Älteste Tochter des Königs
Konrad von Burgund aus dem Hause der RUDOLFINGER
aus seiner 2. Ehe mit der Mathilde von Frankreich,
Tochter von König Ludwig IV.
Nichte der Kaiserin
Adelheid und König Lothars von
Frankreich und Großnichte Kaiser
OTTOS I. DES GROSSEN
Genealogisches Handbuch zur Schweizer Geschichte Band
1 Seite 80
******************************************
18. Gerberga
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Tochter Konrads und
der Mathilde (Tab. ex cod. Steynvelt.
SS III 215: Gepa; Chron. Epternac.
breve SS 15, 1307: Cilpa; Monum. Epternac.
SS 23, 25; Chron. Albrici monachi Trium Fontium SS 23, 773, 782: (Gepa)
vermählt in erster Ehe mit Graf Hermann von Werle, + 995 VII 13.
(Krüger in Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins 46 p. 519FF.
und Stammtafel III; Baumann, Forschungen zur schwäbischen Geschichte
p. 289ff.), in zweiter Ehe mit Herzog
Hermann II. von Schwaben (Hermannus de egregia Francorum natus
prosapia, regis Cunradi
filiam de Burgundia
nomine Gebirgam,
regis
Lotharii sororis filiam, de regno et de stirpe Magni
Karoli, legittimo siscepit coniugio: Walteri hist. monast. Marchtelanensis
SS 24, 664; vgl. auch Miracula s. Verenae SS IV 460; Herm. Contract. SS
V 118).
Aus ihrer ersten Ehe stammen Gisela,
in dritte Ehe Gemahlin
Kaiser KONRADS II.
und Mutter HEINRICHS III., sowie Mathilde,
die mütterliche Großmutter der gleichnamigen berühmten
Markgräfin Mathilde von Tuscien.
VIII. Generation
61.
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Gerberge
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*ca. 965/70, + wohl nach 1016
Gemahl: a) Hermann Graf von Werl
+ nach 985
b) ca. 988 Hermann II. Herzog von Schwaben (siehe VIII, 13)
+ 1003 4. V.
Anmerkungen: Seite 128
------------------
VIII. 61. Gerberge
vgl. Brandenburg, Probleme um die Kaiserin Gisela Seite
8ff., Bollnow, Grafen von Werl 8f. und 28f., 44f.
Die Geburtszeit läßt sich nur ungefähr
bestimmen; es ist auch nicht ganz sicher, ob Bertha
oder Gerberge die ältere Schwester
war. Die Zeit der Vermählung mit Hermann von Schwaben ergibt
sich ungefähr aus der Geburtszeit der Kinder und Enkel. Ob sie vorher
mit einem Grafen von Werl vermählt war, muß zweifelhaft bleiben;
mir scheint nach wie vor (trotz der Ausführungen Bollnows) diese Annahme
wahrscheinlich, da sich die zweifellos vorhandene Verwandtschaft der Grafen
von Werl mit dem salischen Kaiserhause
nicht anders erklären läßt. Gerberge
kommt zuletzt 1016 vor (Thietmar 9, 26), doch läßt sich aus
der Stelle nicht mit Sicherheit schließen, ob sie damals noch lebte.
Urkundlich erscheint sie zuletzt 1000 18. V., Diplomata
2, 2 n. 363. Ich bringe die Nachkommen aus der nicht völlig gesicherten
ersten Ehe im Teil II [VIII 86].
Ergänzungen (Wolf): zu 61 a: Kinder siehe IX 80
zu 61 b: Kinder siehe IX 16-20
H 22
Me: 7.7. Gerbirh ductrix Germahlin Herzog Hermanns II. von Schwaben
(Es.) Gerberga ist
zum 7. Juli auch im Necrolog des schwäbischen Herzogsklosters
Marchtal (MGH Necrol. 1, S. 201) verzeichnet. Sie war die Tochter Konrads
I. von Burgund (K 38) und Nichte der Kaiserin
Adelheid (K 49).
Zu den Einträgen von Verwandten dieser Kaiserin
im Merseburger Necrolog siehe ausführlich oben Seite 163f.
Zu den Problemen um Gerbergas
Ehe mit einem Grafen von Werl vgl. Leidinger, Die Grafen von Werl, S. 83ff.
mit weiteren Hinweisen.
Allg. siehe NDB 8, Seite 641f.
VI. 22 Gerberga (Guepa)
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* c 965/66- 1019 (eventuell 1018) am VII 7
c 980
1. oo Hermann Graf ("von Werl")
+ 985/c 988
c 988
2. oo Hermann II. Herzog von Schwaben
- 1003 V 4
Gerberga, die zuerst
mit Graf Hermann von Werl und dann mit Herzog Hermann II. von
Schwaben vermählt war, ist als Tochter der
Mathilde,
Gemahlin Konrads von Burgund, in der
genealogischen Tafel der OTTONEN aus
dem Codex Steinfeldensis (gedruckt: SS III 215), in der Vita Adalberonis
II. Mettensis ep. c. 17, SS IV 664, sowie in der späten Vita S. Willibrordi
c. 22, SS XXIII 25, bei dem ebenfalls sehr späten Alberich von Trois-Fontains
in dessen Chronica a. 996, SS XXIII 773, und in dem Brief Abt Siegfrieds
von Gorze betreffs der Heirat Kaiser
HEINRICHS III. mit Agnes von Poitou
(Druck
bei Giesebrecht, Kaiserzeit Bd. 2, S. 714-718) bezeugt.
Alle Belege für die Filiation unserer Gerberga
von
König Konrad von Burgund hat
Bollnow, Grafen S. 28, Anm. 1, zusammengestellt.
Der angegebene Geburtstermin ergibt sich aus dem Heiratsdatum
ihrer Eltern als dem frühest möglichen Zeitpunkt und aus dem
ungefähren Datum ihrer eigenen Eheschließung, wie dies Hömberg,
Geschichte S. 13, Anm. 13, ermittelt hat.
Letztmals ist Gerberga
bei Thietmar VIII c. 26, S. 522 lebend bezeugt. Ihren Sterbetag nennt das
Marchtaler Nekrolog; das von Leidinger, Untersuchungen S. 83, mit ca
1020 nur ungefähr ermittelte Sterbejahr konnte von Hilsch, Regenbach
S. 59, Anm. 18, wie angegeben präzisiert werden. Wir folgen Leidinger
a.a.O. bei der Reihung der beiden Töchter der Mathilde:
er setzt Gerberga als die ältere
und Bertha als die jüngere an,
da Mathilde den Namen ihrer Großmutter
trage, und sie dann auch selbst der eigenen älteren Tochter den Namen
von deren Großmutter mütterlicherseits gegeben habe.
Müller, Heribert S. 234 f., bes. Anm. 156, und ebd.
äußert Zweifel an der sonst allgemein anerkannten Identifikation
der mit Namen
Gerberga bekannten Gemahlin
Graf
Hermanns von Werl mit der Tochter
König
Konrads von Burgund des gleichen Namens. Er weist darauf hin,
dass die Identifizierung nur aus dem Rückschluß zweier indirekter
Bezeugungen des erst um die Mitte des 12. Jahrhunderts arbeitenden Annalista
Saxo (a. 1026 und a. 1082, SS VI 676 und 720) basiert und gerade dem Annalista
bei den Werler Nachrichten Fehler unterlaufen sind; so behauptet er, Gerberga
sei in Werl geboren.
Müller S. 238 kann es sich insbesondere nicht vorstellen,
dass eine burgundische Königstochter einen kleinen westfälischen
Grafen geheiratet haben soll. Doch ist Müller zu entgegnen, dass er
die Nachricht der Annales Quedlenburgenses a. 1019, SS III 84, vernachlässigt
hat, in der die WERLER zweifelsfrei als "consobrini imperatoris"
(d. i. HEINRICHS II.) erwiesen sind,
was wohl kaum anders erklärbar ist als über die Herkunft ihrer
Mutter (bezeugt in D O III. 363) Gerberga
aus dem burgundischen Königshaus, dem auch Gisela,
die Mutter HEINRICHS II. (vgl. oben
V, 23), entstammte.
Frommer Hansjörg: Seite 26
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"Die Salier"
Gerberga war eine Urenkelin der Herzogin Reginlindis, eine Enkelin der schwäbischen Herzogstochter Bertha, die den burgundischen König Rudolf geheiratet hatte. Diese familiäre Beziehung zur ältesten schwäbischen Herzogsfamilie war sicher für Hermanns Stellung in Schwaben nicht unwichtig. Von größerer Bedeutung aber war, dass Gerbergas Mutter Mathilde eine Enkelin HEINRICHS I. und seiner Frau Mathilde war, die Tochter ihrer Tochter Gerberga, die mit dem französischen König Ludwig IV., einem KAROLINGER, vermählt gewesen war. Hermann gehörte also über seine Frau Gerberga zur sächsischen Königsfamilie, und seine Ernennung zum Herzog von Schwaben bedeutete auch eine Anerkennung dieses herausragenden Ranges durch den Kaiser.
Schölkopf Ruth
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"Die sächsischen Grafen 919-1024 "
Die gesicherte Geschichte des Werler Grafenhauses
begann 997, als OTTO III. dem Stift
Meschede ob petitionem Gerbergae comitissae einen Besitz in Stockhausen
in pago Locdorf ac in comitatu Herimanni comitis übertrug. Drei Jahre
später erwirkte eine matrona
Gerberga für das von ihr gegründete Nonnenkloster
in Oedingen in pago Lacdorpgo in comitatu Herimanni eius filius
von OTTO III. eine Bestätigungsurkunde,
die dem Kloster freie Wahl der Äbtissin und ihrem Sohn Hermann und
seinen Nachkommen die Stellung des Klostervogtes zusicherte.
Ungefähr in die gleiche Zeit fällt die Auseinandersetzung
Hermanns von Werl mit Erzbischof Heribert von Köln. Anlaß der
Feindseligkeit war die durch den Erzbischof erfolgte Festnahme Gerbergas,
der Mutter des Grafen. Die tieferen Gründe dieses Vorgehens treten
nicht zutage.
Fragen wir zunächst: wer war die urkundlich bezeugte
Gerberga?
Bollnow stellte als Ergebnis seiner Arbeit an Hand des sächsischen
Annalisten fest, dass Gerberga, die
Mutter Hermanns von Werl, allenfalls mit Gerberga
von Burgund, der Tochter König
Konrads von Burgund und der Mathilde,
einer Enkelin HEINRICHS I., identisch
sein könnte, was nach seiner überkritischen Methode keinesfalls
für ihn zwingend ist. Von einer Vermutung zur Behauptung und deren
Begründung ging Fr. von Klocke über. Er unterschied eine Gerberga
"aus dem Sauerland" von Gerberga von Burgund.
Die Stifterin des Klosters Oedingen sei identisch mit Gerberga
aus dem Sauerland, einer Frau von großer Tatkraft und
reichem väterlichen Erbgut, mit dem sie wesentlich zum Ausbau des
Machtbereiches der Werler Grafen beigetragen habe. Wer ihr Gatte
war, ist ungewiß. Fr. von Klocke schaltete sowohl den 978 erwähnten
als auch den 985 bezeugten Grafen Hermann als Stammvater der Werler
Grafen aus. Als gesichert ließ er nur gelten, dass der von Thietmar
genannte und in der Stiftungsurkunde aufgeführte Hermann ihr Sohn
war. Die Unterscheidung der beiden Gerbergen
ging wesentlich von der Titulierung comitissa und der Tatsache ihrer Festnahme
durch den Erzbischof von Köln aus. Gerberga
von Burgund sei hingegen wesentlich jünger gewesen. Sie
habe nach dem Tode ihres ersten Gatten, des Herzogs Hermann von Schwaben,
in zweiter Ehe den seit 997 bezeugten Grafen Hermann, den Sohn der
Gerberga aus dem Sauerland und den ersten wirklich in Werl erweisbaren
Angehörigen dieses Grafenhauses, geheiratet. Gerberga
habe
aus erster Ehe schon die beiden Töchter Mathilde und
Gisela,
wie Hermann von einer unbekannten Gattin die Söhne Heinrich, Konrad
und Adalbert gehabt. Aus beider um 1004 geschlossenen Ehe seien dann die
Kinder Rudolf, Bernhard und Mathilde hervorgegangen. Hömberg dagegen
trat nachdrücklich für eine Personengleichheit der beiden Gerbergen
ein. Endgültige Sicherheit ist meines Erachtens aus Mangel an Zeugnissen
nicht zu gewinnen. Gerberga war vermutlich
in erster Ehe mit einem ungenannten Grafen von Werl verheiratet, den Bollnow
vorsichtigerweise nicht namhaft macht. In zweiter Ehe heiratete sie Herzog
Hermann von Schwaben, dem sie die Kinder Gisela
- die spätere Kaiserin - Beatrix,
Bertold
und Hermann (Herzog von Schwaben, + 1012) gebar. Bollnow hielt eine dritte
Ehe nach dem Tode
Herzog Hermanns (+ 1003) erneut mit einem Grafen
von Werl für nicht ausgeschlossen. Die Schwierigkeit beruht darin,
dass der sächsische Annalist als Geschwister der Gisela
von Schwaben erwähnt: soror eius Mathildis fratresque
eius Rodulfus et Bernardus nati erant in Westfalia de loco, qui dicitur
Werla. Zweifel an der Richtigkeit seiner Aussage ergeben sich dadurch,
dass Rudolf in der Vita Meinwerci kein einziges Mal in den Zeugnislisten
auftauchte. Andererseits wird man aus chronoligischen Erwägungen den
Bernhard des Annalisten mit Bernhard, dem Sohn des Grafen Hermann von Werl,
identifizieren müssen, so dass dem Annalisten in der Generationsfolge
ein Gedächtnisfehler unterlaufen wäre. Bollnow löste das
Problem auf die Weise, dass er Hermann von Werl einen Sohn Gerbergas
aus
erster Ehe und damit einen Halbbruder der Kaiserin
Gisela
sein ließ. Die übrigen Geschwister der Gisela,
die der Annalist aufführte - also Mathilde, Rudolf und Bernhard -
sollen Kinder des Grafen Hermann (von Werl) und damit GiselasBruderkinder
sein. Die Lösung hat viel für sich, zumal wenn man die zweite
Ehe Hermanns in Erwägung zieht, die Bollnow nicht erwähnte. Wir
können nur mutmaßen, dass vielleicht Rudolf und Mathilde Kinder
aus dieser zweiten Ehe waren, was allerdings der Aussage Thietmars widerspricht,
der die Ehe wegen der nahen Verwandtschaft für kinderlos hielt: nullam
in procreanda prole spem deinceps adipiscitur. Diese Aussage stand
möglicherweise unter dem Eindruck der göttlichen Strafe für
die Exkommunikation. Vielleicht wurden die Kinder auch erst nach Thietmars
Tod (+ 1018) geboren. Die zweite Ehe würde erklären, warum Rudolf,
der an zwei Stellen als comes natus de Westfalia, ex loco, qui dicitur
Werla bezeugt ist, in der Vita Meinwerci nicht unter den vier Söhnen
Hermanns aufgezählt wurde. Zum Zeitpunkt des Testates (1024) war er
demnach noch unmündig und kam als Zeuge nicht in Betracht, da er frühestens
1007 geboren wurde. Hömberg fand eine andere Lösung, auf die
in einem anderen Zusammenhang bereits hingewiesen wurde.
Ebenso strittig ist die Beantwortung der Frage nach Gerbergas
Gatten. Bollnow wich ihr aus. Er begnügte sich mit der allgemeinen
Feststellung, dass er ein Graf von Werl war. Hömberg machte Graf
Bernhard als Gatten der Gerberga
namhaft.
In Frage käme ein Graf Hermann, der zur gleichen
Zeit auftrat. Nach Auslage einer Urkunde sprach er im Ort Böllinghausen
(bei Erwitte) im Gau Engern Recht, der in den Besitz des Klosters Meschede
überging. Dieses Gebiet liegt in der Nähe von Werl, dem Stammsitz
der Familie. Es schließt sich organisch an die Grafschaft des Grafen
Hermann im Locdorpgau an. Zeitliche Bedenken erheben sich ebenfalls nicht.
Vor allem spricht eine Erwähnung bei Thietmar dafür, ihn als
Mitglied des Werler Grafenhauses zu betrachten. Die Textstelle besagt,
dass 984 der Streit zwischen Heinrich von Bayern
und
seinem Sohn - dem späteren König - Herimanni comitis consilio
geschlichtet wurde. Was konnte einen westfälischen Grafen veranlassen,
sich in Sachen des bayerischen Herzogshauses zu verwenden. Die Antwort
lautet: hier sprachen verwandtschaftliche Verpflichtungen mit.
Gerbergas
Halbschwester
und somit Hermanns vermutliche Schwägerin war Gisela,
die Gattin des Bayern-Herzogs Heinrich des Zänkers,
der sich 984 mit seinem Sohn auseinandersetzte. Von hier aus gesehen erhellt
sich die schon erwähnte Bezeichnung der Annalen consobrini imperatoris
für
die Söhne Hermanns von Werl. Hömberg hielt den 978 erwähnten
Grafen Hermann für
Gerbergas
Schwiegervater,
und zwar auf Grund der Tatsache, dass ihr Sohn wiederum den Namen Hermann
trug. Da nur eine einzige Erwähnung vorliegt, können aus seinen
Amtsdaten auch nicht annähernd gesicherte Angaben über das Alter
des genannten Grafen gemacht werden. Alle anderen Kombinationen - wie Gatte
oder Schwager - haben darum genau so viel Wahrscheinlichkeit für sich.
Vielleicht war er mit dem Grafen Hermann identisch, der nach dem Fuldaer
Totenbuch am 13. Juli 995 starb, zu welchem Tage auch das Merseburger Totenbuch
das Ableben eines Grafen Hermann verzeichnete.
Weinfurter Stefan (Hg.): Band I Seite 226,232
********************
"Die Salier und das Reich"
Die Vermutung, in dieser Schlacht des Sohnes der Mathilde und der Gatte der Gisela gegen den Gatten der Beatrix seien Auseinandersetzungen um das Erbe dieser drei Schwestern, der Töchter Herzog Hermanns II. und der Gerberga, gewaltsam ausgetragen worden, ist sehr wahrscheinlich und zudem neuerdings mit dem Hinweis gestützt worden, daß der Zeitpunkt der Auseinandersetzungen durch den Tod der Gerberga bestimmt sein dürfte. Ihr Todestag (7.7.) ist aus Nekrologeinträgen bekannt, als Todesjahr wurde "nach 1016" bzw. "um 1020" angenommen. Eine Präzisierung des Todesjahres auf 1018 oder 1019 erscheint daher plausibel [Hilsch, Regenbach (wie Anmerkung 35) Seite 58f.]
Ennen, Edith: Seite 67-68
*************
"Frauen im Mittelalter"
Gisela ist wohl um 990 geboren, war eine Tochter des Herzogs Hermann II. von Schwaben und der Gerberga, Tochter des Königs Konrad von Burgund, des Bruders der Kaiserin Adelheid. Geboren ist Gisela in Schwaben, vorausgesetzt, daß ihre Mutter Gerberga erst in zweiter Ehe den Grafen Hermann von Werl in Westfalen geheiratet hat.
Erkens, Franz-Reiner: Seite 32
******************
"Konrad II. Herrschaft und Reich des ersten Salierkaisers."
Als KONRADINERIN stammte Gisela aus einer der vornehmsten Familien des Reiches, über ihre Mutter Gerberga aber, eine Tochter des burgundischen Königs Konrad (+ 993) und eine Enkelin des westfränkischen Herrschers Ludwig IV. (+ 954), eines KAROLINGERS, war, ging ihre Ahenreihe direkt auf KARL DEN GROSSEN zurück, auf die alles überragende Herrschergestalt also, in deren Tradition sowohl die ostfränkisch-deutschen als auch die westfränkisch-französischen Könige standen. Daß der Kaplan Wipo diese verwandtschaftlichen Beziehungen ausdrücklich hervorhebt, während er die ottonische Abstammung KONRADS unerwähnt läßt, zeigt, wie sehr das Ansehen eines Adelsgeschlechtes wuchs, wenn in den Adern seiner Mitglieder karolingisches Blut floß.
Hlawitschka, Eduard: Seite 47-57,136-140
*****************
"Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte
des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands"
Hermann II. war, wie auf der Tafel weiterhin ersichtlich
ist, mit Gerberga, einer Tochter des
Königs
Konrad von Burgund, verheiratet. Da Gerbergas
Mutter, das
König Konrads Gemahlin
Mathilde, ihrerseits eine Tochter König
Ludwigs IV. von Frankreich und Gerbergas,
einer Tochter König HEINRICHS I.,
war, hatte Hermanns Gemahlin Anteil am OTTONEN-Blut.
Die Geburtszeiten der Geschwister Giselas
fügen sich auch bestens zu den erkennbaren Lebensdaten ihrer Mutter
Gerberga,
die ja vor der ca. 986 mit
Hermann II. von Schwaben geschlossenen
Ehe schon einmal mit dem Grafen Hermann von Werl verheiratet war
und diesem drei Söhne geboren hatte. Und dabei scheint diese erste
Ehe Gerbergas von ca. 978/80-985 gewährt
zu haben (vgl. P. Leidinger, Untersuchungen zur Geschichte der Grafen von
Werl Seite 49f. und Tafel II am Bandende), was den für unseren Zusammenhang
wichtigen Schluß zuläßt, daß Gerberga
spätestens
um 965 geboren sein wird. Wenn man aber - mit der Speyerer Bleitafel -
Gisela
erst am 11.XI.999 geboren sein läßt und danach - wegen der Bemerkungen
in den Miracula S. Verenae über die Geburt der Töchter Hermanns
II. vor dem erhofften Knaben - die Geburt Hermanns III. erst frühestens
ins Jahr 1000 (eventuell auch erst noch später) setzen kann, so führt
das schon wieder nahe an die Fruchtbarkeitsgrenze
Gerbergas
heran. Wahrscheinlich hat
Gerberga
ihre drei Töchter 986/87-990, ihren Sohn Hermann III. eventuell 991
oder erst 994 - nach dem 992 geborenen und nach einem Jahr verstorbenen
Berthold - zur Welt gebracht.
Schnith Karl: Seite 95,99
***********
"Frauen des Mittelalters in Lebensbildern"
Giselas Mutter Gerberga
war von noch höherer Abkunft. Sie war die Tochter König
Konrads von Burgund und Mathildes,
der Tochter des KAROLINGERS Ludwig d'Outremer,
über den ihr Stammbaum bis zu KARL DEM GROSSEN
zurückzuführen war; sie war außerdem eine Nichte der Kaiserin
Adelheid. Die Ehe ihrer Eltern bestand seit mindestens 989/90.
Ebensowenig klar ist die möglicherweise vermittelnde
Rolle der Ehe von Giselas Mutter Gerberga
mit einem Grafen Hermann von Werl in Sachsen. War es ihre erste
Ehe - wie meist angenommen wird [Leidinger; Seite 31-52; Huschner, in Uitz/Pätzold/Beyreuther,
Seite 110, Hlawitschka, Untersuchungen Seite 152/53; anders: Klocke, F.
v., Die Grafen von Werl und die Kaiserin Gisela, in: Westfälische
Zeitschrift 98/99 (1949), Seite 67-167; Wunder Seite 2.] -, so könnten
davon Beziehungen zu sächsischen Fürsten herrühren; sollte
es die zweite gewesen sein, so könnte Gerberga
nach 1003 ihre Tochter nach Sachsen mitgenommen haben - woraus sich die
Angabe von Werl als Geburtsort Giselasbeim
Annalista Saxo erklären ließe - und sie dann mit Brun verheiratet
haben.
Thietmar von Merseburg: Seite 468
*********************
"Chronik"
Sein Nachfolger Dietrich, der Sohn meiner Mutterschwester, mußte von Graf Hermanns Sohn Heinrich [von Werl], wie berichtet, viel Schmach hinnehmen. In diesem Jahre nun lebte der zeitweise beigelegte Streit wieder auf. Erzbischof Heribert von Köln mußte lange viele Belästigungen durch den Grafen hinnehmen. Kein Wunder, hielt er doch dessen Mutter [Hermanns Mutter Gerberga, vgl. VII, 49] eine ganze Weile in Haft.
Hilsch, Peter: Seite 58
************
"Regenbach und die Schenkung der Kaiserin Gisela"
Der Ehemann der Beatrix, Adalbero, der von Kaiser HEINRICH II. gegen den Sohn seines Vorgängers zum Kärntner Herzog erhoben worden war, kämpfte gegen den in Kärnten "enterbten" jüngeren Konrad (Sohn der Mathilde und Konrads von Kärnten) und dem älteren Konrad (den späteren König und 1019 bereits Ehemann unserer Gisela) vermutlich um ihre schwäbisch-fränkischen Güter, wurde jedoch in einer regelrechten Schlacht bei Ulm geschlagen. Für den Zeitpunkt des Kampfes könnte der Tod der Mutter Gerberga entscheidend gewesen sein [Leidinger (wie Anmerkung 13) Seite 87 nimmt ihren Tod vage "um 1020" an. Der Todestag ist aus dem Marchtaler Nekrolog (MGH Necrologiae Band 1, Seite 201) bekannt: der 7. Juli. Im Licht unserer Überlegungen wäre an den 7. Juli 1019, eher noch 1018 zu denken.].
Uitz, Erika/Pätzold, Barbara/Beyreuther,
Gerald: Seite 110
***************************************
"Herrscherinnen und Nonnen. Frauengestalten von der Ottonenzeit
bis zu den Staufern"
Giselas Mutter, Gerberga
von Burgund, die um 965 geboren wurde, vor ihrer Heirat mit
Hermann
II. von Schwaben schon eine Ehe mit dem westfälischen Grafen
Hermann I. von Werl geführt und die Söhne Hermann II, Rudolf
und Bernhard zur Welt gebracht. Gerbergas
Gemahl starb etwa 985/986. Die Verbindung mit dem der konradinischen
Familie angehörenden Hermann von Schwaben währte wahrscheinlich
von 987 oder 988 bis zu dessen Todestag am 4. Mai 1003. Gisela
wurde demnach in Schwaben geboren, verbrachte hier ihre Kindheit und erhielt
eine sorgfältige und gediegene Erziehung.
um 980
1. oo Hermann I. Graf von Werl
- um 985/88
988
2. oo Hermann II. Herzog von Schwaben
945/50-4.5.1003
Kinder:
1. Ehe
Hermann II.
ca 980-14.5. nach 1024
Rudolf-Ludolf
ca 982/86-12.7. um 1044
Bernhard II. Graf von Hoevel
ca 982/86- um 1059
2. Ehe
Mathilde
ca 988-29.7.1031/32
1003
1. oo Konrad I. Herzog von Kärnten
um 975-12.12.1011
1014
2. oo Friedrich II. Herzog von Lothringen
-13.5.1026/27
nach 1026/27
3. oo Esiko Graf von Ballenstedt
- um 1059/60
Gisela
13.11.989-15.2.1043
vor 1002
1. oo Bruno Graf von Braunschweig
ca 975/80- ca 1010 ermordet
um 1010
2. oo Ernst I. Herzog von Schwaben
970-31.5.1015
1016
3. oo KONRAD II.
12.7.990-4.6.1039
Berthold
Anfang 992- Anfang 993
Beatrix
ca 990/1000-12.5. nach 1025
1019
oo Adalbero I. Herzog von Kärnten
um 980-28.11.1039
Hermann III.
ca 994/vor 1.995-1.4.1012
oder 991/92 (Hlawitschka)
Literatur:
-----------
Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im
Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der
Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 380
H 22 - Bollnow, Hermann: Die Grafen von Werl. Genealogische Untersuchungen
zur Geschichte des 10. bis 12. Jahrhunderts. Dissertation Stettin 1930
Seite 8,28,44 - Boshof, Egon: Die Salier. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart
Berlin Köln 1987, Seite 26,28,67 - Die Salier und das Reich,
hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 226,232,248
- Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter. Verlag C.H. Beck München
1994, Seite 67-68 -
Erkens, Franz-Reiner: Konrad II. Herrschaft
und Reich des ersten Salierkaisers. Verlag Friedrich Puset Regensburg 1998,
Seite 32 - Fried, Johannes: Prolepsis oder Tod? Methodische und
andere Bemerkungen zur Konradiner-Genealogie im 10. und frühen 11.
Jahrhundert - Hilsch, Peter: Regenbach und die Schenkung der Kaiserin Gisela,
in: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte 42 1983
Seite 52-81 - Hlawitschka, Eduard: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen.
Genealogische Studien zur Geschichte Lothringens und des Reiches im 9.,10.
und 11. Jahrhundert, Saarbrücken 1969 Seite 65 - Hlawitschka,
Eduard: Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des
11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands, Jan Thorbecke
Verlag Sigmaringen 1987 Seite 47-57,68,73,103,119,136-140, 152,169 - Hlawitschka,
Eduard: Wer waren Kuno und Richlind von Öhningen? Kritische Überlegungen
zu einem neuen Identifizierungsvorschlag. In: Zeitschrift für Geschichte
des Oberrheins 128 1980 Seite 1-49 - Holtzmann Robert: Geschichte
der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München
1971 Seite 367 -
Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge
von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar
1992, Seite 66,321 A 35 - Maurer, Helmut: Der Herzog von Schwaben.
Grundlagen, Wirkungen und Wesen seiner Herrschaft in ottonischer, salischer
und staufischer Zeit, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1978 - Schneidmüller
Bernd: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart
Berlin Köln 2000 Seite 90 - Schnith Karl: Frauen des
Mittelalters
in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 91,95,99,125,156
- Thietmar von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe,
Seite 408,468 - Uitz, Erika/Pätzold, Barbara/Beyreuther,
Gerald: Herrscherinnen und Nonnen. Frauengestalten von der Ottonenzeit
bis zu den Staufern, Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1990 Seite
109,114,123 - Weinfurter, Stefan: Heinrich II. (1002-1024) Herrscher
am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Puset Regensburg 1999, Seite 63,220
- Wolf Armin: Wer war Kuno von Öhningen? Überlegungen
zum Herzogtum Konrads von Schwaben (+ 997) und zur Königswahl vom
Jahre 1002. in Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters Band
36, Seite 25-83 1980 -