Heinrich II.                                   Herzog von Limburg (1139-1167)
--------------                                   Markgraf von Arlon (1151-1167)
um 1115-19.8.1167
               Rom
 

Ältester Sohn des Herzogs Walram III. der Heide von Limburg und der Jutta von Geldern-Wasserberg, Tochter von Graf Gerhard I.
 

Brandenburg Erich: Tafel 11 Seite 23
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"Die Nachkommen Karls des Großen."

XIII. 129. HEINRICH II., Herzog von Limburg
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* ca. 1110, + 1167 VIII.

Gemahl:
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a)
1136
MATHILDE, Tochter des Grafen Adolf von Saffenberg
          + 1145 2. I.
b)
ca. 1150
LAURETTE, Tochter des Dietrich von Elsaß, Graf von Flandern (siehe XIII. 337.) oIo vor 1152
         +



Thiele, Andreas: Tafel 14
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

HEINRICH II.
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    + 1167

Heinrich II. beendete 1158/59 die große Fehde und bekam die herzogliche Gewalt östlich der Maas zugestanden. Er war eine treue STAUFER-Stütze und wurde Vogt von Klosterrath und zeitweise Verweser des Erzstiftes Köln. Er zog mit nach Italien und fiel auch der verheerenden Seuche zum Opfer.

  1. oo MATHILDE VON SAFFENBERG (Haus der EZZONEN)
                     + 1145

Tochter des Grafen Adalbert I.; Erbin von Rode

  2. oo LAURETTE VON LOTHRINGEN
                    +

Tochter Graf Dietrichs von Flandern

Mohr Walter: Band II Seite 86-91,93
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"Geschichte des Herzogtums Lothringen"

Auf dem gleichen Hoftage zu Köln waren auch Herzog Walram und sein Sohn Heinrich anwesend. Sie scheinen durchaus in der Gunst des neuen Königs gestanden zu haben, in dessen Urkunden Walram mit dem Titel dux erscheint, und auch sein Sohn wird neben ihm erwähnt, dagegen fehlt der Name Gottfrieds. Walram und sein Sohn sind dann dem König auch nach Mainz gefolgt.
Im darauffolgenden Jahr 1139 finden wir indes die Situation völlig geändert. Damals weilte der König im Juni in Lüttich, und in einer dort ausgestellten Urkunde werden Gottfried, Herzog von Löwen, und Heinrich,Herzog des Ardennerlandes, als Zeugen genannt. Zu diesem Zeitpunkt scheint also Herzog Walram gestorben zu sein.
Immerhin bietet nun die Königsurkunde vom Juni 1139 den Ausgangspunkt einer neuem Situation, denn das bei der Wahl KONRADS III., ganz und gar nicht im Vordergrund stehenden Haus LÖWEN findet sich jetzt in einer ausgesprochenen Bevorzugung. Der Wechsel wird sich nach dem Tode Herzog Walrams vollzogen haben, da nun die persönlichen Gründe wegfielen, die KONRAD bis dahin zurückgehalten haben könnten. Doch scheint dabei die Anerkennung der Ansprüche Gottfrieds auf das Herzogtum Nieder-Lothringen nicht eine völlige Eliminierung von Walrams Sohn Heinrich bedeutet zu haben. Gottfried wird der Löwensche Herzog, dux Lovaniensis genannt, Heinrich dagegen Herzog des Ardennerlandes, dux Ardennie, ein für die damalige Zeit nicht gebräuchlicher Ausdruck. Heinrich ist also Herzog eines bestimmten Gebietes, er scheint zwar Gottfried nicht untergeordnet, doch ist Gottfrieds Herzogtitel eine allgemeinere Bedeutung unterlegt.
Wenn wir nun diesen Annalen von Rolduc auch in der Angabe des Todesdatums 1138 für Herzog Walram folgen können, lässt sich eine Erklärung für den vermuteten Kompromiss finden. Der alte Herzog Gottfried hätte zu diesem Zeitpunkt noch gelebt und natürlich einen Anspruch auf das gesamte Herzogtum Nieder-Lothringen erhoben, wogegen der König ihn beredet hätte, Heinrich von Limburg vorläufig den Herzogstitel zu belassen, bis eine neue Regelung gefunden worden sei. Als Sicherheit hat dabei vielleicht die neue Familienverbindung gedient, die Gottfrieds gleichnamiger Sohn mit einer Schwester der Gemahlin des Königs einging, und dies uns von einer zeitgenössischen Quelle auch in diesem Lichte dargestellt wird.
KONRAD habe, so heißt es in Annalen von Rolduc, Heinrich beredet, sein Herzogtum aufzugeben, wofür er ihm eine entsprechende Entschädigung zukommen lassen wollte. KONRAD wird also unter Hinweis auf seine nahe Verwandtschaft mit dem jüngeren Gottfried dessen Vater für den vorläufigen Kompromiss gewonnen haben unter der Voraussicht, dass der LIMBURGER bald zum Verzicht auf sein Herzogtum gebracht werden würde. In dieser Hinsicht könnte die Königsurkunde vom Juni 1139 einen Hinweis geben mit ihrer Titulierung Herzog des Ardennerlandes fürHeinrich. Vielleicht sollte das Haus LIMBURG auf das Gebiet von Arlon gelenkt werden mit der Hoffnung, es könnte zur Gründung eines Herzogtums der Ardennen kommen. Das Ganze muss sich dann doch im Jahre 1139 abgespielt haben, denn im folgenden Jahre lässt sich erneut eine Feindschaft Heinrichs von Limburg feststellen, der die Ansprüche seines Hauses auf die Herzogswürde wieder aufnahm, und zwar nach Angaben der Annalen von Rolduc wegen Nichteinhaltung des vom König gegebenen Tauschversprechens.
Möglicherweise war das Limburger Verhalten unmittelbar durch weitere Absprachen zwischen dem König und Gottfried verursacht, denn dieser weilte Anfang Februar 1140 auf dem Reichstage in Worms, wo er, wie schon gesagt, in einer königlichen Urkunde als Herzog von Lothringen tituliert wurde. Hierin mag sich gleichzeitig ein Bruch zwischenHeinrich und König KONRAD dokumentieren, der vielleicht die Nichtdurchführung von dessen Tauschvorschlag zur Grundlage hatte. Und deshalb wohl fiel jetzt der LIMBURGER in die seinem Gebiet benachbarten Besitzungen Gottfrieds ein. Dieser wandte sich dafür gegen die Stadt St. Truiden, in der HeinrichVogteirechte besaß. Nach kurzer Belagerung wurde die Stadt erobert, die Einwohner mussten Gottfried huldigen. Anschließend marschierte er mit seinen Truppen nach Aachen und besetzte diese Stadt. Dort saß er zwei Tag lang zu Gericht und übte die Banngewalt aus, die dem Herzog von Nieder-Lothringen zustand. Aachen musste ihm ebenfalls den Treueid leisten.
Dann finden wir auffallender weise Heinrich auf einem Hoftag in Köln im September 1141 anwesend, wobei er in einer königlichen Urkunde genannt wird, jedoch nur unter dem Titel Graf von Limburg. Diese Formulierung erscheint nicht zufällig, denn in der Folge wird sie von der königlichen Kanzler weiter verwandt. Des weiteren sehen wir ihn als Graf in der Bestätigung einer seiner Schenkungen durch Bischof Albero von Lüttich und in einer Urkunde des Erzbischof von Köln aus dem Jahre 1149. Es sieht doch so aus, als sei es im September 1141 in Köln zu Abmachungen gekommen, die einen Verzicht Heinrichs auf die lothringische Herzogswürde einschlossen. Ihm werden dafür irgendwelche Zusagen gemacht worden sein, denn als der König dann wieder im Jahre 1145 dem Westen einen längeren Besuch abstattete, erschien Heinrich bereits im Mai in Worms am Hofe und war später bei dem langen Aufenthalt KONRADS zum Jahresende 1145 und während der ersten Monate 1146 in Aachen anwesend mit seinem Bruder Walram, der damals den Titel Graf von Aarlon führte.
Indessen gingen die Auseinandersetzungen um das Kloster St. Truiden weiter. Diesmal entstanden Spannungen zwischen Bischof Albero von Lüttich und Graf Otto von Duras, der dort Vogteirechte besaß. Der Anlass lag in Vereinbarungen zwischen dem Bischof von Metz als Herrn von St. Truiden und dem Bischof von Lüttich, durch die letzterem ein größerer Einfluss in der Stadt eingeräumt wurde. Graf Otto fühlte sich in seinen Vogteirechten beeinträchtigt, weil dieser Vertrag seiner Meinung nach nicht ohne seine Zustimmung hätte geschlossen werden dürfen. Er fand dabei Verbündete in Herzog Gottfried und dem Grafen Heinrich von Namur. Als er mit diesen beiden beim Bischof erschien, um die Aufhebung des Vertrages zu fordern, gab dieser nach. Die Verbündeten zogen darauf gegen die Stadt aus, mussten aber zunächst eine langwierige Belagerung führen. Schließlich wurden beide Seiten der Sache müde, und so erhielt Herzog Gottfried den Auftrag, zwischen St. Truiden und dem Grafen von Duras zu vermitteln. Anfang November 1142 kam der Ausgleich zustande, der weiter keine Veränderungen brachte.
Der Herzog von Nieder-Lothringen starb im Juni 1142. Er hinterließ einen gleichnamigen Sohn, der jedoch noch ein Kind war. Im folgenden Jahre bereits wurde dieser Gottfried VI. als Nachfolger seines Vaters von König KONRAD anerkannt. Noch immer war die eigentliche limburgische Frage ungelöst, die Hoffnungen, die Heinrich von Limburg auf eine Entschädigung gemacht worden waren, waren noch unerfüllt. Auch bei dieser Gelegenheit, da er vom König mit einer Exekution gegen den Grafen von Valkenburg beauftragt wurde, blieb ihm eine Belohnung versagt. Er hat sich allerdings immer wieder um die Gunst KONRADS bemüht, und wir finden ihn in diesen Jahren wiederholt am Hofe, so im Mai 1145 in Worms, am Ende des Jahres in Aachen, dann wieder im Januar 1147, als der König in Speyer weilte. Zum einen war das wohl bedingt durch den Umstand, dass er wegen des Knabenalters Herzog Gottfrieds auf eine Verstärkung des limburgischen Einflusses am Hofe hoffen konnte, zum anderen wird es wohl immer noch mit den Versprechungen zusammenhängen, die ihn gegen Verzicht auf den Herzogstitel gegeben worden waren. Die Hoffnungen, die er sich mit seinem Auftreten am Hofe machte, dürften eine Dämpfung erfahren haben durch die Begünstigungen, die der König auf der andern Seite dem jungen Gottfried zuteil werden ließ, dem er unter anderem die Vogtei über alle in seinen Eigenbesitzungen liegenden Klöster übertrug. Ein direkter Spannungspunkt ergab sich wohl im April 1147 in Aachen bei der Königskrönung von KONRADS Sohn HEINRICH, als hier Gottfried zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, während auch Heinrich von Limburganwesend war. Vielleicht kann aus der Formulierung der Königsurkunde auf damalige neue Verhandlungen in dem Problem LIMBURG-LÖWEN geschlossen werden. Es handelt sich um eine Schenkung an das Marienstift Aachen vom 1. April 1147, in der Heinrich neben Gottfried genannt wird, wobei er zwischen diesem und dem Grafen von Loon steht. Er trägt dabei keinen Titel, wodurch äußerlich der Eindruck entsteht, dass man ihn nicht mehr zu den Grafen rechnen will und ihn den Herzögen zumindest annähert.
Aus den kommenden Ereignissen darf vermutet werden, dass jetzt aber die Spannungen zwischen Limburg und LÖWEN wieder aufgelebt waren. Bei der Krönung des neuen Königs FRIEDRICHS I. in Aachen am 9. März 1152 ist Herzog Gottfried anwesend gewesen und neben ihm Heinrich von Limburg, der als Graf tituliert wurde. Wenig später, Ende März 1152, finden wir unter den Zeugen einer königlichen Urkunde für Maria Laach dem LIMBURGER dagegen als Herzog von Limburg, während Gottfried fehlt. Es mag in diesem Zusammenhang auch bemerkenswert sein, dass Heinrich sich selbst in einer seiner Urkunden im Jahre 1151 Herzog von Arlon nennt, was darauf hindeuten kann, dass es bei dem Ganzen wieder um die Herzogswürde ging. Auf der einen Seite ist Gottfried als Anwesender auf dem Hoftage zu Trier an Weihnachten 1152 als Herzog von Löwen verzeichnet, während der Name Heinrich hier nicht auftaucht. Ebenso wiederum steht dieser ohne jeglichen Titel, doch offensichtlich in der Reihe der Grafen als Zeuge einer königlichen Urkunde in Worms am 14. Juni 1153, während Gottfried wohl nicht anwesend war. Indes befand sich dieser auf dem Hoftage in Dortmund im Juni 1154 weiterhin in der Gunst des Königs, denn er erhielt die Vogtei über das Kloster Park bei Löwen auf Bitten der Mönche von ihm verliehen. Die Unsicherheit aber über die Titulierung hielt indes an. In einer kaiserlichen Urkunde vom Jahre 1157 findet sich Heinrich von Limburg wieder bezeichnenderweise ohne Titel zwischen den Herzögen und Grafen. In diesen Jahren tritt also Gottfried zweifellos als Herzog hervor, wenn auch mit der Bezeichnung nach Löwen, während Heinrich von Limburg mit der Herzogswürde nichts mehr zu tun zu haben scheint.
Es lässt sich nicht erkennen, ob und wie weit FRIEDRICH I. mit der im Jahre 1155 zustande gekommenen klareren und dauerhaften Einigung zwischen den Häusern LÖWEN und LIMBURG verbunden war, und wie es überhaupt dazu gekommen ist. Damals heiratete GottfriedMaria, die Tochter Heinrichs von Limburg. Der damit begründete Friede zwischen den beiden Häusern wurde darauf aufgebaut, dass Gottfried das Herzogtum Nieder-Lothringen, die Vogtei von St. Truiden und die Burg Rhode bei Waterloo zufielen, dass er nach dem Tode des Grafen von Limburg die Hälfte von dessen Besitz erhalten und durch Erbrecht dessen Nachfolger sein würde. Damit war der Streit um Nieder-Lothringen zwischen Limburg und LÖWEN beendet.
Im Jahre 1157 nahm FRIEDRICH I. energisch Stellung für den Abt Wibald und seine Abtei Stablo Partei gegen Heinrich von Limburg, dem er Eingriffe in den Besitz des Klosters untersagte. Wohl weilte Heinrich nachweislich im Januar 1157 in Trier und im April 1158 in Sinzig in der Umgebung des Kaisers, was darauf hindeuten kann, dass ihm an einer Verbindung zum Hofe gelegen war. Er ist auch im Kirchenstreit offensichtlich auf kaiserlicher Seite belieben, denn im Jahre 1164 finden wir ihn in der Umgebung des Erzbischofs Hillin von Trier, der seit etwa zwei Jahren Legat des kaiserlichen Gegenpapstes für seinen Trierer Sprengel war. Die Tatsache, dass er hier mit Herzog von Limburg tituliert wurde, deutet wohl auf ein gewisses Ansteigen seiner Stellung. Wenig später, im Jahre 1166, sehen wir ihn auch in Verbindung mit der Hauptfigur der kaiserlichen Politik, Rainald von Dassel, der anscheinend nach anfänglichem Zögern ihm ebenfalls den Titel eines Herzogs von Limburg zuerkennt.
 
 
 
 

  1. oo Mathilde von Saffenberg, Tochter des Grafen Adalbert I.
                  -2.1.1145

        Erbin von Rode

  2. oo Laurette von Lothringen-Flandern, Tochter des Grafen Dietrich
      x   um 1130- um 1175
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Heinrich III.
  um 1145- vor 28.6.1221

  Margarethe
          -   1172

 1155
  oo Gottfried III. Graf von Löwen
       1142-10.8.1190
 
 
 
 

Literatur:
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Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen Geschichte Lothar von Supplinburg, Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1879 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 11 Seite 23 - Mohr Walter: Geschichte des Herzogtums Lothringen. Verlag "Die Mitte" Saarbrücken 1974 Band II Seite 86-91,93 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 14 -