Sohn des Fürsten N.N.
Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 232
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Privina, Fürst in Pannonien seit 830/40
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Gefallen um 860 im Kampf gegen die Mährer;
833 vom mährischen
Fürsten
Mojmir I. aus Neutra (Nitra) verdrängt, floh mit seinem Sohn
Kocel
zum obersten Grafen (Präfekten) des bayerischen Ostlandes und empfing
auf Befehl Ludwigs des Deutschen in
der Martinskirche des Salzburger Hofes Traismauer (Nieder-Österreich)
die Taufe. Privina war wohl mit einer
bayerischen Adligen verheiratet und hatte noch als Heide - 827/28 - durch
den Salzburger Erzbischof Adalram zu Neutra die älteste bekannte Kirche
im Salwenland nördlich der Donau weihen lassen. Privina
blieb in einer schwierigen Lage, bis ihn Ludwig
der Deutsche zwischen 838 und 840 mit "einem Gebiet Unterpannoniens,
das am Flusse Saal liegt", belehnte, wo der Slavenfürst seine Hauptburg
Mosapurg (Zalavar) errichtete.
Ein von Moimir vertriebener
mährischer Häuptling Pribina
fand ein Zuflucht bei dem pannonischen Markgrafen Ratbod, der ihn dem König
Ludwig vorstellte. Auf dessen Geheiß wurde er im christlichen
Glauben unterrichtet und in der Martinskirche zu Traismauer auf salzburgischem
Grund und Boden getauft. Nachdem er selbst bekehrt, veranlaßte er
den Erzbischof Adalram ihm in seinem Gebiet zu Neitra die erste Kirche
zu weihen. Infolge einer Mißhelligkeit, die nachmals zwischen ihm
und Ratbod ausbrach, verließ er diesen und begab sich mit seinem
Sohn Kozel ins
Land der Bulgaren.
Ihr Schützling vermutlich war der den Franken feindliche
Herzog Ratimar, zu dem sich von Bulgarien aus der vertriebene Pribina
begab. Wahrscheinlich beherrschte er das Land zwischen Sau und Drau. Gegen
ihn entsandte Ludwig im Jahre 838 ein
starkes bairisches Heer unter der Führung des Markgrafen Ratbod, welches
ihn zur Flucht nötigte. Pribina
dagegen wurde inzwischen durch den Kärntner Grafen Salacho mit Ratbod
wieder ausgesöhnt.
Im gleichen Sinne waltete unter den pannonischen Slaven
am Plattensee der vertriebene mährische Häuptling
Pribina, der auf Verwendung einiger von
Ludwigs Getreuen einen ausgedehnten Landstrich am Flüßchen
Zala als Lehen empfangen hatte, woselbst er in der waldigen Niederung einen
festen Platz, Mosapurg, das heißt Sumpfburg genannt, anzulegen begann.
Karlmann handelte,
als er diesen Schlag ausführte, in geheimen Einverständnis mit
dem Feinde seines Volkes, dem noch immer nicht unterworfenen Mährer-Herzog
Rastislav und opferte ihm als Preis dieses Bündnisses den
der deutschen Herrschaft treu ergebenen und um die Ausbreitung der christlichen
Kirche hochverdienten Pribina, Herzog
der pannonischen Slaven auf, der in eben diesem Jahre von den Mährern
erschlagen wurde. Seinen Sohn Kozel
finden wir 861 in Regensburg, wo er der Freisinger Kirche eine Schenkung
machte, vielleicht als Flüchtling und der deutschen Hilfe begehrend.
Auf dem von Ludwig dem Deutschen
ihm zu Lehen überlassenen Landstrich an der Zala hatte
Pribina in Wald und Sumpf eine Stadt angelegt, wie jene kärntnerische
Feste die Moosburg d. i. Sumpfstadt (Zalavar) geheißen, die als ein
Mittelpunkt für die slovenische Bevölkerung in diesem verödeten
Lande zahlreiche Einwanderer herbeilockte. Durch seine Ergenheit gegen
die deutsche Herrschaft und die christliche Kirche erwarb sich der slavische
Häuptling so sehr die Gunst des Königs, daß ihm dieser
am 12. Oktober 848 zu Regensburg in Gegenwart seiner Söhne Karlmann
und Ludwig und vieler bairischer Großer
den Bezirk, den er bisher nur zu Lehen gehabt, mit Ausschluß der
Besitzungen des Erzbistums Salzburg zu eigen gab. Wie weit sich das Gebiet
Pribinas
erstreckte, wird schwerlich mit Sicherheit ermittelt werden können,
da die meisten der in demselben erwähnten Ortschaften längst
spurlos verschwunden sind oder ihre Namen gewechselt haben: die Erwähnung
von Fünfkirchen und von Pettau unter den von Pribina
beherrschten Orten läßt jedoch schließen, daß ihm
ganz Unterpannonien nördlich von der Drau untergeben war, wie auch
sein Sohn Kozel, der schon bei seinen
Lebzeiten ein eigenes Gebiet verwaltete, nachmals als Herrscher des gesamten
Pannonien bezeichnet wird.
oo N.N.
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Kinder:
Kocel
- um
875
Literatur:
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Dümmler Ernst: Geschichte des Ostfränkischen
Reiches. Verlag von Duncker und Humblot Berlin 1865 Band I Seite 34,40,284,466,617,
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