Jüngster Sohn des Grafen
Gebhard im Lahngau und einer namentlich unbekannten Schwester des
Grafen Ernst
Berengars Name begegnete uns erstmals unter den nobilibus ac fidelibus laicis, die 860 im St. Castorkloster den Friedensschluß zwischen Ludwig dem Deutschen, Lothar und KARL DEM KAHLEN in Koblenz unterzeichneten. Aber schon im folgenden Jahr verlor Berengar die Huld Ludwigs des Deutschen. Mit seinem nepos Ernst, mit seinen Brüdern, den Grafen Udo und dem Abt Waldo, mit Graf Sigihart, dem hier wohl zu streichenden Gerolt und anderen hatte er sich Karlmann in dessen Unternehmen gegen Ludwig den Deutschen verbunden, das durch die Unterstützung seitens eines äußeren Feindes, des Mähren-Fürsten Rastislaw, in besonderer Weise hochverräterischen Charakter trug. Und so erfolgte die Vorladung zum Reichstag nach Regensburg und ihre Aburteilung. Während Ernst aller seiner Ämter entsetzt wurde, gingen Berengarund seine Brüder mit ihrem propinquus Adalhard, dem Ludwigs und Lothars Übereinstimmung den Aufenthalt in Lothars Reich unmöglich machte, zu KARL DEM KAHLEN über. 863 weilte er mit seinem Bruder Udo am Hofe KARLS DES KAHLEN in der Compiegne gleichbedeutenden westfränkischen Königspfalz Verberie an der Oise nahe Senlis. Im Jahre 865 unterstützten sie ihren Verwandten Adalhard beim Schutz des Seinegebietes gegen die Normannen. Sie wurden von KARL DEM KAHLEN all ihrer Würden entsetzt, da nach Ansicht des Königs die Plünderung von St. Denis auf das Versagen der konradinischenVerteidigung zurückzuführen war. Später suchte Ludwig der Jüngere ihre Unterstützung und versprach, sie in ihre alte Position zurückzuführen, so dass die Vermutung nahe liegt, dass Berengarbereits vor 861 hier Grafenrechte ausgeübt hatte. Berengarnahm seit 876 wieder die gräfliche Rechte seines Hauses in Hessen wahr und so erstreckte sich nach dem ersten zuverlässigen Zeugnis über einen Hessengaugrafen, dem ältesten erhaltenen Diplom Ludwigs des Jüngeren, BerengarsAmtsbereich noch 876 bei Welda südlich Warburg, also unmittelbar bis in den Raum der unteren Diemel.
Hlawitschka Eduard: Seite 164,169
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"Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen. Genealogische
Untersuchungen zur Geschichte Lothringens und des Reiches im 9., 10. und
11. Jahrhundert."
Jedoch wurde Adalhard I. schließlich 861 dort mehr
oder weniger ein Opfer der andauernden Gegnerschaft seiner Verwandten -
Graf
Berengar,
Graf Uto und
Abt Waldo, Söhne des
Grafen Gebhard
vom Lahngau - zu
Ludwig dem Deutschen
bei gleichzeitiger politischer Aussöhnung
Lothars
II. mit
Ludwig dem Deutschen.
Mit den zu ihm geflohenen ostfränkischen Verwandten mußte er
das Mittelreich verlassen.
Zum Namen Gebhard ist zu beachten, daß Adalhard
I. der propinquus Utos, Berengars
und Waldos, der Söhne des Grafen Gebhard I. vom Lahngau,
war.
Hlawitschka Eduard: Seite 189
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"Lotharingien und das Reich an der Schwelle der deutschen
Geschichte"
Nicht einmal die Abteien, die ihnen Zwentibold 897 abgesprochen hatte, konnten sie zurückgewinnen; diese gingen in die Hände der auch mit alten Interessen im Moselgebiet auftretenden KONRADINER (das heißt in die Hände Konrads des Älteren und seines Bruders Gebhard) über, die freilich mit den MATFRIEDINGERN in einer entfernten Verwandtschaft gestanden zu haben scheinen [Zu jenem Adalhard I. flohen nun aber 861 die Grafen Uto und Berengar samt ihrem Bruder Waldo (Ann. Fuldens. ad 861 Seite 55). Sie waren Adalhards propinqui (Ann. Bertin. ad 861 Seite 55 und ad 865 Seite 80); einer von ihnen ist wiederum der Vater Konrads des Älteren und Herzog Gebhards. Gerhard und Matfried standen demnach also in einer weiteren, aber ihnen wohl durchaus noch bewußten Verwandtschaft mit den KONRADINERN.].
Dümmler Ernst: Band I Seite 463,576,593
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"Geschichte des Ostfränkischen Reiches"
Wie KARL durch seine
Einmischung in den Ehehandel Lothars
ein bequemer Anlaß geboten wurde, denselben zu beunruhigen, seine
Macht zu untergraben und zugleich seinen kirchlichen Eifer im hellen Licht
leuchten zu lassen, so erlangte er bald auch eine erwünschte Gelegenheit
seinen Bruder Ludwig durch Verbindungen
mit den Mißvergnügten seines Reiches im Innern zu beschäftigen
und zu gefährden und so Gleiches mit Gleichem zu vergelten. In der
dritten Woche nach Ostern gegen Ende April 861 hielt der deutsche König
zu Regensburg, wohin er sich soeben von Frankfurt begeben, eine Reichsversammlung,
auf welcher er den Markgrafen Ernst, den vornehmsten seiner Edlen und ersten
seiner Freunde plötzlich wegen Untreue seiner Ämter und Lehen
beraubte. Das gleiche Los traf als Mitschuldige seine Neffen, den Abt von
Schwarzach (am Oberrhein) [Über Waldo, den Lambert irrig nach
Fulda versetzt siehe Eckhart (comment. de reb. Franciae orient. II, 482)
und die Urkunde Ludwigs und Lothars
vom 4. März 828. Die Abstammung der Brüder von dem Grafen
Gebhard (vgl. über diesen oben Seite 92,99) folgt aus einer Urkunde
bei Kremer origines Nassiocae, cod. dipl. p. 14 vom Jahre 879, in der Udo
und Berengar als Söhne Gebhards
genannt werden.] und dessen Brüder, die Grafen Uto und Berengar,
wahrscheinlich Söhne des hochangesehenen Grafen Gebhard vom Lahngau,
ferner die Grafen Sigihard und Gerols nebst mehreren anderen. Während
die übrigen ruhig auf ihren Eigengütern verblieben, begaben sich
die Söhne Gebhards zu ihrem Verwandten Adalhard, dem Oheim
der westfränkischen Königin, der damals im lotharischen Reich
lebte. Jetzt indessen äußerte das Bündnis Lothars
mit Ludwig seine Wirkung dadurch, daß
Adalhard mit seinen Verwandten das Mittelreich verlassen mußte und
nun natürlich sich mit ihnen zu KARL DEM
KAHLEN begab. Dieser bestellte nicht nur den Oheim seiner Gemahlin
bald darauf zum Hofmeister seines Sohnes, sondern gab auch dessen Vettern
zum Ersatz ihrer Verluste Güter und Lehen in seinem Reich.
Adalhard selbst und seine Verwandten Uto und Berengar
fielen noch im selben Jahr (865) bei KARL
in Ungnade, angeblich weil sie beid er Hut gegen die Normannen, die 20
Tage lang ungestraft im Kloster St. Denis hausten, ihre Schuldigkeit nicht
getan und verloren ihre Lehen, wodurch der Bund zwischen Ludwig
und
KARL nur befestigt werden konnte.
Namentlich trat Ludwig der Jüngere
mit den im vorigen Jahr abgesetzten Grafen Werner, sowie mit Uto
und Berengar, den Neffen Adalhards,
in Verbindung und versprach ihnen für ihre Hilfeleistung ihre früheren
Ämter und Lehen wieder zu verschaffen.
Stein, Friedrich: Seite 2
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"Geschichte des Königs Konrad I. von Franken und
seines Hauses"
Crollius und Kremer suchten nun die nächsten Vorgänger
Konrads
und seines Bruders in derselben Gegend und Grafschaft zu ermitteln und
benutzten hierbei zwei von Jakob Kremer in den Archiven zu Dillenburg,
Westerburg und Runkel aufgefunde Abschriften von Urkunden, wonach der bis
dahin nur aus einer Urkunde vom 15. Juli 832 bekannt gewesene
Graf Gebhard
im Lahngau noch in den Jahren 845 und 879 lebte und im letzten Jahr
den Gründungsbrief des St. Severusstiftes zu Gemünden im Westerwald
am 9. November 879 ausstellte, in welchem auch seine Söhne
Udo,
Berthold
und
Berengar als solche genannt und Udo
und Berengar bei dessen Errichtung
mit einem weiteren Sohn Waldo tätig sind, und wonach
Udo
insbesondere ebenfalls im Lahngau begütert erscheint.
oo N.N.
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Kinder:
Uda (Oda)
um 873- ca. 911/18
888
oo ARNULF Herzog von Kärnten
850-8.12.899
Literatur:
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Dümmler Ernst: Geschichte des Ostfränkischen
Reiches. Verlag von Duncker und Humblot Berlin 1865 Band I Seite
463,576,593 - Hlawitschka Eduard: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen.
Genealogische Untersuchungen zur Geschichte Lothringens und des Reiches
im 9., 10. und 11. Jahrhundert. Kommissionsverlag: Minerva-Verlag Thinnes
Nolte OHG Saarbrücken 1969 Seite 164,169 - Hlawitschka Eduard:
Lotharingien und das Reich an der Schwelle der deutschen Geschichte. Anton
Hiersemann Stuttgart 1968 Seite 189 - Stein, Friedrich: Geschichte
des Königs Konrad I. von Franken und seines Hauses, Nördlingen
1872 Seite 2 -