Heinrich III.                                    Graf von Löwen (1079-1095)
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    -2./3.3.1095
     zu Tournay
 

Ältester Sohn des Grafen Heinrich II. von Löwen und der Adela von Tweisterbant, Tochter von Graf Eberhard in der Betau
 

Brandenburg Erich: Tafel 26 Seite 52
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XI 140. HEINRICH III., Graf von Löwen 1078, von Brabant 1086
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* ca. 1050, + 1095 5. II.

Gemahlin:
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Gertrud, Tochter des Grafen Robert I. von Flandern (siehe XI.117.)
       + 1117

Anmerkungen: Seite 139
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XI. 140-143

siehe Knetsch, Brabant Seite 18 f.

Daß Gottfrieds I. (141) erste Frau nicht, wie noch Knetsch annimmt, eine Tochter Alberts III. von Namur war, sondern seine Enkelin, Tochter der Adelais von Namur und Ottos von Chiny, hat bereits Vanderkindere (Berichtigung im Register zu Band 2, 44) richtig gesehen. Ida und ihr Bruder Albero, Bischof von Lüttich, waren nach Alberich, S. Seite 23, 550, ex prosapia Namucensi; diese Angabe hat den Irrtum veranlaßt. Alberich will aber damit nur sagen, daß sie von den Grafen von Namur abstammten, führt sie auch unter Alberts III. Kindern nicht an. Da aber Albero und sein Bruder Eustach 1139 (Wauters 2, 216), den Grafen Gottfried von Namur, Alberts III. Sohn, ihren Oheim nennen, so kann er nicht ihr Bruder gewesen sein, sondern nur der Bruder ihrer Mutter. Vgl. auch die Vanderkindere 2, 150 f. angeführten Quellenstellen.



Thiele, Andreas: Tafel 17
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

HEINRICH III.
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    + 1095 gefallen

Heinrich III. nfolgte 1079 seinem Vater und nannte sich um 1086 als erster "Graf von Brabant", wurde Markgraf von Antwerpen und erbte durch die Mutter bedeutenden Besitz und gewann das Kempenland. Er führte viele typische Fehden, war ein Gönner des aufblühenden Rittertums und fiel auf einem Turnier zu Tournay.

  oo GERTRUD VON FLANDERN
                + 1117

Tochter und Erbin des Grafen Roberts I. des Friesen
( 2. Ehe: oo Dietrich II. Herzog von Lothringen, + 1115, siehe Lothringen II a/Flandern Ib)
Insgesamt 4 Töchter.



Leo Heinrich Dr.: Seite 553-554
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"Zwölf Bücher niederländischer Geschichten."

Heinrichs Sohn, Heinrich III., kommt zuerst in Urkunden bei der Dotation eines Klosters in Affighem vor, im Jahr 1086, und zwar nennt er sich: Brachbatensis Patriae Comes et Advocatus, also zuerst: Graf von Brabant. Er schenkte dem genannten Kloster Besitzungen und Einkünfte zu Asche, und später, 1094, in Genappe [3 Das Gebiet von Genappe war Allode des Geschlechts  der ARDENNERGRAFEN, und ihr Lehenshof daselbst erhielt, seit diese die herzogliche Würde erwarben, den Namen: Lehenshof von Lothringen, so wie der in Aerschot wegen der Grafen von Jülich, die dieses Territorium eine Zeit lang besaßen, Hof von Jülich genannt ward, und der in Gaesbeke: Hof von Walcourt. Butkens p. 89.], welches letztere Gebiet von 1094 dem Geschlecht der ARDENNERGRAFEN an Gräfin Ida von Boulogne geerbt war, und worin diese manches an Graf Heinrich vergeben und verlehnt hatte, was dieser nun an Affighem abtrat. Im folgenden Jahre, 1095, fand Heinrich III. seinen Tod in Doornyk bei einem Turnier durch die Hand eines Ritters Goswin.

Werner Matthias: Band I Seite 433,452-457
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"Der Herzog von Lothringen in salischer Zeit" in: Die Salier und das Reich

Hier wiederum liegt der Schwerpunkt eindeutig auf den Lütticher Bischöfen als Ausstellern und den bischöflichen Klöstern und Stiften in Lüttich und der Grafschaft Namur als Empfängern, wohingegen aus Reichsklösters und -stiften dieses Raumes wie Nivelles, Stablo-Malmedy, Andenne, Ste. Adalbert in Aachen oder St. Servatius in Maastricht sowie aus anderen geistlichen Institutionen wie St. Truiden oder Munsterbilzen nur wenige Einzelbelege stammen und nur eine einzige Grafenurkunde - 1095 Graf Heinrich von Löwen - eine Herzogsdatierung besitzt [361 M.Evrard, Documents relatifas a 'abbaye de Flone, in: Analectes pour servir a l'hist. eccl. de la Belgique 23, 1892, Seite 285f. Genau genommen handelt es sich nicht um eine gräfliche Urkunde, sondern um eine nach dem Tode Graf Heinrichs III. von Löwen in dem Stift Flone angefertigte Aufzeichnung über eine Schenkung des Grafen an Flone, die in Tongern im beisein Bischof Otberts von Lüttich und Herzog Gottfrieds von Bouillon vorgenommen wurde und neben HEINRICH IV. nach dem iam dicto Godefrido duce et prefato Otberto presule datiert wird.].
Deutlicher als je zuvor bestimmte sich nun sein politisches Gewicht nach seiner Stellung im Kreis der principes provincie, der Lütticher Vasallität, der er zusammen mit fast allen Grafen und Herren der Diözese angehörte. In ihr war der dux das ranghöchste, keineswegs aber das mächtigste Mitglied. Als Graf Heinrich III. von Löwen, mit dem er sich 1091 zu einem bischöflichen Hoftag in Lüttich eingefunden hatte, kurz darauf das Metzer Eigenkloster St. Truiden gewaltsam in seine Hand brachte, wagte Herzog Gottfried nicht, dagegen vorzugehen: iste quidem Heynricus tunc potentior habebatur in nostris partibus.
Hatte Bischof Heinrich noch Gottfried von Bouillon gegen den Grafen von Namur und dessen Parteigänger gestützt und ihm damit den Weg zur Herzogswürde geöffnet, so fürte nach Heinrichs Tod 1091 die gemeinsame Sorge vor der wachsenden Übermacht des Bischofs die ehemaligen Gegner zusammen. Der Rückhalt bei den Lütticher fidelis ermöglichte es dem Herzog, 1095 an ihrer Spitze und als ihr Wortführer Bischof Otbert die Hilfe bei militärischen Aktionen gegen den Grafen von Löwen und die Inhahber der Burg Clermont zu versagen, die dem Bischof weiteren Machtgewinn gebracht hätten. Wenn nahezu gleichzeitig mit diesen Ereignissen Gottfried auch den Grafen von Löwen als seinen mächtigsten weltlichen Rivalen schwächen konnte, indem er ihm in einem Willkürakt das Kloster St. Truiden durch Einsetzung eines willfährigen Abtes entriß und es ohne Gegenwehr Gottfrieds I. von Löwen und des Obervogtes Heinrich I. von Limburg in seine Hand brachte, dann wird deutlich, daß er durch das Zusammengehen mit den führenden fideles sancte Marie sanctique Lamberti gegen den Bischof seine Machtposition gegenüber 1091 erheblich verbessert hatte.
Entsprechend konzentrierte sich das Interesse des Herzogs auf den Adel dieser Gebiete und den Bischof von Lüttich - eine Anbindung an die großen Familien Nieder-Lothringens mit ihren weitgespannten Heiratsverbindungen erfolgte nicht mehr [481 Graf Heinrich III. von Löwen (1078-1095) heiratete Gertrud, die Tochter Graf Roberts des Friesen von Flandern, seine Schwester Ida vermählte sich mit Balduin II., dem Sohn der Richilde und Erben des Hennegaues (zugleich Lehnsman des Lütticher Bischofs). Nach dem Tod Heinrichs von Löwen Anfang 1095 heiratete im August 1095 in Huy Herzog Dietrich II. von Ober-Lohringen dessen Witwe Gertrud und sicherte sich damit die Anwartschaft auf Flandern; vgl. hierzu mit eingehender Interpretation Brandts, Oberlothringen (wie Anm. 13), S. V, 26ff.; zur Frage einer Ehe Gottfrieds von Bouillon vgl. oben Anm. 449.].
 
 
 
 

  oo 1. Gertrud von Flandern, Tochter des Grafen Robert I.
           um 1066/70-   1117

        Erbin von Flandern

     2. oo Dietrich II. Herzog von Ober-Lothringen
                     -23.1.1115
 
 
 
 

Kinder:
4 Töchter

  Adelheid
  um 1085- um 1159

  oo Simon I. Herzog von Lothringen
               -19.4.1139
 
 
 
 

Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 26 Seite 52,139 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 433,452 - Leo Heinrich Dr.: Zwölf Bücher niederländischer Geschichten. Eduard Anton Verlag Halle 1832 Seite 553-554 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 17 -