Tochter des N.N.
Störmer Wilhelm: Seite 11-22
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"Zu Herkunft und Wirkungskreis der merowingerzeitlichen
'mainfränkischen'Herzöge"
Allein die Pssio minor sancti Kiliani bietet die Rekonstruktionsmöglichkeit
der mainfränkischen Herzogsreihe. Der Quelle zufolge waren die Eltern
des letzten Herzogs
Heden II. ein dux
Gozbert und seine Gemahlin
Geilana
(die vorher mit einem nicht namentlich bekannten Bruder
Gozberts
verheiratet gewesen sein soll). Dux Gozbert wiederum
wird als Sohn Hetanis
senioris, qui fuit filius Hruodis
bezeichnet.
Obgleich nicht ausdrücklich betont, darf doch mit Sicherheit angenommen
werden, daß die beiden genannten Personen
Heden
der Ältere und Hruodi
bereits Herzöge des mainfränkischen Raumes waren. Für Würzburg
und Mainfranken gilt also laut Passio I die Herzogsreihe
Hruodi
- Heden I.-
Gozbert - Heden
II. [So verstand es auch die Passio. Auch wenn es sich um eine
Passio, das heißt Legende im Sinne Lotters (F. Lotter, Severinus
von Noricum. Legende und historische Wirksamkeit 1976 Seite 1-20), handelt,
legt sie Wert auf die Rahmengegebenheiten. Für den Schreiber des 8.
und 9. Jahrhunderts waren diese Herzogsnamen bekannt. Wären die Vorfahren
Gozberts
noch keine Herzöge gewesen, hätte er sicherlich dazu eine Bemerkung
geacht.]
Der irische Missionar Kilian wirkte in Würzburg
unter dem dux Gozbert und seiner Gemahlin Geilana.
Nach allgemeiner Auffassung wurde Kilian mit seinen Gefährten um 689
enthauptet; er wird wohl erst wenige Jahre vorher nach Würzburg gekommen
sein. Das ergibt einen ersten Datierungsfixpunkt für den dux Gozbert.
Wenn die Passio weiterhin - zeitraffend - berichtet, daß die Strafe
Gottes alle Schuldigen ereilt habe, den Mörder, die Herzogs-Gemahlin
Geilana, ferner
Herzog
Gozbert, den seine Knechte mit dem Schwert getötet haben sollen,
schließlich seinen Sohn Heden
II., den das Volk der Ostfranken aus dem Reiche vertrieben habe,
so bedarf es noch genauer Datierungsmöglichkeiten. 704 stellt der
dux
Heden II. eine Urkunde aus, die seine Gemahlin Theodrada
und sein Sohn Thuringus (filius Hedeni)
mitunterzeichnen. Das heißt, daß zu dieser Zeit Heden
nicht nur selbständig handelnder Herzog, also damit auch volljährig
war, sondern auch bereits vermählt war und Nachkommen hatte. Man muß
annehmen, daß Heden
damals mindestens 20 Jahre alt war. Im Hinblick auf seine Aktivitäten
in Thüringen ist dieses jugendliche Alter aber recht unwahrscheinlich.
Seine Geburt müßte ohnehin spätestens
in den Zeitraum um Kilians Tod (um 689) fallen, zumal die Herzogin
Geilana der Passio zufolge dann wahnsinnig wurde. Wie lange
Herzog
Gozbert nach 689 noch regierte, entzieht sich freilich unserer Kenntnis.
Aber auch bezüglich
Gozbert wird man sagen müssen, daß
er um 689 sicherlich bereitzs 20 Jahre alt war (wenn nicht wesentlich älter).
Sollte er gleich nach seiner Volljährigkeit den Dukat erhalten haben,
wäre deis spätestens um 685 gewesen.
Die Angabe, daß dux Gozbert die Gemahlin seines
ungenannten verstorbenen Bruders geheiratet habe, läßt darauf
schließen, daß auch dieser Bruder für eine gewisse Zeit
das mainfränkische Herzogsamt innehatte. Für diesen Sachverhalt
haben wir eine Reihe von Parallelbeispielen aus anderen Regionen. Es dürfte
keine Frage sein, daß die Ehe mit Geilana
eine wichtige Garantie für
Gozberts Herrschaft war.
Wenn man die dürftigen chronologischen Quellenangaben
chronologisch umzusetzen versucht, müßte wohl der Anfang der
"hedenischen"
Herzogsherrschaft etwa in die Zeit König
Dagoberts zu datieren sein. Daß diese duces nur kurze
Zeit regierten, ist unwahrscheinlich, denn es fält auf, daß
sie bereits die Vererbung ihres Herzogsamtes in ihrer Familie durchsetzen
konnten - genau wie die AGILOLFINGER
in Bayern.
1. oo N.N., Sohn Hedens I.
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2. oo Gozbert Herzog in Würzburg
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Kinder:
Heden II.
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