Philipp IV.                                                Herr von Bolanden-Falkenstein
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    - nach 1259
 

Sohn des Herrn Werner III. von Bolanden  und der Hildegard von Eppstein, Tochter von Herrn Gottfried I.
 

Bosl Karl: Seite 271
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"Die Reichsministerialität der Salier und Staufer"

Wie uns die Zeugenreihen der Königs- und Kaiserdiplome lehren, waren die Söhne Werner IV. und Philipp IV., die Begründer der Linie Falkenstein, noch maßgebend an der deutschen Reichspolitik beteiligt, Werner vor allem war wiederholt beim Kaiser in Italien, so besonders 1232 in Cividale. Über ihre Rolle im Konflikt HEINRICHS (VII.) mit dem kaiserlichen Vater ist nichts bekannt.
Philipp von Falkenstein trägt im Gegensatz zu seinem Bruder von 1246 bis 1253 den Titel Truchseß und wird schließlich Kämmerer. Werner IV. steht mit seinem Sohn, dem Schenken Werner, seit 1249 auf der Seite des Gegen-Königs WILHELMvon Holland, zu dem seit 1255 auch Philipp von Falkenstein und Philipp von Hohenfels (hoch über Imsbach und westlich von Donnersberg) stoßen.
Nach Werner II. brachte das Geschlecht in Philipp I. von Falkenstein-Münzenberg nochmals einen bedeutenden Sproß hervor, der nicht nur in angesehener Reichsamtstellung wirkte, sondern nach dem Beispiel des Urgroßvaters durch großzügige Erbschafts- und Territorialpolitik Macht und Ansehen der Reichsministerialenfamilie entscheidend ausweitete. Wir haben ihn bereits 1246 als Burggrafen beziehungsweise Verwalter des Reichsamtes Trifels und Hüter der Reichskleinodien auf dem Trifels angetroffen, was er mit Unterbrechungen bis 1259 war. Als 1257 Philippdie ihm von König WILHELM anvertrauten Insignien zu Aachen dem König RICHARD übergeben hatte, ernannte dieser wenig später den bisherigen Reichstruchsessen zum Reichskämmerer nach dem Aussterben der Reichskämmerer von Münzenberg, die er 1258 beerbte. Zu 1258 haben wir weiter die Nachricht, dass er die procuratio der Wetterau mit den Reichsstädten Frankfurt Friedberg, Gelnhausen und Wetzlar erhielt, so dass er schließlich 4 Ämter in seiner Hand vereinigte. Die Landvogtei in der Wetterau mochte ihm wohl deshalb zufallen, weil er als Gemahl Isengards, einer Erbtochter Ulrichs I. von Münzenberg, nach dem Tode ihres Bruders 1255 ein Teil des Erbes dieses reichen Geschlechtes bekam, zu dem er nach und nach alle anderen Erbteile bis auf das Sechstel des Dynasten Reinhard von Hanau hinzukaufte. Die Burgen Königstein (nordwestlich Höchst am Main) und (Nüring) Neufalkenstein im Niddagau waren die festen Mittelpunkte dieses Erbbesitzes, mit dem die "Grafschaft Nüring", eine Cent mit Hochgericht verbunden war, die von den Pfalzgrafen bei Rhein zu Lehen ging. Fünf Sechstel des Münzenberger Besitzes in der Wetterau, in den späteren Herrschaften Münzenberg und Assenheim und im Dreieich, sowie der Reichslehen der Münzenberger und der comicia Nürings = des Gebietes um Königstein machten diesen neugewonnenen Besitz aus. Es war damit auch die Reichsvogtei im alten Dreieichforst verbunden, in dessen Dörfer sie sich mit den Eppsteinern und den Verwandten der alten Hagen-Münzenberger, den Reichsministerialen von Heusenstamm teilten. Lich wurde später der Mittelpunkt des nach Norden geschobenen, ziemlich abgerundeten Herrschaftsgebietes.Philipp I. von Falkenstein setzte sich auch am Rhein fest, wo er 1257 im Besitze des vermutlichen Raubzolles zu Caub war, bis schließlich 1277 Stadt und Burg an die Pfalzgraschaft bei Rhein kamen. Als Hüter der Reichsinsignien, Hofbeamter, diplomatischer Vermittler und Verwalter wichtiger Teile des Reichsgutes am Mittelrhein und Untermain war er ein viel verwendetes Werkzeug der Königspolitik.
 
 
 
 

  oo Isengard von Münzenberg, Erbtochter des Grafen Ulrich I.
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Literatur:
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Schäfer, Regina: Die Herren von Eppstein. Herrschaftsausübung, Verwaltung und Besitz eines Hochadelsgeschlechts im Spätmittelalter, Historische Kommisssion Nassau Wiesbaden 2000 Seite 22,43 -