Andronikos Komnenos                   Prinz von Byzanz
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um 1107/08 1142
 

2. Sohn des Kaiser Johannes II. Komnenos von Byzanz und der Irene von Ungarn, Tochter von König Ladislaus I.
 

Thiele, Andreas: Tafel 202
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

ANDRONIKOS
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* um 1107/08, 1142

Andronikos Komnenos wurde Sebastokrator und Gouverneur in Kleinasien.

  oo IRENE AINEIADISSA
         1150/51

Nonne seit 1144



Norwich John Julius: Band III Seite 102
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches"

Im Hochsommer des Jahres 1142 erkrankte und starb innerhalb weniger Tage Kaiser Johannes' II. ältester Sohn Alexios, rechtmäßiger Thronfolger des Reiches. Johannes, der ihm sehr zugetan war, wies seinen zweiten Sohn Andronikos und seinen dritten Sohn Isaak an, den Leichnam ihres Bruders auf dem Seeweg nach Konstantinopel zu begleiten; auf dieser Fahrt starb auch Andronikos; vermutlich an derselben Krankheit.

Runciman, Steven: Seite 526
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Im Frühjahr 1142 führte Johannes mit seinen Söhnen das Heer durch Anatolien hinab nach Attalia. Während er in Attalia wartete, erlitt der Kaiser einen schweren Verlust. Sein ältester Sohn Alexios, den er zu seinem Erben bestimmt hatte, erkrankte und starb. Sein zweiter und dritter Sohn, Andronikos und Isaak, wurden beauftragt, den Leichnam auf dem Seeweg nach Konstantinopel zu bringen; und auf der Reise starb auch Andronikos.

Heilig, Konrad Josef: Seite 99,112,157,240-244,253-257
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"Ostrom und das Deutsche Reich um die Mitte des 12. Jahrhunderts. Die Erhebung Österreichs zum Herzogtum 1156 und das Bündnis zwischen Byzanz und dem Westreich."

[3 Das Gedicht hat die Überschrift: Lied auf die Hochzeit der Herrin Irene, der Tochter der gepriesenen KOMNENIN, der ersten Tochter des seligen Sebastokrators, des Herrn Andronikos, des Purpurgeborenen. - Die erste Tochter des hier erwähnten Sebastokrators ist Maria, die Frau des Theodor Dasiota, später des Johannes Kantakuzenos - die genannte Irene stammt wohl aus erster Ehe -; die zweite Tochter des Andronikos ist die österreichische Theodora. Über die Verwandtschaftsverhältnisse siehe unten Seite 265f. und 268f.]
Theodora ist eine Tochter des Sebastokrators Andronikos ( 1142) und seiner als Mäzenatin bekannten Frau Irene und um 1135 geboren. Ihr Vater Andronikos, der  in den bekannten Quellen wenig hervortritt, war der zweite Sohn des Kaisers Johannes II. (1118-1143), neben dem älteren, am 2. August 1142 gestorbenen Mit-Kaiser Alexios (II.) und den jüngeren Brüdern, dem Sebastokrator Isaak und dem Kaiser Manuel I. (1143-1180).
Im Jahre 1142 waren rasch hintereinander die zwei ältesten Söhne des Kaisers Johannes Alexios und Andronikos gestorben; ihnen folgte am 8. April 1143 Johannes selbst.
Die vier Söhne sind in der Reihenfolge ihrer Geburt mehrfach in voneinander unabhängigen Quellen genannt als Alexios, Andronikos, Isaak und Manuel. In diese Spanne zwischen 1106 und 1121 sind die beiden Söhne des Kaisers Andronikos und Isaak und wohl noch die eine der andere Tochter; Anna, Eudokia und Theodora einzureihen, wobei offenbar Andronikos um 1110 oder 1112, sicher nicht später anzusetzen sein wird.
Johannes hat den ältesten Sohn Alexios zum Mit-Basileus bestimmt, und zwar schon bad nach dem eigenen Regierungsantritt; seinen drei weiteren Söhnen Andronikos, Isaak und Manuel verlieh er den Titel von Sebastokratoren; einiges spricht dafür, daß dies bald nach der Geburt des letzten Sohnes Manuel geschah [2. August 1122].Im Frühjahr 1142 zog der Kaiser mit seinen vier Söhnen erneut in den Osten; er wollte dem tapferen Manuel dort ein neues Reich schaffen, da er nun einmal den ältesten Sohn zum Nachfolger bestimmt hatte. Von diesem Feldzug kehrten indes der Vater und seine zwei ältesten Söhne nicht mehr lebend zurück. Zuerst starb Alexios an einem raschen Fieber [6 Chalandon 2 Seite 183. - Über das Datum oben Seite 239 Anm. Ende. Man könnte das Todesdatumwohl noch auf einem anderenn Wege finden, wenn es sicher wäre, daß die Urkunde der Maria, der Schwester Manuels und des Alexios, die aus dem Jahre 1142 stammen soll und von L. Petit in Vizant. Vremennik 10 (Petersburg 1903) Prilozenie Seite 12ff. veröffentlicht wurde, echt ist. Ich habe dagegen einige Zweifel.]; sein nächster BruderAndronikos war bestimmt worden, die Leiche des Bruders in die Hauptstadt zu überführen; aber auch er starb unerwartet an einer akuten Krankheit, fern vom Vater, den Brüdern und seinen Kindern in Attalia, ehe er den Auftrag ausführen konnte [7 Chalandon 2 Seite 183 kompliziert wieder unnötig, wenn er sagt, Andronikos sei nicht in Attalia gestorben, sondern auf der Reise nach Konstantinopel. Wilhelm von Tyrus 15, 19 berichtet den Tod von beiden Brüdern in Attalia, und daran ist nicht zu rütteln; denn auch in der Totenklage des Prodomos wird Attalia häufig erwähnt.].
Einer von ManuelsBrüdernAlexios, Andronikos und Isaak muß demnach TheodorasVater gewesen sein. Dann kommen als Väter aber nur noch die BrüderAlexios und Andronikos in Frage. Da aber Alexios als Ehemann Basileus war, hätte man doch wohl auch in den österreichischen Quellen von Theodora als der Tochter des Mit-Kaisers gesprochen.
Wir haben somit eindeutig die Verwandtschaft der Theodora in der kaiserlichen Familie der KOMNENENfestgelegt; sie ist die zweite Tochter des zweiten Sohnes des Kaisers Johannes Andronikos und seiner Frau Irene.
Der Vater der Theodora von Österreich, der Kaiser-Sohn Andronikos, ist uns nur wenig bekannt. Er mag um 1110 oder 1112 geboren sein, sicher nicht später [3 Seine älteren Zwillingsgeschwister Alexios und Maria sind 1106 oder 110 geboren; siehe oben Seite 240 Anmerkung 2; sein ältester Sohn Johannes rettete 1146 in der Schlacht Manuel das Leben, ist also doch mindestens schon achtzehnjährig, demnach kaum nach 1127 geboren. Frühestes Heiratsalter für Männer in Byzanz war damals das vollendete 14. Lebensjahr, so daß wir auf spätestens 1112 kommen.], damit ist er wahrscheinlich noch um einige Jahre jünger als sein späterer österreichischer Schwiegersohn Heinrich. Das Schweigen der Quellen über Andronikos sagt noch keineswegs, daß er ein unbedeutender Mann gewesen ist;  denn wir wissen auch über seinen Vater Johannes nicht viel. Daß Andronikos die Jagd liebte, Pferde besaß, ein glänzende Rüstung anzog, sind keine außergewöhnlichen Dinge; wenn aber Theodor Prodomos nicht ein ganz raffinierter Schönfärber gewesen ist, so können wir doch sagen, daß der Sebastokrator ein guter Gemahl und herzlicher, liebender Familienvater gewesen ist; denn aus seiner Totenklage spricht eine Wärme und Innigkeit, die nur ein ganz großer Dichter erfunden haben könnnte.
Auch unter Kaiser Johannes (1118-1143) blieb Isaak zunächst in seiner Stellung als Sebastokrator; da er aber um 1122 zu den Türken überlief, verlor er diese Würde, die Kaiser Johannes nun auf seine drei jüngeren Söhne Andronikos, Isaak und Manuel übertrug, während der älteste Sohn Alexios (II.) bereits zum Mit-Basileus ernannt war. Während der kurzen Spanne nach dem Tode Alexios' (II.) vom 2. August 1142 bis zu seinem eigenen Tode im Herbst 1142 war also Andronikos, eben der Vater der späteren österreichischen Herzogin, der zweite Mann im Reiche und nach allem der designierte Nachfolger.
 
 
 

  oo Irene Aineiadissa
          1150/51

     Sie war seit 1144 Nonne.
 
 
 
 

Kinder:

  Theodora
   um 1135 2.1.1183

  1148
  oo 2. Heinrich Jasomirgott Herzog von Österreich
           2.4.1114 13.1.1177

  Alexios Protosebastos Regent 1180/82
       1182

  Eudokia Komnena
      

  Sie war die Geliebte des späteren Kaisers Andronikos I.

  1. oo Thoros II. Herr des Gebirges (RUPENIDE)
             

  2. oo Michael Gabras
              

  Maria
      

  1. oo  Theodoros Dasiotes
                1143/44

  2. oo Johannes Kantakuzenos
              17.9.1176 gefallen

  Johannes Dukas-Komnenos
  vor 1127 17.9.1176 gefallen
 
 
 
 

Literatur:
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Heilig, Konrad Josef: Ostrom und das Deutsche Reich um die Mitte des 12. Jahrhunderts. Die Erhebung Österreichs zum Herzogtum 1156 und das Bündnis zwischen Byzanz und dem Westreich, in Kaisertum und Herzogsgewalt im Zeitalter Friedrichs I. Studien zur politischen und Verfassungsgeschichte des hohen Mittelalters, Anton Hiersemann Stuttgart 1944 Seite 99 Anm. 3,112, 157, 162,175,240-244,248 Anm. 5,253-257,259,266,267 - Cardini, Franco: Friedrich I. Barbarossa. Kaiser des Abendlandes, Verlag Styria Graz 1990 Seite 60 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band III Seite 102 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite 526 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 202 - Weller Tobias: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2004 Seite 61,70,357 -