Willa von Tuszien                          Markgräfin von Canossa
-----------------------
    -
 

Tochter des Markgrafen Hubert von Tuszien aus dem Hause der HUGONIDEN
 

Golinelli Paolo:
************
"Mathilde und der Gang nach Canossa"

"Tedalds Gemahlin war Guillia, die Herzogin genannt, durch ihre Frömmigkeit gefiel sie den Armen und Mächtigen."
Über die Herkunft von Tedalds Gemahlin Guillia (oder Willa) war man sich in der Forschung nicht einig. Am interessantesten ist die Hypothese, die Willa als Schwester Markgraf Hugos von Tuszien identifiziert. Diese Annahme wurde kürzlich von Margherita Giuliana Bertolini wieder aufgenommen und durch drei Indizien gestützt:
1. die verführerische Namensgleichheit (Willa hieß auch die Mutter des Markgrafen Hugo, und der gleiche Name erscheint noch zweimal bei ihren Verwandten; der Vater und ein Enkel besagter Willa hießen überdies Bonifaz, ein Name, der in der Dynastie der CANOSSA bislang nicht vertreten war und der dann einem Sohn von Tedald und Guillia gegeben wurde)
2. die Burg Zola Predosa in der Gegend von Bologna, die zum Teil dem Bruder von Hugos Mutter Willa gehört hatte, ist zur Zeit des Markgrafen Bonifaz als Besitz der CANOSSA beleg;
3. den Bischofssitz von Arezzo hatte von etwa 960 bis 986 ein Bruder jener Willa inne, Everard, später jedoch ein Sohn Guillias und Tedalds von Canossa, der ebenfalls Tedald hieß.

Bresslau Harry: Band I Seite 433-437
*************
"Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II.

Das Todesjahr Thedalds steht nicht fest. Noch 1011 war er am Leben; sein Sohn Bonifaz urkundet am 25. Juli des Jahres als Bonifacius marchio filius domini Theudaldi itemque marchio; im März 1017 dagegen war er verstorben, wie sich aus anderen Urkunden des Sohnes ergibt. Der Todestag war nach Donizo v. 591 der 8. Mai. Über seine Gemahlin sagt Donizo v. 452:
                               "Uxor Tedaldi fit Guillia dicta ducatrix,
eine durch den der Willa gegebenen Titel bemerkenswerte Angabe. Welchem Hause sie angehörte, wissen wir nicht; 1007 war sie bereits tot, da Thedald pro anima mea et quondam Willae conjugis suae in der Dotationsurkunde für Polirone disponiert; ihr Todestag war nach Donizo v. 596 der 30. August. Aus der Ehe zwischen Thedaldund Willa entsprossen drei Söhne Thedald, Bischof von Arezzo, der um 1020 durch die Gunst HEINRICHS II. dies wichtige Bistum erhielt, Bonifaz und Konrad.

Brunhofer, Ursula: Seite 372
***************
"Arduin von Ivrea. Untersuchungen zum letzten italienischen Königtum des Mittelalters."

Die Möglichkeit der Verbindung einer Nachkommin des Königs Hugo mit der Familie der Grafen von Piacenza soll aber dennoch näher erläutert werden, da sich anhand dieser auch Lösungsvorschläge in anderen Problemen der Genealogie ergeben könnten [150 1017/21 /FDT, Nr. 7ff./MP, Nr. 307) ist bezeugt, daß die Söhne Tedalds von Canossa und die Söhne des Grafen Hugo von Piacenza über Teile der gleichen Erbschaft verfügten. Es handelte sich um jene res Bertaldi, an welchen auch der ALEDRAMIDE Anselm II. gemeinsam mit seiner otbertinischen Frau Adela einen Anteil hatte. M.G. Bertolini (Note di genealogia e di storia canossana, in: Ceti dirigenti in Toscana nell'eta precomunale, Pisa 1981, Seite 135ff.) konnte die Gattin Tedalds überzeugend als Tochter des Markgrafen Hubert von Tuszien identifizieren. Die mit einem GANDULFINGER vermählte mutmaßliche Enkelin des Königs Hugo hatte einen Sohn Hugo, bei dessen Identität mit dem Vater der Erben von 1021 sich folgende Möglichkeit böte:

        König Hugo

      -----------------------
    Hubert                  Rotlinda

     --                            --
   Willa oo Tedald     Berta oo Gandulfinger

  ---------------                      --
 Bonifaz   Konrad            Hugo
 

                                     ---------------
                                Lanfrank    Adalbert


 oo Tedald Markgraf von Canossa
              -8.5.1015
 
 
 
 

Kinder:

  Bonifaz I.
  um 985-6.5.1052 ermordet

  Konrad
         -15.7.1030 gefallen
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Bresslau Harry: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II. Verlag von Duncker&Humblot Leipzig 1879 Band I Seite 431-436 - Brunhofer, Ursula: Arduin von Ivrea. Untersuchungen zum letzten italienischen Königtum des Mittelalters. Arethousa Verlag Augsburg 1999 Seite 372 - Golinello, Paolo: Mathilde und der Gang nach Canossa, Artemis und Winkler Düsseldorf 1998 -