit
sind voll des Lobes über diesen jungen Mann. Kaum älter als 18
Jahre, war er bereits ein vollendeter Ritter: "Er war groß, gerade
gewachsen und sehr schön, hatte blondes Haar, weiche anmutige und
sehr ebenmäßige Züge. Unter allen anderen erkannte man
in ihm den Fürsten."
Der schöne, blonde Normanne heiratete die junge Alice
von Jerusalem, und die Einwohner Antiochias begrüßten
voll freudiger Erwartung diese vielversprechende Verbindung. "Alle freuten
sich, denn sie dachten, der König werde ihr Land künftig
mehr lieben und sich mehr um sie kümmern." Unglücklicherweise
wurde Bohemund im Februar 1130
bei einer Schlacht in Kilikien getötet. Nach einer allzu kurzen Regierungszeit
von weniger als 4 Jahren war sein Tod eine "wahre Katastrophe für
Antiochia und das fränkische Syrien. Der Emir von Kappadokien, Ghazi,
fand sein Haupt auf dem Schlachtfeld inmitten von Toten - eine recht sonderbare
Art der Begegnung. Er ließ es mitnehmen und mit verschiedenen anderen
Geschenken dem Kalifen von Bagdad überbringen.
Hubert Houben: Seite 45
*************
"Roger II. von Sizilien"
Dass Wilhelm II. seinen Onkel Roger
II. wirklich als Erben eingesetzt hat, ist unwahrscheinlich.
Alexander von Telese hätte einen solchen Akt sicher erwähnt.
Außerdem waren die Beziehungen zwischen Herzog und Graf in den letzten
Jahren gespannt. Möglich ist, dass er ihm eine mündliche Zusage
gemacht hatte, die aber nicht in die Praxis umgesetzt wurde. Wilhelm von
Tyrus berichtet, der Herzog habe 1126 mit Bohemund
II. bei dessen Abreise nach Antiochia einen Erbvertrag abgeschlossen.
Wer von beiden den anderen überlebte, sollte ihn beerben. Dieser Nachricht
widersprechen andere Chronisten: Nach Alexander von Teles hatte Bohemund
II. als Verweser für sein süditalienisches Herschaftsgebiet
den Papst eingesetzt, nach Romuald von Salerno einen Verwandten, den Grafen
Alexander von Conversano. Wilhelm scheint nach allen Seiten hin Versprechungen
gemacht zu haben.
1126
oo Alice von Jerusalem, Tochter des Königs Balduin II.
1108- nach 1136
Herrin von Latakia ( = Laodicea) und Jabala
( = Gibel)
Kinder:
Konstanze I.
1126- 1163/67
Literatur:
----------
Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1
Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 481-482, 486-487,488 -