Grafen von Rietberg
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Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 841
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Rietberg, Grafschaft
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Entstand 1237 durch eine Herrschaftsteilung zwischen den gräflichen Brüdern Gottfried III. und Konrad I. von Arnsberg, bei der Konrad die nördlich der Lippe gelegenen Teile der Grafschaft Arnsberg erhielt und sich fortan nach der um 1100 gegründeten Burg Rietberg nannte. Trotz der schmalen Macht- und Territorialbasis vermochten die Grafen von Rietberg in der Geschichte Westfalens eine wichtige Rolle zu spielen, da es ihnen mehrfach gelang, die Bischofsstühle in Münster, Osnabrück, Paderborn und Minden mit Söhnen ihres Hauses zu besetzen und in den westfälischen und rheinischen (Köln) Domkapiteln zahlreich vertreten zu sein. Auch die Lehnsbindungen, die sie 1353 zum Reich eingingen, trugen zur Hebung des Ansehens bei. Doch der Mangel an Ressourcen zwang 1456 Graf Konrad V., die Grafschaft Rietberg den Landgrafen von Hessen zu Lehen aufzutragen und damit in die Gruppe der unbedeutenden Territorien einzureihen. Doch konnten die Grafen unter verschiedenen Häusern (ARNSBERG bis 1562, CIRSENA bis 1699, KAUNITZ bis 1815) ihre Eigenständigkeit behaupten.

Literatur:
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W. Leesch, Die Gf.en v. R. aus den Häusern Arnsberg und Ostfriesland, WZ 113, 1963, 281-376 - P. Leidinger, Zur Frühgesch. der Gft. R., Beitr. zur Heimatkunde des Krs.s Wiedenbrück 3, 1966, 43-49 - A. Hansschmidt, Die Gft. R. (Köln-Westfalen 1180/1980 hg. P. Berghaus-S. Kessemeier, 1980), 190-193.
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