Hermann V.                                              Markgraf von Baden (1190-1243)
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um 1165/70-16.1.1243
 

Ältester Sohn des Markgrafen Hermann IV. von Baden und der Bertha von Tübingen, Tochter von Pfalzgraf Ludwig
 

Hermann V. folgte 1190 seinem Vater, stand 1198 im deutschen Thronkrieg zu König PHILIPP und 1208-1211 zu Kaiser OTTO IV., mit dem er in Italien weilte. Er wurde später eine wichtige Stütze des Kaisers FRIEDRICH II. und erhielt Pforzheim, Durlach, Oppau, Lindenfels, Ettlingen, Eppingen, Sinsheim, Lauffen, Besigsheim und andere Orte. Er verzichtete dafür 1218 auf Erbansprüche in Zähringen und 1227 auf die in Braunschweig und wurde Graf der Ortenau und im Breisgau. Er geriet in diesem Bereich schroff gegen die verwandten Grafen von Freiburg wegen der Bergregale und anderer Rechte, zog mit Kaiser FRIEDRICH II. jahrelang durch das Deutsche Reich und Italien und war 1221 in Ägypten inhaftiert. Er nahm mit dem Bruder am Kreuzzug des Kaisers teil und war später Mitglied des königlichen Rates für König HEINRICH (VII.), geriet bald gegen diesen und versuchte, zwischen ihm und dem Kaiser zu vermitteln. Er rief den Kaiser 1235 ins Reich, als HEINRICH (VII.) zu rebellieren begann, nahm 1235 am Mainzer Hoftag teil und war 1235-1238 wieder im engsten kaiserlichen Gefolge. Er förderte wie Vater und Großvater vor ihm die Klöster besonders Maulbronn, Thenenbach, Herrenalb, Selz, Salem und Backnang. Seine Witwe gründete als Hauskloster Lichtenthal.

Schwarzmeier Hansmartin: Seite 191
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"Die Reginswindis-Tradition von Lauffen. Königliche Politik und adelige Herrschaft am mittleren Neckar"
in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 131. Band

In einer Urkunde von 1234 für den Markgrafen Hermann V. von Baden wird nämlich auf einen älteren Vorgang verwiesen, den man in den Juli 1219 datiert hat. Danach hat FRIEDRICH II. dem Markgrafen die Städte Lauffen, Sinsheim und Eppingen verpfändet, Ettlingen zu Lehen und Durlach zu eigen gegeben, und zwar als Ersatz für die Erbansprüche, die Hermanns Gemahlin Irmengard auf das Allod des Herzogs Heinrich von Braunschweig besaß. Aus der angegebenen Quelle geht hervor, dass der Ort Lauffen, aus dem Erbe der Grafen von Lauffen, an den STAUFER kam, der ihn an den Markgrafen verpfändete. Dieser zählte damals zu seinen getreuesten Anhängern und hielt sich ununterbrochen in seiner Umgebung auf. Indessen ist die Sache noch komplizierter. Denn offenbar hatte man sich bei der Abmachung zwischen Markgraf Hermann und dem Kaiser auf eine Pfandsumme von 2.300 Mark Silber geeinigt, die der junge HEINRICH (VII.), um 1.000 Mark zu drücken versuchte, so dass der Kaiser eingriff, den Sohn zum Nachgeben zwang und die ursprüngliche Pfandsumme bestätigte. Dem Markgrafen war die Sache so wichtig, dass er die darüber ausgestellte Urkunde mit der Goldbulle des Kaisers besiegeln ließ.

Hermann V. verkaufte die Ansprüche seiner Gemahlin Irmgard auf Braunschweig an die STAUFER und König HEINRICH (VII.) versuchte 1227 vergeblich, diese militärisch durchzusetzen.

Stürner Wolfgang: Teil 1 Seite 198
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"Friedrich II. Die Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland 1194-1220"

Zu FRIEDRICHS II. treuesten Begleitern  aus dem hohen Adel jener Region während der Jahre bis 1220 gehörte ohne Zweifel Markgraf Hermann V. von Baden (+ 1243), dessen Familie, eine Seitenlinie der ZÄHRINGER, sich nach ihrer Stammburg oberhalb von Baden-Baden nannte. Ihr Besitz freilich lag nur zum kleineren Teil in deren Umgebung, überwiegend hingegen im Breisgau und vor allem am mittleren Neckar und an der Murr. In Backnang hatt schon zu Beginn des 12. Jahrhunderts ein Vorfahre Hermanns ein Augustiner-Chorherrenstift als Grablege seines Geschlechts gegründet, und dem Raum zwischen Backnang und Stuttgart, das Hermann selbst vielleicht um 1219 zur Stadt erhob, galt zunächst auch sein eigenes Hauptaugenmerk. Darüber hinaus aber verkehrte er regelmäßig an FRIEDRICHS Hof, sein Name gehört zu den meistgenannten in den Zeugenreihen der königlichen Urkunden. Offenbar wußte der STAUFER seine Anwesenheit und seinen Rat zu schätzen. Jedenfalls überließ er ihm im Jahre 1219 die Königsstädte Lauffen am Neckar, Sinsheim und Eppingen im Kraichgau als Pfandschaften für 2.300 Mark Silber, insbesondere aber im Rahmen eines Gütertausches gegen braunschweigischen Besitz Durlach als Eigentum und Ettlingen als Lehen. Der Raum um diese beiden vermutlich von HEINRICH VI. gegründeten städtischen Verwaltungs- und Wirtschaftszentren, der Uf- und Pfinzgau, sollte künftig immer stärker in den Mittelpunkt der markgräflichen Aktivität rücken.

Stürner Wolfgang: Teil 2 Seite 300,301A,303
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"Friedrich II. Der Kaiser 1220-1250"

Auf dem schon erwähnten Frankfurter Hoftag vom Februar 1234 nahm HEINRICH (VII.) im Streit zwischen Graf Egino V. von Urach und Markgraf Hermann von Baden um Forstrechte und die Silbergruben im Breisgau für den damals auf seiner Seite stehenden Egino Partei. Er bestätighte nicht nur die auf einen Fürstenspruch gegründete Belehnung des Urachers mit den umkämpften Gütern und Rechten, wogegen wohl nichts sprach, sondern brachte Hermann zudem dahin, daß er ihm seinen Sohn als Geisel stellte; überdies zwang er ihn, die einst mit FRIEDRICH vereinbarte Pfandsumme für Lauffen am Neckar und andere Städte herabzusetzen.
Die Kämpfe, die im November 1234 ausbrachen, konzentrierten sich zunächst auf den hohenlohischen Raum, wo Gottfried einer von Walter von Limpurg geführten und vom Bischof von Würzburg unterstützten Koalition gegenüberstand; zeitweise erschien hier sogar der König selbst. Kaum vom Kaiserhof zurückgekehrt, hatte sich dann Markgraf Hermann von Baden der Angriffe Heinrichs von Neuffen zu erwehren; er behauptete im ganzen seine Position, konnte allerdings die Zerstörung des Stifts Backnang nicht verhindern.

Lechner Karl: Seite 412 A 20
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"Die Babenberger"

Herzog Ottos Frau und die Mutter Hermanns waren Schwestern, Töchter des Pfalzgrafen Heinrich bei Rhein, eines Sohnes Heinrichs des Löwen aus seiner zweiten Ehe mit Mathilde von England. Übrigens hatte der Vater Markgraf Hermanns, Hermann V., im Jahre 1228 eine Reihe von Belehnungsurkunden Bischof Ekberts mit bambergischen Hochstiftslehen bezeugt, die Markgraf Liupold VI. mitbesieglt hat, BUB II, Nr. 273-276.
 
 
 
 

 1220
  oo Irmgard von Braunschweig, Tochter des Grafen Heinrich I.
       um 1200-24.2.1260

     Erbin von Pforzheim
 
 
 
 

Kinder:

  Hermann VI.
  um 1222-4.10.1250

  Rudolf I.
         -19.11.1288

  Mathilde
         -   1259

1251
  oo Ulrich I. Graf von Württemberg
       um 1225-25.2.1265

  Elisabeth
       -20.3.

  1. oo Eberhard IV. Graf von Eberstein
                  - vor 1253

  2. oo Ludwig II. Graf von Lichtenberg
                  -   1315
 
 
 
 

Literatur:
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Die Zähringer. Schweizer Vorträge und neue Forschungen. Hg. von Karl Schmid; Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1990, Seite  220, 222,223,229,253,255 - Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Wien Köln Weimar 1992, Seite 412 A 20 - Stürner, Wolfgang: Friedrich II. Teil 1: Die Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland 1194-1220, Primus-Verlag Darmstadt 1997, Seite 198,215 - Thorau, Peter: Jahrbücher des Deutschen Reichs unter König Heinrich (VII.) Teil I, Duncker & Humblot Berlin 1998, Seite 54,57,162,164,169,321,324 - Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 2. Buch Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873, Seite 123,131,385,451, 463,510 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 1. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 8,10,22,39,146, 179,285,293,397,428,432,468,497,498,499,505,508,514,515,516,518,536 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 2. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 224,352 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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