Begraben: Santa Maria in Trastevere
2. Sohn des Grafen
Karl II. von Alencon aus seiner 2. Ehe mit der Marie
von Kastilien, Tochter von Herzog
Ferdinands II. de la Cerda
Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 351
********************
Philipp von Alencon
-------------------------
* um 1338, + 16. August 1397
Rom
Begraben: Santa Maria in Trastevere
2. Sohn von Karl II. von Alencon und von Maria von Spanien
Philipp wurde bereits
1356 zum Bischof von Beauvais ernannt, aber wegen seiner Jugend
noch nicht geweiht. 1359 erhielt er das Erzbistum Rouen. Zahlreiche
Konflikte mit seinem Kapitel und später mit der königlichen Justiz
über die Anwendung der Synodalstatuten führten jedoch 1373 zur
Beschlagnahme seiner Temporalien. Papst Gregor IX. stimmte seiner Absetzung
als Erzbischof von Rouen zu, verlieh ihm den Titel des Patriarchen von
Jerusalem und ernannte ihn 1374 zum Administrator des Erzbistums
Auch. Als sich Philipp von Alencon
nach dem Ausbruch des Abendländischen Schismas dem römischen
Papst Urban VI. anschloß, entzog ihm dessen avignonischer Gegner
Clemens VII. 1378 das Erzbistum. Philipp floh
nach Rom und wurde dort nacheinander zum Kardinal von S. Maria in Trastevere
(1378), von Sabina (1385) sowie von Ostia und Velletri (1389)
ernannt; er fungierte auch als Dekan des Kardinalskollegiums. Papst
Benedikt IX. beauftragte ihn mit einer Legation zu König
WENZEL (1389-1390), um diesen für die römische Obödienz
zu gewinnen. Vergeblich versuchte er an der Pariser Universität, von
der aus eine Bewegung zur Überwindung des Schismas ausging, den Standpunkt
der römischen Kirche zur Geltung zu bringen.