Begraben: Abtei Flines (dep. Nord, arr. Valenciennes,
cant. St-Amand-les-Eaux-Rive-droite)
2. Sohn des Grafen
Wilhelm II. von Dampierre und der Gräfin
Margarete I. von Flandern, Tochter von Graf
Balduin IX.
Lexikon des Mittelalters: Band IV Seite 1767
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Gui III., Graf von Flandern 1278-1305 aus dem Hause
DAMPIERRE
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* 1226/27, + 7. März 1305
Compiegne
Begraben: Abtei Flines (dep. Nord, arr. Valenciennes, cant. St-Amand-les-Eaux-Rive-droite)
2. Sohn von Wilhelm II. von Dampierre und der Margarete von Konstantinopel
Gui führte nach dem Tode seines erbberechtigten Bruders Wilhelm III. (1252) den Grafentitel.
1. oo Mathildis von Dendermonde (1246-1263)
-
2. oo Isabella von Luxemburg (seit 1264), wodurch er die Grafschaft Namur erwarb.
Gemeinsam mit seiner als Gräfin regierender Mutter
führte Gui den Kampf gegen seine
Halbbrüder aus dem konkurrienden Haus AVESNES und ihrem Bundesgenossen
Graf
WILHELM II. VON HOLLAND. Nach der Niederlage von Westkapelle
auf Walcheren (4. Juli 1253) gefangengenommen, kam Gui
erst
1256 durch Vermittlung
König Ludwigs IX.
von Frankreich, gegen hohes Lösegeld wieder frei. Der Tod
Johanns (Jans) von Avesnes (1257) verschaffte dem wegen seiner Schulden
von den flämischen Städten sowie privaten Bankiers abhängig
gewordenen Gui eine Atempause, bis
der Handelskrieg mit England (1270-1275) die Verwundbarkeit der Grafschaft
wegen des Wollbedarfs erneut offenbarte. Durch den Thronverzicht seiner
Mutter (29. Dezember 1278) zur Herrschaft gelangt, kam Gui
durch
seine Versuche, die gräfliche Stellung zu stärken, in Konflikt
mit den flämischen Städten und seinem Lehnsherrn
König
Philipp IV. Nachdem Gui
diesen
den Lehnseid aufgekündigt und ein Bündnis mit
Eduard
I. von England geschlossen hatte (1297), besetzte Philipp
die
Grafschaft Flandern (1297-1302) und ließ Gui,
dessen
Sohn und Nachfolger Robert
von Bethune sowie eine Reihe treu gebliebener flämischer Adliger
in französische Gefangenschaft führen, in der Gui
verstarb,
ohne sein durch den Sieg von Kortrijk (1302) befreites Fürstentum
wiederzusehen.
Guido war seit 1251 Erbe und Mitregent seiner streitbaren Mutter, die 1278 verzichtete und Guido wurde damit Graf von Flandern. Seit 1263 war er schon Markgraf von Namur. Er geriet 1253 in holländische Gefangenschaft und musste auf Flanderns Hoheits- und Besitzansprüche in Seeland verzichten, um freizukommen. Während des Interregnums anerkannte er ALFONS X. VON KASTILIEN als deutschen König und weilte etliche Zeit in Kastilien. Er zog 1270 mit König Ludwig IX. von Frankreich nach Tunis, wo dieser starb. Guido war jahrelang einer der angesehensten und einflussreichsten Fürsten, da er recht gebildet und reich war und über hervorragende verwandtschaftliche Beziehungen verfügte. 1288-1293 war er Pfandbesitzer von Geldern und stritt viel mit Holland und dem Neffen AVESNES in Hennegau, das er für sich forderte. Er stützte sich auf Frankreich und besetzte Reichsflandern; die ehemals enge Bindung der Grafenstädte brach unter Guido mehr und mehr auseinander, die wirtschaftlich erstarkten und von Frankreich geförderten Städte lehnten selbstbewusst die gräflichen Machtbefugnisse ab. Er wandte sich schroff von Frankreich ab und ging 1294 offen zu England über. 1297 besetzte Frankreich das Land, Guido war seitdem in französischer Haft. Flanderns Städte erhoben sich gegen den französischen Absolutismus und schlugen 1302 bei Kortrijk ein französisches Ritterheer vernichtend, eines der bedeutendsten Ereignisse der niederländischen Geschichte. Guido hatte durch die Zugeständnisse bedeutender Privilegien kurz vor seiner Haft den städtischen Widerstandswillen sehr gestärkt.
Ehlers Joachim: Seite 198-199,204,206
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"Die Kapetinger"
Jeder Konflikt der beiden Könige mußte Auswirkungen
auf Flandern haben, dessen Städte die politische und lehnsrechtliche
Abhängigkeit vom französischen König zwar akzeptierten,
aber nur unter der Voraussetzung, daß ihre wirtschaftlichen Beziehungen
zu England nicht darunter litten. Daraus hatte sich ein latenter Gegensatz
der städtischen Oligarchien zum Grafenhaus ergeben, denn die Familie
DAMPIERRE hatte sich zwischen 1246 und 1256 nur mit Hilfe des Königs
von Frankreich in Flandern durchsetzen können. Als die wirtschaftlich
aufstrebenden, aber vom regierenden Patriziat ausgeschlossenen bürgerlichen
Kräfte seit 1280 mit Hilfe der städtischen Unterschichten in
mehreren Aufständen politische Teilhabe an den Stadtregierungen erzwingen
wollten, nutzte Graf Guy von Dampierre die Gelegenheit, seine eigene
Stellung im Innern zu stärken und sich danmit von der französischen
Krone zu emanzipieren. Er stellte sich auf die Seite der Aufständischen
und veranlaßte damit das Patriziat, sich um Hilfe an Philipp
den Schönen zu wenden. 1292 reiste der Graf von Flandern
nach England und erhielt von Eduard I.
ein Bündnisangebot.
Diese Lage veranlaßte Eduard
I. zu einem Offensivbündnis mit dem Garfen von Flandern,
das am 7. Januar 1297 beurkundet wurde. Schon am 20. Januar ließ
Guy
von Dampierre dem französischen Hof durch zwei Abgesandte mitteilen
daß er sein Lehnsverhältnis zum König von Frankreich als
aufgelöst betrachte und die Grafschaft Flandern von nun an ein unabhängiges
Fürstentum sei. Philipp der Schöne
nutzte den soeben erreichten Ausgleich mit dem Papst noch bevor die entsprechende
Bulle erlassen war und griff sogleich den Grafen von Flandern an.
Guy
von Dampierre erhielt wider Erwarten keine nennenswerte Hilfe von Eduard
I., so daß Karl von Valois
und Robert von Artois mit zwei Heeresgruppen
rasch vorrücken konnten, um sich im August bei Ypern zu vereinigen.
In den folgenden Tagen ergaben sich Lille, Kortrijk, Bergen, Dünkirchen
und Brügge, während der Graf sich in Gent behaupten konnte und
auf päpstliche Vermittlung hoffte. Bonifaz VIII. sandte die Oberen
des Dominikaner- und Franziskanerordens als seine Legaten zunächst
zu Eduard I., um ihn für einen
allgemeinen Frieden zu gewinne, bevor die Verhandlungen in Flandern selbst
begannen. Am 9. Oktober 1297 erreichten die Legaten einen Waffenstillstand,
der im Januar 1298 in Tournai bekräftigt wurde und für zwei Jahre
gelten sollte.
Der Waffenstillstand von Tournai lief im gleichen Jahr
ab, in dem Toul und das Barrois mouvant gewonnen wurden.
Schon im Januar 1300 rückten Truppen Philipps
des Schönen in Flandern ein und nahmen den Grafen Guy
von Dampierre, seinen Sohn und Nachfolger Robert von Bethune
zusammen mit einer Gruppe loyaler flämischer Adliger gefangen. Vorausgegangen
war ein Versuch Eduards, die leliaerts
unter Druck zu setzen, die dem königlichen Lilienwappen verbundenen
Patrizier der großen Städte, denn seit dem Verlust der Normandie
hatte die flandrische Küste als einziger Landeplatz für die englische
Flotte an Wert gewonnen, besonders aber der Hafen von Brügge. Indem
er den Wollexport nach Flandern unterbrach, hoffte
Eduard die Tuchindustrie der Städte lahmzulegen. Dem kam
die Armee Philipps des Schönen
zuvor. Im folgenden Jahr bereiste der König selbst das Land, ordnete
die Anlage von Burgen und die Einrichtung französischer Verwaltungen
an.
Am 18. Mai 1302 jedoch erhoben sich die Einwohner von
Brügge gegen den französischen Gouverneur Jacques de Chatillon
und brachte einen großen Teil der fremden Besatzung um. Der Goede
Vrijdag von Brügge hatte ähnliche Folgen wie die Sizilianische
Vesper, weil sich die meisten flandrischen Städte dem Aufstand anschlossen.
Philipp
der Schöne reagierte sofort, denn es bestand ernste Gefahr,
Flandern zu verlieren und die englische Position unverhältnismäßig
gestärkt zu sehen. Er rief
Karl von Valois
aus Italien zurück und schickte Robert von
Artois mit einer Armee nach Flandern, die am frühen Nachmittag
des 11. Juli vor den Mauern von Kortrijk auf die bewaffneten flämischen
Stadtmilizen stieß. Mit etwa 8.000 Fußkämpfern brachen
die Bürger den Frontalangriff von 2.500-3.000 schweren Reitern, an
deren Spitze Robert von Artois getötet
wurde.
Favier, Jean: Seite 226,260,262-266,300
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"Frankreich im Zeitalter der Landesherrschaft 1000-1515"
Als Margarete aber
beim Tod ihres Sohnes Wilhelm von Dampierre Flandern dem anderen
DAMPIERRE,
Guido,
zusprach, kehrte erneut Unfrieden ein.
WILHELM
VON HOLLAND reagierte mit der neuerlichen, diesmal sofortigen
Belehnung Johanns von Avesnes mit dem Hennegau, Namur und dem zum Reich
gehörigen Teil Flanderns. Damit war die Eintracht dahin, die DAMPIERRE
fochten vor dem Papst die Legitimität der Brüder AVESNES an,
und alles begann wieder von vorne.
Am 24. September 1256 fällte
der König von Frankreich seinen Schiedsspruch, den Dit de Peronne,
eine Neuauflage des Schlichtungsversuchs von 1246. Karl
von Anjou verzichtete auf den Hennegau
und erhielt für diesen uneigennützigen Schritt von Margarete
eine Abfindung, wobei die Städte, wie vorherzusehen, zur Kasse gebeten
wurden. Der Tod Johanns von Avesnes bereinigte die Situation dann endgültig:
Johanns Bruder Balduin erkannte die Ansprüche
Guidos von Dampierre
auf Flandern ohne Umstände an. Einzig
Ludwig IX. ging bei dem Handel leer aus,
erwarb sich dafür aber hohes Ansehen.
Den größten Vorteil
erzeilte dabei Guido von Dampierre. Er konnte nicht nur die Grafschaft
Namur billig zurückkaufen, sondern sich durch Vermählung
mit der Tochter Heinrichs von Luxemburg auch noch einen wertvollen Bundesgenossen
für die Zukunft sichern. Johann von Avesnes hatte nach dem Tod KONRADS
IV. und seines Mitbewerbers WILHELM
VON HOLLAND die Kandidatur RICHARDS
VON CORNWALL unterstützt.
Von all den vielen unbequemen Vasallen des Königs
von Frankreich ertrugen zwei seine immer nachdrücklicher betonte Lehnshoheit
besonders widerwillig: der Herzog von Aquitanien, seines Zeichens auch
englischer König, der sich um den Hauptanteil des PLANTAGENET-Erbes
betrogen fühlte; und der Graf von Flandern, der sich in Anbetracht
der Zweiteilung seiner Grafschaft in das französische Kronflandern
und das kaiserliche Reichsflandern, aber auch aufgrund des Wohlstands der
flandrischen Gewerbe- und Handelsstädte zu einer Änderung seiner
Beziehungen zu Frankreich ermuntert fühlte, indem er sich nicht einfach
mit schlichter Unterordnung begnügte, sondern eine eigenen Außenpolitik
zu betreiben suchte. Beide Lehnsfürsten betrachteten sich, wenn auch
aus unterschiedlichen Gründen und in unterschiedlichen Graden, dem
König von Frankreich gleichgestellt und fanden die Einmischung der
kapetingischen
Beamten in die Belange ihrer Fürstentümer immer unerträglicher.
Wozu nahm der königliche Bailli von Vermandois in Flandern an den
von Graf Guido von Dampierre abgehaltenen Gerichtssitzungen teil,
wenn nicht deshalb, um sie zu überwachen?
Der Graf von Flandern, Guido von Dampierre,
verhandelte unterdessen mit dem natürlich an einer ruhigen Nordfront
interessierten französischen König, um mit seiner Hilfe eine
höchst unpopuläre Steuer gegen die politischen und fiskalischen
Prätentionen der Geneter durchzusetzen. Als er merkte, daß ihn
Philipp
der Schöne hereingelegt und hinter seinem Rücken mit
den anderen flandrischen Städten direkt verständigt hatte, war
es schon zu spät. Der König erstrahlte im Glanz eines Bürgerfreundes,
während dem Grafen der Ruf eines Feindes der kommunalen Freiheiten
anhaftete.
Erbost provozierte DAMPIERRE nun seinerseits den
Eklat, hielt in Valenciennes im Hennegau Hof und reizte seinen Oberherrn
mit Übergriffen und Unverschämtheiten jeder Art. Der König
konterte mit einer Vorladung, der der Graf klugerweise nachkam, wohl wissend,
daß er sich lehnsrechtlich in eine denkbar üble Lage hineinmanövriert
hatte. Er erschien vor Gericht und kroch zu Kreuze, schenkte aber nichtsdestoweniger
nach seiner Rückkehr den Vorschlägen des Engländers aufmerksames
Gehör. Dabei übersah er allerdings, daß der englische König
auf dem Kontinent nichts mehr zu verlieren hatte. Am 7. Januar 1297 wurde
das Bündnis besiegelt, am 20. forderte der Graf von Flandern den König
von Frankreich mit einer Unabhängigkeitserklärung offen heraus.
Doch zu seiner großen Überraschung mußte er feststellen,
daß er allein dastand. Der Engländer kam zwar nach Gent und
ließ sich feiern, rührte im übrigen aber keinen Finger.
So konnten die Franzosen im Laufe des Sommers W-Flandern mit Ausnahme von
Douai, also ein Drittel des Landes besetzen, und nach ihrem Sieg bei Veurne
am 26. August in Lille und schließlich sogar in Brügge einmarschieren,
während sich die Verbündeten noch immer in den Haaren lagen.
Die Flamen warfen Eduard I. vor, ohne
Geld und Soldaten angerückt zu sein, der König von England wiederum
hielt dem Grafen Guido vor, ihm die Treue der Städte nur vorgespielt
zu haben - mit einem Wort, es brodelte auf allen Seiten.
Philipp der Schöne
zeigte sich ohne Umstände zur Aussöhnung mit dem König von
England bereit, dachte aber nicht im Traum daran, sich auch mit dem Grafen
von Flandern zu vergleichen. Um freie Hand für dessen Bestrafung zu
bekommen, schloß er am 9. Oktober 1297 in Vyve-Saint-Bavon auf drei
Jahre einen Waffenstillstand mit Aquitanien.
Anfang 1300 besetzte Karl von
Valois Flandern. Graf Guido und sein Sohn, Robert
von Bethune, der die Grafschaft inzwischen regierte, wurden schlicht
unter Hausarrest gestellt. Der vom König eingesetzte Gouverneur, Jakob
von Chatillon, aber brachte das über die leliaerts und
ihre Einmischung in die Stadtverwaltungen ohnedies erboste einfache Stadtvolk
im Handumdrehen gegen sich auf. Seine fortgesetzten Mißgriffe ließen
den Groll der Handwerker und Stuerzahler gegen das Verhalten des Patriziats
in eine antifranzösische Reaktion umschlagen. Die Anhänger des
Grafen schlachteten die Ungeschicklichkeit des Gouverneurs nach Kräften
aus, bis schließlich sogar das Brügger Patriziat die Augen vor
den Risiken eines solchen Bündnisses nicht länger verschließen
konnte und die Seiten wechselte. Am frühen Morgen des 18. Mai 1302
wurden die Leute des Königs in Brügge überfallen und niedergemetzelt
("Matines de Bruges", "Brügger Frühmette"). Binnen weniger Tage
griff die Revolte auf sämtliche Städte über. Einzig Gent
hielt sich heraus und überließ es seiner Rivalin Brügge,
auch noch das letzte Ansehen zu verspielen.
Philipp der Schöne
entsandte unter Robert II. von Artois ein
Reiterheer, dem die Brügger Handwerkerschaft im Verein mit den flandrischen
Truppen am 8. Juli 1302 beim Kortrijk in der sogenannten "Goldene-Sporen-Schlacht"
eine vernichtende Niederlage bereitete. Zu lange hatten die französischen
Ritter die Kreigstüchtigkeit der Handwerker unterschätzt.
Zwei Jahre zog sich der Krieg unentschieden hin. In Flandern,
das sich im wesentlichen der Partei des Grafen angeschlossen hatte und
theoretisch auch vom demagogisch begabten Johann von Namur, dem
jugendlichen Bruder Roberts von Bethune, in Wirklichkeit aber von
den Brügger Zünften beherrscht wurde, griff Anarchie um sich.
Man wünschte sich in die Zeit der leliaerts zurück.
Während sich die Kämpfe in Flandern hinschleppten, bereitete
Philipp
der Schöne seine Rache vor. Er hatte Eduard
I. auf seine Seite ziehen und die Ausweisung der flandrischen
Kaufleute aus England erwirken können. Angesichts der durch den Bruch
mit England heraufbeschworenen Gefahr der Arbeitslosigkeit büßten
die bürgerlichen Rädelsführer natürlich einen Gutteil
ihrer Popularität ein, was sie nur noch starrsinniger machte. An ihrem
sturen Radikalismus scheiterten die Versöhnungsbemühungen des
alten Grafen Guido von Dampierre, der Flanderns Freiheit noch immer
retten zu können hoffte.
1304 brachen die politischen Hoffnungen der Flamen in
wenigen Tagen zusammen. Am 22. Juli zog Philipp
der Schöne sein Heer in Arras zusammen, am 9. August marschierte
er in Tournai ein. Am 11. wurde die flandrische Flotte nach zweitägiger
Seeschlacht vor Zeeland versenkt, am 17. griff Johann von Namur
das königliche Heer bei Mons-en-Pevele an und wurde tags darauf geschlagen.
Die harten Bedingungen des Vertrags von Athis (24. Juni
1305) spiegeln die Demütigung und den Zorn des französischen
Königs nach Kortrijk wider. Neben einer erdrückenden Entschädigung
sollte Flandern die Besatzungskosten und eine Rente an die königliche
Schatzkammer zahlen. Außerdem sollten die zurückgekehrten leliaerts
für die ob ihrer Königstreue erduldeten Unbilden entschädigt,
die Mauern der großen Städte selbstverständlich geschleift
werden und, um dem Unglück den gehörigen Beigeschmack zu geben,
Pilger auf Kosten der Städte in verschiedenen Wallfahrtsorten die
Vergebung Gottes erflehen. Bis zur Erfüllung der Vertragsbedingungen
wollte der König von Frankreich drei Burgvogteiern - Lille, Douai
und Bethune - behalten.
Das aber war des Guten zuviel, dem konnte sich Flandern
nicht beugen, und so hob ein über zehn Jahre hingezogenes Gefeilsche
an, geführt von Philipps des Schönen
realistischem, in derartigen Verhandlungenerfahrenen Ratgeber Enguerran
de Marigny. Im Juli 1312 konnte der gewiefte Marigny schließlich
die "flandrische Abtretung" erzwingen, die dem KAPETINGER
als Gegeneistung für den Verzicht auf seine offensichtlich überzogenen
Geldforderungen díe drei Burgvogteien beließ.
um 1246
1. oo Mathilde von Bethune, Tochter des Seigneur Robert
VIII.
um 1230-8.11.1263
Erbin von Bethune
1264
2. oo Isabella von Luxemburg, Tochter des Grafen Heinrich
V.
um 1245/50-
9.1298
Erbin von
Namur
Kinder:
1. Ehe 16 K
Robert III. von Bethune
1247/49-17.9.1322
Balduin
-
Margarete
-3.7.1285
1273
oo 2. Johann I. Herzog von Brabant
1252/53-3.5.1294
Marie
-
1297
1. oo Wilhelm Junggraf von Jülich
-16.3.1278 gefallen
2. oo Simon II. de Broyes
-
Beatrix
ca 1260-23.3.1296
s-Gravenhage
1270
oo Florenz V. Graf von Holland
Juli 1254-27.6.1296
Johann IV. Bischof von Metz (1279-1292)
1250-14.10.1292 Bischof von Lüttich
(1282-1292)
Philipp Graf di Teano
um 1263- 1318
1. oo Mathilde von Courtenay, Tochter des Grafen
Rudolf
- vor 1302
2. oo Philippa de Milly, Tochter Gottfrieds II.
-
Wilheln (IV.) "ohne Land"
-
1311
2. Ehe
Johann I. Graf von Namur
1267-1.2.1330
Isabella
- 1323
1307
oo Johann I. Seigneur de Fiennes
-
Beatrix
-
1287
oo Hugo II. de Chatillon Graf von Blois-Dunois
- 1307
Johanna Nonne
-
Margarete
- 1331
1282
1. oo Alexander Erbprinz von Schottland
27.1.1263-28.1.1283
1286
2. oo Rainald I. Graf von Geldern
-9.10.1326
Guido Seigneur de Renaix
- 1311
Heinrich I. Graf von Lodi
-6.11.1337
1309
oo Margarete von Kleve, Tochter des Grafen Dietrich
VII.
-
Literatur:
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Ehlers Joachim: Die Kapetinger. W. Kohlhammer
GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 198,204,206,226 - Ehlers
Joachim: Geschichte Frankreichs im Mittelalter. W. Kohlhammer GmbH 1987
Seite 170-172 - Erbe Michael: Belgien, Niederlande, Luxemburg. Geschichte
des niederländischen Raumes. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln
1993 Seite 40 - Favier, Jean: Frankreich im Zeitalter der Landesherrschaft
1000-1515. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1989 Seite 226,260,262-266,300
- Le Goff Jacques: Ludwig der Heilige, Klett-Cotta Stuttgart 2000
Seite 221,705 - Leo Heinrich Dr.: Zwölf Bücher niederländischer
Geschichten, Eduard Anton Verlag Halle 1832 Seite 115-117,138-204 -
Denn von seinem Bruder Jean de Dampierre kaufte er Bailleul,
und gab es seinem Sohne Gui, dem er auch die Markgrafschaft Namur überlassen
hatte. Schon 1286 hatte er von Gaultier de Renenger, Herrn von Moelebeke,
die Kastellanei voN St. Omer für 167 livres 12 den. vererbbarer Renten
von den Tonlieux zu Cassel gekauft.
Dünkirchen und Warneton kaufte Gui von Balduin d'Avesnes
von Beaumont, seinem Stiefbruder, welcher 1289 starb und seinem früher
verstorbenen Sohne Jean zwei Enkel hinterließ, die ihm in der Herrschaft
Beaumont folgten: Jean (+ 1297) und Balduin (+ 1299).
König Eduard von England wußte den ohnehin
den Franzosen abgeneigten Grafen von Flandern im Jahre 1294 noch mehr durch
eine Heirat seines Sohnes, des Prinzen von Wales, mit des Grafen Tochter,
Philippa von Flandern, an sich zu ketten. Philippa ward dem Prinzen von
Wales mit einer Mitgift von 200.000 livres par. verlobt.
Es würde ihm leid sein, äußerte er, wenn
er seine Pate Philippa nicht noch einmal vor ihrer Abreise sehen sollte;
und so verführte er den Garfen Gui, mit seiner Tochter ihm einen Besuch
in Corbeil zu machen: Seine Gemahlin und die Blüte der flämischen
Ritterschaft begleiteten den Grafen, der anfangs von Philipp höchst
freundlich epfangen ward; als er sich aber wieder zur Abreise anschickte,
erklärte ihm der König geradeheraus, durch die Verbindung mit
dem Feinde des Königreiches habe er Leib und Gut verwirkt; er und
alle die Seinigen seien fürs erste Gefangene. Er und alle, die ihn
begleiteten, wurden wirklich festgehalten und nach Paris in den Louvre
gebracht.
Inzwischen mußte König Philipp die Sache des
Grafen Gui einem Pairsgericht vortragen, welches denselben von aller Schuld
freisprach. Philippa mußte als Geisel für die Treue ihres Vaters
am französischen Hofe bleiben.
Alle 1296 in Geerdsbergen anwesenden Fürsten verbanden
sich, dem Grafen Gui dabei Hilfe zu leisten, gegen Frankreich sowohl als
gegen Frankreichs Verbündeten, den Grafen Jean von Hennegau, und Eduard
verlobte den Prinzen von Wales mit Guis jüngerer Tochter Isabella,
falls die ältere aus den Händen des Königs von Frankreich
nicht befreit werden könnte; außerdem versprach Eduard jährlich
zur Führung des Krieges den Flämingern 60.000 livr. tourn. Subsidiengelder
zu zahlen und nicht ohne Gui Ftrieden mit Frankreich zu schließen
[Die Urkunde ist unterschrieben von Guis Söhnen: Robert, Guillaume,
Philipp, Jean und Gui.].
So starb er am 7. März 1305 zu Compiegne, eben als
ihn die Seinigen bald wieder zu sehen hofften.
Kinder von Mathildis:
Mathildis, Gemahlin des Grafen von Blois
Johanna, Gemahlin Graf Wilhelms von Jülich
Beatrix 1. oo Hugo von Chatillon Graf von St. Pol; 2.
oo Florenz Graf von Holland
Maria, Gemahlin des Grafen von Savoyen
Margarethe oo Herzog Johann von Brabant
Philipp oo Mathilde von Teano
Jean, Propst von S. Donat in Brügge, von S. Peter
in Lille, dann Bischof von Metz und später von Lüttich
Balduin + jung
Guillaume von Dendermonde oo Adelheid, Tochter Raouls
de Nesle
Robert der Bethune Graf von Flandern
Kinder von Isabella:
Philippa
Adele oder Isabella oo Johann von Luxemburg, Herr von
Fiennes
Margaretha 1. oo Alexander von Schottland; 2. oo Graf
von Geldern
Henri oo Margaretha von Cleve
Gui von Richebourg oo Gräfin von Chimay
Jean von Namur Herr von Sluys