Älteste Tochter des Königs
Heinrich II. von Frankreich und der Katharina
von Medici, Tochter von Herzog Lorenzo II. von Urbino
Reifenscheid, Richard: Seite 116
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"Die Habsburger. Von Rudolf I. bis Karl I."
1. PHILIPP II., König von Spanien 1556-1598
* 21.5.1527, + 13.9.1598
Valladolid
Escorial bei Madrid
Grabstätte: Monasterio de San Lorenzo de el Escorial - Pantheon der Könige
3. oo 2.2.1560 in Toledo
ELISABETH,
Prinzessin von Frankreich aus dem Hause
VALOIS
* 2.4.1545, + 3.10.1568
Fontainebleau Madrid
Grabstätte: Monasterio de San Lorenzo de el Escorial - Pantheon der Infanten
Eltern: Heinrich II., König von Frankreich, und Katharina
von Medici, Tochter Lorenzos II., Großherzog von Urbino
Frauen der Weltgeschichte: Seite 240
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ISABELLA VON FRANKREICH
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13.IV.1545-2.X.1568
Isabel de la Paz -
Friedensfürstin - nannte sie das spanische Volk, weil ihre Vermählung
mit Philipp II. den langersehnten Frieden
zwischen Frankreich und Spanien besiegelte. Nach dem frühen Tode Mary
Tudors, seiner zweiten Gemahlin, hatte König
Philipp den Herzog von Alba zu Katharina
von Medici nach Paris gesandt, für ihn um ihre älteste
Tochter aus der Ehe mit Heinrich II.
zu werben. Zur Feier der Vermählung am 20. Juni 1559 veranstaltete
man ein Turnier, bei dem König Heinrich,
der Vater der 14-jährigen Braut, durch einen unglücklichen Lanzenstich
seines Freundes Montgomery den Tod fand. Der Tod blieb der strahlend schönen
Isabella
auch weiterhin nahe, so wie er nahe blieb ihrer Schwägerin
und Freundin Maria Stuart, der Gefährtin
ihrer Kinderjahre... An der Jahreswende 1560 unternahm die junge Königin
von Spanien die beschwerliche Reise über die Pyrenäen, in
ihre neue Heimat - in Briefen und Gedichten hat sie ihrer Mutter den düsteren
Zug geschildert. In Guadalajara sah sie zum erstenmal ihren Gemahl von
Angesicht; er war doppelt so alt wie sie und fragte besorgt, ob sie Anstoß
nehme an seinem grauen Haar... Nein! Sie begann diesen einsamen Strengen
in seiner glühenden Kälte zu lieben; und Mitleid erfaßte
sie beim Anblick des unseligen Infanten Don Carlos,
ihres Stiefsohnes, der im gleichen Jahre wie sie zur Welt kam - in eine
Welt, die ihm zum Kerker wurde. Die Königin duldete das arme Wesen
in ihrer Nähe, und er vergalt ihre Barmherzigkeit mit fast hündisch
ergebener Anhänglichkeit - ein Verhältnis, das Schiller später
zur unsterblichen Tragödie erhöhte. Wenige Monate nach des
Don Carlos Ende starb auch Isabella,
ohne Philipp den ersehnten Thronerben
geschenkt zu haben. Im Ordenskleid der Franziskaner wurde sie bestattet.
Elisabeth von Valois
hatte soeben ihren 14. Geburtstag gefeiert. Von allen VALOIS-Kindern
war sie allein ohne Fehler. Von zartem Knochenbau, liebreizend,
von
einwandfreien Proportionen, mit üppigen schwarzem Haar
und
dunklen - beinahe spanischen - Augen schien sie niemand zu
mißfallen. "Man könnte meinen, sie sei schon vor der Erschaffung
der Welt geschaffen und den Absichten Gottes zufolge in Bereitschaft gehalten,
bis sie nach seinem Willen mit ihren Gatten vereint wurde", schwärmte
Brantome. Sie war intelligent, gehorsam und über ihr Alter hinaus
mit diplomatischem Talent ausgestattet. Trotz offenkundiger Unterschiede,
die zwischen ihnen bestanden, schien ein tiefes gegenseitiges Verstehen
zwischen Katharina und ihrer ältesten
Tochter zu herrschen, das auch durch die Jahre der Trennung nicht geringer
wurde.
Aus Madrid kamen 1565 Briefe von St. Sulpice an, dass
ihre Tochter Elisabeth wahrscheinlich
nicht am Leben sei. Nach Stunden unerträglicher Agonie sei Elisabeth
zweier zu früh geborener Mädchen entbunden worden. Die spanischen
Ärzte (niemals von gutem Ruf in Frankreich) taten, was sie konnten,
nahmen ihre Zuflucht zu Aderlässen, zu Schröpfungen und tauchten
die junge Königin in Bäder. Aber ihr Blutsturz hörte nicht
auf, und ihr Fieber stieg an, bis sie in Bewußtlosigkeit fiel. Wie
durch ein Wunder an Ausdauer triumphierte Elisabeth
über die Barbarei der spanischen Heilkunst, und einen Monat später
konnte der Gesandte der geängstigten Mutter versichern, dass es Elisabeth
"gut geht, obwohl sie noch sehr schwach, blaß und dünn ist auf
Grund dieser langen und schweren Krankheit". Tatsächlich sollte
Elisabeth noch drei Jahre lang leben, in denen sie weiter zwei
Male die Schrecken der Schwangerschaft auf sich nahm bei ihrem Bemühen,
Philipp
mit einem Knaben zu beglücken.
Das Zusammentreffen Elisabeths
mit ihrem Bruder und ihrer Mutter in Bayonne zeichnete sich durch allseitige
Rührung aus. Die Königin, die auf der über den Fluß
errichteten Ponton-Brücke auf die beiden zuschritt, sah älter
aus, als es ihren Lebensjahren entsprach. Obwohl sie erst zwanzig war,
war sie zweimal dem Tode nahe gewesen. Ihre Schwangerschaften hatten sie
ausgezehrt, und von Masern, die sie jüngst befallen, wenn auch nicht
entstellt hatten, war sie blaß und fahl geworden. Hatte sie auch
einiges von ihrer jugendlichen Schönheit eingebüßt, so
hatte sie an "großer Anmut" gewonnen. "Sie verfügt über
ungewöhnlichen Esprit und außergewöhnliche Höflichkeit"
schrieb Giovanni Soranzo, der venezianische Gesandte. "Jedermann hält
sie für weise und klug in einem Ausmaß, des nach jeder Richtung
hin weit jenseits ihrer Jahre liegt". In Spanien hatte sie sich beinahe
den Ruf einer Heiligen erworben und sowohl die Liebe ihre Gatten als auch
die ihres Volkes für sich gewonnen. Und doch, so bemerkte Soranzo,
tat Philipp trotz seiner Liebe und
Achtung wenig, um sie glücklich zu machen. Viele Tage verbrachte sie
allein, kaum verließ sie ihre Gemächer, selten sah sie ihren
Gemahl, "wie sie es gern wollte". Aber, so schloß der scharf beobachtende
Venezianer, "sie verbirgt ihre Gefühle... und bringt zum Ausdruck,
dass sie dem König lediglich zu gefallen wünscht und nur will,
was er will."
Katharina war immer
stolz auf Elisabeths Intelligenz gewesen;
von all ihren Kindern besaß sie den feinsten Sinn für Politik.
Jetzt hingegen fand Katharina, dass
sich dieser Sinn gegen sie selbst richtete. "Meine Tochter, Du bist sehr
spanisch geworden", klagte Katharina gegenüber
Elisabeth,
worauf ihre Tochter erwiderte: "Ich bin Spanierin, ich gebe es zu; es ist
meine Pflicht; aber ich bin immer noch Deine Tochter, genauso wie ich es
auch war, als Du mich nach Spanien gesandt hast."
Kurz nach dem Abmarsch der Armee erhielt
Katharina Nachrichten, die sie völlig unvorbereitet trafen:
ihre Tochter Elisabeth war am 3.
Oktober im Wochenbett gestorben. Im vorangegangenen Frühjahr
hatte Fourquevaux die Königin-Mutter von der Schwangerschaft der Königin
in Kenntnis gesetzt, und wie üblich hatte
Katharina einen Brief voller mütterlicher Ratschläge
geschrieben: dass mäßige körperliche Bewegung gut für
Elisabeth sei, dass sie spazieren gehen und sich nicht ins Bett
legen oder in ihren Gemächern einschließen solle, wie es der
spanischen Gewohnheit entspreche - "denn diese Leute würden es am
liebsten sehen, wenn sie niemals einen Schritt machte, es sei denn in einer
Sänfte oder auf ihrem Stuhl getragen", schloß sie mißbilligend.
Trotz der Ratschläge ihrer Mutter nahm
Elisabeths Gesundheit ab. Sie wurde von Schwindelanfällen
gepeinigt, zuweilen verlor sie das Bewußtsein. Ihr Puls
schwankte abnormal. Eine Zeitlang versuchte sie, ihren Zustand zu verbergen,
nachdem sie allzuviel von den spanischen Ärzten hatte erdulden müssen,
um zu wünschen, sich ihnen wiederum anzuvertrauen. Gegen Herbst jedoch
war sie ans Bett gefesselt, und gegen Ende September wußte sie, dass
sie nicht wieder gesund werden würde. Am späten Morgen des
3. Oktobers genas Elisabeth nach
anstrengenden Stunden eines früh geborenen Kindes, das gerade lange
genug lebte, um noch getauft zu werden. Viermal hatte sie sich den Mühsalen
der Kindesgeburt unterzogen, aber niemals war es ihr gelungen, ihrem Gatten
einen männlichen Erben zu schenken. Diesmal überlebte sie ihr
Kind nicht.
Grierson Edward: Seite 137
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"Philipp II. König zweier Welten."
Ihre Gesundheit war jedoch schwach, und die Gefangennahme
des Infanten kurz nach der Geburt ihrer zweiten Tochter stürzte sie
in tiefe Betrübnis. Sie schrieb dem französischen Botschafter,
das Unglück gehe ihr so nahe, als sei Carlos
ihr
eigener Sohn und sie weinte zwei Tage lang. Selbst ein Aufenthalt
in Aranjuez brachte keine Besserung, denn sie sehnte sich nach den Infantinnen,
die man in dem angeblich gesünderen Klima Madrids zurückgelassen
hatte.
Zu Beginn des Herbstes verschlechterte sich ihr Zustand
unter der Belastung einer weiteren Schwangerschaft, die zum Schrecken ihrer
Ärzte mit Schwindel und Fieber einherging. Anfang Oktober hatte
sie sich mit dem Tod ausgesöhnt. Etwas von Fatalismus, der neben Geist
und Schönheit zu ihrem Wesen gehörte, zeigte sich auch bei einem
der letzten Gespräche mit dem König. Am 3. Oktober um
die Mittagszeit hatte sie eine Frühgeburt, ein Mädchen, das gerade
lange genug lebte, um getauft zu werden. Der König saß an ihrem
Bett, als sie kurz danach starb.
30.6.1559
oo 3. Philipp II. König von Spanien
21.5.1527-13.9.1598
Kinder:
Isabella Clara Statthalterin der Niederlande
12.8.1566-15.11.1633
Segovia Brüssel
18.4.1599
oo Albrecht VII. Erzherzog von Österreich
13.11.1559-15.11.1621
Katharina
10.10.1567-6.11.1597
11.3.1585
oo Karl Emanuel I. Herzog von Savoyen
12.1.1562-26.7.1630
Literatur:
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Andrieux Maurice: Heinrich IV. Frankreichs guter
König. Societäts-Verlag Frankfurt 1955 Seite 180 - Hartmann
Peter Claus: Französische Könige und Kaiser der Neuzeit. Von
Ludwig XII. bis Napoleon III. 1498-1870. Verlag C. H. Beck München
1994 Seite 71, 85,91,99,110,120 - Ferdinandy Michael de: Philipp
II. Bechtermünz Verlag Augsburg 1996 Seite 95,135-137,154,156,179,186,202,216,
234,244,281,290, 353,403 - Giardini Cesare: Don Carlos. Infant von
Spanien. Eugen Diederichs Verlag München 1994 Seite 69,99-105, 113,118,127,140,142,145,187,201,207,210,219,224
- Grierson Edward: Philipp II. König zweier Welten. Societäts-Verlag
Frankfurt 1978 Seite 68,77,79,85,122,126,128,129,133,136,138,150,181,220,253,274,280
- Jurewitz-Freischmidt Sylvia: Die Herrinnen der Loire-Schlösser.
Königinnen und Mätressen um den Lilienthron. Casimir Katz Verlag,
Gernsbach 1996 Seite 245,256,258,261,292,294, 306 - Lavater-Sloman
Mary: Elisabeth I. Herrin der Meere, Gustav Lübbe Verlag GmbH Bergisch
Gladbach 1988 Seite 178,181,290,284 - Mahoney Irene: Katharina von
Medici. Königin von Frankreich. Eugen Diederichs Verlag München
1994 Seite 41,54,62,68,86,88,95, 133,135-141,143,157,409 -
Petrie
Charles: Philipp II. von Spanien. W. Kohlhammer Verlag Stuttgart Berlin
Köln Mainz 1965 Seite 90, 138,140,145,150 - Pfandl Ludwig:
Philipp II. Gemälde eines Lebens und einer Zeit. Verlag Georg D. W.
Callwey München 1938 - Reifenscheid, Richard: Die Habsburger.
Von Rudolf I. bis Karl I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln 1982 Seite
116 - Taillander Saint-Rene Madeleine Marie Louise: Heinrich IV.
Der Hugenotte auf Frankreichs Thron. Eugen Diederichs Verlag München
1995 Seite 14,22,42,48 - Tamussino Ursula: Maria von Ungarn. Ein
Leben im Dienst der Casa de Austria Verlag Styria Graz Wien Köln 1998
Seite 285 -