Heinrich III. der Fette                                Graf von Champagne (1270-1274)
---------------------------                  als H.I.  König von Navarra  (1270-1274)
um 1240-27.7.1274
             Pamplona

Begraben: Pamplona, Kathedrale
 

Jüngerer Sohn des Grafen Theobald IV. der Große von Champagne aus seiner 3. Ehe mit der Margarete von Dampierre-Bourbon, Tochter von Graf Archambald VIII.
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 2069
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Heinrich III. ‚le Gros‘, Graf von Champagne und Brie, König von Navarra
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* um 1249, + 22. Juli 1274
                  Pamplona

Begraben: Pamplona, Kathedrale

Heinrich III. erhielt 1263 von seinem älteren Bruder, Tedbald (Theobald) V., die Grafschaft Rosnay übertragen, wurde 1265 mit Yolande von Bearn verlobt und heiratete 1269 Blanche von Artois, Nichte König Ludwigs des Heiligen, deren Mitgift zum Ankauf der Kastellanei Beaufort verwandt wurde. Heinrich III., der während des Tunis-Kreuzzuges für seinen Bruder das Königreich Navarra verwaltete, wurde nach dessen Tod (+ 4. Dezember 1270) Graf von Champagne und Brie, am 1. März 1271 König von Navarra.
Er reiste zweimal in die Champagne (1271: Lehnshuldigung an den König von Frankreich; 1273);

Kinder:
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Tedbald (Theobald) (früh durch Unfall verstorben),
Johanna (deren Heirat mit König Philipp IV. 1284 den Übergang der Champagne an die Krone vorbereitete),
ein unehelicher Sohn.



Heinrich III. der Fette wurde 1270 Pair von Frankreich und geriet ganz unter französischen Einfluß. Er wurde ein Opfer seiner Freßsucht.

Ehlers Joachim: Seite 188
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"Die Kapetinger"

Ein neues Feld eröffnete sich schon im Sommer des folgenden Jahres durch den Tod König Heinrixchs I. von Navarra, Sohn TedbaldsV. von der Champagne. Sowohl Alfons X. von Kastilien als auch Jakob I. von Aragon bemühten sich um das Erbe und auch der englische König versuchte, seinen Sohn mit Heinrichs I. Erbtochter Johanna zu verheiraten.

Favier, Jean: Seite 201,256
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"Frankreich im Zeitalter der Landesherrschaft 1000-1515"

Theobalds Nachfolger, Heinrich III., heiratete eine Tochter Ludwigs des Heiligen, deren gemeinsame Tochter Johanna Philipp dem Schönen die Champagne als Heiratsgut eintrug [Richtigstellung: Die EhefrauHeinrichs III. war Blanka von Artois. Wäre Johannas Mutter eine Tochter Ludwigs des Heiligen, dann hätte Philipp IV. seine Cousine geheiratet (Verwandtschaft im 4. Grad/Inzucht). Tatsächlich bestand Verwandtschaft im 6. Grad.].
Dabei fiel dem KAPETINGER durch den Abtritt einer ganzen Generation ein beträchtliches Erbe in den Schoß. 1284 konnte er die blutjunge Johanna von Navarra, die Enkelin Theobalds IV. von Navarra und der Champagne und - nach dem Tod seiner beiden Söhne, Theobald V. und Heinrich III. 1270 bzw. 1274 - auch einzige Erbin, mit dem Thronfolger Philipp dem Schönen vermählen.
 
 
 
 

 1269
  oo 1. Blanka von Artois, Tochter des Grafen Robert I.
          um 1248-2.5.1302
                        Paris

        Regentin in Champagne-Navarra
 
 
 
 

Kinder:

  Theobald
          -   1273

  Johanna I.
  1271/72-2.4.1304

1284
  oo Philipp IV. der Schöne König von Frankreich
       1268-29.11.1314
 
 
 
 

Literatur:
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Ehlers Joachim: Die Kapetinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 89,188,194,236 - Ehlers Joachim: Geschichte Frankreichs im Mittelalter. W. Kohlhammer GmbH 1987 Seite 168 - Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 199,203 - Favier, Jean: Frankreich im Zeitalter der Landesherrschaft 1000-1515. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1989 Seite 201,256 - Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1993 Seite 119 -