Alexios Komnenos                         Prinz von Byzanz
-----------------------                         Regent des Byzantinischen Reiches
um 1136 1183 ermordet
 

Jüngerer Sohn des Sebastoktrator Andronikos Komnenos und der Irene Aineiadissa; Enkel von KaiserJohannes II. von Byzanz
 

Thiele, Andreas: Tafel 202
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

ALEXIOS
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* um 1136, 1183 ermordet

Alexios Komnenos wurde Protostrator und Protobestiarios, war der Geliebte der Kaiserin Maria und wurde so Regent von Byzanz. Er bat die Normannen gegen seinen Onkel Andronikos I. um Hilfe und wurde von diesem umgebracht.

  oo MARIA DUKAINA, Tochter des N. Dukas
          



Norwich John Julius: Band III Seite 165-184
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

In der Zwischenzeit herrschte Alexios' II. Mutter, Kaiserin Maria von Antiochia, an seiner Statt als Regentin. Nie zuvor hatte jemand lateinischer Abstammung in Konstantinopel regiert, und so trat sie ihr Amt mit einem schwerwiegenden Nachteil belastet an. Dem byzantinischen Volk war, wie wir gesehen haben, schon die Vorliebe Manuels für alles Westliche ein Dorn im Auge gewesen; nun befürchtete man - und mit gutem Grund - eine weitere Ausdehnung der Handelsrechte und Privilegien für die italienischen und fränkischen Kaufleute. Die Besorgnis wuchs zusehends, als Maria eine weitere äußerst prowestlich eingestellte Persönlichkeit zu ihrem obersten Ratgeber ernannte, nämlich den Protosebastos Alexios, Manuels Neffen und Onkel Königin Theodoras von Jerusalem. Es dauerte nicht lange, bis allgemein gemunkelt wurde, sie habe ihren Berater auch zu ihrem Geliebten gemacht, obwohl aus der Beschreibung von Niketas nicht recht zu ersehen ist, was sie, die Kaiserin - deren Schönheit in der ganzen christlichen Welt gerühmt wurde -, an ihm hätte finden können, denn er schreibt:

Er war sehr verweichlicht und vergeudete nicht bloß den Morgen mit tiefem Schlaf, sondern opferte sogar einen großen Teil des Tages seinem Schlummer. Damit ihm nun nicht die Sonne, wenn sie, von allen freudig begrüßt, ihre Augen aufschlägt, seine eigenen Augen öffne, verdunkelte er sein Schlafgemach mit dichteren Vorhängen       [...] Oder wahrer gesagt: Die Nacht durchschwelgte er und brach das nächtliche Dunkel durch künstliches Licht; wenn aber die Sonne am östlichen Horizont heraufstieg, verkroch er sich wie ein wildes Tier in seinem Schlafgemach und sperrte das Licht durch Decken und Vorhänge aus. Er putzte sich aber auch seine faulenden Zähne und ersetzte jene, die ihm mit der Zeit ausfielen, durch künstliche.

Noch bevor Andronikos Komnenos die Meerenge überquert hatte, brach in Konstantinopel der Aufstand los, und mit ihm explodierte die aufgestaute Fremdenfeindlichkeit, die die Ereignisse der vorangegangenen zwei Jahre so sehr begünstigt hatten. In der Folge wurde praktisch die gesamte lateinischstämmige Bevölkerung der Stadt niedergemetzelt - Frauen und Kinder, Alte und Gebrechliche, selbst die Kranken - und das ganze von ihr bewohnte Viertel bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Im Palast fand man den vor Furcht sich windenden Protosebastos Alexios, zu verängstigt, um die Flucht auch nur zu erwägen; er wurde in ein Verlies geworfen und später, auf Andronikos' Geheiß hin, geblendet.
Tatsächlich erholte er sich noch vorher wieder von seinem Schrecken und hatte die Stirn, formell Klage gegen seine englischen Wachen - vermutlich Waräger - einzureichen: sie hätten ihm nicht genügend Schlaf zugestanden.

Heilig, Konrad Josef: Seite 112,231,243,250,266,267,268
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"Ostrom und das Deutsche Reich um die Mitte des 12. Jahrhunderts. Die Erhebung Österreichs zum Herzogtum 1156 und das Bündnis zwischen Byzanz und dem Westreich."

Theodoras Brüder Johannes Protosebastos ( 1176) und Alexios Protostrator, später Protosebastos ( 1182) waren während Manuels Regierung die nächsten Verwandten des Kaisers und von entscheidendem Einfluß auf die Staatsführung.
Sein jugendlicher Sohn Alexios II. (1180-1183) führte unter der Vormundschaft seiner Mutter Maria von Antiochien und seines Vetters Alexios, des Bruders der österreichischen Theodora, die Regierung.
So heißt es an einer sowohl bei Niketas Choniates als auch bei Theodoros Skutariotes überlieferten Stelle im wesentlichen übereinstimmend: Kaiser Manuel hatte drei Brüder, Alexios, Andronikos und Isaak ... dem Andronikos wurden drei Töchter geboren Maria, Theodora und Eudokia und zwei Söhne Johannes und Alexios.
[3 Die Stelle spielt auf die offiziellen Farben des Kaisers und des Sebastokrators an. Für den Sebastokrator war sie dunkelblau, wenigstens für die KOMNENEN-Zeit. Die frühere Farbe des Kaisers blau scheint unter Alexios I. auch die Farbe des über dem Kaisar stehenden Sebastokrators geworden zu sein. Die bei Prodrommos weiterhin genannte Narkissosfarbe muß die Farbe der Sebastoi gewesen sein. - Der Protosebastos Alexios, Regent für Alexios II., unterschreibt mit grüner Tinte.]
Dem jüngsten Bruder der Theodora, Alexios, um 1140 geboren, von der Mutter als Letzter verwöhnt, war der Weg zu einer politischen Karriere durch seinen älteren Bruder leicht geebnet. Zunächst erscheint er 1156 und 1157 in Synodalakten als zweiter nach dem Kaiser und seinem Bruder Johannes ohne weiteren Titel. Bei den Empfangsfeierlichkeiten zwischen Manuel und Balduin III. von Jerusalem 1159 in Antiochien wird er bereits als Protostrator bezeugt, eine Würde, die er nach dem Sturze seines Vetters Alexios Axouch erhalten haben dürfte [4 Nach unserem Alexios Komnenos dürfte der Sohn Manuels und Theodoras Alexios nach dessen Aufstieg zum Protosebastos Protostrator geworden sein.]; am 18. Februar 1170 kommt er in einer Synodalakte vor, welche die Familie des Sebastokrators Andronikos im Zenit ihrer Macht zeigt; unmittelbar nach dem Kaiser folgen der Protosebastos und Protobestiarios Johannes, der Protostrator Alexios, der Pansebastos Johannes Kantakuzenos, Gemahl der Maria, und der Pansebastos Michael Gabras, Gemahl der Eudokia. Nach dem Tode seines Bruders Johannes und seines Schwagers Johannes Kantakuzenos bei Mytriokephalon 1176 war seine Stunde gekommen; er erhielt den Titel eines Protosebastos und wurde nach Manuels Wunsch 1180 Regent für den unmündigen Sohn und Nachfolger Manuels Alexios II. und der allmächtige Günstling seiner Witwe, der schönen Maria von Antiochien [1 Militärische Fähigkeiten rühmt Niketas an Alexios - Alexias Man. fil. 11 Sp. 604 A; 325; doch ist nicht überliefert, bei welcher Gelegenheit er sie zeigte - Über einen erfundenen Sohn des Alexios siehe oben Seite 263 Anm. 2.]. Ein entschiedener Freund der Lateiner, von mittelmäßiger Begabung, hochfahrend und rücksichtslos, trug Alexios viel dazu bei, den schon lange latenten Streit zwischen Griechen und Lateinern in der Hauptstadt zu verschärfen; er verfeindet sich sowohl mit dem Patriarchen Theodosios von Konstantinopel als auch mit dem Kaisar Rainer von Montferrat, einen Enkel des heiligen Leopold, und dessen Gemahlin Maria, der Tochter Manuels. Zudem wurde er über einen ausbrechenden Aufstand Herr; aber nun mischte sich der alte Widersacher Manuels und der Familie des Alexios, der bereits bekannte Andronikos ein. Als eines der ersten Opfer, als Einleitung zu einer mehrjährigen Schreckensherrschaft unter dem alternden Tyrannen, fiel der bisher allmächtige Mann; er wurde im April 1182 gefangengenommen, geblendet und entmannt [5 Die Entmannung berichtet Wilhelm von Tyrus 22, 12 Anfang; die griechischen Quellen erzählen nur die Blendung.].
 
 
 
 

  oo Mariana Dukaina, Tochter des N. Dukas
            
 
 
 
 

Kinder:

  Andronikos Maria
         er starb klein durch einen Sturz vom Pferd

  Eudokia
  um 1167   nach 1202

  oo Wilhelm VIII. von Montpollier
           1218
 
 
 
 

Literatur:
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Heilig, Konrad Josef: Ostrom und das Deutsche Reich um die Mitte des 12. Jahrhunderts. Die Erhebung Österreichs zum Herzogtum 1156 und das Bündnis zwischen Byzanz und dem Westreich, in Kaisertum und Herzogsgewalt im Zeitalter Friedrichs I. Studien zur politischen und Verfassungsgeschichte des hohen Mittelalters, Anton Hiersemann Stuttgart 1944 Seite 112,231,243, 250,263,266,267,268 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band III Seite 165-184 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 202 -