Diepold I.                                                 Graf im Augstgau und Keltenstein 1059
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    -18.5.1060
 

Sohn des Grafen Rapoto II. im Traungau und einer namentlich unbekannten Tochter von Graf Riwin I. in Oberdillingen
 

Boslís Bayerische Biographie: Seite 138
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Diepold I., Graf des Augstgaus
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     + um 1060

Nach Verlust der schwäbischen Besitzungen wird die Familie durch Erbfall Lehensträger auf dem Nordgau.
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GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Dr. Wilhelm Wegener: Seite 181
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4. Dietpold I.

F. u. eV.
c 1020 siehe 2
1059 Zwist zwischen Bischof Heinrich von Augsburg und dem Grafen Dietpald pro comitatu ad altare s. Marie (Augsburg Dom) per carte firmationem traditio
Ratpoto, der Sohn Dietpalds, besetzt das (bischöfliche) Mantichingen (Schwabmünchen), erleidet eine verlustreiche Niederlage, brennt jedoch schließlich den Ort nieder
die Königin Agnes kommt an Allerheiligen mit ihrem Söhnlein HEINRICH nach Augsburg und nötigt die Angreifer zu einem Vergleich Annales Augustani SS 3, 127; IV. 1060.
Der von seinem Bruder Bela bedrängte König Andreas von Ungarn schickt durch den Grafen Thiedbald seinen Sohn dem König HEINRICH IV. Bertholdi Annales SS 13, 731;
+ c 1060 18/5
Kremsmünster: Diepold comes Necr. 4, 199
Zwiefalten: Diepolt comes de Monte (sic! Berg in Württemberg), comes de Monte ist ein Nachtrag nach 1150 Necr. 1, 252. Die dem Namen nach unbekannte Gemahlin ist wie folgt zu erschließen. Die Tochter Mathilde, die Gattin des Grafen Friedrich von Tengling (SIEGHARDINGER n 20), hatte neben ihren 2 älteren Söhnen Sieghard und Friedrich einen 3. namens Heinrich, der Bischof von Freising wurde. Dies fällt auf, da dieses Bistum außerhalb des Einflussbereiches der Familie lag. Ebenso auffallend ist der Name Heinrich, der weder bei den Chiemgauer SIEGHARDINGERN noch bei den RATPOTONEN bis dahin vorkommt. Nun erscheinen als Zeugen bei der Neugründung von Michaelbeuern 1072 auch die Söhne des Grafen Otto I. von Scheyern. Dessen Vater war Heinrich, Bruder Ottos und Sohn Heinrichs von Schweinfurt. Otto von Scheyern und seine Nachkommen waren Vögte von Freising. Damit ist der Ursprung des Namens Heinrich bei dem 3. Sohne der Mathilde von Tengling gefunden. Deren dem Namen nach unbekannte Mutter muss ebenfalls eine Tochter Heinrichs von Schweinfurt gewesen sein. Diese Vermutung bestätigt sich durch die Tatsache, dass die RATPOTONEN Ratpoto IV. und Dietpold II. auf dem bayerischen Nordgau, dem Machtgebiet Heinrichs von Schweinfurt, Eingang gefunden haben, woraus zu schließen ist, dass HEINRICH IV. hier keineswegs willkürlich vorgegangen ist.
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GENEALOGISCHES HANDBUCH ZUR BAIRISCH-ÖSTERREICHISCHEN GESCHICHTE
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Prof. Dr. Otto Dungern: Seite 54
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3. Dietpald (Dietpold) I.

Der ererbten Übergabsverpflichtung kam er unter Bischof Berengar (1013-1045) a.a.O. nach
1059 Graf im Augstgau und Keltenstein (MG. SS. III. 127) erhob er sich gegen die kaiserliche Regentschaft, welche diesen Gau an das Bistum Augsburg verliehen hatte; der Kampf seines Sohnes Rapoto endete mit einem Misserfolg
1060 (MG. SS. 13. 731) begleitete er den flüchtigen ungarischen Königssohn und dürfte um diese Zeit mit dem Tod abgegangen sein. Diepold ist ein Name, der keinem bayerischen Geschlecht eignet; ein hervorragender Träger dieses Namens war auf dem Lechfeld 10.VIII.955 (MG. SS. 6. 402) gefallene Graf Dietpald, Bruder des heiligen Bischofs Udalrich von Augsburg. Da nun unser Dietpald I. um den Augstgau kämpfte und dieser auch zweifellos die Grafschaft des auf dem Lechfeld gefallenen Grafen Dietpald gewesen ist, so kann sich der Anspruch Diepold I. und seines Sohnes Rapoto nur auf ein Erbrecht stützen. Den Augstgau, in dem Zusmarshausen liegt, und den Brenzgau, in dem Giengen liegt, scheidet nur die Donau; der Brenzgau ist die spätere Grafschaft Dillingen. Diese Sachlage drängt zur Überzeugung, dass Graf Diepold I. von einer dillingischen Grafentochter abstammen wird, wenn man diesen späteren Namen für den früheren Gau anwendet. Der auf dem Lechfeld gefallene Graf Dietpald besaß einen Sohn Riwin, der nach 973 starb; in dessen möglicher Tochter die Mutter von Graf Diepold I. zu vermuten, erscheint nicht sehr gewagt. Folgert man weiter, so muss sich der väterliche Name sowohl wie der mütterliche Mannesname in Graf Diepolds Söhnen wiederfinden lassen. Den erstgeborenen Rapoto sahen wir bereits im Kampfe für die väterlichen Rechte unterliegen; an seinen Stamm blieb der Hauptname des Vatersnamen gebunden. Und der Hauptname des mütterlichen Stammes sollte ausgeblieben sein? Es liegt wohl auf der Hand, dass er sich in keinem anderen finden kann als in Diepold, dem marchio de Giengen an der Brenz, Stammvater der VOHBURGER. Die Familie hatte ihre Güter in Bayern geteilt, die räumlich getrennt ziemlich weit auseinander lagen, während sie ihre Güter in Krain beieinander liegen hatte: 1062 (Stumpf 2615) grenzen die praedia Tebaldi comitis et Rapotonis comitis zusammen an die des Engilpero, des Stammvaters der ersten vollfreien Auersperger. Aus letzterer Jahreszahl ergibt sich, dass der Vater Diepold I. bald nach seiner Rückkehr aus Ungarn, also um 1060 gestorben sein muss. Was Baumann, Geschichte des Allgäu, I. 293/4, gegen eine Ableitung, wie vorstehend, aus der Rechtsgeschichte herleiten will, entbehrt jeder Stichhaltigkeit; nach seiner Auffassung hätten die Mitglieder des bayerischen Quinzigaugrafengeschlechtes nie in Sachsen Grafen werden können.

  oo Adela, Tochter des Grafen Sigehard
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Prinz Isenburg:

  oo N.N.
 
 

W. Wegener:
 

  oo N.N. von Schweinfurt, Tochter des Grafen Heinrich
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Kinder:

  Rapoto III.
         -15.10.1080
 
  Diepold II.
        -7.8.1078
 
  Mathilde
        -30.9. nach 1092
 
  oo Friedrich I. Graf von Tengling
            -17.7.1071
 

W. Wegener:

  Heinrich I. Graf von Berg in Schwaben
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  Ulrich von Gosham
        -   1083

Stammvater der Grafen von Raabs, Burggrafen von Nürnberg, Herren und Grafen von Deggendorf und Pernegg.