Ezzelino III. da Romano
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25.4.1194-27.9.1259
Onara       bei Mailand
 

Sohn des Podestas Ezzelino II. da Romano und der Adelheid Gräfin Mangoni, Tochter des toskanischen Grafen Pietro Mangoni
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Seite 196
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Ezzelino III. da Romano
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* 25. April 1194, + 1. Oktober 1259

Oberitalienischer Signore, bedeutender Führer der Ghibellinen, aus einer Adelsfamilie, die nach der Burg Romano an der Grenze der Komitate Vicanza und Treviso benannt wurde

Als 1223 sein Vater Ezzelino II. in ein Kloster eintrat, erhielt Ezzelino III. die Güter im Gebiet von Treviso, sein Bruder Alberico jene um Gebiet von Vicenza. Demnach waren Albericos Interessen auf  Treviso gerichtet, Ezzelino hingegen sah ein Ziel seiner politischen Ambitionen in Verona, das die wichtigste Paßstraße nach Deutschland kontrollierte und im langen Konflikt zwischen FRIEDRICH II. und der Zweiten Lombardischen Liga besondere Bedeutung gewann. Mit dem Einverständnis der veronesischen Partei der Montecchi und unterstützt von dem Ferraresen Salinguerra Torelli, gelang es Ezzelino III., gegen den Widerstand der von den ESTE unterstützten San Bonifacio, Verona (nicht zuletzt auch mit Hilfe des kaiserlichen Heeres) am 24. Januar 1236 fest in seinen Besitz zu bringen; kurz darauf bemächtigte er sich der Signorie von Vicenza (2. November 1236) und von Padua (25. Februar 1237) sowie von Belluno, Feltre und Trient (1241). Zwischen Ezzelino III. und FRIEDRICH II., der ihm seine natürliche Tochter Selvaggia zur Frau gegeben hatte (23. Mai 1238), hatte sich ein außergewöhnlich enges Verhältnis entwickelt, das von dem üblichen rechtlichen und administrativen Schema, das der Kaiser für Mittel- und Norditalien vorgesehen hatte, abwich, da es nicht von formalen Akten, Vollmachten oder Titeln sanktioniert wurde, sondern auf gegenseitigem Interesse beruhte. Ezzelino III. da Romano garantierte FRIEDRICH freie Verbindungswege durch die Täler der Etsch, des Brenta und des Piave und zu den Gebieten des Patriarchats von Aquileia; er kämpfte auch mehrfach an FRIEDRICHS Seite, zum Beispiel in der Schlacht von Cortenouva (12. April 1237) oder bei der Belagerung von Parma (1247-1248). FRIEDRICH erkannte Ezzelino weitgehende Autorität zu, die nicht nur die Kontrolle über die Städte, sondern auch über das umliegende Territorium beinhaltete. Bei seiner Regierung ließ Ezzelino III. in formaler Hinsicht die kommunalen Einrichtungen unangetastet und sicherte sich die Zustimmung eines guten Teils der wirtschaftlich aktiven und politisch nicht engagierten Bevölkerung, verfolgte jedoch seine Gegner mit Gefangensetzung, Foltern und Hinrichtungen, von deren Grausamkeite die Chronisten in detaillierter Weise berichten. Zwar respektierte er äußerlich die religiöse und politische Autorität der Kirche, blieb jedoch FRIEDRICH II. treu und wurde daher wie dieser als Häretiker und Protektor von Häretikern exkommuniziert (12. April 1248). Der Tod FRIEDRICHS II. schwächte Ezzelinos Position nicht: Gemeinsam mit Oberto Pelavicino und Buoso da Dovara führte er die italienischen Gibellinen an und wies die Einigungsvorschläge Innozenz' IV. zurück, so dass dieser gegen ihn zum Kreuzzug aufrief. Höhepunkte dieses Krieges waren die Eroberung von Padua durch das Kreuzheer (20. Juni 1256) und die Eroberung von Brescia und Oberto Pelavicino (1. September 1258). Da Ezzelino III. da Romano die Stadt jedoch allein für sich behalten wollte, wechselte Pelavicino das Lager und verbündete sich mit Azzo d'Este und den Städten Ferrara, Mantua und Pavia gegen Ezzelino. Im Zuge der Konsolidierung der militärischen Besetzung des Territoriums von Brescia versuchte Ezzelino sich mit Unterstützung der mailändischen Verbannten Mailands zu bemächtigen. Der Versuch scheiterte jedoch. Bei seinem Rückmarsch wurde Ezzelino III. in den Gefechten bei Cassano d'Adda (27. September 1259) und Blancanuga verwundet. Gefangengenommen, wurde er nach Soncino gebracht und von den Siegern ehrenvoll behandelt. Trotz der Pflege, die man ihm angedeihen ließ, starb er dort am 1. Oktober 1259. Mit seinem Tod zerfiel das von ihm errichtete politische Gebilde.
Wegen seiner Grausamkeit genoß er bei Chronisten, Dichtern und Novellisten düsteren Ruhm, wurde andererseits als Prototyp des "Signore" der Renaissance idealisiert (J. Burckhardt) und erst in jüngster Zeit im Lichte der historischen Realität gesehen.



Decker-Hauf Hansmartin:
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"Die Zeit der Staufer. Geschichte - Kunst - Kultur."

Ezzelino da Romano, Podesta von Verona
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1194-27.9.1259
Vicenza Sarcino

Sohn des Ezzelino il Monaco, Podesta von Treviso, von Vicenza, von Verona (um 1160-1233) und der Adelheid Gräfin Mangoni, Tochter des toskanischen Grafen Pietro Mangoni

    1221
  1. oo Cilia di Sanbonifazio
- 1237      -

   23.5.1238
  2. oo Selvaggia, Tochter des Kaisers FRIEDRICH II.
          um 1221/23-   1244

    1244
  3. oo Isotta Lancia, Schwester der Bianca Lancia
verstoßen   -

    1249
  4. oo Beatrice Maltraversi, Tochter des Grafen Buontraverso M.
                  -



Thiele, Andreas: Tafel 19
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

SELAGGIA (unehelich)
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    +

  oo 1238
       ENZIO DI ROMANO
                + 1259

Wichtige, brutale kaiserliche Hilfe in N-Italien, Markgraf von Verona-Treviso u.s.w.; hielt sich bis 1259. 



           Haupt der Ghibellinen

Herr von Bassano, Verona und Triest
1236 Statthalter FRIEDRICHS II. in Padua und Vicenza; 1237 von Treviso. Er schuf dort Signorien.
Durch seine Härte allgemein verhaßt, konnte ihm dank seiner Wachsamkeit und Macht selbst der Bannfluch (1252) nichts anhaben. Am 1.91258 schlug er ein gegen ihn aufgestelltes Kreuzheer bei Torricella vernichtend. Ezzelino, der rücksichtslos und erfolgreich gegen die päpstlichen Parteigänger vorging, fiel, als er Mailand belagerte, an der Adda seinen Feinden am 16.9.1259 verwundet in die Hände, lehnte jede Arznei und Nahrung ab und riß sich den Verband ab.
 
 
 
 

  23.5.1238
  1. oo Selvaggia, illegitime Tochter des Kaisers FRIEDRICH II.
          1223/25- vor 1244

  2. oo Beatrix von Boutraversio da Castronovo
                 -
 
 
 
 

Literatur:
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Decker-Hauf Hansmartin: Die Zeit der Staufer. Geschichte - Kunst - Kultur. Katalog der Ausstellung Stuttgart 1977 Band III Seite 368 - Goez, Werner: Lebensbilder aus dem Mittelalter. Die Zeit der Ottonen Salier und Staufer. Primus Verlag Darmstadt 1998, Seite 454-465 - Gregorovius Ferdinand: Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter. dtv-Bibliothek 1978 Band II Seite 374,401,410,411,413,433 - Horst, Eberhard: Friedrich der Staufer, Claassen Verlag Düsseldorf 1989. Seite 222,225,233,249,263, 305,309,311,320 - Kantorowicz, Ernst: Kaiser Friedrich der Zweite, Klett-Cotta Verlag Stuttgart 1991, Seite 284,355,360,361,365,394,398,422,431,448,546,559,579,581,584,587,599-603,614,622,624,627 - Masson Georgina: Friedrich II. von Hohenstaufen, Rowohlt Taschenbuch Verlag Reinbeck bei Hamburg 1991, Seite 258,262,277,278,280,290,295,297,298,350,360 - Stürner, Wolfgang: Friedrich II. Teil 1: Die Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland 1194-1220, Primus-Verlag Darmstadt 1997, Seite 147,241 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 19 - Wies, Ernst W.: Friedrich II. von Hohenstaufen. Messias oder Antichrist, Bechtle Esslingen 1998, Seite 196,199,206, 249,259,261,271,275,290 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 1. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 89,257 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 2. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 24,39,56,311,318,323,338,367,378,420, 428,461,463,465,470,472,477,479,483,501 -