Lul (Lullus)                                                Erzbischof von Mainz (754-786)
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um 710-16.10.786
Wessex

Begraben: Hersfeld

Sohn des
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 1
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Lul, (mittelalterlich Lullus), Erzbischof (seit 754 Bischof) von Mainz
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* um 710, + 16. Oktober 786
Wessex

Begraben: Hersfeld

Im Kloster Malesbury erzogen, schloß sich Lul in Rom seinem Landsmann Bonifatius an (738), den er, 752 zum Chorbischof geweiht, beim Aufbau einer Kirchenorganisation in den rechtsrheinischen Gebieten tatkräftig unterstützte. Nach dem Tod des Bonifatius wurde ihm von Pippin III. allein das Bistum Mainz übertragen. Durch die Eingliederung der Bistümer Büraburg und Erfurt erschloß er der Mainzer Kirche jedoch den hessisch-thüringischen Raum. Erst von Hadrian I. wurde ihm die Metropolitenwürde verliehen. Unter KARL DEM GROSSEN hatte er regen Anteil an der Missionierung der Sachsen (Sturz der Irminsul 772, Massentaufen 776/77), zu deren Unterstützung er ein verbindlich Taufformular schaffen ließ. Nachdem er im Streit mit Fulda das bischöfliche Eigentumsrecht nicht zu behaupten vermochte, gründete er zwischen 769/75 Hersfeld als mainzisches Eigenkloster. Auch nach der Erhebung Hersfelds zur Reichabtei behielt er dort die Abtwürde bei.

Quellen:
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Die Briefe des hl. Bonifatius und L., ed. M. Tangl (MGH Epp. sel. I, 1916) - Das Glaubensbekenntnis L.s, ed. W. Levison [verb. Nachdr.: Th. Schieffer, Angelsachsen und Franken, AAMz 1950, 1535-1539] - Lampert v. Hersfeld, Vita s. L., ed. O. Holder-Egger (MGH SRG [38], 1894, 307-340 [nur geringer Q.wert] - Grabschrift: ebd. 255.

Literatur:
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NDB V, 515-517 [Lit.] - Th. Schieffer, Angelsachsen ..., 1471-1539 - H. Jakobs, GP 4, 1978, 50-61.
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Literatur:
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Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band II Seite 34,42,45 –