Sohn des
Herrn Werner III. von Bolanden und der Hildegard von Eppstein,
Tochter von Herrn Gottfried I.
Bosl Karl: Seite 271
********
"Die Reichsministerialität der Salier und Staufer"
Wie uns die Zeugenreihen der Königs- und Kaiserdiplome
lehren, waren die Söhne Werner
IV. und Philipp IV., die Begründer
der Linie Falkenstein, noch maßgebend an der deutschen Reichspolitik
beteiligt, Werner
vor allem war wiederholt beim Kaiser in Italien, so besonders 1232 in Cividale.
Über ihre Rolle im Konflikt HEINRICHS (VII.)
mit dem kaiserlichen Vater ist nichts bekannt.
Philipp von Falkenstein
trägt im Gegensatz zu seinem Bruder von 1246 bis 1253 den Titel Truchseß
und wird schließlich Kämmerer. Werner
IV. steht mit seinem Sohn, dem Schenken Werner, seit 1249 auf der
Seite des Gegen-Königs WILHELMvon Holland,
zu dem seit 1255 auch
Philipp von Falkenstein
und Philipp
von Hohenfels (hoch über Imsbach und westlich von Donnersberg)
stoßen.
Nach Werner
II. brachte das Geschlecht in Philipp
I. von Falkenstein-Münzenberg nochmals einen bedeutenden
Sproß hervor, der nicht nur in angesehener Reichsamtstellung wirkte,
sondern nach dem Beispiel des Urgroßvaters durch großzügige
Erbschafts- und Territorialpolitik Macht und Ansehen der Reichsministerialenfamilie
entscheidend ausweitete. Wir haben ihn bereits 1246 als Burggrafen beziehungsweise
Verwalter des Reichsamtes Trifels und Hüter der Reichskleinodien auf
dem Trifels angetroffen, was er mit Unterbrechungen bis 1259 war. Als 1257
Philippdie
ihm von König WILHELM anvertrauten
Insignien zu Aachen dem König RICHARD
übergeben hatte, ernannte dieser wenig später den bisherigen
Reichstruchsessen zum Reichskämmerer nach dem Aussterben der Reichskämmerer
von Münzenberg, die er 1258 beerbte. Zu 1258 haben wir weiter die
Nachricht, dass er die procuratio der Wetterau mit den Reichsstädten
Frankfurt Friedberg, Gelnhausen und Wetzlar erhielt, so dass er schließlich
4 Ämter in seiner Hand vereinigte. Die Landvogtei in der Wetterau
mochte ihm wohl deshalb zufallen, weil er als Gemahl Isengards,
einer Erbtochter Ulrichs I. von Münzenberg, nach dem Tode ihres Bruders
1255 ein Teil des Erbes dieses reichen Geschlechtes bekam, zu dem er nach
und nach alle anderen Erbteile bis auf das Sechstel des Dynasten Reinhard
von Hanau hinzukaufte. Die Burgen Königstein (nordwestlich
Höchst am Main) und (Nüring) Neufalkenstein im Niddagau
waren die festen Mittelpunkte dieses Erbbesitzes, mit dem die "Grafschaft
Nüring", eine Cent mit Hochgericht verbunden war, die von den Pfalzgrafen
bei Rhein zu Lehen ging. Fünf Sechstel des Münzenberger
Besitzes in der Wetterau, in den späteren Herrschaften Münzenberg
und Assenheim und im Dreieich, sowie der Reichslehen der Münzenberger
und der comicia Nürings = des Gebietes um Königstein machten
diesen neugewonnenen Besitz aus. Es war damit auch die Reichsvogtei im
alten Dreieichforst verbunden, in dessen Dörfer sie sich mit den Eppsteinern
und den Verwandten der alten Hagen-Münzenberger, den Reichsministerialen
von Heusenstamm teilten. Lich wurde später der Mittelpunkt des nach
Norden geschobenen, ziemlich abgerundeten Herrschaftsgebietes.Philipp
I. von Falkenstein setzte sich auch am Rhein fest, wo er 1257
im Besitze des vermutlichen Raubzolles zu Caub war, bis schließlich
1277 Stadt und Burg an die Pfalzgraschaft bei Rhein kamen. Als Hüter
der Reichsinsignien, Hofbeamter, diplomatischer Vermittler und Verwalter
wichtiger Teile des Reichsgutes am Mittelrhein und Untermain war er ein
viel verwendetes Werkzeug der Königspolitik.
oo Isengard von Münzenberg, Erbtochter des
Grafen Ulrich I.
-
Literatur:
------------
Schäfer, Regina: Die Herren von Eppstein.
Herrschaftsausübung, Verwaltung und Besitz eines Hochadelsgeschlechts
im Spätmittelalter, Historische Kommisssion Nassau Wiesbaden 2000
Seite 22,43 -