4. Tochter des Königs
Karl VI. der Wahnsinnige von Frankreich und der
Isabeau
von Bayern-Ingolstadt, Tochter von Herzog
Stephan III. der Kneißl
Markale Jean: Seite 94,131
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„Isabeau de Bavarie“
Als Isabeau am 22.August
1393 mit einer Tochter Marie niedergekommen
war, hatte sie das Gelübde abgelegt, dass diese Tochter, sollte sie
überleben, ins Kloster gehen sollte. Wie wir wissen, wurde das Gelübde
eingehalten: Marie starb 1434
in Poissy als Nonne.
Im Juli 1405 begaben sich Isabeau
und Ludwig von Orleans nach Poissy.
Der Grund war, Madame Marie de France,
welche den Schleier genommen hatte und Nonne im besagten Kloster Poissy
geworden war, dazu zu bewegen, den Hort der Kirche verlassen zu wollen,
um sich mit Eduard, dem Sohn des Herzogs von Bar, vermählen
zu lassen. Und sie sprachen mit der genannten Dame Marie
und
machten ihr vielerlei Reden, um sie dazu zu bewegen. Doch die Tochter von
Isabeau und Karl VI. wollte
nichts davon wissen und sagte, dass sie, da es des Königs, der Königin
sowie ihrer Anverwandten Wunsch gewesen sei, den heiligen Stand niemals
wieder verlassen werde.
Pernoud Regine: Seite 75
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"Christine de Pizan. Das Leben einer außergewöhnlichen
Frau und Schriftsellerin im Mittelalter."
Königin Isabeau hatte den rührenden Einfall, ihre erste nach dem Anfall geborene Tochter der Mutter Gottes zu weihen. Das Kind wurde am 23. August 1392 geboren und auf den Namen Marie getauft.
Jurewitz-Freischmidt Sylvia: Seite 21,46
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"Die Herrinnen der Loire-Schlösser. Königinnen
und Mätressen um den Lilienthron."
Als Isabeau im Sommer
1393 von einem weiteren gesunden Mädchen entbunden wird, schlägt
der mittelalterliche Opfer- und Wunderglaube voll durch: Die kleine Marie
soll dem "immerwährenden Dienste Gottes geweiht werden", sollte Charles
noch einmal genesen. In einer seiner wachen Perioden bringen König
und Königin das zu diesem Zeitpunkt vierjährige Kind in das Kloster
von Poissy. Das arme Mädchen wird ungefragt Novizin, mit 15
Nonne,
später Priorin und stirbt im Kloster, ohne durch sein unfreiwilliges
Opfer das erhoffte Wunder bewirken zu können.
Isabeau macht ihr
Testament. Viel zu vererben hat die alte Königin nicht. Ihre perönliche
Habe vermacht sie ihrer Tochter Marie,
der das Leben im Kloster ganz gut bekommen zu sein scheint, denn neben
Katharina
in England und Charles in Bourges ist
sie eins der drei noch lebenden Kinder Isabeaus.
Saller Martin: Seite 109,164,182,313
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"Königin Isabeau. Die Wittelsbacherin auf dem Lilienthron."
Fast sieben Monate dauert die zweite Wahnperiode des Königs.
Erst im Januar 1394 taucht er wieder aus der Umnachtung. So herrscht düstere
Stimmung, als Isabeau im Sommer 1393
niederkommt - zum sechsten mal nun schon in ihrer achtjährigen Ehe.
Sie schenkt wieder einem Töchterchen das Leben, das den Namen
Maria erhält und das sie dem "imerwährenden Dienst
Gottes" zu weihen verspricht, wenn Karl Heilung
zuteil werde. Im Jahre 1397 bringen Isabeau
und der König das erst vierjährige Mädchen auch wirklich
in das Kloster von Poissy. Maria wird
dann Novizin und mit fünfzehn Nonne. Sie stirbt 1448
im Kloster, ohne mit ihrem Opfer das Wunder bewirkt zu haben.
Im Juli 1405 verbringen Isabeau
und Ludwig von Orleans mit nur kleinem
Gefolge eine Woche im alten Königsschloß von St. Germain-en-Laye.
Sie besuchen dabei im nahen Kloster Poissy die Tochter der Königin,
Marie,
die schon als vierjähriges Mädchen dem 'ewigen Dienst Gottes'
geweiht worden ist, um durch ihr Opfer die wundersame Heilung König
Karls zu erwirken. Nun hätte sie Ludwigvon
Orleans gern mit dem Sohn des Herzogs von Bar, der sein Verbündeter
ist, vermählt. Doch das zwölfjährige Mädchen will im
Kloster bleiben.
Auch Familien-Angelegenheiten nehmen Isabeau
in Anspruch. Ihre Tochter Marie, jetzt
15 Jahre alt, nimmt im Kloster Poissy nach langem Noviziat endgültig
den Schleier.
Ihrer Tochter Marie,
die als Nonne im Kloster Poissy lebt, übereignet Isabeau
in besonderer Zuneigung die private Habe, Bücher, Wandteppiche und
Erinnerungsstücke.
Literatur:
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Jurewitz-Freischmidt Sylvia: Die Herrinnen der
Loire-Schlösser. Königinnen und Mätressen um den Lilienthron.
Casimir Katz Verlag, Gernsbach 1996 Seite 21,46 - Markale, Jean:
Isabeau de Bavarie. Eugen Diederichs Verlag München 1994 Seite 94,131-
Pernoud
Regine: Christine de Pizan. Das Leben einer außergewöhnlichen
Frau und Schriftsellerin im Mittelalter. Deutscher Taschenbuch Verlag 1990
Seite 75 - Saller Martin: Königin Isabeau. Die Wittelsbacherin
auf dem Lilienthron. Nymphenburger Verlagshandlung GmbH, München 1979
Seite 109,164,182, 313 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in
Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 353,363,367
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