Wilhelm III.                                              Titular-Graf von Flandern
---------------                                             Seigneur von Courtrai
1224-6.6.1251
        Trazegnies

Begraben Abtei Marquette (dep. Nord, arr. Lille, cant. Lille-Ouest)
 

Ältester Sohn des Grafen Wilhelm II. von Dampierre und der Gräfin Margarete I. von Flandern, Tochter von Graf Balduin IX.
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Seite 487
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Wilhelm III. von Dampierre
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* 1225, + 5. Mai 1251

Begraben Abtei Marquette (dep. Nord, arr. Lille, cant. Lille-Ouest)

Ältester Sohn von Wilhelm II. von Dampierre und Margarete von Konstantinopel

Als Wilhelms Mutter 1244 ihrer Schwester als Gräfin von Flandern und Hennegau nachfolgte, flammte der Streit zwischen Johann und Balduin von Avesnes, den Söhnen aus Margaretes erster, annullierter Ehe mit Burchard von Avesnes, und dem Haus DAMPIERRE auf. Der Schiedsspruch König Ludwigs IX. und des päpstlichen Legaten Odo, Bischof von Tusculum, vom Juli 1246 war eine politisch kalkulierte Entscheidung und wies Flandern dem Wilhelm III. von Dampierre, Hennegau aber dem Johann von Avesnes zu. Aus wohlbegründetem Misstrauen gegen die AVESNES veranlasste Gräfin Margarete ihren Sohn Wilhelm, dem König von Frankreich schleunigst den Lehnseid für die Grafschaft Flandern zu leisten (Oktober 1246). So war Wilhelm III. von Dampierre der erste DAMPIERRE, der (zumindest nominell) die Grafschaft Flandern regierte. Die Heirat mit Beatrix, Tochter Heinrichs II., Herzogs von Brabant, verschaffte dem DAMPIERRE einen wichtigen Bundesgenossen im Kampf gegen die AVESNES. 1248 beteiligte sich WilhelmIII. von Dampierre am 6. Kreuzzug. Nach der Kapitulation des Kreuzfahrerheeres in Ägypten gefangengenommen (6. April 1250), wurde er bald gegen Lösegeld wieder freigelassen. Ende 1250 nach Flandern zurückgekehrt, starb Wilhelm III. von Dampierream 5. Mai 1251 während eines Turniers.


Wilhelm III. wurde bei einem Turnier zu Trazegnies tödlich verwundet.

Leo Heinrich Dr.: Seite 106-117
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"Zwölf Bücher niederländischer Geschichten"

Doch wurde diese Tätigkeit sehr gestört durch den verderblichen Zwist der Söhne Margarethes aus den beiden Ehen. Guillaume de Dampierre nannte seinen Stiefbruder Jean d'Avesnes, zu Peronne in Gegenwart des Königs von Frankreich einen Bastard, worauf Jean entgegnete, daß die Ehe, aus welcher er und sein Bruder Balduin geboren seien, vollkommen rechtmäßig gewesen; doch würde selbst die Unrechtmäßigkeit sein Recht auf Flandern nicht schmälern, da in Flandern von jeher der Bastard in Beziehung auf die Mutter das volle Erbrecht gehabt habe.
Jean d'Avesnes, von seinem Schwager, dem Grafen WILHELM VON HOLLAND, unterstützt, begann endlich 1246 den Krieg gegen seine Mutter und gegen seinen Stiefbruder; fast der ganze Adel Hennegaus, der in dem D'AVESNES einen Landsmann sah, fiel ihm zu, und es kam endlich nach einer Berufung auf die Entscheidung Louis' IX. und des Papstes durch deren Gesandte zu der Entscheidung: Guilauume de Dampierre solle nach der Mutter Tode Flandern, Jean d'Avesnes Hennegau erhalten, und jeder für seine rechten Geschwister sorgen. Jeder Teil beruhigte sich dabei, und Jean schien um so fester in seinem Recht zu stehen, seitdem der Graf WILHELM VON HOLLAND in Deutschland die königliche Würde erlangte. Guillaume de Dampierre hatte sich in dieser Zeit auf das engste an Frankreich angeschlossen und begleitete 1248 König Louis auf seinem Kreuzzuge. Sobald Guillaume nicht mehr der Mutter zur Seite stand, begann Jean von neuem den Krieg, um sich in vorläufigen Besitz von Hennegau zu setzen, suchte und erhielt die Grafschaft von dem inzwischen auf dem Lütticher Stuhle gefolgten Bischofe Heinrich von Geldern zu Lehen, und erobnerte mit seines Schwagers WILHELM Hilfe nicht bloß Hennegau, sondern verwüstete auch das Aalsterland, das Waesland, die vier Ambachten und die Landschaften von Dendermonde und Geersbergen. Margaretha schloß endlich mit ihm eine Kapitulation, und zahlte ihm 60.000 Golsdstücke für den Frieden und für die Anerkennung von Cambray, vom Cambresis und der Landschaft von L'Alleue bei Flandern. Um endlich den Makel unehelicher Geburt ganz von sich abzuwenden, ließen die Brüder D'AVESNES durch eine päpstliche Kommission entscheiden, welche im Jahre 1249 den Ausspruch tat, daß sie als ehelich geboren zu achten seien, da ihre Mutter die Ehe ohne Kenntnisse des geistlichen Charakters ihres Vaters geschlossen hätte.
Schon bald nach dem Antritt der Regierung in Flandern durch Margarethen hatten sich deren zweiter Sohn, Gui de Dampierre, mit Mathildis verheiratet, der Tochter des Vogtes von Arras, Robert von Bethune und Dendermonde. Kurz vor seiner Abreise nach dem Heiligen Lande heiratete auch Guillaume de Dampierre Beatrix von Brabant; auf dem Kreuzzug hatte er das Unglück, in Ägypten gefangenommen zu werden, und kaum war er 1251 zurückgekehrt, als er an einer Krankheit, von der er schon unterwegs befallen war, starb [Oudegherst fol. 188. Anders erzählen Meyer fol. 76 und Delewarde p.7.: Guillaume sei zu Traisegnies auf einem Turnier geworfen und von den Rossen zertreten worden.].
 
 
 
 

Nov. 1247
  oo 2. Beatrix von Brabant, Tochter des Herzogs Heinrich II.
  x        um 1225-11.11.1288
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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