Theoderich I.                                 König der Westgoten (418-451)
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    451 gefallen
     Katalaunische Felder
 

Sohn des N.N.; Schwiegersohn von König Alarich I.

Lexikon des Mittelalters:
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Theoderich I. (Theoderid), König der Westgoten 418-451
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Der Herrschaftsantritt des wohl über seine Frau mit den BALTHEN versippten Theoderichs fällt zusammen mit der durch ein foedus vereinbarten westgotischen Landnahme in Gallien (Provinz Aquitania II, verschiedene civitates der Provinzen Novempopulana und Narbonensis I; dort vor allem Toulouse, das zur sedes regia wurde), die zur Entstehung des Tolosanischen Reiches führte und mittelbar den Prozeß der Auflösung des weströmischen Reiches einleitete. Theoderichs Bemühungen, Arles zu erobern und damit einen im foedus nicht vorgesehenen Zugang zum Mittelmeer zu gewinnen, scheiterten 425 und 431 am Widerstand des Aëtius, ebenso der Versuch, die Herrschaft 436/437 bis an die Rhône auszudehnen und Narbonne zu besetzen. Ob der nach der Beendigung der Belagerung von Toulouse und dem Sieg über Litorius 439 mit dem gallischen Praetorianer-Präfekten Avitus geschlossene Vertrag das Ausscheiden der Westgoten aus dem foedus bedeutete, ist strittig. Episode blieb ein im einzelnen nicht mehr durchschaubares Zusammenspiel mit den Vandalen unter König Geiserich, dessen Sohn Hunerich von 429(?)-442 mit einer Tochter Theoderichs verheiratet war. Auch das 449 durch eine Ehe der zweiten Tochter Theoderichs mit Rechiarius, dem König der Spanien-Sueben (Sueben), besiegelte Bündnis zeitigte keine nennenswerten Ergebnisse. Unter dem Eindruck der bedrohlichen Lage, in die auch das junge Westgoten-Reich durch den Angriff Attilas geriet, kam es trotz des seit Jahren gespannten Verhältnisses zur Teilnahme der Westgoten an der von Aëtius gegen die Hunnen aufgebotenen Streitmacht. Theoderich fiel in der Entscheidungsschlacht auf den Katalaunischen Feldern 451. Die lange Regierungszeit Theoderichs begünstigte die Entstehung einer westgotischen stirps regia in der Linie der 'jüngeren BALTHEN' (die vier ältesten der sechs Söhne Theoderichs gelangten zur Herrschaft). Belegt sind legislatorische Akte Theoderichs.

G. Kampers



Thiele, Andreas: Tafel 217
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

THEODERICH I.
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    451 gefallen

Filiation nicht greifbar, eventuell BALTHE. Er folgte 418 König Wallia durch Wahl und veranlaßte die Vandalen, nach Nord-Afrika abzuwandern, Reste der Vandalen und Alanen unterstellten sich ihm. Er verließ das Föderatenverhältnis und versuchte in ständigen Kriegen vergeblich, die Mittelmeerküste in Richtung Narbonne/Provence zu erreichen, konnte jedoch westfranzösische Küstengebiete bis hoch zur Loire dazugewinnen. Großer Gegner wurde der berühmte weströmische Feldherr Aetius, der ihn zum Bündnis gegen die Hunnen unter Attila gewann. Er fiel als Greis auf den Katalaunischen Feldern.



Theoderich I. wurde nach dem Tode des Königs Wallia durch das Volk gewählt. Ihm gelang es, die Macht der Goten nach außen ansehnlich zu erweitern und den Staat im Innern zu festigen. Seine Aufgebote fochten 422 gemäß Vertrag an der Seite der Römer gegen die Wandalen in Spanien. Er führte die schwierige Landteilung durch und ordnete das neue Reich. Er löste das Föderatenverhältnis zu Rom. Sein Ziel, während des römischen Bürgerkrieges den gallischen Küstenstreifen in Besitz zu nehmen, gelang nicht. Der römische Heermeister Aetius entsetzte zweimal das von Theoderich belagerte Arles. Auch die Belagerung von Narbonne scheiterte am Entsatz des Aetius. Theoderich wurde zurückgeworfen und das hunnische Hilfsheer des Aetius belagerte Toulouse, die Hauptstadt des Goten-Reiches. Vor Toulouse schlug Theoderich die hunnische Hilfstruppe des Aetius vernichtend, die seitdem aus der Geschichte verschwand. Ein von Theoderich angestrebtes Bündnis mit den Wandalen wurde von Rom hintertrieben. Theoderich hatte entscheidenden Anteil am Sieg des Aetius in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern gegen die Hunnen, in der er fiel.
 
 
 

  oo N.N.
            
 
 
 
 

Kinder:

  Thorismund
      453 ermordet

  Theoderich II.
       466 ermordet

  Friedrich
     

  Eurich
     484

  Tochter
     

  oo Hunerich Wandalen-Prinz
       411/15-23.12.484

  Tochter
     

 449
  oo Rechiar Sueben-König
            457 gefallen

  Tochter
      

  oo Flavius Aetius
       um 390- 21.9.454 ermordet
 
 
 
 

Literatur:
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Ensslin Wilhelm: Theoderich der Große. F. Bruckmann KG München 1959 Seite 8 - Gregor von Tours: Fränkische Geschichte. Phaidon Verlag, Essen und Stuttgart 1988 Buch II Kapitel 7 - Günther Rigobert: Römische Kaiserinnen. Zwischen Liebe, Macht und Religion. Militzke Verlag Leipzig 2003 Seite 70,87,91,92,102,103 - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001 Seite 94,116 - Riehl Hans: Die Völkerwanderung. Der längste Marsch der Weltgeschichte. W. Ludwig Verlag 1988 Seite 179,190, 196,233,303 - Schreiber Hermann: Die Vandalen. Siegeszug und Untergang eines germanischen Volkes. Gondrom Verlag Bindlach 1993 Seite 170,278,285 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 217 -