CONTI
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 196
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Conti
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Große römische Familie, deren Stammsitz sich im Gebiet von Segni (Latium) befand. Ihre Glanzzeit lag im 13. Jh. Die erste bedeutende Persönlichkeit der Familie, Trasimundo, war der Vater des Lotario (Lotharius), des späteren Papstes Innozenz III. Dieser trug in besonderem Maße zur Vermehrung des Einflusses und Reichtums der Familie bei, die sich in Rom unweit des Kolosseums niederließ (Rest der "Torre dei Conti" noch erhalten) und in der Stadt neben den anderen bereits seit geraumer Zeit mächtigen Familien eine bedeutende Stellung gewann. Innozenz III. belehnte seinen Neffen Riccardo mit Poli und Valmontone, ihm verdankt auch sein Neffe Ugolino (Hugolinus), der spätere Papst Gregor IX., seine hohe kirchliche Karriere, diesem wiederum Rinaldo (Rainaldus), der als Papst den Namen Alexander IV. annahm. Infolge dieser Reihe von Päpsten erhöhten sich Ansehen und Macht der ganzen Familie und es kam zu einem beträchtlichen Anwachsen der Besitztümer in Rom selbst wie in den umliegenden Gebieten. Nach dieser größten Blütezeit trat in der Machtentfaltung der Familie CONTI (die jedoch stets von großer Bedeutung blieb) ein gewisser Stillstand ein; dies gilt vor allem für das Ende des 13. Jh. als der Aufstieg neuer Familien und neuentstandene Interessenkonflikte die CONTI anscheinend zu einer vorsichtigeren Verwaltung ihres Vermögens und weniger risikoreichen Politik veranlaßten. In dieser Zeit teilte sich die Familie, ausgehend von den Söhnen Riccardos, Paolo und Giovanni, in zwei Linien, den Zweig von Valmontone (der im 14. Jh. auch Signorie und Vikariat von Segni erhielt) und denjenigen von Poli, die beide im Laufe der späteren Jahrhunderte sehr bedeutend waren, ohne jedoch den früheren Glanz zu erreichen.
Zu den wichtigsten Vertretern der Conti von Valmontone am Ende des 13. Jh. gehörte der Franziskanerbruder Andrea (Andreas de Comitibus), der 1302 im Kloster Piglio bei Agnani im Ruf der Heiligkeit starb und im 18. Jh. seliggesprochen wurde. Im 15. Jh. ragten Jacopo und Andrea, die zu den besten Condottiere ihrer Zeit zählten, sowie der Tradition nach der Dichter Giusto Conti (+ 1499), dessen Canzoniere "La bella mano" in der Nachfolge Petrarcas steht, aus den Mitglieder der Familie Conti von Valmontone hervor. Dieser Familienzweig erlosch im Mannesstamm im 16. Jh. Aus der anderen Linie, die den Herzogstitel von Poli erhalten hatte, gingen in der Person von Michelangelo Conti, der den Namen Innozenz XIII. annahm (1721-1724), noch ein Papst sowie andere Persönlichkeiten der Kurie, unter ihnen zwei Kardinäle, hervor. Dieser Zweig der Familie starb am Anfang des 19. Jh. aus.

Literatur:
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F. Gregorius, Gesch. der Stadt Rom im MA, hg. W. Kempf, 1978 passim.