Sohn des Grafen Otbert III.
Bresslau Harry: Band I Seite 418
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"Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II."
Schließlich können wir uns der Erörterung
der Frage nicht entziehen, ob Otbert
II. außer Azzo
I.,
Hugo,
Adalbert
IV. noch einen vierten Sohn Otbert-Obizo
gehabt hat, wie Muratori, Leibnitz, Scheid, Terrano und andere annehmen.
Eine Reihe von Momenten scheint dafür zu sprechen. Zunächst nennt
Arnulf von Mailand a.a.O. neben den drei von HEINRICH
II. gefangenen Markgrafen
Ugo, Azo,
Adelbertus
noch einen vierten: Obizo. Sodann gibt es eine in einer Kopie des 13. Jahrhunderts
überlieferte Urkunde der Bertha
von Turin aus dem Jahre 1031, welche unterschrieben ist: Signum
manibus infrascriptorum Adalberti et Opizoni nostrique marchionis qui eadem
Berte germanae. Endlich ist in der Tat von 1037 an, wo Güter von ihm
in Parma erwähnt werden, bis 1060 ein Otbert-Obizo,
Sohn Otberts nachzuweisen, den die angeführten Autoren für
einen Sohn Otberts
II. halten. Indessen trotz dieser anscheinend jener Annahme so
günstigen Umstände ist mir dieselbe doch außerordentlich
zweifelhaft. Der bei Arnulf erwähnte Obizo kann den Zeitumständen
nach sehr wohl der ALEDRAMIDE Otbert II. sein, wie oben bemerkt wurde;
wäre er ein Bruder Azzos,Hugos, Adelberts, so wäre es überaus
auffallend, daß Thietmar, der die drei anderen nicht nur erwähnt,
sondern ausdrücklich als germani bezeichnet, seiner nicht gedenkt.
Was weiter jene Urkunde der Bertha
von 1031 betrifft, so ist dieselbe nur in überaus mangelhaftem Text
überliefert, wie schon die Tatsache zeigt, daß Bertha, die unzweifelhaft
die Tochter Otberts II. war, sich darin filia quondam Adalberti marchio
nennt. Auch in der Unterschrift, um die es sich hier handelt, stecken Fehler:
nostrique marchionis ist offenbar verschrieben, aber nicht für utrique,
wie Terraneo annahm, sondern natürlich für itemque; so kann auch
das et vor Opozoni verlesen oder verschrieben sein für eine Abkürzung
von filii. Die Form marchionis in unserer Unterschrift weist darauf hin,
daß wir nur das Handzeichen eines Markgrafen vor uns haben, und die
Form infrascriptorum kann dagegen nicht in Betracht kommen, da sie jedenfalls
im Original, wahrscheinlich auch in der Kopie, aus der der Druck besorgt
ist, nicht ausgeschrieben, sondern abgekürzt war, wie das fast regelmäßig
in dieser Formel der Fall ist. Da nun sonst Bertha in ihren Urkunden ihren
Bruder Adalbert oft genug, Obizo aber
nie erwähnt, so trage ich Bedenken auf diese schlecht überlieferte
Unterschrift hin die Existenz eines vierten Bruders Obizo
anzunehmen. Entscheidend für mich ist endlich gerade das Vorkommen
Otbert-Obizos
bis zum Jahre 1060. Wenn
Otbert II. schon 997 einen Enkel Azzo II. hatte,
so ist schwerlich anzunehmen, daß ein Sohn Otberts II. noch 1060
gelebt haben sollte. So lange nicht neue Urkunden die Existenz eines vierten
Sohnes
Otberts II. zeigen, muß man demnach, wie mir scheint, von
ihr absehen und den Versuch machen, den 1037-1060 vorkommenden Otbert-Obizo
anderweit in der Genealogie unseres Hauses unterzubringen, was nicht schwer
ist.