Kocel                                                        Fürst in Pannonien (860-um 875)
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    - um 875
 

Sohn des Fürsten Privina und einer bayerischen Adligen
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 1244
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Kocel,  Fürst in Pannonien
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     + um 875

Herrschte nach seinem Vater Privina (+ um 860) in der Hauptburg Mosapurg (Zalavar) am Plattensee. Sein Name (in den lateinischen Quellen Chozilo, Chezilo), der nicht slavischen Ursprungs ist, geht wohl auf fränkisch-bayerischen Einfluß zurück. Unter dem Eindruck des Wirkens der aus Mähren nach Rom reisenden Salvenlehrer Konstantin und Method an seinen Hof (ca. 867) entschloß sich Kocel zur Förderung der slavischen Liturgie. Gegen Ansprüche des Erzbistums Salzburg, wie sie in der Conversio Bagoariorum et Carantanorum dargestellt sind, rechnete er sein Herrschaftsgebiet nun zeitweise zur Diözese des von Papst Hadrian II. zum Erzbischof ernannten Method. Nach Kocels Tod ging das pannonische Fürstentum in der fränkischen Markenorganisation auf.


Dümmler Ernst: Band I Seite 35,466,617,627,701,817-820
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"Geschichte des Ostfränkischen Reiches"

Infolge einer Mißhelligkeit, die nachmals zwischen dem mährischen Häuptling Pribina und dem Markgrafen Ratbod ausbrach, verließ er diesen und begab sich zu mit seinm Sohn Kozel ins Land der Bulgaren.
Seinen Sohn Kozel finden wir im März 861 in Regensburg, wo er der Freisinger Kirche eine Schenkung machte, vielleicht als Flüchtling und der deutschen Hilfe gegen Mähren begehrend. Das frühere Gebiet Pribinas am linken Donauufer bei Neitra erscheint später in mährischem Besitz, während in dem Land um den Plattensee, welches Ludwig ihm geschenkt, Kozel seinem Vater nachfolgte.
Die Erwähnung von Fünfkirchen und von Pettau unter den von Pribina beherrschten Orten läßt sich  schließen, daß ihm ganz Unterpannonien nördlich von der Drau untergeben war, wie auch sein Sohn Kozel, der schon bei seinen Lebzeiten ein eigenes Gebiet verwaltete, nachmals als Herrscher des gesamten Pannoniens bezeichnet wird.
Ihr Weg führte sie durch Pannonien, woselbst sie einige Zeit bei dem frommen Fürsten Kozel verweilten, der von ihnen in der slowenischen Schrift unterrichtet, großes Wohlgefallen daran fand und ohne Rücksicht auf seine bisherige Verbindung mit Salzburg ihnen eine große Anzahl von Schülern überwies, um diese ebenfalls mit der Schrift vertraut zu machen. Die dargebotenen Geschenke lehnte Konstantin bei ihm wie bei Rastislav ab und begnügte sich statt dessen für 900 Kriegsgefangene die Freiheit zu erbitten.
Zur Wiederaufnahme seiner durch die römische Reise unterbrochenen Wirksamkeit gab zunächst, während Mähren durch die deutschen Heerscharen schwer heimgesucht wurde, der pannonische Fürst Kozel den Anstoß. Jener kurze Aufenthalt der beiden Missionare in seinem Lande hatte ihn ein lebhaftes Verlangen hinterlassen, den Gottesdienst in der Muttersprache zu hören und zu feiern: so schickte er denn jetzt, etwa 869, Boten nach Rom und bat sich vom Papst Methodius als Lehrer für sein Volk aus. Kozel empfing den aus Rom mit seinem Gefährten zurückkehrenden Methodius zwar mit allen Ehren, doch war er wenig damit zufrieden, daß derselbe nur die einfache Priesterweihe erhalten hatte. Er schickte ihn daher in Begleitung von 20 Männern nach Rom zurück und erwirkte, daß ihn der Papst im Jahre 870 oder 871 zum Erzbischof für Mähren und Pannonien ernannt wurde.
Nicht lange nach Mathodius Rückkehr starb der Fürst vom Plattensee, ohne einen Nachfolger aus seinem Geschlecht zu hinterlassen. Dies kleine slavische Fürstentum wurde demnach jetzt eingezogen
 
 
 
 

Literatur:
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Dümmler Ernst: Geschichte des Ostfränkischen Reiches. Verlag von Duncker und Humblot Berlin 1865 Band I Seite 35,466,617,627, 701,814,817-820 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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