Ältester Sohn des Markgrafen
Hermann V. von Baden und der Irmgard
von Braunschweig, Tochter von Graf Heinrich I.
Hermann VI. war 1234 Geisel bei König HEINRICH (VII.), folgte 1243 seinem Vater und wurde 1247 Herzog von Österreich-Steiermark, gefördert von König WILHEM VON HOLLAND und vom Papst. Er war zeitweise in Wien, wurde von Kaiser FRIEDRICH II. verjagt und fiel wegen dieser Erbschaft von ihm ab. Die Ehe der Mutter begründete die jahrhundertelange Gegnerschaft zur Pfalz.
Lechner Karl: Seite 293-295,300-307
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"Die Babenberger"
Wieder war es zuerst der böhmische König, der
unmittelbar nach dem Tode Herzog Friedrichs seinen Sohn Wladislaw mit Gertrud
vermählte
- den man auch in Österreich als zukünftigen Herzog ansah. Aber
schon nach einigen Monaten, am 3. Januar 1247, starb Wladislaw.
Sichtlich stand der Papst mehr auf der Seite Gertruds
und suchte Margarete mit dem Grafen
Hermann von Henneberg zu verheiraten. Es ist interessant zu verfolgen,
wie in den Jahren 1246-1252 die beiden Frauen, Tante und Nichte, teils
verbündet, teils in offenem Gegensatz und in Konkurrenz, den Gewinn
der österreichischen Länder anstrebten, wobei der Papst abwechselnd
die eine oder die andere Seite förderte. Während Margarete
ausgesprochen kaiserlich-staufisch
gesinnt war, war
Gertrud hingegen päpstlich
wie ihr Schwiegervater. Mitte des Jahres 1248 war er so weit, dass Gertrudneuerlich
heiratete, und zwar Markgraf Hermann VI. von Baden,
einen angeheirateten Neffen Herzog Ottos von Bayern, der aber einer eher
päpstlich eingestellten Familie entstammte. Diese Verbindung war nicht
durch den Papst, sondern von Herzog Otto von Bayern vermittelt worden.
Papst Innocenz IV. bestätigte am 14. September 1248 dem Markgrafen
Hermann die Schenkung des Herzogtums Österreich
durch seine Frau, die ducissa Austrie, an die es "nach Erbfolge
gemäß alter und gebilligter Gewohnheit des Landes, bekräftigt
durch Päpste, römische Kaiser und Könige gesetzlich gekommen
ist. Aber einige Monate später, am 31. Januar 1249, fordert der Papst
den Gegenkönig WILHELM auf, Markgraf
Hermann mit dem Herzogtum Österreich zu belehnen.
Ein Großteil des Adels hielt sich fern von ihm,
Sympathien scheint er im Lande nicht viele errungen zu haben. Er hatte
wohl versucht, in Wien solche zu gewinnen. Wie sich Markgraf
Hermann Anhang zu verschaffen wußte, erläutert eine
Urkunde, womit Herzogin Gertrud
am 23. Mai 1249 dem Stift Klosterneuburg die Auslösung
einer durch Heinrich des Jüngeren von Mödling (+ 1236) einst
an Klosterneuburg gekommenen und von ihrem Gemahl, Herzog
Hermann, an Heinrich von Liechtenstein verpfändeten Ortschaft
verspricht. Gertrud hatte ihren Sitz
in Kahlenbergerdorf auf der die Donauuferstraße nördlich von
Wien beherrschenden Burg. Sie gehörte samt der daneben gelegenen Kirche
infolge Schenkung der Herzogin-Mutter Theodora
dem Stift Klosterneuburg, aber Gertrud
räumte - gestützt auf den Papst - die Burg nicht. Der
Papst verwendete sich für sie im Januar 1248 beim Propst von Klosterneuburg
und verpflichtete ihn, auf jeden Fall die Herzogin in castro "Obalenberch",
wohin sie sich wegen dessen Festigkeit zurückgezogen hatte, wohnen
zu lassen. Gertrud war auch weiterhin
auf der Burg geblieben, bis sie 1251 an Herzogin
Margarete und ihren Gemahl gekommen zu sein scheint. Die Burg
in Kahlenbergerdorf erwies sich für Gertrud
und Hermann
als besonders wertvoll, da sie die Straße am Donauufer
gegen Einfälle aus dem Westen sperren, aber auch den Weg zum uralten
Urfahr Nußdorf-Jedlesee nach Norden überwachen konnte. Dass
Herzog-Markgraf Hermann
im Lande selbst gekämpft und Schaden gestiftet hatte, geht
aus einer Urkunde hervor, die Herzogin Gertrud
vier Monate nach dem Tode ihres Mannes dem Kloster Altenburg am 6. Februar
1251 in Wien ausstellen ließ. Sie schenkte damit dem Kloster Altenburg
bei Horn die unter ihrem Patronatsrecht stehende Altpfarre Röhrenbach
- als Ersatz für die vielen Schädigungen, die ihr verstorbener
Gemahl dem Kloster zugefügt hatte. Am 4. Oktober 1250 war nämlich
Herzog-Markgraf Hermann von Baden
plötzlich gestorben. Aus der Ehe mit Gertrud
waren zwei Kinder hervorgegangen: Friedrich,
der sich später "Herzog von Österreich und Steier" nannte und
als Markgraf von Verona in Neapel 1268 hingerichtet wurde, und Agnes,
die später Herzog Ulrich III. von Kärnten und Krain heiratete.
Franzl Johann: Seite 62
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"Rudolf I."
Markgraf Hermann von Baden, der Gemahl der frommen BABENBERGERIN Gertrud, der als Favorit des Papstes galt, konnte die Erbansprüche seiner Gemahlin in Österreich nicht durchsetzen.
Stürner Wolfgang: Teil 2 Seite 566
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"Friedrich II. Der Kaiser 1220-1250"
Zudem machten Margarete,
die Schwester des BABENBERGERS und verwitwete Schwiegertochter des
Kaisers und ihre Nichte, die im Sommer 1245 als vierte Gemahlin des STAUFERS
ausersehene Gertrude, Erbansprüche auf das Herzogtum Österreich
geltend, beide unter äußerst fragwürdiger Berufung eben
auf das Privileg von 1156.
Während des Kaisers Statthalter Otto von Bayern
in Krain und in der Steiermark Anerkennung fand, gelang ihm dies in Österreich
gegen
Gertrude und ihre Anhänger nur teilweise; seine Schwierigkeiten
wuchsen noch, als die BABENBERGERIN Mitte 1248 Markgraf
Hermann von Baden heiratete. Unterstützt
von Adligen aus Österreich und der Steiermark, legte er dem Kaiser
deshalb nahe Margaretes
Sohn, den Kaiserenkel
Friedrich mit den beiden Herzogtümern zu belehenen.
1247
oo 2. Gertrud von Österreich, Tochter Heinrichs
des Gottlosen
1226-24.4.1288
Kinder:
Friedrich I.
1249-29.10.1268
Agnes
1250-2.1.1295
1263
1. oo 2. Ulrich III. Herzog von Kärnten
1220-27.10.1269
1270/71
2. oo Ulrich III. Graf von Heunburg
- um 1308
Literatur:
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Franzl, Johann: Rudolf I. Der erste Habsburger
auf dem deutschen Thron, Verlag Styria 1986, Seite 62,103,120 - Pohl
Walter: Die Welt der Babenberger. Schleier, Kreuz und Schwert, hg. von
Brigitta Vacha, Verlag Styria, Seite 232,277,291 -