4. Sohn des Königs
Philipp VI. von Frankreich aus seiner 1. Ehe mit der
Johanna
der Hinkenden von Burgund, Tochter von Herzog
Robert II.
Philipp war Herzog von Orleans, von Touraine, Graf von Valois und Beaumont-le-Roger und Pair von Frankreich. 1360/63 weilte er als Geisel in England. Da Philipp ohne legitime Erben starb, fiel das Herzogtum an die Krone zurück.
Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller
Bernd: Seite 276-279,294
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"Die französischen Könige des Mittelalters.
Von Odo bis Karl VIII. 888-1498."
In Johanns
Heer befanden sich seine vier Söhne sowie sein Bruder, das heißt
alle für die Thronfolge in Frage kommenden Mitglieder seiner engeren
Familie. Die Pause wurde dazu genutzt, den Dauphin sowie dessen Brüder
Ludwig und Johann aus der
Gefahrenzone zu bringen. Einige Herren kamen daraufhin zu dem Schluß,
es sei wohl besser, die Gesundheit ebenfalls gar nicht erst aufs Spiel
zu setzen. Unter ihnen war Johanns
Bruder Philipp von Orleans, der zusammen
mit seinen Leuten das Schlachtfeld geräumt haben soll, ohne überhaupt
in die Kämpfe eingegriffen zu haben.
Zum einen wurde der Adel generell bezichtigt, seiner
im Grunde einzigen Aufgabe, nämlich zu kämpfen, nicht nachgekommen
zu sein, ja mit den Engländern gemeinsame Sache gemacht zu haben,
und zum anderen bürdete man die Hauptschuld an der Niederlage dem
gerade einundzwanzigjhrigen Philipp von Orleans
auf.
Während die erste Variante der Schuldzuweisung offenbar weit verbreitet
war und keiner Pflege bedurfte, scheint die zweite später besonders
im Umkreis Karls
V. kultiviert worden zu sein: Der Onkel Philipp
wurde offenbar als schwarzes Schaf der Familie geopfert, um König
und Thronfolger zu salvieren.
Die Ausstattung der jüngeren Königs-Söhne
mit Apanagen (appanare = mit Brot versehen) war zwar keine Erfindung der
VALOIS,
allerdings nahm diese Tradition nunmehr besorgniserregende Ausmaße
an: Johanns Bruder
Philipp (+ 1375) bezog aus dem 1342 eigens für ihn geschaffenen
Herzogtum Orleans mehr Einkünfte als der König aus den
Regionen des langue d'oc.
18.1.1344
oo Blanka von Frankreich, Tochter des Königs
Karl IV.
x 1.4.1328-7.2.1392
Gräfin von Beaumont
Kinder:
Illegitim
Ludwig Bischof von Poitiers (1391-1395)
-
1395 Bischof von Beauvais (1394-1395)
Jerusalem
Literatur:
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Ehlers Joachim: Geschichte Frankreichs im Mittelalter.
W. Kohlhammer GmbH 1987 Seite 254 - Ehlers Joachim/Müller
Heribert/ Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige
des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München
1996 Seite 251,267,271,276-279,282,287,294 -