Walram III. der Heide                    Graf von Limburg (1119-1139)
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um 1085-16.7.1139                        Herr zu Wassenberg
 

Sohn des Grafen Heinrich I. von Limburg und der Adelheid von Pottenstein, Tochter von Pfalzgraf Botho von Bayern
 

Brandenburg Erich: Tafel 11 Seite 22
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XII. 63. WALRAM III. PAGANUS, Graf von Limburg 1119, Herzog von Nieder-Lothringen 1128
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* ca. 1085, + 1139 wohl 16. VII.

Gemahlin:
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nach 1104 (ca. 1110) JUTTA, Tochter des Grafen Gerhard I. von Geldern
                                          + 1151 24. VI.



Thiele, Andreas: Tafel
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

WALRAM III. "DER HEIDE"
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    + 1139

Graf von Arlon-Limburg, Herr zu Wassenberg

Walram III. der Heide bekriegte ständig Brabant und die Bischöfe von Lüttich, wurde 1128 durch Kaiser LOTHAR III. Herzog von Nieder-Lothringen und geriet damit verstärkt gegen Brabant. Er konnte trotz seines Sieges in der sogenannten "Grimbergh'schen Fehde" 1130 über Brabant die wahren Machtverhältnisse nicht ändern. Seine Ernennung machte die Zersplitterung Nieder-Lothringens endgültig, da er auf seinen kleinen Hausbesitz beschränkt blieb und kaum herzogliche Gewalt ausüben konnte. Er baute Montjoie-Monschau als Schutz des Konzener Landes.

  oo 1110
       JUTTA VON GELDERN
               + 1151

Tochter des Grafen Gerhard I., Erbin von Wassenberg



Giesebrecht Wilhelm von: Band 4 Seite 143,265,299,394
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"Geschichte der deutschen Kaiserzeit."

Aber mit geistlichen Waffen allein war Alexander nicht zu besiegen, da außer Herzog Gottfried ein großer Teil des lothringischen Adels und die meisten Vasallen des Lütticher Stifts zu ihm hielten. Erzbischof Friedrich von Köln mußte, um sich zu behaupten, die Streitkräfte seines Bruders in Anspruch nehmen und da auch Walram von Limburg, der Sohn des entsetzten Herzogs Heinrich, für ihn zum Schwerte griff, die Bürger von Lüttich und der größere Teil des dortigen Klerus ihm ergeben waren, gelang es ihm, sich den Besitz der Stadt zu sichern, ohne jedoch seinen Widersacher ganz zu bewältigen.
Mit bemerkenswerter Entschiedenheit trat der König jetzt Gottfried entgegen; das Herzogtum Nieder-Lothrigen wurde ihm genommen und Walram, dem Sohne Heinrichs von Limburg, übertragen. Schon längst hatte sich Walram einen hervoragebnden Namen gemacht und galt bei seinen Freunden für eine Zierde unter der Ritterschaft des Landes: viele waren hocherfreut, daß er die herzogliche Fahne Lothringens erhielt, welche einst schon sein Vater getragen.
Freilich war Gottfried von Löwen, ein mächtiger Herr, dessen Tochter dem König von England vermählt war, damit nicht vernichtet. Vielmehr gewann er gerade in diesen Tagen als Bundesgenosse Wilhelm Clitos bei Axpoele über Theoderich von Elsaß einen unzweifelhaften Sieg (21. Juni 1128), dessen Früchte nur dadurch verlorengingen, daß Wilhelm kurze Zeit darauf bei der Belagerung von Aalst (27. Juli) eine tödliche Wunde erhielt. Theoderich wurde nun von König Ludwig mit Flandern belehnt, aber er hielt es nichtsdestoweniger für geraten, sich mit Gottfried, seinem furchtbaren Gegner, zu verständigen. Bald unterstützte er ihn sogar gegen Walram im Kampfe um das lothringische Herzogtum. Ein Sieg, den Walram im Bunde mit Bischof Alexander von Lüttich am 7. August 1129 bei Duras über Gottfried gewann, sicherte ihm zwar die herzogliche Gewalt in dem Lande von Rheine bis zur Geete, aber Gottfried behauptete sich jenseits der Geete in der Macht und führte sogar den herzoglichen Namen fort. Das Herzogtum Nieder-Lothringen ging seiner Auflösung entgegen, und man begann von Herzögen von Limburg und und Löwen zu reden.
Viele lothringische Fürsten umgaben den Thron des Königs in Aachen, und es mußte ihm von Wichtigkeit sein, ihre Streitigkeiten auszutragen, um das Land dauernd zu beruhigen. Der Kampf um das Herzogtum Nieder-Lothringen war schon vorher zu einem vorläufigen Abschluß gekommen. Im Jahre 1131 hatten sich die Herren, welche sich bei Duras geschlagen, in Lüttich zu Friedensverhandlungen zusammengefunden und wirklich ihre Händel ausgetragen. Indem Walram von Limburg die herzogliche Würde und den herzoglichen Namen behauptete, scheint beides zugleich doch auch Gottfried von Löwen stillsschweigend zugestanden zu sein; so gab er sich zur Ruhe und ist nachher selbst mit dem Könige wieder in freundschaftliche Beziehungen getreten.
Schon im Jahre 1138 war Walram von Limburg gestorben und bald [102 Am 25. Janaur 1139.] nach ihm auch Gottfried von Löwen. Walram hatte die herzogliche Fahne von Nieder-Lothringen geführt und sein Sohn Heinrich, der schon bei Lebzeiten des Vaters den Namen eines Herzogs trug, hegte um so mehr die Hoffnung, nun zur vollen Gewalt seines Vaters zu gelangen.

Mohr Walter: Band II Seite 82-85
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"Geschichte des Herzogtums Lothringen"

Vermutlich suchte der König Herzog Gottfried ein Gegengewicht zu schaffen, um Dietrich in Flandern eine Entlastung zu bringen, als er in der 1. Hälfte der Juni 1128 auf einem Hoftag in Aachen das Herzogtum Nieder-Lothringen an Walram von Limburg gab. Anscheinend hat sich Walram gleich seinen Sohn im Herzogsamte assoziiert, denn in einer königlichen Urkunde vom 10. Februar 1129, die in Köln ausgestellt wurde, werden beide bei den Zeugen unter dem Herzogstitel genannt. Bestätigt wird das durch eine spätere Urkunde vom 1. Januar 1134, in der Heinrich als Herzog erscheint, also noch zu Lebzeiten des Vaters. Für das Verhältnis Gottfrieds zu Flandern hat das weiter keine Folgen gehabt, da er sich, wie wir sehen, mit dem neuen Grafen Dietrich geeinigt hatte. Die Entwicklung endete sogar darin, dass er von Dietrich Unterstützung im Kampf gegen Limburg erhielt.
Ein weiterer Verbündeter erwuchs diesem aus dem Vorgehen des Bischofs Alexander von Lüttich gegen den Grafen Giselbert von Duras. Der Graf besaß einen Teil der Vogtei über St. Truiden. Er und sein Sohn Otto schädigten indes das Kloster ständig. Nach erfolglosen Interventionen des Obervogtes, Herzog Walrams, und des Herrn des Klosters, des Bischofs Stephan von Metz, wurde durch Gerichtsurteil dem Grafen die Vogtei entzogen. Herzog Walram hat anscheinend auch Bischof Alexander von Lüttich dahin beeinflusst, dem Grafen seine Grafschaft zu entziehen, die ein Lehen des Lütticher Bistums war. Giselbert begab sich zu Gottfried und verband sich mit ihm. Der Bischof von Lüttich verhängte den Bann über beide, die jetzt mit Plünderungen von Kirchen und Klöstern begannen. In St. Truiden organisierte man eiligst die Verteidigung, auf Bitten des Bischofs von Metz übernahm hier der von Lüttich die Schutzherrschaft. Er und Herzog Walram vereinigten ihre Streitkräfte und zogen vor Duras. Gottfried seinerseits erhielt Unterstützung vom Grafen Dietrich von Flandern und rückte heran, um Duras zu entsetzen. In der Schlacht bei Wilderen am 7. August 1129 wurden beide besiegt. Allerdings konnte sich Gottfried westlich der Geete mit seiner Macht behaupten. Den Herzogstitel von Nieder-Lothringen führte er weiter.
Indessen kam es im Jahre 1131 zu Verhandlungen zwischen beiden Parteien, die in Lüttich stattfanden und zu einem Abkommen führten. Nach außen behielt Herzog Walram die Würde und den Titel eines Herzogs von Nieder-Lothringen, doch wurde anscheinend Gottfried stillschweigend zugestanden, sich ebenfalls Herzog zu nennen. Der König weilte bekanntlich Ende März 1131 mit Papst Innocenz II. in Lüttich, doch lässt sich nicht ersehen, ob er sich in diese Verhandlungen eingeschaltet hat. Walram scheint allerdings sehr eng mit ihm in Kontakt geblieben zu sein. Er befand sich damals in Lüttich. Nach Trier hat er ihn zwar sehr wahrscheinlich nicht begleitet, sobald er sich aber wieder den Niederlanden zuwandte, ist auch Walram wieder am Hofe festzustellen. Auch Gottfried stand damals in Beziehungen zum Hofe, aber ein ganz gesicherter Zustand dürfte in Nieder-Lothringen nicht erreicht worden sein. Ob von königlicher Seite Gottfried der Herzogstitel, zugestanden wurde, lässt sich nicht ersehen, da er in den uns erhalten gebliebenen Urkunden LOTHARS niemals erscheint. Als dieser im März 1132 wieder nach dem Westen des Reichs kam, weilte Walram bereits in Köln in seiner Umgebung und ist ihm nach Aachen gefolgt. Offensichtlich hatte er noch allen Anlass, diese Verbindung zu pflegen, während Gottfried am Hofe wohl nicht aufgetaucht ist. Zu Beginn des Jahres 1134 schickte dann Walram seinen Sohn Heinrich dem Kaiser nach Köln entgegen und begab sich wenige Tage später wieder selbst an den Hof nach Aachen. Auch im Januar 1135 weilte er dort wieder in der Umgebung des Kaisers. Anderseits wissen wir, dass Gottfried im Jahre 1135 Gesandte an den Hof nach Quedlinburg schickte, was vielleicht ein Anzeichen dafür ist, dass die Problematik in Nieder-Lothringen weiter bestehen blieb. Walram lässt sich noch in der Umgebung des Königs feststellen, Gottfried seinerseits scheint an den Reichsangelegenheiten nicht teilgenommen zu haben.
In dieser Zeit stand er mit dem Grafen Gottfried von Namur in Verbindung, mit dem zusammen er einen gewissen Machteinfluss entwickelte. Darauf dürfte es zurückzuführen sein, dass der Probst Albero von Metz, der mit beiden verwandt war, 1134 zum Bischof von Lüttich erhoben wurde. Die Tatsache, dass der neue Bischof sofort die kaiserliche Bestätigung erhielt, deutet wohl auf verbesserte Beziehungen Gottfrieds zum Hofe. Im Jahre 1136 geriet er dann allerdings in Streit mit dem Grafen von Namur über die Abtswahl in Gembloux. Die Gründe hierfür sind nicht bekannt.
Nach dem Tode LOTHARS begann sich dann die Stellung Gottfrieds zu ändern. Allerdings lässt sich noch nicht ersehen, wie er speziell zur Wahl KONRADS III. gestanden hat, an der er wohl nicht teilnahm, doch sehen wir ihn dann Anfang April 1138 mit seinen Söhnen Gottfried und Heinrich beim Hoftag des neuen Königs in Köln. Auf dem gleichen Hoftage waren auch Herzog Walram und sein Sohn Heinrich anwesend. Sie scheinen durchaus in der Gunst des neuen Königs gestanden zu haben, in dessen Urkunden Walram mit dem Titel dux erscheint, und auch sein Sohn wird neben ihm erwähnt, dagegen fehlt der Name Gottfrieds. Walram und sein Sohn sind dann dem König auch nach Mainz gefolgt.
Im darauffolgenden Jahr 1139 finden wir indes die Situation völlig geändert. Damals weilte der König im Juni in Lüttich, und in einer dort ausgestellten Urkunde werden Gottfried, Herzog von Löwen, und Heinrich, Herzog des Ardennerlandes, als Zeugen genannt. Zu diesem Zeitpunkt scheint also Herzog Walram gestorben zu sein. Eine direkte Nachricht über seinen Tod geben uns nur die Annalen von Rolduc zum Jahre 1138, nämlich er sei gestorben und an seine Stelle sei Gottfried von Löwen getreten. Die Datierung ins Jahr 1138 wurde allerdings bestritten, da zwei Urkunden aus den Jahre 1139 Walram noch als Zeugen anführen würden Doch kann man diese Urkunden aus gewichtigen Gründen nicht als beweiskräftig ansehen.
 
 
 

 1110
  oo Jutta von Geldern-Wasserberg, Tochter des Grafen Gerhard I.
       um 1095-24.6.1151

     Erbin von Wasserberg
 
 
 
 

Kinder:

  Agnes
          -

  Heinrich II.
         -19.8.1167

  Walram IV. Markgraf von Arlon
          - nach 25.12.1145

  Beatrix
         -12.7. nach 1159

 vor 1135
  oo Ruprecht I. Graf von Nassau
             - vor 13.5.1154

  Gerhard I. Herr von Wassenberg
         - nach 4.8.1166

  Tochter
         -

   oo Ekbert Graf von Tecklenburg
               -   1150
 
 
 
 

Literatur:
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Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen Geschichte Konrad III., Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1883 Seite 25,29,34,109 - Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen Geschichte Lothar von Supplinburg, Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1879 Seite 185,193,215,234,355, 373,385,421,424,523,558,569,594,608,611 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 11 Seite 22 - Die Salier und das Reich. Gesellschaftlicher und ideengeschichtlicher Wandel im Reich der Salier. (Hg.) Stefan Weinfurter. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1991 Band I Seite 377,393 - Giesebrecht Wilhelm von: Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Mundus Verlag 2000 Band 4 Seite 143,265,267,299,394 - Leo Heinrich Dr.: Zwölf Bücher niederländischer Geschichten. Eduard Anton Verlag Halle 1832 Seite 555,557 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 Band VII Seite 141,143 - Mohr Walter: Geschichte des Herzogtums Lothringen. Verlag "Die Mitte" Saarbrücken 1974 Band II Seite 82-85 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 -