Tochter des Königs Sancho
VI. der Weise von Navarra und der Sancha
von Kastilien, Tochter des Königs
Alfons VII.
Brandenburg Erich: Tafel 16 Seite 33
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"Die Nachkommen Karls des Großen"
XIV. 344. BLANCA
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* ca. 1180, + 1229
Gemahl: 1195 Theobald III. Graf von Champagne (siehe XIV
81)
+ 1201 24. V.
Mohr Walter: Teil III Seite 50-52,55
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"Geschichte des Herzogtums Lothringen. Geschichte des
Herzogtums Groß-Lothringen (900-1048)"
Nach Heinrichs Verfügung
war die Grafschaft Champagne auf seinen Bruder Theobald
III. übergegangen. Nach dessen Tode kam das Land unter Zustimmung
des französischen Königs an seine Witwe Blanca
und deren Sohn
Theobald. Dieser Nachfolge
entstand ein Gegenbewerber aus dem Hause BRIENNE. Ein Vetter
König Johanns, Erhard von Brienne, glaubte jetzt, vielleicht
ebenso wie sein Verwandter, sein Glück in Palästine machen zu
könmnen, und er scheint dabei von Anfang an auf eine Ehe mit der Tochter
Heinrichs
II. von Champagne spekuliert zu haben. Trotz ausgedehnter Maßnahmen
der Gräfin Blanca gegen die Durchführung
dieser Absicht, trotz ausdrücklichen Verbots des Papstes gegen das
Eheprojekt wegen zu naher Verwandtschaft, konnte Erhard sein Ziel erreichen.
Er kehrte dann zu Beginnn des Jahres 1216 aus Palästina zurück
und erhob im Namens einer Gemahlin Anspruch auf die Grafschaft Champagne.
In rechtlicher Hinsicht blieb bei dem ganzen Vorgang eine Reihe von Fragen
offen, so daß das Vorgehen Erhards nicht von vornherein abzuweisen
war.
Die wichtigste Stütze für die Gräfin
Blanca und ihren Sohn bildete der französische König
als Oberlehnsherr der Champagne. Weitere Verbündete waren Herzog
Odo von Burgund, Erzbischof Alberich von Reims und Bischof Wilhelm
von Langres. Dagegen konnte sich die Gräfin nicht unbedingt auf die
von der Grafschaft Champagne abhängigen Lehensträger verlassen.
Indessen erklärten sich für sie und ihren Sohn auch Papst Innozenz
III.
Für Herzog Theobald von Ober-Lothringen war es von
großem Nachteil, daß sich der deutsche König für
die Gräfin und ihren Sohn erklärte. Die Motive FRIEDRICHS
II. sind nicht klar zu erkennen.
Die militärischen Auseinandersetzungen waren zunächst
nur von kurzer Dauer. Es kam im April 1216 zu einem Waffenstillstand zwischen
Erhard und der Gräfin Blanca,
und die Vermittlung des französischen Königs wurde angerufen.
Die ganze Angelegenheit kam vorerst vor sein Gericht.
Dem französischen König war es inzwischen nicht
gelungen, die Streitigkeiten um die Champagne beizulegen, so daß
der Krieg aufs neue begann. Indes trat nun Papst Honorius III. energisch
gegen Erhard auf, über den er die Exkommunikation verhängte.
Dieser begann darauf in der zweiten Hälfte des Jahres 1217 in seinem
Widerstand nachzulassen, er schloß verschiedentlich Waffenstillstand
mit der Gräfin Blanca.
Als FRIEDRICH II.
im Mai 1218 im Elsaß erschien, zogen ihm die Streitkräfte der
Gräfin
Blanca von der Champagne, des Grafen Heinrich von Bar und des
Herzogs von Burgund zu. Vereinigt plünderten sie Nancy und belagerten
anschließend die Burg Amance, die Herzog Theobald allein noch
als Zufluchtsort übrig geblieben war.
Der Ausgang gab der Gräfin von der Champagne ein
entscheidendes Übergewicht gegenüber Erhard von Brienne. Die
Angelegenheit zog sich zwar noch etwas in die Länge, doch hat Erhard
am 2. November 1221 endgültig auf seine Ansprüche verzichtet.
Gleich von Beginn der Regierung des neuen Herzog Matthaeus
II. an lasteten auf dem Herzogtum Komplikationen durch das Verhalten der
Witwe Theobalds I. Sie ging auf Veranlassung der Gräfin
Blanca von Champagne vermutlich im Mai 1220 eine neue Ehe mit
deren Sohn Theobald gegen den Willen
des Kaisers ein. Da von seiten der Champagne auch die Reichslehen von Dachsburg
beansprucht wurden, entstand darüber eine Kontroverse mit FRIEDRICH
II.
Pernoud Regine: Seite 154-158,185
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"Frauen zur Zeit der Kreuzzüge"
Doch mehr als die Sorge um das Königreich Zypern
trieb Alice anscheinend ein anderes
Problem. Als sie im Jahre 1201 vom Tod ihres Vetters Theobald, des
Grafen
von der Champagne, erfuhr, machte sie als Tochter Heinrichs
von der Champagne unverzüglich Erbansprüche auf diese
französische Grafschaft geltend. Der Erbstreit, den sie zusammen mit
ihrer Schwester Philippa ausfocht,
sollte sich über etliche Jahre hinziehen. Philippa
hatte einen Adligen aus der Champagne geheiratet, Erard von Brienne, der
sich, wenn auch mit etwas gemischten Gefühlen, für die Forderungen
seiner Gemahlin und deren Schwester Alice
einsetzte.
Die ein Vierteljahrhundert dauernden Erbstreitigkeiten
riefen zahlreiche Grundherren und Prälaten auf den Plan, von denen
sich die einen für Alice und Philippa
einsetzten
und die anderen für Blanca und
Theobald von der Champagne beziehungsweise für die Königin
Blanca und ihren Sohn. Der Streit wird auch von dem Chronisten
Joinville erwähnt, dessen Vater als Vasall der französischen
Königin ihr seine Unterstützung gegen die Forderungen
Alices und ihrer Schwester zusicherte, ebenso wie ein anderer
Adliger aus der Gegend, Herbe von Sombernon.
Nachdem die beiden Schwestern 1221 gegen eine finanzielle
Entschädigung zunächst auf ihre Ansprüche verzichtet hatten,
machten sie 1227 einen erneuten Vorstoß, vor allem Alice,
zumal die Legitimität ihrer Herkunft auf perfide Weise in Frage gestellt
worden war (es wurde nämlich behauptet, die Ehe Heinrichs
von der Champagne, Alices
und Philippas Vater, sei nicht rechtmäßig
gewesen, da Isabella von Jerusalem
noch mit ihrem ersten Mann Humfried verheiratet gewesen sei). Im Zuge der
Streitigkeiten und Machtkämpfe, die nach dem Tod Ludwigs
VIII. ausbrachen, ging einer der ehrgeizigsten unter den Baronen,
Graf
Peter Mauclerc von der Bretagne, der sich für die Forderungen
der Königin Alice stark machte,
sogar soweit, ihr die Ehe anzutragen. Papst Gregor IX., von dem Plan in
Kenntnis gesetzt, erhob Einspruch wegen Blutverwandtschaft. Andererseits
war Theobald, der Graf der Champagne,
der am französischen Königshof aufgewachsen war, von Königin
Blanca von Kastilien hingerissen und widmete ihr zärtliche
Blicke und glühende Verse, was die anderen Barone in ihre Bemühungen,
ihn für ihre Sache zu gewinnen, etwas lähmte.
Balduin von Avesnes, ein zeitgenössischer Chronist,
faßt den Erbstreit der Königin von Zypern folgendermaßen
zusammen:
"Als die Barone [die gegen die Königin von Frankreich
revoltierten] das sahen, ließen sie nach einstimmiger Beratung die
Königin von Zypern holen, die rechtmäßige Erbin des Grafen
der Champagne, wie sie behauptete, denn sie war die Tochter des Grafen
Heinrich der Champagne, des Königs von Jerusalem... Als
die Königin [Alice] in Frankreich
eintraf, verlangte sie die Grafschaft Champagne als ihr Erbe. Der Graf
Philipp von Boulogne unterstützte sie darin mit allem Nachdruck
[es handelt sich um den Bastard Philipp Augusts
mit dem Beinamen Philipp Hurepel, Strubbelkopf].
Mehrere Tage vergingen. Schließlich wurden der Königin als Erbrente
8.000 Livres aus einem Grundbesitz und 20.000 Livres tournois für
ihren Aufwand angeboten. Der Graf von Boulogne, der sich mehr als alle
anderen in diese Angelegenheit einmischte, überredete sie dieses Friedensangebot
abzulehnen... Der Graf Philipp von Boulogne
starb im Jahr 1223 der Fleischwerdung unseres Herrn. Als die Königin
von Zypern auf das Angebot zurückkam, stellte sich heraus, dass sie
verloren hatte, denn nach mehreren Gesprächen bot man ihr nur 2.000
Livres als Leibrente und 10.000 für ihre Aufwendungen... Als die Königin
hörte, dass das Angebot soviel niedriger war als das frühere,
war sie sehr verstimmt. Doch sie nahm es schließlich an, denn fast
keiner mehr wollte sich für ihre Sache einsetzen, seit der Graf nicht
mehr da war. Dieser Vergleich wurde von König
Ludwig von Frankreich bestätigt." Daraus kann man schließen,
dass Alices ständige Forderungen
und die Verbissenheit, mit der sie vorging, ihrer Umgebung schließlich
zuviel wurden.
Ludwig der Heilige
machte somit im September 1234 diesen langwierigen Streitigkeiten ein Ende.
Königin
Alice erhielt eine Summe von 40.000 Livres tournois sowie eine
Leibrente von 2.000 Livres aus einem Grundbesitz in Frankreich. Nach ihrer
Rückkehr nach Zypern im Frühjahr 1235 ließ sie die mit
Theobald
von der Champagne
getroffene Vereinbarung von ihren beiden Töchtern
Maria
und Isabella und ihrem
Sohn
Heinrich, König von Zypern,
bestätigen.
1199
oo Theobald III. Graf von Champagne-Brie
1176-24.5.1201
Kinder:
Tochter
- jung
Theobald IV. der Große
Juni 1201-14.7.1253
Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen
Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 16 Seite 33 -
Mohr
Walter: Geschichte des Herzogtums Lothringen. Geschichte des Herzogtums
Groß-Lothringen (900-1048) Verlag "Die Mitte" Saarbrücken 1974
Teil III Seite 50-53,55-56 - Pernoud Regine: Frauen zur Zeit der
Kreuzzüge Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1995 Seite 154-158,185
- Pernoud Regine: Herrscherin in bewegter Zeit. Blanca von Kastilien,
Königin von Frankreich. Diederichs Verlag München 1991 Seite
65 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe
in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 910,912 - Stürner,
Wolfgang: Friedrich II. Teil 1: Die Königsherrschaft in Sizilien und
Deutschland 1194-1220, Primus-Verlag Darmstadt 1997, Seite 220 - Winkelmann
Eduard: Kaiser Friedrich II. 1. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft
Darmstadt 1963, Seite 5,6,7,48 - Winkelmann, Eduard: Jahrbücher
der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig
2. Buch Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873, Seite 208,455 -