Hunfried II.                                               Markgraf von Istrien
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Vielleicht Sohn des Markgrafen Hunfried I. von Istrien und Rätien
 

Hunfried II. war der Gründer von Schänis und 823-824 Graf in Rätien.

Tellenbach Gerd: Seite 55
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"Der großfränkische Adel"

Zu Hunfrid II. soll sein Bruder Adalbert geflohen sein, als er von dem Grafen Ruotbert, einem Sohn Udalrichs I., also einem Neffen der Königin Hildegard, verdrängt wurde. Wahrscheinlich hieß der italienische Markgraf wieder Hunfrid, und entweder ist er selbst der Hunfridus in der Lehnsträgerliste von 846 oder vielleicht auch ein Sohn oder Neffe. Vielleicht ist dieser der gleiche, der von König Karlmann als Schenker für Aquileia in einer Bestätigungsurkunde von 879 genannt wird.
Anfang des 10. Jahrhunderts verkaufte dann ein Humfred de Italie elsässische Güter, die wohl zum Erbe seiner Mutter, der Schwester des ETICHONEN Hugo, gehörten, an den Bischof von Straßburg. Er dürfte zu den italienischen HUNFRIDEN gehören.

Borgolte Michael
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"Die Grafen Alemanniens"

HUNFRID
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belegt als Graf Zürichgau 872 III 19 - 876 V 29)

Belege mit comes-Titel:
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W II Nrn. 556,576,582,596

Literatur:
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Meyer von Knonau, Thurgau und Zürichgau 210 - Knapp, Buchhorner Urkunde 210 - Speidel, Zürichgau 26 - Bauer, Gau und Grafschaft 112 mit A. 99 - Meyer-Marthaler, Rätien 76,80f.,83A. 214 - Schmid, Grafschaftsverfassung 90,123 - Schwarzmaier, Reichenauer Schuldregister 21 - Borgolte, Geschichte der Grafschaften Alemanniens, Kap. III. 1.e)

Hunfrid wird in der Grafenformel von vier St. Galler "Privaturkunden" genannt; die stimmig datierten Stücke stammen aus den Jahren 872 und 876 (W II Nrn. 556, 596). Die vergabten Güter, die meistens ausdrücklich im Zürichgau lokalisiert sind (Nrn. 556,576, 582), lagen um die O-Spitze des Zürichsees. Vor und nach Hunfrid ist im Zürichgau jeweils ein Rudolf (I, II) belegt. Die Annahme Bauers, Hunfridhabe zeitweise neben Rudolf amtiert und sei dabei auf den SO der Grafschaft im Zürichgau beschränkt gewesen, findet keine Grundlage in der Überlieferung (s. Art. Rudolf I, II, III).
Dem Namen folgend haben Knapp und Meyer-Marthaler Hunfriddem Geschlecht der HUNFRIDINGER oder BURCHARDE zugeordnet; allerdings beruht die von beiden vorgeschlagene Filiation Hunfrids Sohn  Adalberts (I) und Enkel des rätischen Grafen und "Stammvaters" Hunfrid auf bloßer Vermutung (vgl. Schwarzmaier, Schulze 123, und jetzt Borgolte, Geschichte der Grafschaften Alemanniens, Exkurs).
In den Gedenkbüchern Alemanniens und Rätiens konnte Hunfrid entgegen einer Vermutung Pipers (Libri Confrat. 16 Note zu col. 23, 5) und Meyer-Marthalers (83 A. 214), bisher nicht nachgewiesen werden (zu dem in Betracht gezogenen Eintrag im St. Galler Gedenkbuch pag. 6, der schon bald nach der Anlage des Codex um 814 notiert wurde, s. einstweilen Schmid, Wege zur Erschließung des Verbrüderungsbuches, LXXI).
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Borgolte Michael: Seite 205,219-224,226-228,253
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"Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit"

Bald gelang den "HUNFRIDINGERN" jedoch ein Wiederaufstieg in der Herrschergunst; im Jahre 823 ist nämlich ein zweiter Hunfrid als Graf in Rätien und Gesandter LUDWIGS DES FROMMEN in Italien bezeugt. Diese Rehabilitation könnte mit dem Entschluß LUDWIGS von 822 zusammenhängen, wegen seines Vorgehens gegen Bernhard öffentlich Buße zu tun. Bei Hunfrid II. handelt es sich vielleicht um den in der Translatio ohne Namen erwähnten zweiten Sohn Hunfrids I. gehandelt, zu dem Adalbert geflohen war; in anderem Zusammenhang ist schon vermutet worden, daß der Herr von Istrien Hunfrid hieß und als solcher nach 832 bzw. 846 belegt ist. Bald nach 824 scheint Hunfrid II. jedoch wieder aus Rätien verdrängt worden zu sein.
 
 
 
 

Literatur:
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Borgolte Michael: Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit. Vorträge und Forschungen Sonderband 31 Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1984 Seite 205,219-224,226-228,253 - Meyer-Marthaler, Elisabeth: Rätien im frühen Mittelalter. Eine verfassungsgeschichtliche Studie, Verlag Leemann Zürich 1948 Seite 76,80,83 -