Beatrix von Franzien                                  Herzogin von Ober-Lothringen
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938-23.9. nach 987
 

Tochter des Herzogs Hugo der Große von Franzien und der Hadwig von Sachsen, Tochter von König HEINRICH I.
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1745
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Beatrix von Franzien, Herzogin von Ober-Lothringen
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* um 939/40 + 19.1. (wohl kurz vor 1000)

Sie war die Tochter Hugos des Großen, dux Francorum im Königreich Westfranken, und der Hedwig (Hathui) von Sachsen, Schwester Hugo Capets und Nichte OTTOS I., 951 mit Graf Friedrich (seit 959 als Friedrich I. Herzog von Ober-Lothringen) verlobt.

Kinder:
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Heinrich
Dietrich
Adalbero

Beatrix brachte ihrem Gatten unter anderem die lothringischen Güter der französischen Abtei St. Denis in die Ehe. Zu Lebzeiten Herzog Friedrichs kaum hervorgetreten, übernahm sie nach dessen Tod (978) die Vormundschaft für den minderjährigen Dietrich I. und führte als "dux" von Lothringen die Regentschaft. Nach dem Tod OTTOS II. ergriff sie entschieden die Partei der Kaiserinnen Adelheid und Theophanu und unterstützte die Kandidatur des minderjährigen OTTO III. 983-985 gegen Heinrich den Zänker, Herzog von Bayern, und Lothar, König von Frankreich. Als Gegenleistung erhielt sie für ihren Sohn Adalbero II. das Bistum Verdun, sorgte jedoch bei Kaiserin Adelheid für seine baldige Transferierung auf den Bischofssitz von Metz (September 984). Zwischen 985 und 987 entfaltete Beatrix eine bedeutende diplomatische Aktivität gegenüber Frankreich und dem Imperium und erhielt mehrere Briefe von Gerbert von Auriallac.
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Glocker Winfrid: V, 25; Seite 288
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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik"

V, 25 Beatrix
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* c 938, + n 987 am IX 23

Beatrix 978 bis n 987 Regentin ("dux") in Ober-Lothringen

954
oo Friedrich I. Graf von Bar, seit 959 Herzog von Ober-Lothringen
           + 978 V 18

Die Belege für die Filiation der Beatrix sind bei Köpke-Dümmler S. 188, Anm. 2, zusammengestellt.
Der oben gegebene Geburtszeitpunkt ergibt sich aus Beatrix' Verlobungsdatum (951) und dem Zeitansatz für die Eheschließung ihrer Eltern; vgl. dazu Kalckstein, Königthum S. 276. Zum Sterbetag vgl. Werner VIII, 10-15.
Die Belege für Beatrixens Gemahl, Friedrich von Ober-Lothringen, sind bei Renn, Grafenhaus, S. 44-47, zusammengestellt.
Die Einsetzung Friedrichs zum Herzog von Ober-Lothringen ist bei Flodoard a. 959, S. 147, bezeugt; vgl. auch Nonn, Pagus S. 194-198 (zur Frage der Teilung des Herzogtums Lothringen).
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Barth Rüdiger E.: Seite 144,153
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"Der Herzog in Lothringen im 10. Jahrhundert"

Im D O II 308, S. 365 bezeichnet OTTO II. Beatrix als noster consanguineus et illustris dux Beatrix nostra consobrina.
Graf Friedrichs I. Gemahlin Beatrix war die Tochter Hugos von Franzien und OTTOS I. und Bruns Nichte.

Eickhoff Ekkehard: Seite 84,110,117
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"Theophanu und der König"

Auch die Herzogin Beatrix von Ober-Lothringen, durch ihre Mutter Hadwig eine Cousine des Kaisers, und dessen jüngere Schwester Mathilde, Äbtissin des liudolfingischen Hausklosters Quedlinburg waren über die Alpen zum Hoftag von Verona gekommen.
Beim Angriff König Lothars auf Lothringen stand auch Herzogin Beatrix, die Schwester des mächtigen Herzogs Hugo von Franzien, die für ihren unmündigen Sohn Dietrich die Herrschaft in Ober-Lothringen führte, auf der Seite Theophanus und OTTOS III.
Im Frühjahr 985 zogen die Kaiserinnen mit OTTO über die Pfalzen in Allstedt und Grone bei Göttingen wieder nach Westen, zur Duisburger Pfalz. In den folgenden Monaten haben sich Theophanu und Adelheid, unterstützt von der Herzogin Beatrix von Ober-Lothringen, aktiv den Verhältnissen an der Westgrenze zugewandt. Es waren die miteinander verwandten Fürstinnen der beiden fränkischen Reiche, die damals die Initiative ergriffen, um an der Grenze Frieden zu stiften, womit die Anerkennung der Nachfolge OTTOS III. unlöslich verbunden war.

Mohr Walter: Band I Seite 49,55,61,65,69
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"Geschichte des Herzogtums Lothringen"

Eine Möglichkeit zur Klärung dieser Frage ergibt sich vielleicht daraus, dass Herzog Friedrich von Ober-Lothringen in dieser Zeit gestorben ist. Wir besitzen keine Angaben über sein Todesdatum. Sein letztes, sicher bezeugtes Auftreten liegt im Mai 977 bei der Anwesenheit des Kaisers in Diedenhofen. Man hat zwar angenommen, bei der gleichen Gelegenheit sei Karl zum Herzog von Nieder-Lothringen ernannt worden, doch ist das reine Spekulation, die durch nichts bewiesen werden kann. Der Zeitpunkt für Karls Ernennung wird uns durch den zu Beginn des 11. Jahrhunderts schreibenden Sigebert von Gembloux gegeben. Es bleibt danach die Möglichkeit, dass nach dem Tode Herzog Friedrichs Karl zum Herzog ernannt wurde, um in Lothringen die herzoglichen Aufgaben durchzuführen, weil Friedrichs Sohn Dietrich noch minderjährig war. Zwar hat dessen Mutter Beatrix die Vormundschaft übernommen, aber in ihrer politischen Tätigkeit läßt sie sich erst seit Juni 983 feststellen, als sie in einer in Verona ausgestellt Urkunde OTTOS II. mit dem Titel dux Beatrix erscheint. Da diese Urkunde außerhalb der Kanzlei verfaßt wurde, drückt sich darin wohl die Absicht Beatrix zur Aufrechterhaltung der Nachfolge ihres Hauses in Lothringen aus, vielleicht sogar mit einer Wendung gegen Karl von Nieder-Lothringen.
Lothar wandte sich jetzt nach Ober-Lothringen. Von dem dortigen Herzog Friedrich ist uns für die anfänglichen Regierungsjahre OTTOS II. weiter nichts überliefert, er war inzwischen gestorben. Die Stellung seines unmündigen Sohnes und Nachfolgers ist für diese Zeit noch ungewiß, seine Mutter Beatrix hat eine politische Rolle erst später gespielt. Immerhin wird sie schon damals die Ansprüche ihres Hauses in Lothringen zu behaupten gesucht haben. Falls die Vermutung stimmt, dass Karl von Nieder-Lothringen sich als zuständig für ganz Lothringen betrachtete, ließe sich von dieser Seite her der Zug Lothars vielleicht erklären. Denn Beatrix war ja die Schwester Hugo Capets, deshalb vielleicht erhoffte sie über ihren Bruder vom westfränkischen König eine entsprechende Hilfe. Lothar wandte sich bei seiner Aktion gegen Metz, dessen Bischof Dietrich zum Kaiser hielt.
Die Herzogin-Mutter Beatrix hat dann Verhandlungen mit dem Hofe OTTOS III. aufgenommen und vor allem kamen die Frauen, neben ihr OTTOS Mutter Theophanu und seine Großmutter Adelheid überein, durch ein in Metz abzuhaltendes Colloquium dominarum die Spannungen beizulegen. Da sich gleichzeitig die Verhältnisse in Deutschland konsolidierten, ist es anscheinend tatsächlich zu diesem Colloquium gekommen, doch besitzen wir keinen Bericht darüber.
Indes begann sich Ludwig V. Anfang 987 plötzlich dem kaiserlichen Hof zu nähern. Die Verhandlungen wurden in der Hauptsache durch die Herzogin Beatrix von Ober-Lothringen im Auftrage der Kaiserin Adelheid vermittelt. Bei einer persönlichen Besprechung der Herzogin mit Ludwig V. am 19. März in Compiegne wurde ein Treffen der beiden Könige in Montfaucon Ende Mai vereinbart. Hierbei sollten natürlich in erster Linie auch die lothringischen Spannungen beigelegt werden. Indes wurde für die kommenden Verhandlungen die Mutter OTTOS III., Theophanu, nicht eingeladen, was auf besondere Pläne für die künftige Lösung der Probleme wies. Die für Montfaucon vorgesehene Konferenz kam jedenfalls nicht zustande, die ganze Angelegenheit geriet sowieso durch den Tod König Ludwigs Ende Mai 987 ins Stocken.
In der Entwicklung in Ober-Lothringen darf man annehmen, dass Herzog Dietrich bei der Rückkehr aus seiner Gefangenschaft etwa 15 Jahre alt war, und so wird sich wohl in diesen Jahren die Frage seiner eigenständigen Regierung erhoben haben. Wir sehen indes, dass seine Mutter Beatrix noch bis zum April 987 die Regierungsgeschäfte geführt hat. Wenige Monate zuvor, im Januar 987, wurde ihr Sohn in einer kaiserlichen Urkunde genannt, als er an einem Hoftag in Andernach teilnahm. Es sieht so aus, dass er zu diesem Zeitpunkt schon an den Regierungsgeschäften Teil hatte. Aber dann verschwinden Beatrix wie Dietrich völlig aus den Quellenberichten . Das ist um so auffallender, als OTTO III. in den Jahren 992 und 995 vorübergehend Aufenthalt in Lothringen nahm, so dass man in den damals ausgestellten Urkunden Beatrix oder Dietrich erwähnt erwarten könnte.
Zur Erklärung dieser Sachlage hat man einen Bericht über die Gründung und die Güter der Kirche St. Maximus in Bar herangezogen. In diesem Bericht wird an 2 Stellen von Schenkungen gesprochen, die Herzog Dietrich vom Papst aus Anlaß der Gefangenschaft seiner Mutter auferlegt worden seien. Von der Gefangensetzung Beatrix ist nur bei Calmet die Rede.
Es ist doch auffallend, dass von einer solchen Gefangenschaft der Herzogin keine andere Quelle berichtet. Beatrix war immerhin keine unbedeutende Persönlichkeit, sie war mit dem deutschen und dem westfränkischen Königshaus eng verwandt, sie hatte gerade eine nicht unbedeutende Rolle in der großen Politik gespielt. Ein solches Ereignis hätte großes Aufsehen erregen müssen, auch Gerbert von Aurillac, in dessen Briefen sich ein so weitgehender Niederschlag der politischen Ereignisse seiner Zeit findet, und der die Herzogin doch persönlich gekannt hat, hätte das nicht gleichgültig lassen können. Außerdem soll der Papst eingegriffen haben, die Sache hätte also größere Kreise gezogen. Es fällt daher schwer, bei der Beurteilung des Ganzen über dieses Schweigen der Quellen hinwegzusehen. Im übrigen kann das völlige Verschwinden von Beatrix' Namen aus den Quellenberichten seit April 987 auch damit erklärt werden, dass sie in dieser Zeit gestorben ist, denn wir wissen über das Datum ihres Todes nichts.

Beatrix führte nach dem Tode ihres Gatten die Regentschaft für ihren unmündigen Sohn Dietrich.
 
 
 
 

954
  oo Friedrich I. Herzog von Ober-Lothringen
       912-17.6.978
 
 
 
 

Kinder:

  Heinrich
  955-   972/78

  Dietrich I. Herzog von Ober-Lothringen
  965-11.4.1026

  Adalbero II. Bischof von Metz (984-1005)
  958-14.12.1005

  Gottfried
        -

  Tochter
        -

  oo Berchthold I. Graf in Bayern und Pfalzgraf
              -
 
 
 
 

Literatur:
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Adelheid Kaiserin und Heilige 931 bis 999 Info Verlag Karlsruhe 1999 - Althoff Gerd: Otto III. Primus Verlag Darmstadt 1997 Seite 60, 61 - Barth Rüdiger E.: Der Herzog in Lothringen im 10. Jahrhundert, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1990, Seite 134 Anm. 26,142 Anm. 52,144 Anm. 61,146 Anm. 66,153,196 - Beumann, Helmut: Die Ottonen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln, Seite 128, 130 - Brühl Carlrichard: Die Geburt zweier Völker. Deutsche und Franzosen Böhlau Verlag GmbH & Cie, Köln Seite 187 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I, Seite 183,185,199,479 - Ehlers Joachim/Müller Heribert/ Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 64,73,75 - Eickhoff, Ekkehard, Theophanu und der König, Klett-Cotta Stuttgart 1996, Seite 84,110,117,301,306,309,407 - Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989 V,25 Seite 130,190, 232,288,307 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 171,257, 280,285,287,296 - Köpke, Rudolf/Dümmler Ernst: Kaiser Otto der Große, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1962 Seite 188 Anm. 2 - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001
Seite 647,662,666,683 - Renn, Heinz: Das erste Luxemburger Grafenhaus Seite 44-47 - Schieffer Rudolf: Die Karolinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1992 Seite 213,217 - Schneidmüller Bernd/Weinfurter Stefan (Hrsg.): Ottonische Neuanfänge. Symposium zur Ausstellung "Otto der Große, Magdeburg und Europa" Verlag Philipp von Zabern Mainz 2001 Seite 262,276 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 43,56,75,79 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 135 - Uhlirz, Karl: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Otto II. und Otto III. 1. und 2. Band. Verlag Duncker & Humblot Berlin 1967 - Werner Karl Ferdinand: Die Nachkommen Karls des Großen bis um das Jahr 1000 (1.-8. Generation) Band IV in: Braunfels Wolfgang: Karl der Große Lebenswerk und Nachleben. Verlag L. Schwann Düsseldorf Seite 476 - Werner Karl Ferdinand: Die Ursprünge Frankreichs bis zum Jahr 1000. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1995 Seite 511,525 - Westmitteleuropa Ostmitteleuropa. Vergleiche und Beziehungen. Festschrift für Ferdinand Seibt zum 65. Geburtstag, hg. von Winfried Eberhard, Hans Lemberg, Heinz-Dieter Heimann und Robert Luft, R. Oldenbourg Verlag München 1992, Seite 81,86,89 - Wies Ernst W.: Otto der Große. Kämpfer und Beter. Bechtle Verlag Esslingen 1989 Seite 286 -