Ildibad (Hildibad)                            König der Ostgoten (540-541)
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   Mai 541 ermordet
 

Sohn des N.N.; Neffe des Westgoten-Königs Theudis
 

Norwich John Julius: Seite 277,278
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Zwar gab es immer noch einige wenige Widerstandsnester, besonders Verona und Pavia, wo der gotische Adel einen jungen Häuptling namens Hildebad zum König ausrief, aber da dessen Heer nur tausend Mann stark war, schien es unvorstellbar, daß er sich länger als ein paar Wochen würde halten können. Und er hätte dies auch nicht vermocht, wäre Belisar in Italien geblieben oder wenn Justinian wenigstens einen fähigen Nachfolger für ihn ernannt hätte. Nach Belisars Abzug hatten die byzantinischen Feldherren das Territorium unter sich aufgeteilt und nur noch eins im Sinn: Beute. Schon nach wenigen Wochen war die Moral des byzantinischen Heeres vollständig dahin. Gegen Ende des Jahres hatte Hildebad eine ansehnliche Streitmacht aufgeboten, der sich zahlreiche Deserteure aus den Reihen der Byzantiner angeschlossen hatten, und kontrollierte praktisch das ganze italienische Gebiet nördlich des Po.
Hildebad hatte sich nicht lange halten können; er war im Mai 541 bei einem Gelage von seinem Leibwächter Welas enthauptet worden, weil er dessen Braut unbedacht einem anderen zugesprochen hatte [6 Als er auf der Liege ruhend, die Hand nach dem Essen ausgestreckt habe, habe ihn Welas plötzlich mit dem Schwert am Nacken getroffen. Während er die Speise noch mit den Fingern umschlossen gehalten, sei sein Kopf zum Entsetzen aller Anwesenden schon über den Tisch gerollt.].

Dahn Felix: Seite 69
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"Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas."

Aber die Goten nördlich vom Po und von Ravenna eilten nach Ticinum zu Witichis' Oheim Uraia, und forderten von ihm unter schmerzlichsten Klagen, er solle sich an ihre Spitze stellen und sie in den Kampf der Verzweiflung  führen; auf seinen Rat wählten sie jedoch Ildibad zum König, zumal weil dieser die Hilfe seines Oheims, des Westgoten-Königs Theudis, gewinnen werde.
 
 
 
 

Literatur:
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Browning Robert: Justinian und Theodora. Herrscher in Byzanz. Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft mbH, Herrsching 1988 Seite 163 - Dahn Felix: Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas. Verlag Hans Kaiser Klagenfurt 1977 Seite 69,119 - Jordanis: Gotengeschichte. Phaidon Verlag GmbH Essen - Mann Golo: PROPYLÄEN WELTGESCHICHTE. Eine Universalgeschichte. Vierter Band. Rom Die römische Welt. Verlag Ullstein GmbH, Frankfurt am Main - Berlin, Propyläen Verlag 1986 Seite 634 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Seite 277,278 - Schreiber Hermann: Auf den Spuren der Goten. List Verlag München 1977 Seite 250 -