Konrad                                            Markgraf von Canossa
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um 990-15.7.1030
             1021 (Golinelli)

Jüngerer Sohn des Markgrafen Theodald von Canossa und der Willa von Bologna, Tochter von Markgraf Teubaldus
 

Thiele, Andreas: Tafel 396
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

KONRAD
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    + 1030 gefallen

Konrad war Mitregent seines Bruders Bonifaz und ist gefallen.



Golinelli Paolo: Seite 57-59
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"Mathilde und der Gang nach Canossa "

Konrad, den Donizo einen "Kriegsmann, stark wie ein Löwe" nennt, der aber in jungen Jahren starb.
Donizo zufolge versprachen die Vasallen, um Eintracht und Frieden zwischen den Brüdern zu stören, Konrad eine ihrer Töchter als Braut, um ihn für sich zu gewinnen. Im ersten Augenblick sei er in jugendlichem Leichtsinn darauf eingegangen, habe aber dann das Komplott durchschaut und zu seiner früheren Loyalität gegenüber dem Bruder zurückgefunden. Es kam sogar zu einem bewaffneten Zusammenstoß zwischen den Brüdern in Coviolo, etwa 3 km südwestlich von Reggio Emilia. Diesen Kampf datiert eine andere Quelle, die Abtliste von Nonantola auf das Jahr 1021. Es war ein "magnum bellum", ein großer Krieg, sagt Donizo, eine Feldschlacht, in der nicht nur die beiden Brüder ihre Kräfte maßen, sondern auch Bonifaz' Fähigkeit, mit der ihm übertragenen Herrschaft umzugehen, auf die Probe gestellt wurde. Aus der Schlacht von Coviolo gingBonifaz als Sieger hervor. Sein Bruder starb hingegen einige Zeit danach an den Spätfolgen einer schweren Verwundung:

"... die Stadt Reggio gab Konrad ärztliche Hilfe.
Hier weilte der edle Krieger, bis er beinahe gesund war,
stand wieder auf, gab sich dem Spiel und übermäßigen Essen hin.
deshalb riß die Wunde durch einen heftigen Stoß wieder auf...
...in dieser Stadt ließ dieser schöne Jüngling sein Leben."

Goez Elke: Seite 13,14
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"Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts"

Bonifaz wurde vermutlich zu Beginn des Jahre 985 in Mantua geboren. Von seinen beiden Brüdern verstarb Konrad im frühen Mannesalter.
Zunächst aber bedeutete die Verbindung der CANOSSA mit den Bergamasker GISELBERTINERN, die sich zum Zeitpunkt der Eheschließung Richildes auf dem Zenit ihrer Macht befanden, eine wesentliche Stärkung der prokaiserlichen Kräfte Italiens, die deren Gegner aufs äußerste beunruhigte und schließlich zu offenen Feindseligkeiten führte, in die anfänglich auch, bestochen durch ein vorteilhaftes Eheangebot, Bonifaz' jüngerer Bruder Konrad involviert war, der sich allerdings rasch wieder der canusinischen Partei anschloß.

Hlawitschka, Eduard: Seite 153
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"Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962)"

Nach einer von Falce, Documenti inediti Seite 258, nr. 2 veröffentlichten Urkunde verprachen die Brüder Markgraf Bonifaz und Konrad am 26. März 1017 dem Abt Rudolf von Nonantola, daß sie sich an verschiedenen genannten Besitzungen des Klosters nicht vergreifen würden. Wie aus einer anderen Urkunde vom gleichen Tage ersichtlich ist (Tiraboschi, Nonantola II Seite 146, nr. 112), hatte Markgraf Bonifaz diese genannten Besitzungen zum größten Teil vom Markgrafen Anselm (ALEDRAMIDE, vgl. H. Bresslau, Konrad II., Band I Seite 390ff., 396, 419) erworben, zum geringeren Teil von seinem Vater Teudald geerbt. Über einen Zwischenträger gingen diese Güter an jenem Tage in das spezielle Besitzrecht der Frau des Bonifaz, Richilda, über, die diese dann an das Kloster Nonantola - mit Vorbehaltsrechten? Urkunde fehlt als einzige aus einem Komplex! - übertragen zu haben scheint.
 
 
 
 

Literatur:
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Bresslau Harry: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II. Verlag von Duncker&Humblot Leipzig 1879 Band I Seite 431-436 - Brunhofer, Ursula: Arduin von Ivrea. Untersuchungen zum letzten italienischen Königtum des Mittelalters. Arethousa Verlag Augsburg 1999 Seite 226,372 - Fumagalli Vito: Mathilde von Canossa. Verlag Klaus Wagenbach Berlin 1998 - Goez Elke: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995, Seite 13,14 - Golinello, Paolo: Mathilde und der Gang nach Canossa, Artemis und Winkler Düsseldorf 1998 Seite 57-59 - Hlawitschka, Eduard: Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962), in Forschungen zur Oberrheinischen Landesgeschichte Band VIII Eberhard Albert Verlag Freiburg im Breisgau 1960 Seite 153 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 396 -