Richilde von Bergamo                     Markgräfin von Canossa
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    - um 1036
 

Tochter des Pfalzgrafen Giselbert II. von Bergamo und der Anselda von Turin, Tochter von Markgraf Arduin Glabrio
 

Richilde brachte ihrem Gemahl reiches Brautgut zu.

Golinelli Paolo: Seite 57-60
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"Mathilde und der Gang nach Canossa"

Um 1010 vermählte er sich mit Richilde, der Tochter des Grafen von Bergamo und Pfalzgrafen Giselbert II. und der Anselda, Tochter des Markgrafen von Turin, Arduin Glabrio (der dem in Canossa von Berengar II. belagerten Albert Atto zum Siege verholfen hatte). Diese Eheschließung verstärkte Bonifaz' Verbindung zu dem hohen Lehnsadel im Nordwesten, der den Versuch Arduins von Ivrea, sich gegen HEINRICH II. durchzusetzen, vereitelt hatte, und insbesondere zum Markgrafen von Turin, Olderich Manfred, seinen Vetter, dem Sohn Prangardas, einer Schwester Tedalds. Gleichzeitig brachte diese Heirat den CANOSSA beträchtliche wirtschaftliche Vorteile, vor allem neuen Grundbesitz am Po, wie Casteldidone und Correggioverde am linken Poufer. Ländereien im Gebiet von Revere am rechten Ufer sowie Castrumsiedlungen und Burgen bei Verona: in Nogara einen Fronhof "cum castro", in Angiari am Etsch ebenfalls einen Fronhof mit einem befestigten Dorf.
Unter Bonifaz und Richilde wurde das Zentrum des Canossa-Hofes endgültig vom Apennin nach Mantua verlegt, das sie zur "Hauptstadt" des neuen Canossa-"Staats" machten, dessen Güter und Jurisdiktionen größtenteils in der Poebene lagen, sofern man in einer Zeit, in der man die Residenzen häufig verlegte und dabei die Archive, Bilder und Familienschätze mit sich führte, von einer Hauptstadt sprechen kann.
Gräfin Richilde, der man im Lehen des heiligen Mönchs Simeon und an der Seite ihres Mannes häufig begegnet, starb frühzeitig. Die letzte uns überlieferte Nachricht geht auf den Februar 1036 zurück, als sie in Gonzaga ein Landgut und in Mantua ein Haus veräußerte.

Goez Elke: Seite 13,14
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"Beatrix von Canossa"

Vermutlich Ende des Jahres 1016 hatte Bonifaz Richilde geheiratet, die Tochter des Pfalzgrafen Giselbert von Bergamo. Diese Ehe trug ihm außer dem enormen Reichtum seiner Braut die Verwandtschaft mit diesem Grafenhaus und den in NW-Italien begüterten OBERTENGHI ein, was ihm allerdings, soweit ich sehe, nach dem Tode seiner Frau keinen politischen Nutzen mehr brachte. Zunächst aber bedeutete die Verbindung der CANOSSA mit den Bergamasker GISELBERTINERN, die sich zum Zeitpunkt der Eheschließung Richildes auf dem Zenit ihrer Macht befanden, eine wesentliche Stärkung der prokaiserlichen Kräfte Italiens.

Pauler Roland: Seite 59,115
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"Das Regnum Italiae in ottonischer Zeit"

Auch Thedalds Sohn Bonifaz erbte die väterliche 'Hausmacht' ungeteilt, obwohl er Brüder hatte. Bonifaz' Frau Richilde, die Tochter des Pfalzgrafen Giselbert II. von Bergamo, erhielt im Jahre 1016 von Kaiser HEINRICH die Güter der aufständischen Söhne des Grafen Sigefred, Hugo und Berengar, und konnte somit nochmals zum Ausbau der Macht des CANOSSANERS beitragen. Sie ist übrigens der einzige weltliche Würdenträger, für den eine Schenkung der Güter von Aufständischen aus diesem Zeitraum erhalten ist.
Als Kanzler fungierte Bischof Heinrich von Parma, der möglicherweise Deutscher war, seit Februar 1013 und behielt dieses Amt bis 1016, als er in Bamberg eine Urkunde für die Gräfin Richilde, die Frau der Markgrafen Bonifaz, unterschrieb, wobei er in dieser Urkunde auch intervenierte.

Hlawitschka, Eduard: Seite 153,169
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"Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962)"

Nach einer von Falce, Documenti inediti Seite 258, nr. 2 veröffentlichten Urkunde versprachen die Brüder Markgraf Bonifaz und Konrad am 26. März 1017 dem Abt Rudolf von Nonantola, daß sie sich an verschiedenen genannten Besitzungen des Klosters nicht vergreifen würden. Wie aus einer anderen Urkunde vom gleichen Tag ersichtlich ist (Tiraboschi, Nonantola II Seite 146, nr. 112), hatte Markgraf Bonifaz diese genannten Besitzungen zum größten Teil vom Markgrafen Anselm (ALEDRAMIDE, vgl. H. Bresslau, Konrad II., Band I Seite 390ff., 396,419) erworben, zum geringen Teil von seinem Vater Teudald geerbt. Über einen Zwischenträger gingen diese Güter an jenem Tage in das spezielle Besitzrecht der Frau des Bonifaz, Richilda, über (vgl. Tiraboschi, a.a.O. und Falce, Documenti Seite 256, nr. 1), die diese dann an das Kloster Nonantola - mit Vorbehaltsrechten? Urkunde fehlt als einzige aus einem Komplex! - übertragen zu haben scheint.
In dieser Gegend liegt auch Casteldidone (9 km nördlich Casalmaggiore/Po), das seinen Namen von einem Grafen Dido haben dürfte. Der erste mir bekannte Beleg für diesen Ort stammt aus dem Jahre 1010. Casteldidone war damals in der Hand eines Petrus presbiter filius quondam Gisoni de loco Rovere qui dicitur Casale Pauli, der seinen Besitz von fast 8.000 jugera mit Kastellen, Kirchen und Gutshöfen - darunter auch in Vidalinga - an die Gräfin Richilda verkaufte.

Bresslau Harry: Band I Seite 433-437
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"Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II.

Während Bonifaz durch eine zwischen 1010 und 1015 abgeschlossene Ehe mit Richilde, der Tochter des Pfalzgrafen Giselbert, der Schwester der Gemahlin des OTBERTINERS Hugo, die übrigens vorher schon einmal vermählt war, nicht nur seinen Güterbesitz ansehnlich vermehrte, sondern sich auch mit zwei Häusern Oberitaliens verschwägerte, sah Konrad sich darauf angewiesen, von der Güte seines Bruders abzuhängen; und wenigstens zu Anfang scheint er den Willen seines Bruders geachtet zu haben; 1017 urkunden Bonifacius marchio et Cunratho germani fil. quond. Teudaldi itemque marchio einträchtig miteinander, und der erstere führt den Markgrafentitel.
Bonifaz' Ehe mit Richilde blieb kinderlos.

Brunhofer, Ursula: Seite 60,222-226
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"Arduin von Ivrea. Untersuchungen zum letzten italienischen Königtum des Mittelalters."

Dem kann nichts entgegnet werden, doch sei darauf verwiesen, daß aufgrund von Verzichtserklärungen aus dem Jahre 1019 zumindest ein maßgeblicher Einfluß der GISELBERTINER auf Cremoneser Pieven belegt ist, was ein Indiz für deren Schwerpunktverlagerung in den Süden der Grafschaft sein kann [100 FCC, Nr. 234: Graf Arduin, Sohn des Pfalzgrafen Giselbert, und seine Frau Willa entsagen zugunsten des Bischofs Landulf von Cremona verschiedenen Zehntrechten an Cremoneser Pieven sowie anderen Rechten an diesen Pieven und ihren Pertinenzen. Im gleichen Jahr garantieren Arduins Schwester Richilda und ihr Mann Bonifaz von Canossa dem Bischof von Cremona die Zehntrechte an vier Cremoneser Pieven.].
Für eine Annäherung an die deutsche Partei spricht auch die Ehe zwischen Richilda, der Tochter des Pfalzgrafen Giselbert II., und dem Markgrafen Bonifaz von Canossa, der wie sein vor 1012 verstorbener Vater Tedald ein Verfechter der Sache HEINRICHS war. Es könnte sogar zu einer doppelten Verschwägerung der beiden Familien gekommen sein, da im Jahre 1019 als Ehefrau von Richildas Bruder Arduin eine Willa f. Rodulfi comitis auftritt, die von Odazio als Cousine des Bonifaz von Canossa betrachtet worden ist [345 FCC, Nr. 134. 973 erscheint Adelbert-Atto mit seinen Söhnen Teudald und Rudolf (CdB 307-308). Vgl. auch Odazio II, Seite 47 mit Anm. 1. Tanzi Montebello, Seite 56f.]. Wichtig für die Frage nach dem Verhältnis der GISELBERTINER zu Arduin in dessen Spätphase ist auf jeden Fall die Ermittlung des Zeitpunktes der Eheschließung zwischen Richilda und Bonifaz. Gewöhnlich wird der Hochzeitstermin in der Zeit nach dem 10. Oktober 1010 vermutet. An diesem Tag kaufte Richilda als Witwe eines Mannes, dessen Name nicht nmehr lesbar ist, der aber aufgrund von Richildas Titulierung als comitissa die Funktion eines Grafen oder Markgrafen innegehabt haben muß, von einem Priester Petrus q. Gisoni de loco Revere, qui dicitur Casali Paulo für 2.000 Denare mehrere curtes samt Pertinenzen. Es handelte sich um eine immense Gütermasse von insgesamt etwa 8.000 Joch. Die Gräfin agierte ohne Vormund und ohne Zustimmung ihrer Verwandten. Anzunehmen ist, daß die Gütertransaktion von Richildas verstorbenem Mann vorbereitet worden ist, um ein standesgemäßes Auskommen Richildas zu sichern. Ebenfalls im Jahre 1010 verkaufte Ermengard, Witwe des Grafen Gandulf von Verona und Tochter des Grafen von Lecco, verschiedene Besitzungen. Ermengards Urkunde ist im Kastell von Muntecollere ausgestellt, das ihrem verstorbenen Mann gehört hatte. Auch Richilda war in Muntecollere begütert und wie Ermengard verfügte sie über Besitz in Paulingo. Ebenso ist in Angiari, wo Richilda gleichfalls Güter zurückkaufte, gandulfibngischer Besitz nachgewiesen. Diese Übereinstimmungen könnten für eine erste Ehe Richildas mit einem Nachkommen Riprands von Basilicaduce sprechen. In Frage käme etwa einer der Söhne Gandulfs und Ermengards, die beide in diesem Jahr bereits verstorben waren, da ihre Mutter eine Seelgerätstiftung für sie tätigte. Vielleicht ist auch die von HEINRICH vorgenommene Vergabe der konfiszierten curtis Trecentula an Richilda auf gandulfingische Rechte der Gräfin zurückzuführen. Die Vorbesitzer, die Brüder Berengar und Hugo, waren immerhin die Söhne der GANDULFINGERIN Railenda.
Aber auch diese Urkunde könnte ein Dokument für ein nicht ganz spannungsfreies Verhältnis Richildas zu ihrer Familie sein: Gemeinsam mit Bonifaz vermacht die Gräfin die ihr 1016 von HEINRICH II. übertragenen Güter der Abtei Nonantola und zwar mit Vorbehalt der markgräflichen Verfügungsgewalt [362 Die Ehe von Richildas Schwester Gisela mit dem OTBERTINER Hugo ist 1028 erstmals bezeugt; sie läßt laut Jarnut, Bergamo, Seite 40 mit Anm. 204, keine Rückschlüsse auf die politische Haltung der GISELBERTINER zu, da zum einen der Heiratstermin nicht festzustellen sei, zum anderen die OTBERTINER sich später wieder mit dem Kaiser versöhnten.].
 
 
 
 

  1. oo N.N.
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   um 1010
  2. oo 1. Bonifaz I. Markgraf von Canossa
      x       um 985-6.5.1052 ermordet
 
 
 
 

Literatur:
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Bresslau Harry: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II. Verlag von Duncker&Humblot Leipzig 1879 Band I Seite 431-436 - Brunhofer, Ursula: Arduin von Ivrea. Untersuchungen zum letzten italienischen Königtum des Mittelalters. Arethousa Verlag Augsburg 1999 Seite 60,222-226, 238,250,275 - Goez Elke: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995, Seite 13,14,53,55,63,77,80,83,87,105,121, 124 - Golinello, Paolo: Mathilde und der Gang nach Canossa, Artemis und Winkler Düsseldorf 1998, Seite 59-61,72,138 - Hlawitschka, Eduard: Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962), in Forschungen zur Oberrheinischen Landesgeschichte Band VIII Eberhard Albert Verlag Freiburg im Breisgau 1960 Seite 153,169 - Pauler Roland: Das Regnum Italiae in ottonischer Zeit. Max Niemeyer Verlag Tübingen 1982 Seite 59,115 -