Sohn des Herzogs
Drogo von der Champagne und der Anstrud
Hlawitschka Eduard: Seite 80
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"Die Vorfahren Karls des Großen"
Arnulf
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Arnulfus dux, filius
Drogone quondam ducis,
nennt sich dieser Mann selbst in einer Schenkungsurkundes für das
Kloster Echternach; C. Wampach, Echternach 1, 2, Nr. 25, Seite 62.
Zum Jahre 723 wird überliefert:
Duo filii Draogoni
ligati, Arnoldus (=Arnulf)
et unus mortuus; Ann. Mosell., Nazariani, Petaviani ad
723, MG. SS. 16, Seite 494, MG. SS. 1, Seite 25 und Seite 7. Die Ann. Lauresham
(ebd., Seite 24), aus deren Wortlaut man noch auf einen Sohn Drogos
namens Drogo glaubte schließen
zu dürfen (so Th. Breysig, Jahrbücher [wie in Nr. 18], Seite
2 und Seite 46), sind an dieser Stelle verderbt; BM² 23-25a. - Französische
Gelehrte des 17. und 18. Jahrhunderts haben versucht, mit Hilfe spätmittelalterlicher
Vitenbearbeitungen und Chroniken auf der Basis gefälschter Metzer
Urkunden die Abstammung der Grafen von Chaumontois (10. Jahrhundert) von
diesem Herzog Arnulf zu erweisen; vgl.
etwa Pere Benoit [Picart], L'origine de la tres illustre maison de Lorraine,
Toul 1704, Seite 23ff. und A. Calmet, Histoire de Lorraine 1, Nancy 1728,
Seite 881.
Die kritische Forschung kann hier nicht folgen, auch
wenn neuerdings im Zusammenhang mit anderen abwegigen Spekulationen darauf
zurückgegriffen worden ist; C. Larose, Etude sur les origines du Pape
St- leon (Sanctus Leo, comes Dagsburgensis, Metz 1954), Seite 41ff.
Dahn Felix: Seite 512
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"Die Franken"
Drogo hatte mehrere Söhne von Adaltrud hinterlassen: der älteste; Arnulf [Über eine Schenkung dieses Arnulf an Echternach 719/20 (ein Weingut in monte Chlothariense) siehe Böhmer-Mühlbacher, p. 9; über seine Schenkung des Hofes Bigy an Kloster Sankt Arnulf mit Bruder Hugo, Pertz p. 214, siehe unten.], war bei dem Tode Pippins immerhin schon 20 Jahre alt: also waffenreif und nach fränkischem Recht volljährig.
Schieffer Rudolf: Seite 36,38
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"Die Karolinger"
Plektrud ließ
ihren Stiefsohn
Karl in Gewahrsam nehmen
und leitete unter Berufung auf Pippins
letzten Willen eine Herrschaftsordnung in die Wege, nach der ihr Enkel
Theudoald
als Hausmeier König Dagoberts III. vorwiegend
in Neustrien und sein Vetter Arnulf,
einer der Söhne Drogos, mit dem
Titel eines dux in Asutrien fungieren sollten, ihr selbst aber von Köln
aus, wo sie sich niederließ, dir höchste Autorität verblieb.
Erst recht zu den Verlierern zählte der dux
Arnulf, Drogos Sohn, der
714/15 im Bunde mit Plektruds anderen
Enkel Theudoald Karl Martell
zur Seite zu schieben versucht hatte und 723 zusammen mit
einem ungenannten Bruder in der Haft des Stiefonkels umkam.
Werner Matthias: Seite 250-253,263-265
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"Adelsfamilien im Umkreis der frühen Karolinger"
Bei der Frage nach der Identität von Adelas Verwandter
Plektrud mit der Gattin Pippins
II. galt als ein derartiges Argument von erheblicher Beweiskraft
lange Zeit die Beobachtung, daß Pippins
II. Enkel Arnulf
und
Pippin der Jüngere in Bitburg
bzw. in Besslingen begütert gewesen seien.
720/21 übertrug Pippins
II. und Plektruds Enkel
Arnulf
an
das Kloster Echternach petituram I vinee cum vinitore Warinhero et domo
et terra sua in monte Clotariense. Die Erbgüter Adelas in Klotten
seien an ihre Tochter Gerelind, diejenigen Plektruds
an ihren Enkel Arnulf gefallen.
Zu den Söhnen seines Halbbruders Drogo,
den Enkeln Pippins II. und Plektruds,
hatte Karl ein zwiespältiges Verhältnis:
Während er den 713/15 zum Kleriker geweihten Hugo
durch Übertragung einer Reihe von Bistümern und wichtiger Abteien
in den nordwestlichen Reichsteilen nach 718 zum Garanten seiner Herrschaft
in Neustrien machte, ließ er den dux Arnulf
und einen weiteren, namentlich nicht bekannten Sohn Drogos
723 in Haft nehmen und wohl auch beseitigen [Vgl. ebd. Seite 34 und Hlawitschka;
Studien Seite 51f. Über die Ereignisse berichten in knappen Worten
die sog. kleinen frühkarolingischen Annalen, vgl. etwa Annales Nazariani
a. 723 SS 1 Seite 25. Neuausgabe bei W. Lendi, Untersuchungen zur frühalemannischen
Annalistik. Die Murbacher Ananlen (= Scrinium Friburgense 1, 1971) Seite
149: duo filio Drogonis ligati. arnoldus
et unus mortuus; ähnlich die Annales Alamannici a. 723, ebd. Seite
148, und die Annales Mosellani a. 723 SS 16 Seite 494. Neben Hugo
und Arnulf sind mit einiger Wahrscheinlichkeit
auch ein Gottfried
und ein Pippin
als Söhne Drogos zu erschließen,
von denen wohl einer der 723 erwähnte war, die aber beide gleichfalls
nicht mehr in der Überleiferung auftauchen, vgl. Hlawitschka, Vorfahren
Seite 80 Anm. 29 und Dens., Studien Seite 52.
Auch das weitere Schicksal Arnulfs
ist nicht bekannt. Es ist zu vermuten, daß er, wenn er nicht ebenfalls
in der Haft verstarb, so zuletzt Hlawitschka Seite 51, sein Leben hinter
Klostermauern verbrachte, zumindest aber keinen politischen Einfluß
mehr erlangte. Arnulf ist 716/17 als
dux
und
als Schenker an Echternach bezeugt, Wampach 1,2 Nr. 25 und 29 Seite 62,70.
Karl Martell beließ ihn also
nach seinem Herrschaftsantritt 717/18 zunächst in seiner Stellung
als dux - wobei es möglicherweise zu einer zeitweiligen Annäherung
kam, vgl. Semmler Seite 20, der hierfür allerdings von einer unzutreffenden
Datierung der Urkunden Wampach 1,2 Nr. 27 und 29 ausgeht -, entmachtet
ihn aber zu einem Zeitpunkt, als seine eigenen Söhne offensichtlich
das Mündigkeitsalter erlangt hatten, vgl. Semmler Seite 331 mit Anm.
243.
Nicht aufrechtzuerhalten ist die von Breysig (wie Anm.
322) Seite 45f und neuerdings wieder von Eckhardt, Studia Seite 128ff vertretene
Annhame, daß der von Pippin II. 714
zum Hausmeier bestellte Sohn seines jüngeren Sohnes
Grimoald,
Theudoald,
nach 717/18 in nähere Verbindung zu Karl
Martell getreten sei. Sie beruht auf einer verfehlten Deutung
der Zeugnisliste von D Arnulf 11 Seite 99 = Gysseling/Koch Nr. 173 Seite
305f.
Theudoald starb offensichtlich
bald nach seiner am 26.9.715 bei Compiegne erlittenen Niederlage gegen
die Neustrier vgl. Semmler Seite 6 mit Anm. 40 und Hlawitschka Seite 54f.
Schließt man aus dem unten zitierten Passus der Urkunde
Pippins
II. und Plektruds von 714
auf noch weitere Söhne Grimoalds,
sind deren Namen und Schicksal unbekannnt; vgl. dazu Hlawitschka, Vorfahren
Seite 78 Anm. 394.
Eine andere Deutung schlägt Jarnut Seite 350f. vor.
Ausgehend von der Annahme, Adelas Schwester Regentrud habe aus erster Ehe
Pilitrud, die Tante von Karl Martells
GemahlinSwanahild, zur Tochter gehabt
und sei in zweiter Ehe mit dem Bayern-Herzog Theodebert verheiratet gewesen,
nimmt er an, daß auch "Swanahild
zur Sippe Irminas von Oeren gehörte". Da Karl
Martell Swanahildnach seinem Sieg über
Plektrud und ihre Enkel heiratet, hält es Jarnut, gestützt
darauf, "daß sowohl Karl Martell
als auch sein Sohn,
König Pippin,
Nachkommen Hugberts und Irminas heirateten" (Seite 31), für durchaus
wahrscheinlich, daß
Karl durch
seine Heirat mit Swanhild "die Unterstützung
jener Familie erreichen wollte, deren überragende Bedeutung für
die fränkische Geschichte eben diese Heiraten unterstützten.
Erscheint es an sich bereits als historisch wenig wahrscheinlich, daß
Karl,nachdem
er die nicht in den geistlichen Stand eingetretenen Enkel
Plektruds
beseitigt bzw. entmachtet hatte, diesen Schritt mit der Heirat einer Enkelin
von Plektruds nach Bayern verheirateter
Schwester Regentrud gleichsam wieder wettmachen wollen, so beruht die von
Jarnut vorgeschlagene Deutung, wie der Gang der vorherigen Untersuchung
zeigt, vor allem auf zahlreichen nicht näher begründeten, sich
gegenseitig wiederum bedingenden Hypothesen. Daß
Swanhild
eine Verwandte Karl Martells über
Plektrud Sippe war, läßt
sich, geht man von den sicheren personengeschichtlichen Zeugnissen zu Plektrud
und Swanhild aus, weder im einzelnen
absichern noch auch nur annähernd wahrscheinlich machen, siehe oben
Seite 226ff mit Anm. 230 und 234.].
Literatur:
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Dahn Felix: Die Franken. Emil Vollmer Verlag 1899
- Mühlbacher Engelbert: Deutsche Geschichte unter den Karolingern.
Phaidon Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion - Riche Pierre:
Die Karolinger. Eine Familie formt Europa. Deutscher Taschenbuch Verlag
GmbH & Co. KG, München 1991, Seite 51 - Schieffer Rudolf:
Die Karolinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1992, Seite
36,38 - Werner Matthias: Adelsfamilien im Umkreis der frühen
Karolinger. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1982, Seite 100,102, 131,135,250-253,263-265,278
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