Tochter des Grafen
Theobald IV. von Blois und der
Mathilde
von Sponheim-Kärnten, Tochter von Graf Engelbert I.
Brandenburg Erich: Tafel 8 Seite 17
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"Die Nachkommen Karls des Großen"
XIII. 64 a. ELISABETH
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* ca. 1130, + ...
Gemahl: a) 1139/40 Roger Herzog von Apulien
+ 1149
b) ca. 1150/55 Wilhelm Goeth IV., Herr von Montmirail (siehe XIII 332)
+ ca. 1170
Es war naheliegend, dass der König von Sizilien sich
nach dem Frieden von Mignano (1139) nach Frankreich wandte. Der einflußreiche
Bernhard von Clairvaux sollte ein Heiratsbündnis vermitteln. Nicht
eine Königs-Tochter wurde für einen Sohn Rogers
ausgewählt, sondern eine Tochter des dem Zisterzienserabt nahestehenden
Grafen
Theobald IV. von Blois und Champagne. Dieser konnte es an Macht und
Einfluß durchaus mit dem König von Frankreich aufnehmen. Er
war der Sohn Adeles, der Tochter des
Normannen-Herzogs und späteren Königs von England, Wilhelms
des Eroberers, die den Grafen Stephan I. von Blois und Champagne
geheiratet hatte. Graf Theobald IV. war nach dem Tode seines Onkels,
König
Heinrichs I. von England (1100-1135), zu dessen Nachfolger gewählt
worden. Durch einen Handstreich seines jüngeren Bruders Stephan
wurde er aber um den Thron gebracht. Zwei Tage nach der Wahl Theobalds,
die in der Normandie erfolgt war, am 22. Dezember 1135, ließ Stephan
sich mit Hilfe seines Bruders Heinrich, Bischof von Winchester,
in London zum König von England krönen. Damit waren vollendete
Tatsachen geschaffen, die den älteren Bruder zur Resignation zwangen.
Die für
Rogers Sohn ausgewählte
Braut war also zwar keine Königs-Tochter, aber immerhin die Nichte
des normannischen Herrschers von England.
Um sich Bernhard gewogen zu machen, schlug Roger
die
Gründung einer Zisterzienserabtei in seinem Königreich vor, worüber
der Abt natürlich erfreut war. Im August 1140 war alles soweit, wie
wir aus einem Brief Bernhards wissen: In Montpellier erwartete man die
Gesandten Rogers, die die Braut, Elisabeth,
und einige Zisterziesermönche nach Sizilien bringen sollten. Der Brautvater
erhielt als Geschenk ein wertvolles Gefäß, das er später
dem Abt Sutger von Saint-Denis schenkte.
Vielleicht wurde die Heirat aufgeschoben, daRoger
Verhandlungen mit Byzanz anknüpfte. Anfang 1143 hielt er dort um eine
Kaisertochter für einen seiner Söhne an. Für eine byzantinische
Prinzessin konnte wohl nur der Thronfolger, also Herzog
Roger, in Betracht kommen. Die entsprechenden Verhandlungen
scheiterten jedoch bald, da der oströmische Herrscher den König
von Sizilien nicht als ebenbürtigen Partner betrachtete. Die Ehe zwischen
Herzog
Roger und Elisabeth wird
also spätestens 1143 vollzogen worden sein, blieb aber wahrscheinlich
kinderlos.
Herzog Roger hatte damals
bereits zwei Söhne, Tankred und
Wilhelm;
sie waren um 1140 aus einer unehelichen Verbindung mit einer Tochter des
Accardus, Herrn von Lecce, geboren worden. Das war natürlich kein
Hindernis für eine Heirat mit einer standesgemäßen Gemahlin.
Auf jeden Fall kehrte Elisabeth nach
dem Tod Herzog Rogers (1149) wieder
nach Frankreich zurück, wo sie eine 2. Ehe einging. Aus dieser Ehe
stammen zwei Töchter.
1139/40
1. oo Roger III. Herzog von Apulien
x 1118-2.5.1149
2. oo Wilhelm IV. Goet Seigneur von Montmiral
- um 1170
Kinder:
2. Ehe 2 Töchter
Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen
Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 8 Seite 17 - Houben,
Hubert: Roger II. von Sizilien. Herrscher zwischen Orient und Okzident,
Primus Verlag Darmstadt 1997, Seite 92,93,155A -