Bogislaw I.                                                Herzog von Pommern-Stettin (1153-1178)
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um 1130-18.3.1187
              Saßnitz

Älterer Sohn des Herzogs Wartislaw I. von Pommern
 

Lexikon des Mittelalters: Band II Seite 324
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Bogislaw I.,  Herzog von Pommern seit 1156
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* um 1130 (?), + 18. März 1187

Sohn von Wartislaw I.

    1159
  1. oo Walburga von Dänemark
                   - 1177

    1177
  2. oo Anastasia von Polen, Tochter Fürst Mieszkos III.
                  -

Übernahm erst nach dem Tod seines Onkels Ratibor 1155/56 zusammen mit seinem Bruder Kasimir I. die Regierung. Trotz der Teilung des Herzogtums behielt Bogislaw die Oberhoheit und führte manchmal (besonders auf Münzen) den Königstitel. Angesichts der sächsischen und dänischen Expansion unterstützte Bogislaw 1164 den Abodriten-Fürsten Pribislaw, wurde jedoch Lehnsmann Heinrichs des Löwen, auf dessen Wunsch er sich an der Eroberung Rügens durch die Dänen (1168) beteiligte. Vergebens suchte Bogislaw in der Folgezeit Unterstützung gegen Dänen und Sachsen bei dem polnischen Fürsten Mieszko III., dessen Tochter er heiratete. 1180 erbte Bogislaw den Anteil des Bruders und wurde 1181 anläßlich seines Erscheinens im kaiserlichen Lager von Lübeck von FRIEDRICH BARBAROSSA mit seinem Land belehnt. Bogislaw I. konnte sich jedoch auf die Dauer nicht gegen die dänische Expansion behaupten; nach mehreren dänischen Plünderungszügen unterwarf er sich 1185 König Knut VI. und wurde dessen Vasall.

Literatur:
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NDB -PSB - O. Eggert, Die Wendenzüge Waldemars I. und Knuts VI. v. Dänemark nach Pommern und Mecklenburg, BSt NF 29, 1927, 9-149 - Ders., Dän.-wend. Kämpfe in Pommern und Mecklenburg (1157-1200), BSt NF 30, H. 1, 1928, 1-74 - F. Curschmann, Die Belehnung Hzg. B.s I. v. Pommern im Lager vor Lübeck (1181), PJ 31, 1937, 5-33.
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Heinrich Klauser: Seite 35
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"Lexikon deutscher Herrscher ud Fürstenhäuser"

Bogislaw I., Herzog von Pommern
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um 1130-18.3.1187

Bogislaw I. war ein Lehensnehmer des dänischen Königs Waldemar I. und vorübergehend auch Heinrichs des Löwen. Nach dem Sturz der WELFEN wurde Bogislaw 1181 für seine Verdienste um die Ostkolonisation von Kaiser FRIEDRICH I. als Herzog von Slawen anerkannt. Dennoch mußte Bogislaw 1185 sich der Oberhoheit des dänischen Königs unterwerfen.
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Bogislaw I. folgte zu Stettin, hatte viel Zwist mit seinem Bruder Kasimir, kämpfte aber mit ihm und Mecklenburg gegen Heinrich den Löwen, verlor am 1. Juli 1164 die Schlacht bei Demmin und mußte sich unterwerfen. Er bekam mecklenburgische Gebiete dazu (Circipanien), half 1168 Rügen zu erobern, hoffte vergebens auf Gewinn und geriet daher gegen Dänemark, was zu gegenseitiger übler Küstenpiraterie führte. Er fiel 1181 von Heinrich dem Löwen ab, wurde Reichsfürst und damit endgültig aus dem polnischen Lehensbindungen gelöst. Er griff 1182 in mecklenburgische Bürgerkriege ein und geriet damit gegen Pommern-Rügen. Er verlor 1184 die Seeschlacht bei Rügen gegen Dänemark, mußte sich diesem unterwerfen und Gebiete an Rügen abtreten. Er förderte das Deutschtum und die Christianisierung und errichtete viele Kirchen und Klöster.
 
 
 
 

    1150/59
  1. oo Walburgis von Dänemark
                   -18.4.1172
 
  26.4.1177
  2. oo Anastasia von Polen-Gnesen-Posen, Tochter des Herzogs Mieszko III.
                  - nach 31.5.1240
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Wartislaw II. Herzog von Pommern
         -18.2.1184
 
  Ratibor II. Herzog von Pommern
  1160-14./15.1.1185
 
  Dobroslawa Erbin von Schlawe
          -
 
   um 1188
  1. oo Boleslaw Herzog von Kujawien-Schlawe
                  -13.9.1195
 
  2. oo Wartislaw zu Gützkow, Burggraf von Stettin
                  -   1233

2. Ehe

  Bogislaw II.
         -23./24.1.1220
 
  Kasimir II. Herzog von Pommern-Demmin
  1180- Ende 1219
 
 
 
 
 
Literatur:
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Jordan, Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher Taschenbuch Verlag München, Seite 94,207, 211,218 -