Friedrich II.                                              Herzog von Ober-Lothringen (1207-1213)
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um 1162-10.10.1213
 

Ältester Sohn des Herzogs Friedrich I. von Ober-Lothringen und der Ludmilla von Großpolen-Gnesen, Tochter von Herzog Mieszko III.; Großneffe Kaiser FRIEDRICHS I. BARBAROSSA
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 952
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Friedrich III. (Ferri II.),  Herzog von Ober-Lothringen 1206-1213
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     + 8. Oktober 1213

Sohn von Friedrich, Herzog von Bitsch und Ludmila von Polen

Friedrich III. trat in das politische Leben ein durch seine um 1189 erfolgte Heirat mit Agnes von Bar, Tochter Thiebauts (Teobalds), des künftigen Grafen von Bar und Luxemburg. Friedrich wurde von seinem kinderlosen Onkel, Herzog Simon II. von Ober-Lothringen, als Erbe eingesetzt. Friedrichs Schwiegervater, der einen Krieg zwischen der Grafschaft Bar und dem Herzogtum Ober-Lothringen siegreich bestanden hatte, nötigte Friedrich III., sich seinen politischen Zielen zu unterwerfen: 1202 wurde ein Vertrag geschlossen, der - bei Antritt der lothringischen Erbes - eine Abtretung der Grafschaft Vaudemont und der Herrschaft Sorcy (dep. Meuse, arr. Commercy) an den Grafen von Bar und Luxemburg vorsah, was nach dem Tode Simons II. (1206) auch durchgeführt wurde. Herzog Friedrich III. widersetzte sich auf längere Sicht jedoch den Forderungen seines Schwiegervaters, insbesondere indem er seinen Sohn und Erben Thiebaut mit der alleinigen Erbtochter des reichen Grafen von Dagsburg verheiratete und in der Folgezeit außerdem Kaiser FRIEDRICH II. unterstützte, dem er eine umfangreiche Summe lieh. Friedrich III. hinterließ 6 Kinder, darunter die Herzöge Thibaut I. (1213-1220) und Matthäus II. (1220-1251), Jakob, Bischof von Metz (1239-1260), Laurette, Gräfin von Saarbrücken.
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Andreas Thiele:
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"Erzählende genealogische Stammtafeln"

Friedrich ging nach der Ermordung PHILIPPS von Schwaben zum WELFEN OTTO IV. über und zog mit ihm 1209-1211 nach Italien. Er bekam etliche Reichspfandschaften, unter anderem Roßheim, das ihm König FRIEDRICH II. 1212 wieder entzog, da er weiter zu OTTO IV. hielt.
 
Walter Mohr: Band III Seite 44-48
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"Geschichte des Herzogtums Lothringen"

Mit dem neuen Herzog Friedrich II. tritt Ober-Lothringen in die großen Auseinandersetzungen territorialer Art ein, die die Fürsten des lothringischen Raumes das ganz 13. Jahrhundert hindurch in Bewegung halten werden. Gleich die 1. Urkunde, die uns von ihm aus dem September 1206 überliefert ist, zeigt diesen neuen Beginn. Es ist eine Heiratsabmachung zwischen seinem Sohn Theobald und der etwa ein Jahr alten Gertrude, Tochter des Grafen Albert von Dachsburg, ein Vertrag, der für die politische Entwicklung noch von Bedeutung werden sollte. In den deutschen Thronstreitigkeiten stand Friedrich II. auf seiten PHILIPPS von Schwaben, im Juni 1207 finden wir ihn an dessen Hof in Straßburg. Zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich stand er bereits in Verhandlungen mit dem Grafen Theobald von Bar, seinem Schwiegervater. Er wollte sich aus dessen Bevormundung befreien und ging im Jahre 1207 ein Bündnis mit Bischof Bertram von Metz ein. Vermutlich war auch das Eheprojekt zwischen Friedrichs Sohn und der Tochter des Grafen von Dachsburg dem Plan entsprungen, einen mächtigen Verbündeten gegen Bar zu gewinnen. Graf Theobald kam indes der Entwicklung zuvor und fiel in das Bistum Metz ein. Von dort aus griff er auch auf die lothringischen Gebiete über. Er eroberte die Stadt Vic, die er teilweise zerstörte, und schleifte die Burg Preny.
Der Besuch Herzog Friedrichs an den königlichen Hof in Straßburg stand wahrscheinlich mit diesen Ereignissen im Zusammenhang und sollte wohl die Unterstützung des Königs sichern. PHILIPP von Schwaben kam denn auch zu Ende des Jahres 1207 nach Metz und hielt dort Anfang 1208 einen Hoftag ab. Über die Besprechungen dieses Tages sind wir nicht unterrichtet, es besteht jedoch die Möglichkeit, dass der König mit seiner Reise nach Metz noch einen breiter angelegten Zweck verfolgte, nämlich auch eine Übereinkunft mit dem französischen König über diese Streitsache mit dem Grafen von Bar zu treffen. Zu Absprachen in dieser Richtung ist es jedoch nicht gekommen, und die Beratungen mit dem Bischof von Metz und dem Herzog von Ober-Lothringen auf dem Metzer Hoftage brachten auch keine Beilegung des Konfliktes. Friedrich versuchte darauf, mit militärischen Aktionen seinem Schwiegervater beizukommen, er zog gegen die Abtei Gorze aus, die unter dessen Schutz stand. Dieser konnte indes durch einen Gegenaktion den Herzog überraschen, den er bei einem Gefecht am 3. Februar 1208 mit seinen beiden Brüdern Dietrich und Philipp gefangennahm.
Der Streit indes weitete sich jetzt zu einem französisch-deutschen Konflikt aus. Der französische Königs stellte sich ganz auf die Seite des Grafen von Bar und übernahm es, dem deutschen König die Bedingungen für die Freilassung der lothringischen Gefangenen zu übermitteln. Darauf wollte sich PHILIPP von Schwaben nicht einlassen und war zum Kriege gegen den Grafen von Bar entschlossen. Die Entwicklung ging indes andere Wege, denn am 5. Juni 1208 wurde PHILIPP ermordet [Persönlicher Einwurf:Richtiges Todesdatum 21. Juni 1208]. Dadurch verschlechterte sich natürlich auch die Stellung Herzog Friedrichs in bedeutendem Maße, denn der Graf von Bar erhielt nach wie vor die Unterstützung des französischen Monarchen, der darauf aus war, nach dem Tode PHILIPPS von Schwaben gegen das aufsteigende welfische Königtum OTTOS IV. ein Gegengewicht zu schaffen.
Der Hauptpunkt dieser politischen Verknüpfung zeigte sich, als Herzog Friedrich am 2. November 1208 zum Frieden gezwungen war. Graf Theobald von Bar legte seinem Schwiegersohn die Verpflichtung auf, denjenigen als deutschen König anzuerkennen, den er selbst als solchen annehmen werde. Damit sollte die französische Politik in Lothringen gesichert werden. In den Ansprüchen des Herzogs gab der Graf insofern etwas nach, als nach seinem Tode Friedrich die Plätze Stenay, Longwy und Amance als Heiratsgut erhalten sollte, doch wurde dieses Zugeständnis wesentlich eingeschränkt durch eine weitere Bestimmung, dass in der Zwischenzeit kein Friedensbruch von seiten des Herzogs oder seiner Leute sich ereignen würde. Im Gesamten ergab sich aus diesem Vertrag ein harter politischer Druck von seiten Bars auf Ober-Lothringen. Wie sich der Herzog gegenüber den ihm auferlegten politischen Bindungen verhalten hat, läßt sich nicht mehr einwandfrei erkennen.
Wenig Sicherheit besteht, dass Friedrich sich Ende Mai 1209 in Würzburg in der Umgebung OTTOS IV. befand, als dessen Romfahrt beschlossen wurde. Zwar wird er in der Chronik Arnolds von Lübeck genannt, doch ist diese Anwesenheitsliste nicht durchaus zuverlässig. In dieser Zeit stand der Herzog in Verwicklungen in seinem eigenen Lande mit der Abtei Remiremont. Zwar war seine Schwester dort Äbtissin, doch scheint dieser Umstand die Spannungen nicht gemildert zu haben. Friedrich hatte in der Nachbarschaft der Abtei eine Burg errichtet, während die Stadt Remiremont sich durch Anlage von Befestigungen gesichert hatte. Im Juli 1210 entschloß sich der Herzog jedoch zu einem Friedensvertrag. Er garantierte der Abtei ihre Rechte und erkannte an, dass niemand auf ihrem Gebiet Burgen anlegen dürfe. Dazu beließ er der Stadt Remiremont ihre Befestigungen und erkannte ebenfalls ihre Freiheiten an.
Im Jahre 1212 wurde er auch in die Auseinandersetzungen in Nieder-Lothringen um das Dachsburger Erbe einbezogen. Zu Beginn des Jahres starb Graf Albert von Dachsburg, er hinterließ als Erbin nur seine Tochter Gertrude, die ja mit Friedrichs Sohn Theobald verlobt war.
Herzog Friedrichs Stellung in den großen politischen Ereignissen seiner Zeit läßt sich erst zum Jahre 1212 wieder erfassen. Vermutlich müssen wir bei den Nachrichten über eine Verknüpfung zur Exkommunikation OTTOS IV. durch den Papst im November 1210 sehen. Der französische König nahm sich damals der Sache des jungen STAUFERS FRIEDRICH II. an nahm Verhandlungen mit den deutschen Fürsten auf, um sie von der welfischen Seite abzuziehen. Man darf wohl annehmen, dass diese französischen Bemühungen sich auch auf den oberlothringischen Herzog erstreckten. Im Herbst 1212 hat er für den STAUFER die Burg Hagenau im Elsaß erobert. Als dieser Anfang Oktober 1212 dort erschien, wurde der Übergang des Herzogs auf die staufische Seite vertraglich abgeschlossen, indem ihm für eine festgesetzte Geldsumme unter anderem die Stadt Rosheim im Elsaß verpfändet wurde. Wahrscheinlich ist er weiterhin in der Umgebung des STAUFERS geblieben, jedenfalls finden wir ihn auch in Vaucouleurs, wo im November 1212 ein Treffen mit dem französischen Thronfolger stattfand und ein Bündnis geschlossen wurde. Des weiteren nahm der Herzog auch an der Königswahl im Dezember 1212 in Frankfurt teil, anschließend ist er noch am Hofe in Speyer festzustellen.
Indes konnte seine Politik nicht mehr zur Entwicklung kommen, etwa ein Jahr später ist er am 9. Oktober 1213 gestorben.
 
 
 
 

  um 1188
  oo Agnes von Bar, Tochter des Grafen Theobald I.
               -21.6.1226

 

 

6 Kinder:

  Theobald I.
  um 1190-17.2.1220

  Rainald Graf von Bitsch und Stenay
        -   1274

  Matthäus II.
  um 1193-24.6.1251

  Alix-Bertha Gräfin von Ormes
        -   1242 (nach 7.3.1250)
 
  1. oo Werner I. Graf von Kiburg
                   - 11./12.1226
 
    1226
  2. oo Walter Graf von Vignory
                  -   1261

  Laurette
        - nach 1247
 
  1226
   oo Simon III. Graf von Saarbrücken
              - um 1245
 
  Jakob Bischof von Metz (1239-1260)
        -24.10.1260
 
 
 
 

Literatur:
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Hlawitschka, Eduard: Studien zur Äbtissinnenreihe von Remiremont (7.-13. Jh.), Saarbrücken 1963, Seite 87,103,123 – Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 1. Buch Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873, Seite 419,440,441,514,531 - Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 2. Buch Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873, Seite 119,123,161, 327,330,333,383,384 -