Hermann VI.                                             Markgraf von Baden (1243-1250)
-----------------                                           Herzog von Österreich und Steiermark
um 1222-4.10.1250
 

Ältester Sohn des Markgrafen Hermann V. von Baden und der Irmgard von Braunschweig, Tochter von Graf Heinrich I.
 

Hermann VI. war 1234 Geisel bei König HEINRICH (VII.), folgte 1243 seinem Vater und wurde 1247 Herzog von Österreich-Steiermark, gefördert von König WILHEM VON HOLLAND und vom Papst. Er war zeitweise in Wien, wurde von Kaiser FRIEDRICH II. verjagt und fiel wegen dieser Erbschaft von ihm ab. Die Ehe der Mutter begründete die jahrhundertelange Gegnerschaft zur Pfalz.

Lechner Karl: Seite 293-295,300-307
***********
"Die Babenberger"

Wieder war es zuerst der böhmische König, der unmittelbar nach dem Tode Herzog Friedrichs seinen Sohn Wladislaw mit Gertrud vermählte - den man auch in Österreich als zukünftigen Herzog ansah. Aber schon nach einigen Monaten, am 3. Januar 1247, starb Wladislaw. Sichtlich stand der Papst mehr auf der Seite Gertruds und suchte Margarete mit dem Grafen Hermann von Henneberg zu verheiraten. Es ist interessant zu verfolgen, wie in den Jahren 1246-1252 die beiden Frauen, Tante und Nichte, teils verbündet, teils in offenem Gegensatz und in Konkurrenz, den Gewinn der österreichischen Länder anstrebten, wobei der Papst abwechselnd die eine oder die andere Seite förderte. Während Margarete ausgesprochen kaiserlich-staufisch gesinnt war, war Gertrud hingegen päpstlich wie ihr Schwiegervater. Mitte des Jahres 1248 war er so weit, dass Gertrudneuerlich heiratete, und zwar Markgraf Hermann VI. von Baden, einen angeheirateten Neffen Herzog Ottos von Bayern, der aber einer eher päpstlich eingestellten Familie entstammte. Diese Verbindung war nicht durch den Papst, sondern von Herzog Otto von Bayern vermittelt worden. Papst Innocenz IV. bestätigte am 14. September 1248 dem Markgrafen Hermann die Schenkung des Herzogtums Österreich durch seine Frau, die ducissa Austrie, an die es "nach Erbfolge gemäß alter und gebilligter Gewohnheit des Landes, bekräftigt durch Päpste, römische Kaiser und Könige gesetzlich gekommen ist. Aber einige Monate später, am 31. Januar 1249, fordert der Papst den Gegenkönig WILHELM auf, Markgraf Hermann mit dem Herzogtum Österreich zu belehnen.
Ein Großteil des Adels hielt sich fern von ihm, Sympathien scheint er im Lande nicht viele errungen zu haben. Er hatte wohl versucht, in Wien solche zu gewinnen. Wie sich Markgraf Hermann Anhang zu verschaffen wußte, erläutert eine Urkunde, womit Herzogin Gertrud am 23. Mai 1249 dem Stift Klosterneuburg die Auslösung einer durch Heinrich des Jüngeren von Mödling (+ 1236) einst an Klosterneuburg gekommenen und von ihrem Gemahl, Herzog Hermann, an Heinrich von Liechtenstein verpfändeten Ortschaft verspricht. Gertrud hatte ihren Sitz in Kahlenbergerdorf auf der die Donauuferstraße nördlich von Wien beherrschenden Burg. Sie gehörte samt der daneben gelegenen Kirche infolge Schenkung der Herzogin-Mutter Theodora dem Stift Klosterneuburg, aber Gertrud räumte - gestützt auf den Papst - die Burg nicht. Der Papst verwendete sich für sie im Januar 1248 beim Propst von Klosterneuburg und verpflichtete ihn, auf jeden Fall die Herzogin in castro "Obalenberch", wohin sie sich wegen dessen Festigkeit zurückgezogen hatte, wohnen zu lassen. Gertrud war auch weiterhin auf der Burg geblieben, bis sie 1251 an Herzogin Margarete und ihren Gemahl gekommen zu sein scheint. Die Burg in Kahlenbergerdorf erwies sich für Gertrud und Hermann als besonders wertvoll, da sie die Straße am Donauufer gegen Einfälle aus dem Westen sperren, aber auch den Weg zum uralten Urfahr Nußdorf-Jedlesee nach Norden überwachen konnte. Dass Herzog-Markgraf Hermann im Lande selbst gekämpft und Schaden gestiftet hatte, geht aus einer Urkunde hervor, die Herzogin Gertrud vier Monate nach dem Tode ihres Mannes dem Kloster Altenburg am 6. Februar 1251 in Wien ausstellen ließ. Sie schenkte damit dem Kloster Altenburg bei Horn die unter ihrem Patronatsrecht stehende Altpfarre Röhrenbach - als Ersatz für die vielen Schädigungen, die ihr verstorbener Gemahl dem Kloster zugefügt hatte. Am 4. Oktober 1250 war nämlich Herzog-Markgraf Hermann von Baden plötzlich gestorben. Aus der Ehe mit Gertrud waren zwei Kinder hervorgegangen: Friedrich, der sich später "Herzog von Österreich und Steier" nannte und als Markgraf von Verona in Neapel 1268 hingerichtet wurde, und Agnes, die später Herzog Ulrich III. von Kärnten und Krain heiratete.

Franzl Johann: Seite 62
************
"Rudolf I."

Markgraf Hermann von Baden, der Gemahl der frommen BABENBERGERIN Gertrud, der als Favorit des Papstes galt, konnte die Erbansprüche seiner Gemahlin in Österreich nicht durchsetzen.

Stürner Wolfgang: Teil 2 Seite 566
***************
"Friedrich II. Der Kaiser 1220-1250"

Zudem machten Margarete, die Schwester des BABENBERGERS und verwitwete Schwiegertochter des Kaisers und ihre Nichte, die im Sommer 1245 als vierte Gemahlin des STAUFERS ausersehene Gertrude, Erbansprüche auf das Herzogtum Österreich geltend, beide unter äußerst fragwürdiger Berufung eben auf das Privileg von 1156.
Während des Kaisers Statthalter Otto von Bayern in Krain und in der Steiermark Anerkennung fand, gelang ihm dies in Österreich gegen Gertrude und ihre Anhänger nur teilweise; seine Schwierigkeiten wuchsen noch, als die BABENBERGERIN Mitte 1248 Markgraf Hermann von Baden heiratete. Unterstützt von Adligen aus Österreich und der Steiermark, legte er dem Kaiser deshalb nahe Margaretes Sohn, den Kaiserenkel Friedrich mit den beiden Herzogtümern zu belehenen.
 
 
 
 

 1247
  oo 2. Gertrud von Österreich, Tochter Heinrichs des Gottlosen
          1226-24.4.1288
 
 
 
 

Kinder:

  Friedrich I.
  1249-29.10.1268

  Agnes
  1250-2.1.1295

    1263
  1. oo 2. Ulrich III. Herzog von Kärnten
               1220-27.10.1269

 1270/71
  2. oo Ulrich III. Graf von Heunburg
                - um 1308
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Franzl, Johann: Rudolf I. Der erste Habsburger auf dem deutschen Thron, Verlag Styria 1986, Seite 62,103,120 - Pohl Walter: Die Welt der Babenberger. Schleier, Kreuz und Schwert, hg. von Brigitta Vacha, Verlag Styria, Seite 232,277,291 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Copyright 2002 Karl-Heinz Schreiber - http://www.genealogie-mittelalter.de