Gottfried                                         1. Graf von Conversano
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    - nach 1085
 

Neffe von Herzog Robert Guicscard
Nach Bünemann Sohn einer Schwester von Herzog Robert Guiscard
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 207
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Conversano, Grafen
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Nach dem Zerfall der byzantinischen Herrschaft begegnen als erster normannischer Graf ab 1068 Gottfried, ein Neffe Herzog Robert Guiscard (Hauptorte sind Conversano, Brindisi und Nardo). Ihm folgen seine Söhne Robert und Alexander, der 1132 als einer der Beauftragten König Rogers II. den Frieden mit Bari bekräftigt, sowie Tankred, den Roger als einen der Führer des apulischen Aufstandes 1133 absetzte.



Bünemann, Richard: Seite 131,134,155,160,171-173,177,179,245,248
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"Robert Guiskard 1015-1085. Ein Normanne erobert Süditalien."

Die Rebellion in Apulien (Frühjahr 1082), so scheint es, griff dann erst recht um sich. Neben Hermann und Abälard trat Gottfried von Conversano, ein weiterer Neffe des Herzogs, an die Spitze des Aufstandes.
Die Stadt an der Via Appia zwischen Tarent und Brindisi wurde von seinem Schwestersohn Gottfried von Conversano, einem seiner Imtimfeinde, belagert. Als der Neffe vom Nahen des Onkels hörte, war er aufs äußerste beunruhigt, sagt Malaterra. Gottfrieds Leute gaben, "obgleich sie in der Mehrzahl waren, die Belagerung auf, und alles floh und machte sich davon."
Der Herzog ist auch von seinen Neffen Robert von Loritello und Gottfried von Conversano begleitet worden. Der Loritello hielt es immer mit dem Onkel. Gottfried, bisher Guiskards unversöhnlicher Widersacher, hatte Frieden mit dem Mächtigen gemacht.
Am Sterbelager des Guiskard soll sich ein repräsentativer Kreis von Normannen eingefunden haben. Genannt werden die beiden Neffen Robert von Loritello und Gottfried von Conversano, Roberts Schwiegersohn Wilhelm von Grandmesnil sowie Odo der "gute Markgraf", der wahrscheinlich ein Schwager Guiskards gewesen ist.
Der Chronist nennt außer Gocelinus Roberts Neffen Abälard und Gottfried von Conversano unter den Urhebern des Komplotts. Amatus erwähnt Gottfried und dessen Bruder Robert von Montescaglioso nicht. Bereits zwischen dem 1. September 1065 und dem 31. August 1066 waren die Rhomäer in Bari gelandet. Wie sich die Zusammenarbeit der Byzantiner mit ihren normannischen Verbündeten gestaltete, bleibt unklar. Nur Castellaneta, das Gottfried von Conversano eroberte, scheintr Maurikas übergeben worden zu sein.
Es ging vor allem um die Belagerung von Montepelosos (Irsina) ostwärts Acerenza (1068). Die Stadt war der Herrschaft Gottfrieds von Conversano unterworfen. Der Konflikt hatte eindeutig lehnsrechtliche Ursachen. Der Neffe weigerte sich nämlich, für Montepeloso und die zahlreichen übrigen Burgen und Städte, die ihm gehörten, dem Herzog das servitium zu leisten.
Als Gottfried abwesend war, übergab sein untreuer Vasall Robert Montepeloso. Gottfried von Conversano gab nach dem Verlust von Montepelosos auf. Er versprach, in Zukunft für alle seine Burgen und Städte "Dienst zu leisten (servitium exibere)", das heißt, sich dem ungeliebten Onkel als Lehnsmann zu unterwerfen. Gottfried galt als einer der mächtigsten Seigneurs in Apulien. Außer dem von der Küste abgesetzten Conversano hielt er Polignano, Monopoli und Brindisi an der Adria. Mit der Kapitulation Gottfrieds von Conversano brach die Verschwörung zusammen. Gottfried von Conversano scheint keine Besitzeinbußen erlitten zu haben. Für ihn und andere mächtige Verschwörer war das Ende des Aufstandes keine bedingungslos Kapitulation.
Als Jordan von Capua sich beim Tod seines Vaters mit Gregor VII. gegen Robert verbündete, machte eine starke Gruppe von Guiskards Großvasallen gemeinsame Sache mit dem Fürsten. Es waren die alten Gegner aus den Familien HAUTEVILLE und AMI, die sich aufs neue erhoben. An erster Stelle werden Graf Peter II. und Gottfried von Conversano genannt. Auch die Brüder der beiden Rädelsführer, Ami von Giovinazzo und Robert von Montescaglioso, sind wieder dabei gewesen. Der Aufruhr ist offenbar 1078 ausgebrochen.
Dann folgten des Herzogs "hochmütige" Nefefn, die Grafen Robert von Montrescaglioso und Gottfried von Conversano, denen der Onkel, "das Böse, das sie ihm angetan und seinen Zorn vergessend", Gnade nicht verweigerte. Sie alle mußten den Sieger bei der Belagerung Abälardas in Bari unterstützen.
Als leidenschaftliche Gegner sind zwei Brüderpaare führend gewesen: Abälard und Hermann, die Söhne Humfreds, sowie Gottfried von Concersano und Robert von Montescaglioso, die offenbar Söhne einer Schwester des Herzogs waren. Die zornigen Neffen wollten sich dem herrischen Willen des Onkels nicht beugen. Wann immer sich eine Gelegenheit bot, haben sie bis Anfang der 1080-er Jahre gegen ihn aufgemuckt. Robert von Montescaglioso war im Juli 1080 gestorben. Erst als dem Guiskard im Jahre 1083 die Unterdrückung des letzten Aufstandes gelang, fand Gottfried von Conversano sich mit Roberts Überlegenheit ab und folgte ihm auf dem zweiten Balkanfeldzug.
 
 
 
 

  oo N.N.
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Kinder:

  Robert
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  Alexander
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  Tankred
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  Sybille
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  oo 2. Robert II. Courtheuse Herzog der Normandie
           1054-   1134
 
 
 
 

Literatur:
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Bünemann, Richard: Robert Guiskard 1015-1085. Ein Normanne erobert Süditalien. Böhlau Verlag GmbH & Cie, Köln 1997 Seite 131,134,155,160,171-173,177,179,245,248 -