Tochter des Herzogs Hugo der
Große von Franzien und der
Hadwig
von Sachsen, Tochter von König
HEINRICH I.
Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1745
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Beatrix von Franzien, Herzogin von Ober-Lothringen
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* um 939/40 + 19.1. (wohl kurz vor 1000)
Sie war die Tochter Hugos des Großen, dux Francorum im Königreich Westfranken, und der Hedwig (Hathui) von Sachsen, Schwester Hugo Capets und Nichte OTTOS I., 951 mit Graf Friedrich (seit 959 als Friedrich I. Herzog von Ober-Lothringen) verlobt.
Kinder:
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Heinrich
Dietrich
Adalbero
Beatrix brachte ihrem
Gatten unter anderem die lothringischen Güter der französischen
Abtei St. Denis in die Ehe. Zu Lebzeiten Herzog
Friedrichs kaum hervorgetreten, übernahm sie nach dessen Tod
(978) die Vormundschaft für den minderjährigen Dietrich
I. und führte als "dux" von Lothringen die Regentschaft. Nach
dem Tod OTTOS II. ergriff sie entschieden
die Partei der Kaiserinnen Adelheid und
Theophanu
und unterstützte die Kandidatur des minderjährigen OTTO
III. 983-985 gegen Heinrich den Zänker,
Herzog von Bayern, und Lothar, König
von Frankreich. Als Gegenleistung erhielt sie für ihren
Sohn Adalbero II.
das Bistum Verdun, sorgte jedoch bei Kaiserin
Adelheid für seine baldige Transferierung auf den Bischofssitz
von Metz (September 984). Zwischen 985 und 987 entfaltete Beatrix
eine
bedeutende diplomatische Aktivität gegenüber Frankreich und dem
Imperium und erhielt mehrere Briefe von Gerbert von Auriallac.
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Glocker Winfrid: V, 25; Seite 288
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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der
Politik"
V, 25 Beatrix
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* c 938, + n 987 am IX 23
Beatrix 978 bis n 987 Regentin ("dux") in Ober-Lothringen
954
oo Friedrich I. Graf von Bar, seit 959 Herzog von Ober-Lothringen
+ 978 V 18
Die Belege für die Filiation der Beatrix
sind bei Köpke-Dümmler S. 188, Anm. 2, zusammengestellt.
Der oben gegebene Geburtszeitpunkt ergibt sich aus Beatrix'
Verlobungsdatum
(951) und dem Zeitansatz für die Eheschließung ihrer Eltern;
vgl. dazu Kalckstein, Königthum S. 276. Zum Sterbetag vgl. Werner
VIII, 10-15.
Die Belege für Beatrixens
Gemahl, Friedrich
von Ober-Lothringen, sind bei Renn, Grafenhaus, S. 44-47, zusammengestellt.
Die Einsetzung Friedrichs
zum
Herzog von Ober-Lothringen ist bei Flodoard a. 959, S. 147, bezeugt; vgl.
auch Nonn, Pagus S. 194-198 (zur Frage der Teilung des Herzogtums Lothringen).
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Barth Rüdiger E.: Seite 144,153
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"Der Herzog in Lothringen im 10. Jahrhundert"
Im D O II 308, S. 365 bezeichnet OTTO
II. Beatrix als noster consanguineus
et illustris dux Beatrix nostra consobrina.
Graf
Friedrichs I. Gemahlin Beatrix war
die Tochter Hugos von Franzien und
OTTOS I. und Bruns
Nichte.
Eickhoff Ekkehard: Seite 84,110,117
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"Theophanu und der König"
Auch die Herzogin Beatrix von
Ober-Lothringen, durch ihre Mutter Hadwig
eine Cousine des Kaisers, und dessen jüngere Schwester Mathilde,
Äbtissin des liudolfingischen
Hausklosters Quedlinburg waren über die Alpen zum Hoftag von Verona
gekommen.
Beim Angriff König Lothars
auf Lothringen stand auch Herzogin Beatrix,
die Schwester des mächtigen Herzogs Hugo
von Franzien, die für ihren unmündigen Sohn Dietrich
die
Herrschaft in Ober-Lothringen führte, auf der Seite Theophanus
und OTTOS III.
Im Frühjahr 985 zogen die Kaiserinnen mit OTTO
über
die Pfalzen in Allstedt und Grone bei Göttingen wieder nach Westen,
zur Duisburger Pfalz. In den folgenden Monaten haben sich Theophanu und
Adelheid, unterstützt von der Herzogin Beatrix
von Ober-Lothringen, aktiv den Verhältnissen an der Westgrenze
zugewandt. Es waren die miteinander verwandten Fürstinnen der beiden
fränkischen Reiche, die damals die Initiative ergriffen, um an der
Grenze Frieden zu stiften, womit die Anerkennung der Nachfolge
OTTOS
III. unlöslich verbunden war.
Mohr Walter: Band I Seite 49,55,61,65,69
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"Geschichte des Herzogtums Lothringen"
Eine Möglichkeit zur Klärung dieser Frage ergibt
sich vielleicht daraus, dass Herzog
Friedrich von Ober-Lothringen in dieser Zeit gestorben ist. Wir
besitzen keine Angaben über sein Todesdatum. Sein letztes, sicher
bezeugtes Auftreten liegt im Mai 977 bei der Anwesenheit des Kaisers in
Diedenhofen. Man hat zwar angenommen, bei der gleichen Gelegenheit sei
Karl zum Herzog von Nieder-Lothringen ernannt worden, doch ist das reine
Spekulation, die durch nichts bewiesen werden kann. Der Zeitpunkt für
Karls Ernennung wird uns durch den zu Beginn des 11. Jahrhunderts schreibenden
Sigebert von Gembloux gegeben. Es bleibt danach die Möglichkeit, dass
nach dem Tode Herzog
Friedrichs Karl zum Herzog ernannt wurde, um in Lothringen die
herzoglichen Aufgaben durchzuführen, weil
Friedrichs Sohn Dietrich
noch minderjährig war. Zwar hat dessen Mutter Beatrix
die
Vormundschaft übernommen, aber in ihrer politischen Tätigkeit
läßt sie sich erst seit Juni 983 feststellen, als sie in einer
in Verona ausgestellt Urkunde OTTOS II.
mit dem Titel dux Beatrix
erscheint. Da diese Urkunde außerhalb der Kanzlei verfaßt
wurde, drückt sich darin wohl die Absicht Beatrix
zur Aufrechterhaltung der Nachfolge ihres Hauses in Lothringen
aus, vielleicht sogar mit einer Wendung gegen Karl von Nieder-Lothringen.
Lothar wandte sich
jetzt nach Ober-Lothringen. Von dem dortigen Herzog
Friedrich ist uns für die anfänglichen Regierungsjahre
OTTOS
II. weiter nichts überliefert, er war inzwischen gestorben.
Die Stellung seines unmündigen Sohnes und Nachfolgers ist für
diese Zeit noch ungewiß, seine Mutter
Beatrix
hat eine politische Rolle erst später gespielt. Immerhin
wird sie schon damals die Ansprüche ihres Hauses in Lothringen zu
behaupten gesucht haben. Falls die Vermutung stimmt, dass Karl von Nieder-Lothringen
sich als zuständig für ganz Lothringen betrachtete, ließe
sich von dieser Seite her der Zug Lothars vielleicht
erklären. Denn Beatrix war ja
die Schwester Hugo Capets, deshalb
vielleicht erhoffte sie über ihren Bruder vom westfränkischen
König eine entsprechende Hilfe. Lothar
wandte sich bei seiner Aktion gegen Metz, dessen Bischof Dietrich zum Kaiser
hielt.
Die Herzogin-Mutter Beatrix
hat dann Verhandlungen mit dem Hofe OTTOS III.
aufgenommen und vor allem kamen die Frauen, neben ihr OTTOS
Mutter Theophanu und seine Großmutter
Adelheid
überein, durch ein in Metz abzuhaltendes Colloquium dominarum die
Spannungen beizulegen. Da sich gleichzeitig die Verhältnisse in Deutschland
konsolidierten, ist es anscheinend tatsächlich zu diesem Colloquium
gekommen, doch besitzen wir keinen Bericht darüber.
Indes begann sich Ludwig V.
Anfang 987 plötzlich dem kaiserlichen Hof zu nähern. Die Verhandlungen
wurden in der Hauptsache durch die Herzogin Beatrix
von Ober-Lothringen im Auftrage der Kaiserin
Adelheid vermittelt. Bei einer persönlichen Besprechung
der Herzogin mit Ludwig V. am 19. März
in Compiegne wurde ein Treffen der beiden Könige in Montfaucon Ende
Mai vereinbart. Hierbei sollten natürlich in erster Linie auch die
lothringischen Spannungen beigelegt werden. Indes wurde für die kommenden
Verhandlungen die Mutter OTTOS III.,
Theophanu,
nicht eingeladen, was auf besondere Pläne für die künftige
Lösung der Probleme wies. Die für Montfaucon vorgesehene Konferenz
kam jedenfalls nicht zustande, die ganze Angelegenheit geriet sowieso durch
den Tod König Ludwigs Ende Mai
987 ins Stocken.
In der Entwicklung in Ober-Lothringen darf man annehmen,
dass Herzog
Dietrich bei der Rückkehr aus seiner Gefangenschaft etwa 15
Jahre alt war, und so wird sich wohl in diesen Jahren die Frage seiner
eigenständigen Regierung erhoben haben. Wir sehen indes, dass seine
Mutter Beatrix noch
bis zum April 987 die Regierungsgeschäfte geführt hat. Wenige
Monate zuvor, im Januar 987, wurde ihr Sohn in einer kaiserlichen Urkunde
genannt, als er an einem Hoftag in Andernach teilnahm. Es sieht so aus,
dass er zu diesem Zeitpunkt schon an den Regierungsgeschäften Teil
hatte. Aber dann verschwinden Beatrix
wie Dietrich
völlig
aus den Quellenberichten . Das ist um so auffallender, als OTTO
III. in den Jahren 992 und 995 vorübergehend Aufenthalt
in Lothringen nahm, so dass man in den damals ausgestellten Urkunden Beatrix
oder Dietrich erwähnt erwarten könnte.
Zur Erklärung dieser Sachlage hat man einen Bericht
über die Gründung und die Güter der Kirche St. Maximus in
Bar herangezogen. In diesem Bericht wird an 2 Stellen von Schenkungen gesprochen,
die Herzog
Dietrich vom Papst aus Anlaß der Gefangenschaft seiner Mutter
auferlegt worden seien. Von der Gefangensetzung Beatrix
ist nur bei Calmet die Rede.
Es ist doch auffallend, dass von einer solchen Gefangenschaft
der Herzogin keine andere Quelle berichtet. Beatrix
war immerhin keine unbedeutende Persönlichkeit, sie war mit dem deutschen
und dem westfränkischen Königshaus eng verwandt, sie hatte gerade
eine nicht unbedeutende Rolle in der großen Politik gespielt. Ein
solches Ereignis hätte großes Aufsehen erregen müssen,
auch Gerbert von Aurillac, in dessen Briefen sich ein so weitgehender Niederschlag
der politischen Ereignisse seiner Zeit findet, und der die Herzogin doch
persönlich gekannt hat, hätte das nicht gleichgültig lassen
können. Außerdem soll der Papst eingegriffen haben, die Sache
hätte also größere Kreise gezogen. Es fällt daher
schwer, bei der Beurteilung des Ganzen über dieses Schweigen der Quellen
hinwegzusehen. Im übrigen kann das völlige Verschwinden von Beatrix'
Namen
aus den Quellenberichten seit April 987 auch damit erklärt
werden, dass sie in dieser Zeit gestorben ist, denn wir wissen über
das Datum ihres Todes nichts.
Beatrix führte
nach dem Tode ihres Gatten die Regentschaft für ihren unmündigen
Sohn Dietrich.
954
oo Friedrich I. Herzog von Ober-Lothringen
912-17.6.978
Kinder:
Heinrich
955- 972/78
Dietrich I. Herzog von Ober-Lothringen
965-11.4.1026
Adalbero II. Bischof von Metz (984-1005)
958-14.12.1005
Gottfried
-
Tochter
-
oo Berchthold I. Graf in Bayern und Pfalzgraf
-
Literatur:
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Adelheid Kaiserin und Heilige 931 bis 999 Info
Verlag Karlsruhe 1999 - Althoff Gerd: Otto III. Primus Verlag Darmstadt
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Lothringen im 10. Jahrhundert, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1990, Seite
134 Anm. 26,142 Anm. 52,144 Anm. 61,146 Anm. 66,153,196 - Beumann,
Helmut: Die Ottonen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln, Seite
128, 130 - Brühl Carlrichard: Die Geburt zweier Völker.
Deutsche und Franzosen Böhlau Verlag GmbH & Cie, Köln Seite
187 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke
Verlag 1991, Band I, Seite 183,185,199,479 - Ehlers Joachim/Müller
Heribert/ Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige
des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München
1996 Seite 64,73,75 - Eickhoff, Ekkehard, Theophanu und der König,
Klett-Cotta Stuttgart 1996, Seite 84,110,117,301,306,309,407 - Glocker
Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik.
Böhlau Verlag Köln Wien 1989 V,25 Seite 130,190, 232,288,307
-
Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit.
Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 171,257, 280,285,287,296
- Köpke, Rudolf/Dümmler Ernst: Kaiser Otto der
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Anm. 2 - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger
im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001
Seite 647,662,666,683 - Renn, Heinz: Das erste
Luxemburger Grafenhaus Seite 44-47 - Schieffer Rudolf: Die Karolinger.
W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1992 Seite 213,217 - Schneidmüller
Bernd/Weinfurter Stefan (Hrsg.): Ottonische Neuanfänge. Symposium
zur Ausstellung "Otto der Große, Magdeburg und Europa" Verlag Philipp
von Zabern Mainz 2001 Seite 262,276 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters
in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 43,56,75,79
- Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern.
Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln
1990 Seite 135 - Uhlirz, Karl: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter
Otto II. und Otto III. 1. und 2. Band. Verlag Duncker & Humblot Berlin
1967 - Werner Karl Ferdinand: Die Nachkommen Karls des Großen
bis um das Jahr 1000 (1.-8. Generation) Band IV in: Braunfels Wolfgang:
Karl der Große Lebenswerk und Nachleben. Verlag L. Schwann Düsseldorf
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Werner Karl Ferdinand: Die Ursprünge Frankreichs
bis zum Jahr 1000. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
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Westmitteleuropa – Ostmitteleuropa. Vergleiche
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hg. von Winfried Eberhard, Hans Lemberg, Heinz-Dieter Heimann und Robert
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