Begraben: St-Pierre Rouen
Nach Dirk Rosenfeld Sohn des vir
inluster Authari aus seiner 1. Ehe mit der Aiga
Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1196
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Audoenus (Dado; frz. Ouen), Heiliger, Refendarius Dagoberts
I., dann Bischof von Rouen
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* + 24.August 684
Geboren im Gebiet von Soissons (nach seinem zweiten Biographen BHL 751, erstes Drittel des 9. Jh. in Sancy), gehörte er zu einer bedeutenden Adelsgruppe, die eng mit dem Hof von Neustrien und mit dem kolumbianischen Mönchtum verbunden war.
Audoenus wurde mit
seinen beiden Brüdern Ado
und Rado am Hof Chlothars
II. und Dagoberts I. erzogen,
wo er im Mittelpunkt weitgespannter Beziehungen stand, die das ganze fränkische
Reich überzogen und die ihn zu einer politischen Persönlichkeit
ersten Ranges machten, auch wenn ihn seine Vita Ia (BHL 750, c. 700) vornehmlich
als Bischof darstellt. Insbesondere umgab ihn ein bedeutender Kreis von
befreundeten und verbündeten Äbten (unter anderem Agilus von
Rebais und Filibertus von Jumieges) und Bischöfen (Desiderius von
Cahors, Chrodebertus von Tours, besonders Eligius von Nyon). 610/11 wurde
er von Columban selbst geweiht. Vor und seinem Amtsantritt auf dem Bischofssitz
von Rouen (Wahl 640, Weihe 13. Mai 641) förderte er maßgeblich
die Ausbreitung des Mönchtums: Unter anderem gründete er
635 Kloster Rebais, für das er von König
Dagobert eine berühmte Immunitätsurkunde erhielt,
und 648 Kloster Fontenelle, das er Wandregislus anvertraute. 640/41 soll
Audoenus
eine Missiinsreise nach Spanien und 675/76 eine Pilgerfahrt nach Rom gemacht
haben. Als Politiker war er Ratgeber der Pariser Könige und Anhänger
der neustrischen Hausmeier Erchinoald, Ebroin und Waratto. Audoenus
war der letzte, der dem Aufstieg der PIPPINIDEN
noch wirkungsvollen Widerstand entgegensetzt hat. 684 konnte er einen letzten
Waffenstillstand mit Pippin dem Mittleren
aushandeln; auf seiner Rückreise von Köln starb er vor Erschöpfung
in der Königspafalz Clichy (heute St-Ouen bei Paris). Sein Leichnam
wurde nach Rouen gebracht und in St-Pierre beigesetzt. Die erste Elevatio
seiner Reliquien fand bereits 688 durch seinen Nachfolger, Bischof Ansbertus,
statt. Die Reliquien wurden wegen der Normanneneinfälle 841 aus geflüchtet
und erst 918 wieder zurückgeholt; 1562 wurden sie von den Protestanten,
1793 während der Revolution aufgelöst und verstreut.
Aus den Viten Columbans und Audoins
von Rouen lernen wir auch Rados Brüder kennen, Ado und
Dado/Audoin, die zusammen mit Chagnerichs
Kindern Faro de gente Burgundionum, Burgundofara und Chagnoald in der Reichs-
und Kirchenpolitik der nächsten Jahrzehnte eine so wichtige Rolle
spielen sollten.
Rado zog sich rechtzeitig an den Hof nach Paris zurück,
wo seine Brüder
Ado und Dado/Audoin
zusammen mit Burgundofaro, Filibert von Jumieges und Elegius von Limoges
an der scola palatii erzogen worden waren.
Freunde und Verwandte nahmen einflußreiche Positionen
im ganzen Frankenreiche ein. Sein Onkel Dado/Audoin
war inzwischen Bischof von Rouen und Metropolit Neustriens geworden, im
selben Jahre, in den auch Elegius von Limoges zum Bischof von Noyon geweiht
wurde (640).
Ewig Eugen: Seite 124,126,133,148,153,165,170,185,191
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"Die Merowinger und das Frankenreich"
Die jüngere, etwa zwischen 595 und 605 geborene Generation,
war repräsentiert durch die Söhne Chagnerichs von Meaux - Burgundofaro
und Chagnulfus - und die drei Söhne Authachars - Ado,
Radu
und Audeonus/Dado.
Am Hof des Vaters wuchs Dagobert
mit den Söhnen Authachars auf, von denen der jüngste,
Audoin/Dado, der gleichen Altersstufe
angehörte. Die Verbindung zu diesen Kreisen wird dem austrasischen
König zugute gekommen sein, als die Nachfolge
Chlothars
zu regeln war.
Als Dagobert 629
die Nachfolge des Vaters in Paris antrat, fand er dort ältere und
jüngere Freunde noch vor: den Referendar Burgundofaro, den Thesaurar
Desiderius, den Goldschmied und Monetar Eligius, die drei Brüder Ado,
Rado
und Audoin/Dado.
In Neuster hatte Erchinoald mit den Senioren aus der
Zeit Dagoberts zu rechnen, von denen
freilich die bedeutendsten nicht mehr ständig am Hof weilten. Im gleichen
Jahr 641 übernahm Audoin das Bistum
Rouen, Eligius das Bistum Noyon (-Tournai). Der Hausmeier unterhielt zu
ihnen nicht gerade herzliche Beziehungen. Audoin
und Eligius hatten mit Willebad sympathisiert und die blutige Auseinandersetzung
vor den Augen des Königskindes jedenfalls mißbilligt.
Im Rat Bathilds werden
namentlich die Bischöfe Audoin von Rouen
und Chrodebert von Paris genannt. Chrodebert bleibt bis auf weiteres für
uns ein bloßer Name. Audoin unterhielt
in der Folge mit Ebroin freundliche Beziehungen, vielleicht war Ebroin
von Anfang an auch sein Kandidat. Hinter Audoin
stand gewiß eine mächtige Adelsgruppe, der auch die Sippe von
Jouarre angehörte.
Von den neustroburgundischen Großen hatte Audoin
von Rouen 673 wohl auf der Seite Ebroins gestanden, sich dann
aber mit Childerich II. arrangiert.
Er wird wohl der Wortführer der Optimaten gewesens ein, die dafür
sorgten, daß Theuderich III. sich
dem Bruder stellte und mit dem Leben davon kam.
Ein Zeichen für die eingetretene Konsolidation war
die Erhebung des Abtes Lantbert von Fontenelle (St. Wandrille) zum Nachfolger
des Metropoliten Genesius von Lyon um 677/79. An ihr war wohl Audoin
von Rouen maßgeblich betzeiligt, der zu Ebroin nach wie
vor loyale Beziehungen unterhielt.
Die Auseinandersetzung wurde erst durch Gislemars Tod
im Jahre 683 beendet. Im Auftrag des Königs und Warattos, der das
Hausmeieramt wieder übernahm, reiste der greise
Bischof Audoin von Rouen nach Köln, wo Pippin
zu dieser Zeit residierte, und erneuerte den Frieden von 681.
Zu den Romfahrern gehörte nicht nur der Missionsbischof
Amandus, sondern auch der bei den Königen und Großen in hohem
Ansehen stehende Metropolit Audoin von Rouen.
Werner Karl Ferdinand: Seite 352,357
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"Die Ursprünge Frankreichs bis zum Jahr 1000"
Tiefgreifend war der Einfluß des heiligen Columban
auf die Familie des Audoin, die asu der Gegend um Meaux stammte und dem
Hof Dagoberts wie auch der Kirche Männer
von erstrangiger Bedeutung zur Verfügung stellte. Alle diese Geistlichen
aus der Umgebung Dagoberts - Audoin,
Eligius, Desiderius - gründeten angesehene Klöster, deren Mönche
nach strenger Regel lebten.
Man muß allerdings beachten, daß diese Männer
nicht nur für die Kirche tätig waren. Bevor sie Bischof in Rouen,
Noyon beziehungsweise Cahors wurden und bevor sie ihre eigenen und viele
weitere Kirchen mit großen Schenkungen überhäuften und
später als Heilige verehrt wurden, waren sie alle tüchtige Verwaltungsbeamte
am Hof König Dagoberts. Audoin
war einer der Leiter der königlichen Kanzlei, Eligius war eine Art
Finanzminister, daneben aber auch Münzmeister und ein sehr bedeutender
Goldschmied, der berühmte Werke schuf.
Damals verließen der heilige Eligius und sein Freund
Audoin
den Hof, wurden Priester und im Jahr 641 dann Bischöfe, der eine in
Rouen, der andere in Noyon. Sie besaßen weiterhin politischen Einfluß,
wandten aich aber auch der Mission zu und mußten den unaufhaltsamen
Niedergang des
merowingischen Königtums
miterleben.
Unterstützt durch Bischof
Audoin von Rouen, übernahm Ebroin 673 erneut die Herrschaft.
Die Freunde des heiligen Audoin bekamen
nun alle Kirchen, die den Feinden des Hausmeiers weggenommen wurden.
Literatur:
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Ewig Eugen: Die Merowinger und das Frankenreich.
W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1988 Seite 124,126,133,135,137,140,
144,148,153,157,159-161,165,170,185,187,191 - Werner Karl Ferdinand:
Die Ursprünge Frankreichs bis zum Jahr 1000. Deutscher Taschenbuch
Verlag GmbH & Co. KG, München 1995 Seite 352,357 -