Bohemund II.                                            Fürst von Antiochia (1112-1130)
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1108- Febr. 1130
 

Jüngerer Sohn des Fürsten Bohemund I. von Antiochia und der Konstanze von Frankreich, Tochter von König Philipp I.
 

Andreas Thiele:
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"Erzählende genealogische Stammtafeln"

Bohemund II. folgte unter der Regentschaft der Mutter und eines Neffen des Fürsten Tankred von Tiberias. Er gewann
Antiochia-Stadt zurück, mußte die italienischen Besitzungen an die dortigen Vettern aufgeben und setzte die üblen Traditionen der Kreuzfahrer fort, Plünderungsfeldzüge zu unternehmen und fiel dabei.

Bohemund II. stand bis 1126 unter der Regentschaft Rogers von Salerno und fiel in einer Schlacht gegen den Sultan von Aleppo.

Hans Eberhard Mayer: Seite 79,80
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Im Jahre 1126 wurde König Balduin II. endlich seiner antiochenischen Regierungsgeschäfte ledig, denn Bohemund II., der Sohn des Gründers des Fürstentums Antiochia, kam aus Apulien, um seine Erbschaft anzutreten. Seine Aufgabe hätte in der Eroberung von Aleppo bestehen müssen, dessen Atabeg eben damals ums Leben kam, worauf das Emirat in einem unvorstellbaren Chaos von Diadochenkämpfen versank. Es war die letzte Gelegenheit zur Bezwingung Aleppos, aber Bohemund II., der mit Joscelin von Edessa in einen der nun bereits üblichen Bruderkriege geriet, ließ die Chance ungenutzt verstreichen. Ein Versuch Balduins II., Damaskus nach dem Tode des mächtigen Tugtakin (+ 1128) zu erobern, scheiterte. Zwei Jahre später fiel Bohemund II. kämpfend in Kilikien. Da er nur eine minderjährige Tochter Konstanze hinterließ, mußte der König erneut die Mühen der Regentschaft auf sich nehmen, nachdem ein Versuch seiner eigenen Tochter Alice, als Bohemunds Witwe die Herrschaft an sich zu reißen, unter beschämenden Umständen gescheitert war.
 
Regine Pernoud: Seite 60
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"Frauen zur Zeit der Kreuzzüge"

Bohemund hatte seine Kindheit in Italien verbracht und war 1126 in Antiochia eingetroffen. König Balduin II. hatte ihm unverzüglich seinen Besitz überlassen, der ihm aus dem väterlichen Erbe zustand. Die Chroniken jener Zeit sind voll des Lobes über diesen jungen Mann. Kaum älter als 18 Jahre, war er bereits ein vollendeter Ritter: "Er war groß, gerade gewachsen und sehr schön, hatte blondes Haar, weiche anmutige und sehr ebenmäßige Züge. Unter allen anderen erkannte man in ihm den Fürsten."
Der schöne, blonde Normanne heiratete die junge Alice von Jerusalem, und die Einwohner Antiochias begrüßten voll freudiger Erwartung diese vielversprechende Verbindung. "Alle freuten sich, denn  sie dachten, der König werde ihr Land künftig mehr lieben und sich mehr um sie kümmern." Unglücklicherweise wurde Bohemund im Februar 1130 bei einer Schlacht in Kilikien getötet. Nach einer allzu kurzen Regierungszeit von weniger als 4 Jahren war sein Tod eine "wahre Katastrophe für Antiochia und das fränkische Syrien. Der Emir von Kappadokien, Ghazi, fand sein Haupt auf dem Schlachtfeld inmitten von Toten - eine recht sonderbare Art der Begegnung. Er ließ es mitnehmen und mit verschiedenen anderen Geschenken dem Kalifen von Bagdad überbringen.
 
Hubert Houben: Seite 45
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"Roger II. von Sizilien"

Dass Wilhelm II. seinen Onkel Roger II. wirklich als Erben eingesetzt hat, ist unwahrscheinlich. Alexander von Telese hätte einen solchen Akt sicher erwähnt. Außerdem waren die Beziehungen zwischen Herzog und Graf in den letzten Jahren gespannt. Möglich ist, dass er ihm eine mündliche Zusage gemacht hatte, die aber nicht in die Praxis umgesetzt wurde. Wilhelm von Tyrus berichtet, der Herzog habe 1126 mit Bohemund II. bei dessen Abreise nach Antiochia einen Erbvertrag abgeschlossen. Wer von beiden den anderen überlebte, sollte ihn beerben. Dieser Nachricht widersprechen andere Chronisten: Nach Alexander von Teles hatte Bohemund II. als Verweser für sein süditalienisches Herschaftsgebiet den Papst eingesetzt, nach Romuald von Salerno einen Verwandten, den Grafen Alexander von Conversano. Wilhelm scheint nach allen Seiten hin Versprechungen gemacht zu haben.
 
 
 
 

1126
  oo Alice von Jerusalem, Tochter des Königs Balduin II.
       1108- nach 1136
 
     Herrin von Latakia ( = Laodicea) und Jabala ( = Gibel)
 
 
 
 

Kinder:

  Konstanze I.
  1126-   1163/67
 
 
 
 

Literatur:
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Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 481-482, 486-487,488 -