Wilhelm von Blois                                  Erzbischof von Reims (1176-1202)
-----------------------                                 Bischof von Chartres (1164-1202)
um 1146-7.9.1202                                  Erzbischof von Sens  (1176-1202)
 

Jüngerer Sohn des Grafen Theobald IV. der Große von Blois-Chartres und der Mathilde von Sponheim-Kärnten, Tochter von Graf Engelbert I.
 

Lexikon des Mittelalters: Band IX Spalte 158
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Wilhelm Weißhand (Guillaume aux Blanches Mains), Bischof von Chartres seit 1165; Erzbischof von Sens seit 1168
--------------------------------------------------------------- Erzbischof von Reims seit 1176
     + 1202

Entstammte als 4. Sohn Tedbalds II. (IV.), Graf von Champagne, dem mächtigen Hause BLOIS, war Bruder Heinrichs I. von Champagne, Tedbalds V. von Blois und Stephans von Sancerre sowie der Adela von Champagne, der 3. Gemahlin von König Ludwig VII. und Mutter von Philipp II. Augustus. Wilhelm Weißhand wurde schon in früher Jugend mit reichen Pfründen ausgestattet und zum Erzbischof von Lyon erwählt (1163), doch nahm er das Erzbistum nicht in Besitz. 1165 Bischof von Chartres, wurde er von einem Erzbischof von Sens zum Diakon bestellt und nach dessen Tod zum Erzbischof von Sens gewählt (1168). Nun empfing er die Bischofsweihe. Wilhelms Bemühungen, im päpstlichen Auftrag eine Versöhnung zwischen Thomas Becket, Erzbischof von Canterbury, der in Ste-Colombe de Sens Zuflucht gefunden hatte, und König Heinrich II. herbeizuführen, schlugen fehl. Nachdem Scheitern der Veermittlungsversuche wurde Wilhelm von Blois von Papst Alexander III. mit der Verhängung des Interdikts über das Königreich England beauftragt. Wilhelm von Blois war Becket stets zugetan und reiste 1178 an das Grab des Märtyrers, um ihm seine Verehrung zu bezeugen. Als Erzbischof von Reims (seit 1176) vollzog Wilhelm von Blois 1179 die Weihe an Philipp Augustus, der zum Mitregenten seines schwerkranken Vaters erhoben worden war. Nach dem Tode Ludwigs VII. (1180) beteiligte sich der Erzbischof an den Versuchen der Königin-Mutter Adela und seiner Brüder, dem jungen König eine Vormundschafstregierung aufzunötigen. Seit ca. 1182 näherte er sich jedoch Philipp Augustus an und unterstützte ihn fortan, auch hinsichtlich der (vom Papsttum abgelehnten) Ehescheidung von Königin Ingeborg. Wilhelm von Blois wurde in dieser Sache vor die Kurie geladen, um sich zu rechtfertigen, und verstarb auf der Rückreise von Rom (1202). In Reims reorganisierte Wilhelm von Blois das Offizialat, ging gegen Häretiker vor und brachte das Amt des Scholasters wieder zur Geltung. Wilhelm von Blois schaltete sich in die Angelegenheiten der Suffraganbistümer ein und stärkte die Position der Bischöfe; er gewährte Albert von Löwen, Bischof von Lüttich, im Konflikt mit Kaiser HEINRICH VI. Asyl in Reims. Als geistlicher Fürst erlaubte er den Bürgern von Reims die Schöffenwahl und errichtete Vorstädte (bourgs) außerhalb der Stadtmauer von Reims. Andererseits mediatisierte er infolge seines Familiensinnes mehrere große erzbischöfliche Lehen zugunsten seines Bruders Heinrich I. von Champagne.



Brandenburg Erich: Tafel 9 Seite 19
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XIII. 66 a. WILHELM, Bischof von Chartres 1164, Erzbischof von Sens und Reims 1176
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                   * ca. 1135, + 1202 7. IX.



Primas von Frankreich und Kardinal
Wilhelm krönte 1180 seinen königlichen Neffen Philipp II. August und stritt mit dem Grafen von Flandern und den Brüdern um die Regentschaft. Er konnte sich durchsetzen und wurde 1189/91 Reichsverweser für den Neffen.