Dietrich II.                                      Herzog von Lothringen (1070-1115)
--------------                                     Graf im Elsaßgau
um 1040/50-23.1.1115                   Vogt von Remiremont
 

Ältester Sohn des Herzogs Gerhard von Lothringen aus dem Hause CHATENOIS und der Hedwig von Namur, Tochter von Graf Albert I.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 692
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Thierri I. (Dietrich), Herzog von Lothringen 1070-1115
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Sohn von Gerhard I. und Hadwide

  1. oo Hedwig von Formbach

Kinder:
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Simon
Gertrud
Oda

  2. oo Gertrud(e) von Flandern, Tochter des Grafen Robert der Friese

Kinder:
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Dietrich 'von Elsaß' (er erbte von mütterlicher Seite die Grafschaft Flandern)
Gerhard
Heinrich
Baudouin
Ermengard

Zu Beginn seiner Regierung mußte er die Grafschaft Vaudemont seinem Bruder und Vasallen Gerhard überlassen. Ab 1075 unterstützte er König HEINRICH IV. im Kampf gegen den Sachsenaufstand (Homburg an der Unstrut, 1075) und gegen Papst Gregor VII. (Worms, 1076). Thierri I. trieb aber vor allem Politik im regionalen Umfeld, in Kontakt mit den großen Abteien Remiremont und St-Die.



Brandenburg Erich: Tafel 22 Seite 44
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XI. 117. GERTRUD
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* ca. 1070, + 1117

Gemahl:
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a) HEINRICH III. GRAF VON LÖWEN (siehe XI 140)
             + 1095 5. II

b) ca 1100 DIETRICH II. Herzog von Lothringen
                           + 1115 23. I.

Anmerkungen: Seite 138
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XI. 113-117. Vanderkindere I, 301 f.

117. Korrektur (Brandenburg)
b) oo wohl 1095 VIII anstatt 1100) siehe Duvernoy 65.



Thiele, Andreas: Tafel 54
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

DIETRICH II.
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    + 1115

Sohn des Herzogs Gerhard (III.) von Ober-Lothringen-Nancy

Dietrich II. folgte seinem Vater 1070 als dritter Herzog seines Hauses in Ober-Lothringen, Graf im Elsaßgau und Vogt von Remiremont. Er war vom Besitz her nur ein "Primus inter pares" in Lothringen, stritt ständig mit den anderen weltlichen Großen und den Bischöfen des Landes und mußte sogar das Prinzip der Nachwahl durch diese akzeptieren, obwohl Lothringen ein Reichslehen war. Er wehrte jahrelang die Ansprüche des Grafen Ludwig von Mömpelgard-Pfirt und Bar ab, der über seine Frau Lothringen forderte und wurde dabei von Kaiser HEINRICH IV. gestützt. Er mußte bedeutende Privilegien zugestehen, unter anderem bei der Rechtsprechung. Dietrich war eine wichtige und treue Stütze der salischen Kaiser und setzte sich im deutsch-französischen Grenzraum entschieden für die Reichsidee ein. Während seiner Zeit bürgerte sich für Ober-Lothringen die Bezeichnung "Lothringen" ein, da eine Unterscheidung zu Nieder-Lothringen, das völlig auseinandergebrochen war, nicht weiter nötig war.

  1. oo HEDWIG VON FORMBACH
                     + um 1090

Tochter des Grafen Friederichs I. und Witwe des Grafen Gebhard von Supplinburg (+ 1075)

  2. oo GERTRUD VON FLANDERN
                    + 1117

Tochter und Erbin des Grafen Robert I. von Flandern und Witwe des Grafen Heinrich III. von Brabant (+ 1095)



Sächsische Weltchronik
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237.

We willet hir nu rekenen, we sine alderen weren. En edele vorste, de was geheten Ezerd, gewan enen Diteriken; Dideric gewan Bernarde, de was vader Bennen; Benne gewan Diderike, den hertogen unde marcgreven, de was vader Bernardes; de wan marcgreven Bernarde; dese gewan marcgreven Willehelme unde greven Conrade unde ene dochter Odam unde enen Otten, des muder was van *Ruzen. De marcgreve Willehelm ne hadde nene kindere, he ward geslagen van den Weneden, unde mit eme twe greven Dideric van Katelenburch unde Bernard van Domenesleve. Dese Bernard was aldervader twier brodere; de ene het Bernard, de was dyaken unde monic, unde enes Alverikes. Greve Conrad gewan ene Gertrude, de nam to wive Frideric van Beieren van Vorenbach unde gewan van ere Hadewige; diu nam greven Geveharde van Suplingeburch; de gewan greven Ludere ere Lotharium; darna ward he hertoge, to jungest ward he keisere. Darna worden se wrocht an deme senede to Halverstat, dat se sibbe weren. Dat dede marcgreve Frideric, de was broder bischop Albrechtes van Bremen. Aldar versworen se sic beide. Darna nicht lange tit wolde siu riden mit erer muder; uppe deme wege so grep se greve Gevehard mit gewalt unde wan se aver to wive unde ne achtede nicht der ede noch des bannes, de ene ben de ander bischop Burchard van Halverstat. Also ward he vermensamet unde verlos darna sin lif jamerlike. He ward geslagen bi der Unstrote bi Hamburch. Na sime dode nam diu selve Hadewig hertogen Diderike van deme Westerlande; bi deme gewan siu hertogen Symonne unde twe dochtere; de andere nam greve Florencius van Hollant, de het Gerdrut; diu ander het Oda, diu nam greven Segeharde van Beieren. Willehelmis suster unde Conrades, Oda, nam greven Cristine; ere suster het Alverad van Badeslove. Gerdruth, Hadewige muder, na eres ersten mannes dode nam hertogen Ordolve van Luneburch; bi deme gewan siu Bernarde, de vel van enem perede unde starf untitlikes dodes. Greve Luder unde hertoge, greven Gevehardes sone, nam greven Heinrikes dochter des Vetten unde der grevinne Gerdrude, diu het Rikeza, unde gewan bi eme ene dochter Gerdrude, diu nam hertogen Heinrike *van Beieren, hertogen Welphes broder, unde gewan van ime hertogen Heinrike den Lewen.

Bernhardi, Wilhelm: Seite 12,813
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"Jahrbücher der Deutschen Geschichte Lothar von Supplinburg"

Seine Mutter hieß Hedwig, eine Tochter des baierischen Grafen Friedrich von Formbach. Dieselbe vermählte sich nach Gebhards Tode zum zweiten Mal mit dem Herzog Theoder von Ober-Lothringen, der 1115 starb. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor, der Herzog Simon von Ober-Lothringen, und Gertrud, welche den Grafen Florenz von Holland heiratete. Beide waren also Halbgeschwister LOTHARS [31 Vgl. den Excurs über LOTHARS Familie.].
Nach ihres Gemahls Gebhards Tod wird Hedwig wahrscheinlich noch einige Jahre die Erziehung ihres Sohnes geleitet haben. Sie vermählte sich später zum zweiten Male mit dem Herzog Theodor von Ober-Lothringen, der im Jahre 1115 starb. Aus dieser Ehe entstammten drei Kinder, ein Sohn Simon, der seinem Vater im Herzogtum nachfolgte, und zwei Töchter, deren eine Gertrud, den Grafen Florenz von Holland heiratete, während die andere, Oda oder Ida, dem Grafen Sieghard von Burghausen in Baiern vermählt wurde. Sächsische Weltchronik Cap. 237: Na sime (Gebhards von Supplinburg) dode nam diu selve Hadewig hertogen Diderike von deme Westerlande; bis deme gewan siu hertogen Symone und twe dochtere; de andere nam greve Florencius van Hollant, de het Gertrut; diu ander het Oda, diu nam greven Segeharde van Beieren. Dieselbe Oda ist offenbar identisch mit der Ida in der Geneal. comit. Neuburg.: Que Hadewic mater fuit Lotharii regis et Ite comitisse de Purchhausen.

Hildebrand Ruth: Seite 5- 7
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Herzog Lothar von Sachsen"

Doch noch stäker war der hochadlig-politische Einfluß von Seiten der Mutter Hedwig. Sie stammte aus der ersten Ehe der Gertrud von Haldensleben mit dem Grafen Friedrich von Formbach; Entführung, Heirat und politische Folgen waren für den Adel von damals eine Sensation [12 Gerold Meyer von Knonau, Jahrbücher des deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V., 1894, II, Seite 683; Wilhelm Bernhardi, Lothar von Supplinburg, Seite 807ff.; Leyser wie 8, Seite 188f., 192f., bestreitet die Verwandtschaft LOTHARS mit den WALBECKERN.]. Die Grafen von Formbach waren ein reiches bayrisches Grafengeschlecht mit Besitz bis an die ungarische Grenze; einige von ihnen gehörten zu den schärfsten Gegnern HEINRICHS IV. Gertrud von Haldensleben selbst war die letzte ihres Geschlechts und damit Erbin wesentlicher Allode. Tochter Hedwig trat in die Fußtapfen der Mutter. Sie, eine FORMBACHERIN, wurde ebenfalls entführt - von LOTHARS Vater Gebhard. Als dann der junge Ehemann Gebhard 1075 in der Schlacht bei Homburg gefallen war, kam eine neue Ehe Hedwigs mit dem Herzog Dietrich II. von Ober-Lothringen zustande [15 Bernhardi, wie 9, Seite 813.].
Aber er war nicht nur durch den engen Rahmen einer niedersächsischen Fronde geprägt. Wie die Fäden früh nach Bayern geknüpft waren, so auch durch die zweite Heirat der Mutter mit dem Herzog von Ober-Lothringen nach dem Westen. Und hier ergaben sich dann im Laufe seiner herzoglichen Tätigkeit neue Anknüpfungspunkte. Da ist zunächst seine Halbschwester Gertrud zu nennen, Tochter aus der zweiten Ehe seiner Mutter mit Herzog Dietrich - sie trug später den Namen Petronella.
 
 
 
 
 

  1. oo 2. Hedwig von Formbach, Tochter des Grafen Friedrich
              1058- um 1090

     1096
   2. oo 2. Gertrud von Flandern, Tochter des Grafen Robert I.
                um 1066-   1117
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Simon I.
  um 1080-19.4.1139

  Gertrud
         -23.5.1144

 1113
  oo Florenz II. der Dicke Graf von Holland
       1081-2.3.1121

2. Ehe

  Dietrich Graf von Flandern
         -4./17.1.1168

  Heinrich Bischof von Toul (1126-1165)
        -7.6.1165

  Gisela
        -

  1. oo

       Stammeltern der Grafen von Tecklenburg
 

  2. oo Friedrich I. Graf von Saarbrücken
                -
 
 
 
 

Literatur:
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Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen Geschichte Lothar von Supplinburg, Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1879 Seite 12,513,813 - Boshof Egon: Die Salier. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1987 Seite 268 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 22 Seite 44 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke7 Verlag 1991, Band I Seite 385/Band III Seite 176,190 - Giesebrecht Wilhelm von: Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Mundus Verlag 2000 Band 4 Seite 117 - Hildebrand Ruth: Herzog Lothar von Sachsen. Verlag August Lax Hildesheim 1986 Seite 5-7 - Hlawitschka, Eduard: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen. Genealogische Studien zur Geschichte Lothringens und des Reiches im 9.,10. und 11. Jahrhundert, Saarbrücken 1969, Seite 80, 84,117 - Hlawitschka, Eduard: Studien zur Äbtissinnenreihe von Remiremont (7.-13. Jh.), Saarbrücken 1963, Seite 12,64,66,73,76,81-83,86-88,92,94 - Lampert von Hersfeld: Annales/Annalen Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 2000 Seite 218,314 - Leo Heinrich Dr.: Zwölf Bücher niederländischer Geschichten. Eduard Anton Verlag Halle 1832 Seite 28 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V., Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 Band I Seite 445/Band II Seite 35,312 n.5,497,882,889/Band III Seite 131,178, 187,219,580,581/Band IV Seite 248 n 4,287 n.27,376 n.12/Band V Seite 151, 254 n. 65,312,381/Band VI Seite 17 n.23,209/Band VII Seite 41,250 - Mohr Walter: Geschichte des Herzogtums Lothringen. Geschichte des Herzogtums Groß-Lothringen (900-1048) Verlag "Die Mitte" Saarbrücken 1974 Band III Seite 17-19 - Sächsische Weltchronik c. 237 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 56,79,82 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 253 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 54 - Wies, Ernst W.: Kaiser Heinrich IV. Canossa und der Kampf um die Weltherrschaft, Bechtle Esslingen 1996, Seite 260 -