Audoin/Dado                                            Bischof von Rouen (640-684)
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um 600-24.8.684
            Königspafalz Clichy

Begraben: St-Pierre Rouen
 

Nach Dirk Rosenfeld Sohn des vir inluster Authari aus seiner 1. Ehe mit der Aiga
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1196
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Audoenus (Dado; frz. Ouen), Heiliger, Refendarius Dagoberts I., dann Bischof von Rouen
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*     + 24.August 684

Geboren im Gebiet von Soissons (nach seinem zweiten Biographen BHL 751, erstes Drittel des 9. Jh. in Sancy), gehörte er zu einer bedeutenden Adelsgruppe, die eng mit dem Hof von Neustrien und mit dem kolumbianischen Mönchtum verbunden war.

Audoenus wurde mit seinen beiden Brüdern Ado und Rado am Hof Chlothars II. und Dagoberts I. erzogen, wo er im Mittelpunkt weitgespannter Beziehungen stand, die das ganze fränkische Reich überzogen und die ihn zu einer politischen Persönlichkeit ersten Ranges machten, auch wenn ihn seine Vita Ia (BHL 750, c. 700) vornehmlich als Bischof darstellt. Insbesondere umgab ihn ein bedeutender Kreis von befreundeten und verbündeten Äbten (unter anderem Agilus von Rebais und Filibertus von Jumieges) und Bischöfen (Desiderius von Cahors, Chrodebertus von Tours, besonders Eligius von Nyon). 610/11 wurde er von Columban selbst geweiht. Vor und seinem Amtsantritt auf dem Bischofssitz von Rouen (Wahl 640, Weihe 13. Mai 641) förderte er maßgeblich die Ausbreitung des Mönchtums: Unter anderem gründete er  635 Kloster Rebais, für das er von König Dagobert eine berühmte Immunitätsurkunde erhielt, und 648 Kloster Fontenelle, das er Wandregislus anvertraute. 640/41 soll Audoenus eine Missiinsreise nach Spanien und 675/76 eine Pilgerfahrt nach Rom gemacht haben. Als Politiker war er Ratgeber der Pariser Könige und Anhänger der neustrischen Hausmeier Erchinoald, Ebroin und Waratto. Audoenus war der letzte, der dem Aufstieg der PIPPINIDEN noch wirkungsvollen Widerstand entgegensetzt hat. 684 konnte er einen letzten Waffenstillstand mit Pippin dem Mittleren aushandeln; auf seiner Rückreise von Köln starb er vor Erschöpfung in der Königspafalz Clichy (heute St-Ouen bei Paris). Sein Leichnam wurde nach Rouen gebracht und in St-Pierre beigesetzt. Die erste Elevatio seiner Reliquien fand bereits 688 durch seinen Nachfolger, Bischof Ansbertus, statt. Die Reliquien wurden wegen der Normanneneinfälle 841 aus geflüchtet und erst 918 wieder zurückgeholt; 1562 wurden sie von den Protestanten, 1793 während der Revolution aufgelöst und verstreut.


Friese Alfred: Seite 17-26
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"Studien zur Herrschaftsgeschichte des fränkischen Adels"

Aus den Viten Columbans und Audoins von Rouen lernen wir auch Rados Brüder kennen, Ado und Dado/Audoin, die zusammen mit Chagnerichs Kindern Faro de gente Burgundionum, Burgundofara und Chagnoald in der Reichs- und Kirchenpolitik der nächsten Jahrzehnte eine so wichtige Rolle spielen sollten.
Rado zog sich rechtzeitig an den Hof nach Paris zurück, wo seine Brüder Ado und Dado/Audoin zusammen mit Burgundofaro, Filibert von Jumieges und Elegius von Limoges an der scola palatii erzogen worden waren.
Freunde und Verwandte nahmen einflußreiche Positionen im ganzen Frankenreiche ein. Sein Onkel Dado/Audoin war inzwischen Bischof von Rouen und Metropolit Neustriens geworden, im selben Jahre, in den auch Elegius von Limoges zum Bischof von Noyon geweiht wurde (640).

Ewig Eugen: Seite 124,126,133,148,153,165,170,185,191
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"Die Merowinger und das Frankenreich"

Die jüngere, etwa zwischen 595 und 605 geborene Generation, war repräsentiert durch die Söhne Chagnerichs von Meaux - Burgundofaro und Chagnulfus - und die drei Söhne Authachars - Ado, Radu und Audeonus/Dado.
Am Hof des Vaters wuchs Dagobert mit den Söhnen Authachars auf, von denen der jüngste, Audoin/Dado, der gleichen Altersstufe angehörte. Die Verbindung zu diesen Kreisen wird dem austrasischen König zugute gekommen sein, als die Nachfolge Chlothars zu regeln war.
Als Dagobert 629 die Nachfolge des Vaters in Paris antrat, fand er dort ältere und jüngere Freunde noch vor: den Referendar Burgundofaro, den Thesaurar Desiderius, den Goldschmied und Monetar Eligius, die drei Brüder Ado, Rado und Audoin/Dado.
In Neuster hatte Erchinoald mit den Senioren aus der Zeit Dagoberts zu rechnen, von denen freilich die bedeutendsten nicht mehr ständig am Hof weilten. Im gleichen Jahr 641 übernahm Audoin das Bistum Rouen, Eligius das Bistum Noyon (-Tournai). Der Hausmeier unterhielt zu ihnen nicht gerade herzliche Beziehungen. Audoin und Eligius hatten mit Willebad sympathisiert und die blutige Auseinandersetzung vor den Augen des Königskindes jedenfalls mißbilligt.
Im Rat Bathilds werden namentlich die Bischöfe Audoin von Rouen und Chrodebert von Paris genannt. Chrodebert bleibt bis auf weiteres für uns ein bloßer Name. Audoin unterhielt in der Folge mit Ebroin freundliche Beziehungen, vielleicht war Ebroin von Anfang an auch sein Kandidat. Hinter Audoin stand gewiß eine mächtige Adelsgruppe, der auch die Sippe von Jouarre angehörte.
Von den neustroburgundischen Großen hatte Audoin von Rouen 673 wohl auf der Seite Ebroins gestanden, sich dann aber mit Childerich II. arrangiert. Er wird wohl der Wortführer der Optimaten gewesens ein, die dafür sorgten, daß Theuderich III. sich dem Bruder stellte und mit dem Leben davon kam.
Ein Zeichen für die eingetretene Konsolidation war die Erhebung des Abtes Lantbert von Fontenelle (St. Wandrille) zum Nachfolger des Metropoliten Genesius von Lyon um 677/79. An ihr war wohl Audoin von Rouen maßgeblich betzeiligt, der zu Ebroin nach wie vor loyale Beziehungen unterhielt.
Die Auseinandersetzung wurde erst durch Gislemars Tod im Jahre 683 beendet. Im Auftrag des Königs und Warattos, der das Hausmeieramt wieder übernahm, reiste der greise Bischof Audoin von Rouen nach Köln, wo Pippin zu dieser Zeit residierte, und erneuerte den Frieden von 681.
Zu den Romfahrern gehörte nicht nur der Missionsbischof Amandus, sondern auch der bei den Königen und Großen in hohem Ansehen stehende Metropolit Audoin von Rouen.

Werner Karl Ferdinand: Seite 352,357
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"Die Ursprünge Frankreichs bis zum Jahr 1000"

Tiefgreifend war der Einfluß des heiligen Columban auf die Familie des Audoin, die asu der Gegend um Meaux stammte und dem Hof Dagoberts wie auch der Kirche Männer von erstrangiger Bedeutung zur Verfügung stellte. Alle diese Geistlichen aus der Umgebung Dagoberts - Audoin, Eligius, Desiderius - gründeten angesehene Klöster, deren Mönche nach strenger Regel lebten.
Man muß allerdings beachten, daß diese Männer nicht nur für die Kirche tätig waren. Bevor sie Bischof in Rouen, Noyon beziehungsweise Cahors wurden und bevor sie ihre eigenen und viele weitere Kirchen mit großen Schenkungen überhäuften und später als Heilige verehrt wurden, waren sie alle tüchtige Verwaltungsbeamte am Hof König Dagoberts. Audoin war einer der Leiter der königlichen Kanzlei, Eligius war eine Art Finanzminister, daneben aber auch Münzmeister und ein sehr bedeutender Goldschmied, der berühmte Werke schuf.
Damals verließen der heilige Eligius und sein Freund Audoin den Hof, wurden Priester und im Jahr 641 dann Bischöfe, der eine in Rouen, der andere in Noyon. Sie besaßen weiterhin politischen Einfluß, wandten aich aber auch der Mission zu und mußten den unaufhaltsamen Niedergang des merowingischen Königtums miterleben.
Unterstützt durch Bischof Audoin von Rouen, übernahm Ebroin 673 erneut die Herrschaft. Die Freunde des heiligen Audoin bekamen nun alle Kirchen, die den Feinden des Hausmeiers weggenommen wurden.
 
 
 
 

Literatur:
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Ewig Eugen: Die Merowinger und das Frankenreich. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1988 Seite 124,126,133,135,137,140, 144,148,153,157,159-161,165,170,185,187,191 - Werner Karl Ferdinand: Die Ursprünge Frankreichs bis zum Jahr 1000. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1995 Seite 352,357 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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