Einzige Tochter des Grafen Meginhards V. von Formbach († 27.2.1066/1073 ) aus
dem Hause der ADALBERONEN und
der Mathilde von Reinhausen,
Tochter von Graf Elli
II. († nach 1055) und der N.N.
Schwester von Graf
Ulrich
V. von Windberg-Radelnberg
(† 1097), Graf Hermann
I. von Winzenburg († 1122), Graf Konrad I. von Formbach († 1084)
Nichte von Graf Heinrich I. von Formbach († 1030), Graf Thiemo II. von Formbach († 28.8.1040), Domprobst Hermann II. Domprobst zu Bamberg (†
1064), Graf Friedrich von Formbach († 1059/65), Domherrn Dietrich I. zu Bamberg († 15.7.), Graf Ulrich II. von Formbach († um 1055), Mönch Pilgrim Mönch in St. Emmeram,
Graf Konrad von Reinhausen (⚔ 28.8.1086), Graf Heinrich I. von Reinhausen († vor
1079), Graf Hermann III. von Reinhausen († 1122), Bischof Udo von Hildesheim († 19.10.1114), Gräfin Richenza von Immenshausen, Beatrix von Reinhausen
Cousine von Gräfin Hedwig von Supplinburg († 1090), Erzbischof Thiemo III. von Salzburg († 28.9.1102), Graf Bruno von Formbach († 4.2.1064/6.2.1067),
Graf Ekbert I. von Formbach (†
1109), Markgräfin
Ita von Österreich († nach 1101)
Enkelin von Graf Thiemo I. von
Formbach (†-7.3. um 1050)
und der N.N.
Klebel Ernst:
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"Alemannischer Hochadel im Investiturstreit, in
Grundfragen
der Alemannischen Geschichte"
Sophia hieß auch die Witwe des Gegen-Königs HERMANN VON SALM, die vermutlich in Ober-Österreich gelegenes Gut an Göttweig gab (etwa eine Tochter der Euphemia, Gattin Ottos von Olmütz, da ihr Sohn Otto hieß).
Hlawitschka Eduard: Seite
30,34,47-48
*****************
"Die 'Verwandtenehe' des Gegenkönigs
Hermann von
Salm und seiner Frau Sophie. Ein Beitrag zu den Familienbeziehungen der
rheinischen Ezzonen/Hezeliniden und des Grafenhauses von
Formbach/Vormbach."
Die Göttweiger Traditionsnotiz,
die uns Sophie
als Witwe König
HERMANNS nachweist,
enthält keine direkten Angaben über ihre Eltern und ihre
weitere
Verwandtschaft. Nur aus Argumenten läßt sich auf ihre
Abstammung
schließen. Solche sind
a)
ihr Auftreten in Nieder-Österreich in
einer Gründung Bischof Altmanns
von Passau, die dieser
zwischen 1070
und 1083 ins Leben rief und für die die Grafen von Formbach/Vornbach
die Vögte stellten
b)
ihr auffälliger und im 11. Jahrhundert
noch seltener Name
c)
die bereits einleitend erwähnte
Beschuldigung
gegen HERMANN VON SALM, mit seiner
Frau in einer kanonisch nicht gestatteten Nahehe zu leben.
Wittes Hinweis auf die FORMBACHER/VORNBACHER hat
1955 Emil Kimpen aufgegriffen und gemeint: "Rein zeitlich könnte
sie
[= Sophie] als eine Tochter des 1066
getöteten Grafen Meginhard
und Schwester seiner
beiden Söhne
Ulrich und Hermann von Windberg angesetzt
werden. Da aber Meginhards
Vater Thietmar II. von
Formbach durch einen anderen Sohn namens Heinrich
eine Tochter [gemeint wohl: Enkelin Tuta,
die Gründerin des südlich von Formbach gelegenen Kloster
Suben,
hatte und diese als regina bezeichnte wird, kann keinem
Zweifel
unterliegen, daß sie die Gattin König
HERMANNS und ihr Name Tuta
nur ein Kosename für Sophie war".]
Deshalb müssen andere Möglichkeiten
geprüft
werden. Auszugehen ist dabei von einer engeren Verbindung Sophies
zum Kloster Göttweig und - da sie in diesem Bereich eine Schenkung
aus Eigenbesitz vornehmen konnte - davon, daß sie auch aus dem
ostbayerisch-österreichischen
Raum stammte. Dieses Kloster wurde seit seiner Gründung durch
Bischof
Altmann von Passau
besonders von Mitgliedern der an der Gründung mitbeteiligten
Familie der Grafen von Formbach/Vornbach
gefördert, bevogtet
und reich beschenkt. So erfolgte die Klosterweihe durch Bischof Altmann
am 8. September 1083 in Anwesenheit des zur Formbacher/Vornbacher
Grafen-Familie
gehörenden Vogtes Graf Udalrich
de Ratilenberge (und
Windebrg) sowie
seines Bruders Graf Hermann
(von Radlberg und Winzenburg);
und Schenkungen
aus dieser Familie an Göttweig sind reich belegt. So liegt eine
Einreihung
Sophies
in
dieses Gründer-Geschlecht nahe, wie schon Heinrich Witte und auch
Emil
Kimpen erkannten.
Einen bislang nicht berücksichtigten
Hinweis in
dieser Richtung bietet meines Erachtens Sophies
Traditionsnotiz selbst, indem ja ihre Schenkung tam pro sue anime
quam pro remedio animarum parentum utrorumque erfolgte. Die
Betonung
der parentum utrorumque -
statt wie gewöhnlich parentum
suarem - setzt eigentlich bereits erfolgte eines Elternteils
unbewußt
voraus. Billigt man diesen Ansatz, so bleibt letztlich nur, diesen
einen
Elternteil
in der Schenkungsgutsbezeichnung predium
quoddam Meginoldi dictum
zu erkennen. Sophie schenkt somit ein
Besitztum ihres Vaters Megingold.
So zeigt sich uns, daß der Gegen-König
HERMANN VON SALM mit seiner Frau in einer Verwandtenehe im
kanonischen
Gradverhältnis 3:4 (weniger wahrscheinlich 3:5) gelebt haben
dürfte.
Bei der Rigorosität, mit der kirchliche Reformkreise seit der Zeit
Kaiser
HEINRICHS II. nicht nur gegen solche Nahehen (wie etwa gegen
die 3:4-Ehe Graf Ottos
und Irmingards von Hammerstein
ab
1018), sondern
auch noch gegen Verwandten-Verbindungen im Gradverhältnis 4:4 (so
etwa
gegen Herzog Konrad I. von
Kärnten 1003
auf der Synode von Diedenhofen)
oder 4:5 (so gegen die Ehe KONRADS
II.
und Gisela)
oder auch 5:6 (so gegen
die Heirat HEINRICHS III. mit Agnes
von Poitou) vorgingen, entsprechende Briefe und Gutachten
verfaßten,
auch regelrechte Kampfschriften gegen die Eheverbindungen KONRADS
II. und
HEINRICHS III. lancierten,
war dieser Verwandtschaftsgrad in echten Reformeraugen nicht mehr
hinnehmbar.
Anderen indessen - und zwar dem Großteil der in Quedlinburg 1085
versammelten Bischöfe - brannte offenbar die kritische
Situation,
ind er sich die Kirchenreformwer und gleichzeitigen Gegner Kaiser
HEINRICHS IV.
befanden, stärker auf den Nägeln. Die
Not drängte zu einer Verschiebung der Untersuchung.
Heinzelmann, Josef:
*****************
"Der Name Sophia als genealogisches Indiz und
Problem"
veröffentlicht im Archiv für
Familiengeschichtsforschung,
4 (2000), S. 96–110
I. Sophia, die Frau des Gegenkönigs Hermann von Salm
Den damals noch seltenen Namen der
(hinterlassenen)
Frau
erfahren wir aus einer undatierten, kopial überlieferten Urkunde
des
Stiftes Göttweig: Sophia.
Ihre Ehe mit dem Gegen-König bestand 1085, als auf der Synode in
Quedlinburg
Bischof Otto von Ostia als
päpstlicher Legat ihre Legitimität
anzweifelte (ex consanguinitate
sociatum) und ein Scheidungsurteil forderte,
das die Synode vertagte. Die Unklarheit - und nicht nur für uns
Genealogen,
denen weder Namen noch Abstammungslinien genannt werden - entspringt
wohl
nicht der Unkenntnis der Versammelten über die Ahnen der Eheleute,
sondern der Unsicherheit, ob die in Rom gepredigten strengeren Grenzen
des Inzests nun wirklich anzuwenden seien oder nicht. Insofern
könnte
der Legat sogar eine Ehe 7:7 (!) angeprangert haben.
Eduard Hlawitschka hat die bisherigen, allgemein
nicht
akzeptierten Hypothesen als unhaltbar erwiesen und die Umstände
der
Verwandtschaft und die Namensgebung für Sophia
überzeugend dargestellt. Er musste bei HERMANN
VON SALM (nie wird er in zeitgenössischen Quellen so
bezeichnet,
er war aber unzweifelhaft Graf von Salm) die Mutter genealogisch
einreihen
und bei Sophia, die man schon oft als
mit den FORMBACHERN
verwandt ansah, ihre Eltern zunächst hypothetisch
zugrundelegen, um dann eine Ahnentafel zu erstellen, die eine für
den Legaten kanonisch fragwürdige und für Genealogen
sinnvolle
Consanguinität ergibt. Ich darf seine Argumentationskette kurz
resümieren.
Hermanns Mutter eine Hezelinidin
HERMANNS Erbansprüche an die Burg Cochem, sein und seines Bruders Konrad Name, eine erschöpfende Auswertung der bisherigen Literatur und letztlich die Blutsverwandtschaft zwischen HERMANN und Sophia bringen Hlawitschka nach Diskussion mehrerer Alternativen dazu, als HERMANNS Mutter (und Frau des Grafen Giselbert) eine Tochter des Pfalzgrafen Hezelin (Hermann) und seiner Frau, einer mutmaßlichen Schwester von Kaiser KONRAD II., auf alle Fälle einer SALIERIN, anzusetzen. Dies ist nicht nur unwiderlegbar, sondern auch in hohem Grade wahrscheinlich.
Sophia Tochter Meginhards von Formbach und der Ezzo-Nachfahrin Mathilde von Reinhausen
Sophia erscheint
in
Göttweig als relicta des schon 1088 September 28
gestorbenen
Gegen-Königs, aber wann? Als Zeuge erscheint dabei Otto filius eiusdem
regine. Das würde bedeuten, dass er zumindest
zeugnismündig,
also 12 Jahre alt war. Sehr viel weiter hilft das nicht, da wir weder
das
Datum der Heirat HERMANNS und Sophias
kennen, noch ihr Alter. Das Schenkungsgut, ein predium qoddam Meginoldi
dictum
irrlichtert mit genealogischer Bedeutung. Wäre der Name des
früheren
Besitzers aus „Meginardi“
verschrieben, ist eine Leitnamen-Linie zu Meinhard
von Formbach zu ziehen. In gleiche Richtung weist die Schenkung
an
das von den FORMBACHERN bevogtete
Göttweig. Dies führt
Hlawitschka (ich verkürze seine Darstellung auch älterer
Ansätze)
dazu, Sophie als Tochter des Grafen
Meginhard V von Formbach
und seiner Frau Mathilde von
Reinhausen
einzureihen.
Für Mathilde
sind sechs Geschwister belegt:
Konrad, Heinrich, Hermann, Udo (Bischof von Hildesheim), Richenza und Beatrix.
(Letztere hatte eine Tochter Sophia.)
Vater war ein Graf Elle
(auch Alvericus,
also Alberich, Aubry?) „von Reinhausen“ (bei
Göttingen). Die Namenvererbung
(Hermann, Richenza, Mathilde, Sophia) weist darauf hin, dass
die Mutter
(also Elles Frau) eine EZZONIN war, wofür
Hlawitschka dann weitere
Indizien bringt. Entweder handelt es sich um eine weitere, bisher
unbekannte
Tochter des Ezzo-Sohnes Liudolf, oder direkt eine der
Töchter Ezzos,
die zwar als Äbtissinnen belegt sind, aber vorher verheiratet
gewesen
sein könnten. Die chronikalische Überlieferung des EZZONEN-Klosters
Brauweiler ist derart unsicher, einseitig klerikal und schütter,
dass
Hlawitschka (und die Forschung allgemein) sie zurecht für nicht
umfassend
hält, dass also ein Nicht-Vorkommen darin nicht als Gegenbeweis
angeführt
werden kann. Je nach Weg ergibt sich eine Verwandtschaft 3:4 oder 3:5
für
HERMANN
und Sophia:
Hermann I., Pfalzgraf, oo Heilwig
----------------------------------------------------------
|Hermann/Hezelin
Erinfrid/Ezzo
oo
Salierin
oo Mathilde
entweder –––––––––––– oder
---
---
---
N.N.
Mathilde
Liudolf
oo Giselbert v.
Luxemburg
oo Elle
---
---
---
Hermann „von Salm“
Mathilde
Mathilde
oo Meginhard
V.
oo Elle
---
---
Sophia
Mathilde
oo Meginhard V.
----
Sophia
Hermanns und Sophias Nachkommen
Kommen wir zu den von Hlawitschka nur
am Rande
berührten
Nachkommen des Gegen-Königs und der Existenz Sophias
nach dessen Tode. Halten wir uns vorerst an die beiden belegten
Söhne
des Gegen-Königspaars: Hermann
„von Salm“ und Otto „von
Rheineck“. Beider erste zeitlich fixierte Erwähnung ist
1104 Oktober
3: Herimannus
Salmucensis comes et frater eius Otto.
Hermann
von Salm
(war 1104 mindestens 16 Jahre
alt) fungiert später als Vogt
von Senones und stirbt 1135. Da er
Agnes
von Bar-Mömpelgard heiratet, eine Enkelin der Sophia von Mousson,
kann seine Mutter Sophia nicht
eine Tochter oder Enkelin oder
Groß-Nichte
dieser frühen Namensträgerin gewesen sein kann. Die
gemeinsame
Abstammung des Ehepaars von Pfalzgraf
Ezzo ist 5:5,
eventuell 4:5,
vorausgesetzt
natürlich, unsere Filiationen sind richtig.
Agnes --- Dietrich --- Sophie von Mousson --- N.N. (Sophia?) --- N.N.
oo Ezzo
Hermann --- Sophia --- Mathilde
von
Reinhausen
--- N.N. --- Liudolf
Sophias Geschwister
Der Vater, Meginhard
V. soll 1066 mit seinem
Bruder
Pilgrim, von dem wir
sonst nichts wissen, getötet worden
sein.
Jugmann-Stadler erklärt eine Urkunde von „ca. 1073“, in der
anlässlich
der bevorstehenden Heirat Udalrichs
von der noch nicht ganz
durchgeführten
Erbteilung mit seinem Bruder Hermann
gehandelt wird, als „wohl zu
früh
datiert“. Sei dem, wie dem wolle, bisher kannte man nur drei
Söhne
Meginhards
V.
Udalrich
von
Formbach: Er hatte neben anderen
ungenannten
Kindern einen Sohn Konrad
und eine Tochter Liutgard.
Konrad:
Er starb jung. Sein Name muss von Mutterseite
herrühren.
Hermann
von
Windberg/Winzenberg. Auch sein Name kommt
wohl von Mutterseite. Von ihm wird hier noch die Rede sein, ebenso von
der jetzt von Hlawitschka eruierten Tochter:
Sophia, verheiratet
spätestens 1085, möglicherweise schon ca. 1080 mit Hermann,
dem als Grafen (von Salm)
belegten Mitglied des Luxemburger
Hauses,
der 1081 bis zu seinem Tode 1088 deutscher Gegen-König war. Sie
überlebte
ihn.
II. Die Spanheimer Ahnfrau Sophia „aus Bayern“
Die meines Wissens zeitlich
nächste Sophia,
für die die Forschung bisher keine Namensherleitung anbieten kann,
ist Sophia, die Stamm-Mutter
der
rheinischen SPANHEIMER.
Mötsch meinte wegen einer Fülle
von
Indizien, die zu den FORMBACHERN
führen, dass als ihre
Eltern
Meginhard
V. und seine Frau Mathilde
infragekommen. Dabei kannte er
noch
nicht den Beleg für ihre bayerische Herkunft, die Uita
domnæ
Juttæ inclusæ, eine bisher verschüttete
Quelle,
die Franz Staab entdeckt, vorbildlich herausgegeben und übersetzt
hat. Jutta ist danach ca.
1092 geboren und verlor mit drei Jahren den
Vater,
den Edlen Stephan von Spanheim, der eine
Sophia,
omni
prudentia decoratam de clarissima Bauariorum ortam
prosapia
zur Frau hatte. Es gab cetera pignora, von denen nur der
spätere Graf Meginhard bekannt ist; die
mindestens drei
Kinder
sind wohl in den 1090-er Jahren geboren.
Jetzt hat Hlawitschka plausibel gemacht, dass
eine
Tochter
des Ehepaars Meginhard V.
- Mathilde den Namen Sophia
geerbt haben kann, aber gleichzeitig auch, dass die so benannte Tochter
die Frau HERMANN VON SALM war. „Da
indessen … Meginhard den
Namen Sophie
nicht
an zwei Kinder gegeben haben dürfte, scheidet [Mötschs] Sicht
der Zusammenhänge aus.“ Eine andere Sophia mit einem Geburtsdatum
1060–1075 kann es bei den
FORMBACHERN nicht geben.
Der Widerspruch ist meiner Meinung nach keiner. Sophia,
Witwe des Gegen-Königs HERMANN
VON SALM,
kann in einer zweiten Ehe Frau des Stephan von Spanheim
geworden
sein… Die erste Ehe schied der Tod 1088, die zweite Heirat ist auf
spätestens
1092 zu datieren. Sophia war dann
etwa
ab 1096 (schon wieder) Witwe. Die Schenkung an Göttweig
(1088–1106)
könnte also direkt nach dem Tod HERMANNS
geschehen sein, den sie dann allerdings wegen der
Zeugnismündigkeit
des (wahrscheinlich nicht ältesten) mitschenkenden Sohnes Otto
schon
etwa 1076 geheiratet hätte, oder nach 1096, was eleganter passt.
Die
Bezeichnung ihrer Herkunft de Bavaria in der Vita beatae
Juttae inclusae
trifft wörtlich auf sie zu, wenn sie eine FORMBACHERIN
ist. Dass der Autor der Vita sie nicht als Königin-(Witwe)
bezeichnete, könnte man so erklären, dass er die Erinnerung
an
den unglücklichen Gegen-König nicht gerade auf dem Tablett
präsentieren
wollte. Der Name Meginhard
ihres Sohnes lässt sich bestenfalls bei
gezwungenen Konstruktionen von den Kärntner
SPANHEIMERN
herleiten.
Auch Meginhard war mit
seiner Frau, der Erb-Tochter Adalberts
von
Mörsberg,
über Ezzo verwandt,
aber weit außerhalb der Inzestgrade
(5:6).
Charakteristisch ist dabei, dass sie eine Nichte seines ältesten
Halb-Bruders
Hermann
Graf von Salm war.:
Um die Ahnfrau
der
rheinischen SPANHEIMER
mit
der Witwe des Gegen-Königs
gleichzusetzen, brauchen wir bessere
Anhaltspunkte
als eine vielleicht doch zufällige Namens- und Alterskoinzidenz.
Dass
auch die SPANHEIMER im
Investiturstreit (und wohl nicht nur
wegen
diesem) auf der Seite der Königsgegner standen, ist nicht mehr als
ein zusätzliches Indiz. Was Mötsch weiter erwähnt, hilft
auch nur begrenzt weiter. Die vielfältigen Beziehungen zwischen
Hermanns
von Winzenburg Familie und seinen Nachkommen zu den Kärntner
SPANHEIMERN
und ihrer Magdeburger Linie beweisen
wenig für eine zu den
rheinischen
SPAMHEIMERN, ich
übergehe sie. Jungmann-Stadlers
prosopographische
Übersicht zu ihm bietet immerhin neben seinen vielen Aufenthalten
im rheinischen Gebiet ein zusätzliches „Verdachtsmoment“:
Hermann
von
Winzenburg bestätigt 1111 September
4 in zwei Urkunden HEINRICHS V.
die
Freiheiten des Klosters Allerheiligen bei Schaffhausen. Das könnte
damit zu tun haben, dass sein mutmaßlicher junger Neffe Meinhard
von Spanheim damals schon verheiratet war mit der Tochter Adalberts von
Mörsberg, des Schaffhausener
Vogts als Erbe der NELLENBURGER.
Als weiteres Indiz gilt, dass der jüngere Otto von
Rheineck 1144 die Grafen
Otto und Ulrich von Are, deren Mutter
man als
SPANHEIMERIN
ansieht, als seine consanguinei bezeichnet.
Der Wortlaut der
Zeugenreihe
mit dieser Angabe weckt jedoch Zweifel:
Godefridus
comes de Spaneheim,
comes Otto de Rinecka
eiusque consanguinei Otto
et Othelricus de Ara.
Hätte
es bei einer Verwandtschaft über Sophia
und Stephan nicht
mindestens heißen müssen „eorumque
consanguinei“, da sie dann mit Gottfried näher verwandt
gewesen
wäre
als mit Otto? Auch wenn
man annimmt, dass die Mutter der beiden ARE
eine
Tochter Sophias aus erster Ehe mit
HERMANN
war, wären sie mit Gottfried,
dem Enkel aus der zweiten Ehe
blutsverwandt,
wenn auch deutlich entfernter. Dies ist neben dem fehlenden „Regina“
in der Jutta-Vita ein zweites Gegenargument für die spanheimische
Witwen-Heirat Sophias, freilich
letztlich
genauso wenig zwingend wie die allerdings gewichtigeren Indizien, die
dafür
sprechen.
1. oo HERMANN VON SALM
Deutscher
Gegenkönig
um 1040 †
28.9.1088
2.oo Stephan Graf von Spanheim
† 1118
Kinder:
1.Ehe
Otto von Rheineck Pfalzgraf bei
Rhein
† 1150
Hermann II. Graf von Salm
† 1135
2. Ehe
Meginhard Graf von Spanheim
† 1136/45
Jutta Gründerin des
Frauenklosters
Disibodenberg
1090 † 1136
Hugo Erzbischof von Köln
(1137)
†
1137
Literatur:
------------
Die Salier und das Reich, hg. Stefan
Weinfurter,
Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 494 - Hlawitschka
Eduard:
Die 'Verwandtenehe' des Gegenkönigs Hermann von Salm und seiner
Frau
Sophie. Ein Beitrag zu den Familienbeziehungen der rheinischen
Ezzonen/Hezeliniden
und des Grafenhauses von Formbach/Vormbach. Festschrift für
Andreas
Kraus zum 80. Geburtstag. In: Schriftenreihe zur bayerischen
Landesgeschichte,
Band 140, Verlag C.H. Beck München 2002 - Hlawitschka,
Eduard: Konradiner-Genealogie,
unstatthafte
Verwandtenehen und spätottonisch-frühsalische
Thronbesetzungspraxis.
Ein Rückblick auf 25 Jahre Forschungsdisput. Hahnsche Buchhandlung
Hannover 2003 Seite 173 - Klebel,
Ernst:
Alemannischer
Hochadel im Investiturstreit, in Grundfragen der Alemannischen
Geschichte,
Vorträge und Forschungen Band 1, Thorbecke Verlag 1952 Seite
209-243
- www.wikipedia.de -