Gertrud von Österreich                Herzogin von Österreich
-----------------------------              Markgräfin von Mähren und Baden
1226-24.4.1288                           Fürstin von Halitsch
         Klarissenkonvent Seuslitz
 

Einzige Tochter des Herzogs Heinrich der Gottlose von Österreich aus dem Hause der BABENBERGER und der Agnes von Thüringen, Tochter von Landgraf Hermann I.; Enkelin des Herzogs Leopold VI. der Glorreiche von Österreich
 

Schwennicke Detlev: Tafel 85
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

GERTRUD
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* 1228, + 24. IV 1288

HERZOGIN VON MÖDLING
1246 (Titular-) HERZOGIN VON ÖSTERREICH UND STEYR

  I oo (Dispens 4° 8. XII 1244) 1246 kurz nach 15. VI
         WLADISLAW Markgraf von Mähren
                    + 3. I 1247

  II oo Mitte 1248
          HERMANN IV. Markgraf von Baden
                    + 4. X 1250

  III oo 27. VII 1252
            ROMAN DANILOWITSCH Fürst von Slonim und Nowgrodek (RURIKIDEN)
                        + nach 1260

geschieden 1253



Thiele, Andreas: Tafel 116
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I"

GERTRUD, Präsumptiverbe
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* 1226, + 1299

Gertrud stritt sich mit ihrer TanteMargarete, der Witwe HEINRICHS (VII.), um das babenbergische Erbe. Sie konnte ihre und ihres Sohnes Erbansprüche nicht durchsetzen und floh letztlich 1271 vor Ottokar II. von Böhmen nach Meißen.

  1. oo 1246 WLADISLAW III. MARKGRAF VON MÄHREN
                              + 1247

  2. oo 1248 HERMANN VI. MARKGRAF VON BADEN
                              + 1250

  3. oo 1252-1253 ROMAN VON HALICZ, Herzog von Slomin
                                        + nach 1260



Franzl Johann: Seite 43,62,194
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"Rudolf I. Der erste Habsburger auf dem deutschen Thron."

Weil der BABENBERGER Friedrich II. kinderlos ist und seine Dynastie zu erlöschen droht, werden die STAUFER ihn beerben. Zu diesem Zweck wirbt der Kaiser um die Hand der BABENBERGERIN Gertrud, der Nichte des Herzogs. Der Gedanke ist gut: ein staufisches Königreich im Osten des Reiches, mächtig und unabhängig von den wankelmütigen und eigensüchtigen Reichsfürsten, ein kühn erdachter Plan, würdig seines geistvollen Urhebers. Er scheitert im letzten Moment, als die Urkunde von den kaiserlichen Kanzlisten schon konzipiert ist, die ihn besiegeln soll. Gertrud, die BABENBERGERIN, bringt ihn zu Fall. Der Kaiser gedenkt, die staufischen Ansprüche auf Österreich durch eine Heirat mit Gertrud zu untermauern. Die junge Dame aber weigert sich entschieden, den alternden Monarchen zum Manne zu nehmen. Der Kaiser sei im Kirchenbann, so Gertrud fromm und starrsinnig, sie wolle sich durch eine solche Ehe nicht versündigen. Der Kaiser und der Herzog mögen noch so mächtige Männer sein, den Trotz der eigenwilligen Jungfer können sie nicht brechen. Ohne Heirat aber erscheinen dem Kaiser die staufischen Ansprüche zuwenig abgesichert. Der Plan, aus Österreich ein Königreich zu machen, bleibt ein Stück Pergament.
Markgraf Hermann von Baden, der Gemahl der frommen BABENBERGERIN Gertrud, der als Favorit des Papstes galt, konnte die Erbansprüche seiner Gemahlin in Österreich nicht durchsetzen.

Stürner Wolfgang: Teil II Seite 529,532,566
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"Friedrich II. Der Kaiser 1220-1250."

Eine besonders wichtige Rolel spielte dabei seine Absicht, in vierter Ehe die BABENBERGERIN Gertrude zu heiraten, die Nichte Herzog Friedrichs von Österreich und dessen Erbin im Falle seines kinderlsoen Todes. Während die Kurie seit langem schon die früher vereinbarte und ihren Interessen weit besser entsprechende Vermählung Gertrudes mit Vladislav förderte, brachte Patriarch Berthold von Aquileia bei seinem Besuch am Hofe zu Foggia im März 1245 offensichtlich das kaiserlich-babenbergische Heiratsprojekt gur voran. Kaiser und Herzog vereinbarten ein persönliches Treffen und schließlich lud FRIEDRICH den BABENBERGER und ausdrücklich auch dessen Nichte, die er nun bereits als seine künftige Frau bezeichnete, zu einem für den Juni 1245 nach Verona einberufenen Fürstentag. Dort sollte allem Anschein nach nicht nur das Einvernehmen über die bevorstehende kaiserliche Eheschließung bekräftigt, sondern auch die Rangerhöhung der Herzogtümer Österreich und Steiermark zu einem Königreich gefeiert werden.
Wohl eben im Blick auf die BABENBERGERIN Gertrude fiel schließlich auch ein Wort über des STAUFERS Privatleben.
Zudem machten Margarete, die Schwester des BABENBERGERS und verwitwete Schwiegertochter des Kaisers, und ihre Nichte, die im Sommer 1245 als vierte Gemahlin des STAUFERS ausersehene Gertrude, Erbansprüche auf das Herzogtum Österreich geltend, beide unter äußerst fragwürdiger Berufung auf das Privileg von 1156. Papst Innozenz unterstützte zunächst bald die eine, bald die andere von ihnen, begünstigte dann aber deutlich Gertrude mit dem festen Willen, auf alle Fälle eine kaiserlichen Erfolg zu verhindern.

Kuthan, Jiri: Seite 10,12
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"Premysl Ottokar II. König, Bauherr und Mäzen. Höfische Kunst im 13. Jahrhundert."

Beide Ehen des Herzog Friedrichs des Streitbaren waren kinderlos geblieben. Deshalb kamen als mögliche Erben des letzten BABENBERGERS seine Nichte Gertrud wie auch seine Schwester Margarete, die Witwe des römischen Königs HEINRICH, in Betracht. FRIEDRICH II. war selbst am Erwerb der babenbergischen Länder interessiert und bekundete die Absicht, sich mit Gertrud zu vermählen. Die BABENBERGERIN lehnte jedoch diese Verbindung ab - vielleicht wegen der üblen Gerüchte, die über das Schicksal der Gemahlinnen des Kaisers im Umlauf waren. 1246 heiratete sie schließlich Vladislav, den älteren Sohn des böhmischen Königs Wenzel I., und damit wurden die PREMYSLIDEN ernste Anwärter auf das babenbergische Erbe. Schon bald nach dieser Hochzeit, am 15. Juni 1246, kam Friedrich der Streitbare in einer Schlacht gegen die Ungarn ums Leben, und damit erlosch die männliche Linie seines Geschlechts. Da aber auch Vladislav den letzten BABENBERGER nicht lange überlebte - er starb bereits zu Beginn des Jahres 1247 -, ging das Tauziehen um das babenbergische Erbe weiter. Außer Kaiser FRIEDRICH II. (+ 13.12.1250) und Gertruds zweitem Gatten, dem Markgrafen Hermann von Baden (+ 4.10.1250), waren daran auch die WITTELSBACHER - Herzog Otto II. von Bayern - und der ungarische König Bela IV. beteiligt. Einer von dessen Verwandten, Fürst Roman von Galizien, hatte die BABENBERGERIN geheiratet, nachdem sie zum zweitenmal verwitwet war.
 
 
 
 

  1. oo Wladislaw Herzog von Mähren
           um 1225-2./3.1.1247

    1248
  2. oo Hermann VI. Markgraf von Baden
           um 1222-4.10.1250

    1252
  3. oo Roman Herzog von Halitsch
   -1254         - nach 1260
 
 
 
 

Kinder:
2. Ehe

  Friedrich I. Markgraf von Baden
  1249-29.10.1268

  Agnes
  1250-2.1.1295

    1263
  1. oo Ulrich III. Herzog von Kärnten
           um 1220-27.10.1269

    1270
  2. oo Ulrich III. Graf von Heunburg
           um 1245- um 1308

3. Ehe

  Maria von Halitsch
  1253-

  oo Joachim von Guthkeled
            -
 
 
 
 

Literatur:
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Franzl Johann: Rudolf I. Der erste Habsburger auf dem deutschen Thron. Verlag Styria Graz Wien Köln 1986 Seite 43,62,194 - Hoensch, Jörg K.: Premysl Otakar II. von Böhmen. Der goldene König. Verlag Styria Graz Wien Köln 1989 Seite 23,25,29,33,38,42,44,46,51,118,138,146,156,162,167,217 -
Kuthan, Jiri: Premysl Ottokar II. König, Bauherr und Mäzen. Höfische Kunst im 13. Jahrhundert, Böhlau Verlag Weimar 1996 Seite 10,12 - Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 276,285,291,293-295,300, 303-307,375 A 79; 378 A 112; 411 A 2,4; 412 A 17,21; 414 A 43,45,50; 415 A 55 - Pohl Walter: Die Welt der Babenberger. Schleier, Kreuz und Schwert, hg. von Brigitta Vacha, Verlag Styria, Seite 232, 279,288,291 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998  Tafel 85 - Stürner Wolfgang: Friedrich II. Der Kaiser 1220-1250 Primus Verlag Darmstadt, 2000 Teil II Seite 529,532,566 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 116 -