Jüngerer Sohn des Grafen
Theobald I. von Blois und der Liutgard
von Vermandois, Tochter von Graf
Heribert II.
Brandenburg Erich: Tafel 2 Seite 4
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VIII. 11 b. HUGO, Erzbischof von Bourges vor 978 5.
II.
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* ca. 950, + 985
VIII. Generation
6-9
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Von den Kindern, die Liutgard/Ledgard,
die Tochter Heriberts II., aus ihrer
2. Ehe mit Graf Tedbald von Blois, Chartres, Chateaudun,
Vicomte
von Tours hatte, ist der Älteste, der den Namen des Vaters trug,
schon 962 (im Sommer) in der Schlacht bei Ermentrouville gefallen, im Kriege
seines Vaters mit dem Herzog der Normandie.
Kaum viel später als er dürfte Hugo
geboren sein, der nicht erst "vor 978 5. II.", wie Brandenburg meint, sondern
schon 969 Erzbischof von Bourges wurde, vgl. A. Gandilhon, Catalogue
des actes des archeveques de Bourges anterieurs a l'an 1200, Bourges-Paris
1927, Seite XIX.
Wir dürfen annehemen, daß Hugo von
vornherein für die geistliche Laufbahn bestimmt war, da Tedbald
dem Vater in seinen Grafschaften folgen sollte. Erst durch Tedbalds frühen
Tod wurde Odo, in dem wir, im Gegensatz zu Brandenburg, den jüngeren
Bruder Hugos zu sehen haben, zum Nachfolger im väterlichen
Machtbereich. Brandenburg gibt zu Hugo keinen Todestag, nur das
Todesjahr 985. Den richtigen Todestag, I 2, gibt das Nekrolog
von Notre-Dame de Chartres (vgl. Gandilhon, 1. c., der aber irrigerweise
dieser Angabe den vermeintlichen Eintrag eines Cartulars der Abtei Marmoutier
bei Tours vorzieht. Es handelt sich um das absolut unzuverlässige
Werrk von Dom C. Chantelou, Cartulaire tourangeau, Tours 1879, das keineswegs
eine Rekonstruktion des verlorenen Cartulars der Abtei Marmoutier für
die Touraine darstellt.)
Zur 2. Ehe Berthas,
die sich nach Odos I. Tod mit Robert II. verband
(die Ehe wurde auf päpstliches Betreiben, nach anfänglichem Widerstand
König
Roberts, wegen zu naher Verwandtschaft aufgelöst) vgl.
Bradenburg X 137 (Seite 67). Bemerken wir, daß Bertha
aus ihrer Ehe mit Odo nie einen Sohn namens "Robert" hatte, wie Brandenburg
IX, 9 angibt. Einziger, vermeintlicher Beleg ist eine Zeugenliste, in der
von Newman, Catalogue des actes de Robert II., 135f. als Fälschung
des 12. Jahrhunderts eingestuften Urkunde von 989: S Hugonis
regis,
S. Oddonis comitis, S. Roberti
filii eius,
S. Tedbaldi filii eius, S. Oddonis,
alterius filii eius. Man hat längst bemerkt, daß
das alterius nur zwei Söhne Odos I. voraussetzt, Tedbald
II. und Odo II. In Robert sah man den an die falsche Stelle
gesetzten Robert II., Sohn
König Hugos. In Wahrheit ist für "filii eius" bei
Robert vicecomitis zu lesen, und gemeint ist der Aussteller
der Urkunde, der Vicomte Robert von Blois, der ohne diese von uns vorgeschlagene
Richtigstellung in der Subskription seiner Urkunde gar nicht erschiene!
Da Tetbald II. kurz vor seinem Tode 1004 zum Bischof von Chartres gewählt
worden war und vergebliche Versuche unternahm, die päpstliche Genehmigung
zuerlangen, wird seine Geburt und damit das Datum der Ehe Berthas
mit Odo I. früher als c 983 (so Brandenburg) anzusetzen
sein. In einer Urkunde, die wie die eben zitierte vom Vicomte Robert von
Blois für die Abtei Notre Dame d'Evron (Dep. Mayenne) ausgestellt
wurde (Cartulaire de S.-Pere de Chartres, ed. B. Guerard, 1, 77-79), erscheinen
nebeneinander, in der durchaus unverdächtigen Zeugenliste, nach Herzog
Hugo (Capet), Graf Odo und seinem Bruder, dem Erzbischof
Hugo von Bourges, S. Letgardis comitissae,
S.
Berte comitisse. Man hat diese Urkunde
auf 985 datiert, ausgehend von dem in ihr erwähnten Tod des Abtes
Wibert von S.-Pere. Das Jahr von dessen Tod ist aber gar nicht genau bekannt;
der Herzog datiert seine Abtszeit bis c 980, die letzte datierte Urkunde,
die ihn nennt, ist von 967 III 8. Es ergibt sich, daß nicht
nur Ledgard, die Gattin
Tedbalds
I., bis c 980 gelebt hat (siehe oben VII, 7), sondern daß um
diese Zeit Odo I., seit 975 Graf von Blois, schon mit der burgundischen
Königs-Tochter Bertha vermählt war.