Karl II.                                                 Herzog von Maine (1471-1482)
----------                                               Graf von Provence
1436-11.12.1481
 

Einziger Sohn des Herzogs Karl I. von Anjou-Maine aus seiner 1. Ehe mit der Cobella Ruffo, Tochter von Graf Carlo di Montalto
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 992
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Karl II. (V.), Graf von Maine aus dem Hause ANJOU 1480-1481
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* 1436, + 12. Dezember 1436

  oo 21. Januar 1473 Johanna von Lothringen (+ Ende Januar 1471), Tochter von Ferri (Friedrich) II., Graf von Vaudemont

Karl II. war der Sohn Karls I. (1414-1472), der am Hofe Karls VII. eine wichtige Rolle spielte, und der Isabella von St-Pol [Richtigstellung: Isabella (* um 1425) heiratete Karl I. erst am 9.1.1443 und kommt als Mutter Karls II. auch aufgrund ihres Alters nicht in Frage.]. Er wuchs am Hofe seines Onkels, König Renes, auf. Nach dem Tode des Vaters erbte er dessen Besitzungen und zog am 18. April 1475 in Le Mans ein. Die Grafschaft Anjou ging jedoch an König Ludwig XI. verloren, der ihren Einzug als erledigte Apanage durchsetzte. Nach dem Tode König Renes (1480) erbte Karl II. die Grafschaft Provence, die ihm als Ausgangspunkt für eine Rückeroberung von Neapel-Sizilien, das alte Ziel des Hauses ANJOU, dienen sollte. Von Rene II., dem übergangenen Urenkel von König Rene, bedrängt, und unter dem Druck König Ludwigs XI., der selbst lebhaftes Interesse am Besitz der Provence hatte, geraten, setzte der kinderlose Graf auf dem Sterbebett den König von Frankreich zum Erben der Provence ein, die bald bis nach Karls II. Tod annektiert wurde.


Karl II. folgte 1472 als Herzog von Maine und Graf von Guise, 1480 als Titular-König von Neapel und Herzog von Anjou, Seigneur de Mezieres und Aumale. Ihn beerbte der königliche Cousin.

Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller Bernd: Seite 457
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"Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498."

Noch während der Auseinandersetzungen um das burgundische Erbe fielen weitere wichtige Provinzen an die Krone. Durch den Tod des Königs Rene 1480 und den denjenigen Karls, Grafen von Maine, im folgenden Jahr erbte der König die Herzogtümer Anjou und Bar, die Grafschaft Maine und die formell zum Heiligen Römischen Reich gehörende, aber praktisch autonome Grafschaft Provence.

Kendall Paul Murray: Seite 425
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"Ludwig XI. König von Frankreich 1423-1483"

Als der alte König Rene im Juli 1480 starb, fielen die Herzogtümer von Anjou und Bar durch entsprechende Vereinbarungen an Ludwig XI., wohingegen Rene seine unabhängige Grafschaft Provence seinem Neffen Karl, dem Grafen von Maine, vermachte. Aber der kinderlose Maine hatte seinen letzten Willen bereits zugunsten des Königs festgelegt. Bei seinem Tode im Jahr darauf fielen die Grafschaften Provence und Maine an die Krone.
 
 
 
 

21.1.1473
  oo Johanna von Lothringen-Vaudemont, Tochter des Grafen Friedrich VI.
  x  1458-25.8.1480
 
 
 
 

Literatur:
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Ehlers Joachim: Geschichte Frankreichs im Mittelalter. W. Kohlhammer GmbH 1987 Seite 369 - Ehlers Joachim/Müller Heribert/ Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 457 - Favier, Jean: Frankreich im Zeitalter der Landesherrschaft 1000-1515. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1989 Seite 453 - Kendall Paul Murray: Ludwig XI. König von Frankreich 1423-1483 Verlag Callway München 1979 Seite 425 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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